"All singing, all talking, all dancing!“ Diesmal mache ich eine Zeitreise - knapp 100 Jahre zurück ins Jahr 1929 - zum allerersten Filmmusical überhaupt. "The Broadway Melody“ war noch dazu der erste Tonfilm, der mit dem Oscar als "Bester Film" ausgezeichnet wurde, und die erfolgreichste Produktion des Jahres. Ein von der damaligen Kritik bejubelter Blick auf die Hollywood-Version der Roaring Twenties vor der Großen Depression, der durch seine neue Technik das Publikum von den Sitzen riss.
Mit der Veröffentlichung von "Maria Theresia“ dokumentiert das Label HitSquad eine Produktion, die den Wiener Musical-Herbst maßgeblich geprägt hat. Die nun vorliegende Live-Gesamtaufnahme auf Doppel-CD konserviert das Stück mit den bisher erfolgreichsten Vorverkaufszahlen einer VBW-Eigenproduktion für die heimische Sammlung. Dabei steht die Einspielung vor der Herausforderung, die moderne, temporeiche Energie...
Die virale Cartoonserie „Hazbin Hotel“, von der brandaktuell die zweite Staffel auf Amazon Prime Video erschienen ist, erweitert die Grenzen dessen, was wir als „Musical“ verstehen. Eine hochkarätige Broadway-Besetzung, originelles Storytelling, derber Humor, die solidarische Darstellung von Minderheiten und ein unverwechselbarer Animationsstil machen Vivienne Medranos Animationshit einen Blick wert.
Dezember bedeutet: Märchenzeit für mein Fernsehsessel-Programm. Zwar ist "Die tollkühne Hexe" kein Märchen im klassischen Sinn, sondern die Verfilmung eines Kinder-Fantasyromans, aber es geht um Hexen und Zauberei - das genügt mir, um in die Kategorie zu passen. Der Streifen hat eine ziemlich holprige Entstehungsgeschichte und die Disney-Studios gingen ganz schön rabiat mit ihm um, was dazu führte, dass die Songs schreibenden Sherman-Brüder nie mehr für Disneyfilme arbeiteten. Trotzdem besitzt er dank eines tollen Ensembles und der Mischung aus Real- und Animationsfilm Charme und unterhält ausgesprochen gut. Eigentlich überraschend, denn die Eingriffe und Schnitte sind unübersehbar.
„Come From Away“ hat in diesem Jahr mit der deutschsprachigen Erstaufführung am Theater Regensburg eine Sensation für die hiesige Musicallandschaft ausgelöst. Sebastian Ritschels Non-Replika-Inszenierung wurde mit hervorragenden Kritiken bedacht. Dabei trugen Sabine Ruflairs makellose Übersetzung und die intensive Darbietung der Besetzung zum großen Erfolg bei...
In diesem trüben Monat habe ich mich für bunte Unterhaltung entschieden. "Bells Are Ringing" ist eins dieser "Hab nur den Namen mal gehört“- Musicals, die heute kaum noch zu sehen sind. In einigen deutschen Theatern lief es unter dem Titel "Ein Engel in der Leitung". Die Hauptrolle in der Verfilmung von 1960 übernahm die Schauspielerin, für die es kreiert wurde und die es am Broadway zum Hit machte. Die Filmversion ist ein Denkmal für die vielen Talente der Judy Holliday.
Fortsetzung folgt… Als vor einem Jahr dieser Schriftzug am Ende von "Wicked: Teil 1" auf der schwarzen Leinwand erschien, saßen viele mit dem Bühnenstück vertraute Zuschauerinnen und Zuschauer mit offenem Mund und völlig versunken im Kino. Völlig verblüfft und erstaunt über diese Musicalverfilmung, die im Gegensatz zu vielen anderen Exemplaren ihrer Gattung wider Erwarten nichts falsch gemacht hatte und einen mit all ihrer Wucht in den Kinosessel hineinzudrücken vermochte. Viele wären am liebsten gleich sitzen geblieben, um sich sofort im Anschluss den zweiten Teil anzuschauen, der aber noch ein ganzes Jahr auf sich warten lassen sollte...
Nach dem starken Abschneiden beim Deutschen Musicalpreis – mit Auszeichnungen unter anderem für beide Hauptrollen und eine Nebenrolle – erscheint nun die Live-Gesamtaufnahme von „Einstein – A Matter of Time“. Die Doppel-CD hält die Uraufführung aus dem Theater St. Gallen fest und vermittelt sehr direkt die musikalische Kraft dieses Abends. Schon die ersten Minuten machen spürbar, wie konsequent...
Julie Andrews feierte gerade ihren 90. Geburtstag. Das nehme ich zum Anlass, mich näher mit ihrem Comeback-Film "Victor / Victoria" zu beschäftigen. Genauer gesagt: auch mit dessen Wurzeln. Ich befasse mich in dieser 'Fernsehsessel'-Ausgabe gleich mit vier Filmen, denn Blake Edwards‘ Meisterwerk ist das dritte Remake eines deutschen Films von 1933. Mich interessiert, ob – und wenn ja, wie sehr – sich die verschiedenen Verfilmungen von "Viktor und Viktoria" von der ersten UFA-Fassung bis zur Hochglanz-Hollywood-Version beeinflusst haben. Ich kann schon mal verraten: Spuren des deutschen Originals finden sich selbst in der knapp 50 Jahre später gedrehten US-Version wider.
Die Mutter aller Kultfilme wird 50 – 1975 flimmerte „The Rocky Horror Picture Show“ zum ersten Mal über die Leinwand! Mit dem Begriff „Kult“ wird für meinen Geschmack etwas zu inflationär umgegangen, aber dieser Film trägt dieses Etikett zu Recht. Zuschauer verkleiden sich, es gibt Zwischenrufe und Publikumsaktionen. Der Film ist eigentlich nur Anlass für die im Saal stattfindende Party. Aber funktioniert er auch einfach nur so im heimischen Wohnzimmer – ich allein in meinem Fernsehsessel, nicht in Frank'n'Furter-Corsage, ohne Wasserpistole und ohne Reis zu werfen? Okay, vielleicht singe ich ein kleines bisschen mit …
