Das Landestheater Linz eröffnete seine Spielzeit 2024/25mit der deutschsprachigen Erstaufführung des am Broadway kritisch aufgenommenen Musicals "Wonderland" von Frank Wildhorn und Jack Murphy. Mit der nun erschienenen Live-Aufnahme auf Doppel-CD, veröffentlicht vom Wiener Label HitSquad, das sich in den letzten Jahren den Ruf als Musical-Spezialist erarbeitet hat, legt das Haus eine eindrucksvolle Visitenkarte seiner Musicalarbeit vor. Zwar konnte das Stück in New York nicht überzeugen, doch enthält es einige der stärksten Melodien, die Wildhorn je komponiert hat.
Meine heutige Wahl ist ganz schön naheliegend. Filme für Weihnachten gibt es unzählige, bei Ostern sieht es anders aus. Das dachte man sich auch bei MGM und sah eine Marktlücke. Ein Musical nur mit Liedern von Irving Berlin war sowieso gerade in Planung und sein Song "Easter Parade" kam ihnen da gerade recht. Herausgekommen ist ein typisches MGM-Musical – große Bilder, großer Aufwand, große Stars. Ein Klassiker des Genres!
Es war ein letztes, trotziges Aufbäumen des alten Hollywood, als die Oscar-Academy "Oliver!“ zum besten Film des Jahres 1968 kürte. Aus heutiger Sicht wegweisende Filme wie "Rosemaries Baby", "Planet der Affen" oder "2001 – Odyssee im Weltall" hatten es erst gar nicht unter die letzten fünf Hauptpreis-Nominierten geschafft. Womöglich fühlten sich die Stimmberechtigen in Gegenwart von Kindertaschendieben wohler als bei Satanisten, in einer von Affen beherrschten Welt oder auf einer Raumstation, wo keiner verstand, worum es da eigentlich ging. Ich begebe mich also via Fernseher ins England der 1830er Jahre, dorthin, wo es am schmuddeligsten ist.
Ich habe diesmal tief in die Kiste der vergessenen Musicals gegriffen und "The Unsinkable Molly Brown" ("Goldgräber-Molly“) von 1964 zu Tage gefördert. Diese Molly - eigentlich Margaret - Brown (1867 – 1932) erlangte Berühmtheit, als sie beim Untergang der Titanic andere Passagiere rettete. Ihre – stark veränderte – Lebensgeschichte war ein Hit am Broadway und die Verfilmung ließ in den USA die Kinokassen klingeln. Hierzulande sind Musical und Film nahezu unbekannt. Habe ich da also gerade einen Musicalschatz ausgegraben?
Der Film, den ich diesmal ausgesucht habe, ist ein Vorschlag aus der MUZ-Redaktion. Ich kannte bislang nur den Titel, habe mir eine Aufnahme angehört und war dann sehr neugierig. Für diese hervorragend besetzte, abgedrehte, respektlose Satire braucht man allerdings ein Humorzentrum, das vor religiösen Scherzen nicht zurückschreckt.
Während die Musical-Welt in den Wochen vor Weihnachten auf die lang erwartete Verfilmung von "Wicked" blickte, hat das Wiener Label HitSquad – beinahe unbemerkt – ein anderes Werk von Stephen Schwartz auf CD herausgebracht. Diese Veröffentlichung ist in mehrerer Hisicht hörenswert: Zum ersten Mal gibt es die Möglichkeit, "Pippin – Die Kunst des Lebens" in einer deutschen Übersetzung (Frank Thannhäuser, Nico Rabenald) als Live-Gesamtaufnahme zu erleben – mit allen Songs, Dialogen und Zwischenmusiken in der neuen und erweiterten Orchesterfassung von Koen Schoots.
Mit "Es war einmal" fangen die meisten Märchen an und mit "Sie lebten glücklich bis an ihr Ende" hören sie auf. Bei Stephen Sondheim gibt es kein "Happy End", sondern nur eine "Happy Mitte". In seinem Musical geht die Handlung nämlich noch weiter und wird zusehends düsterer. Rob Marshalls Verfilmung von 2014 ist prinzipiell ein sehr ansehnlich umgesetzter Film mit einer Schar gut aufgelegter mal mehr, mal weniger gesangserfahrener Hollywoodgrößen. Mit einigen schmerzhaften Kürzungen und Veränderungen fremdele ich allerdings.
Mit "Wicked" präsentiert sich ab dem 12.12.2024 nun auch in Deutschland die lang- und vor allem von den Musical-Fans heißerwartete Filmadaption des nach wie vor immensen Bühnenerfolges in den Kinos, nachdem der Film in den USA und in Großbritannien bereits seit dem 22.11.2024 zu sehen ist. In der deutschsprachigen Verleihfassung wird u.a. Sabrina Weckerlin als Elphaba in den Gesangsparts zu hören sein. Die Musicalzentrale konnte sich im Vorfeld des deutschen Kinostarts die Originalfassung mit Cynthia Erivo und Ariana Grande in den Hauptrollen anschauen und ist von dem Gesehenen und Gehörten veritabel begeistert…
"The greatest thing you'll ever learn, is just to love and be loved in return." Diese für Satine und Christian so wichtige Zeile aus dem Song "Nature Boy" kann man als esoterischen Kalenderspruch abtun oder es wird einem dabei melancholisch warm ums Herz. Wer zur ersten Gruppe gehört, wird wahrscheinlich mit diesem Film wenig anfangen können. Hoffnungslose Romantiker stürzen sich hingegen mit Wonne in dieses Bildergewitter und erfreuen sich an Musikzitaten, popkulturellen Querverweisen und dem dick aufgetragenen Melodram. Ich gehöre zu Gruppe Zwei und genieße diesen Musical-Pomp in vollen Zügen. Dabei mag ich eigentlich keine Jukebox-Musicals. Was macht "Moulin Rouge!“ da anders?
Meine Wahl ist diesmal auf einen Film gefallen, dem ein gewisser Ruf vorauseilt. Nicht nur wurde er bei seiner Uraufführung nach allen Regeln der Kunst von der Kritik verrissen und war in den USA einer der größten Flops des Jahres, er beschädigte auch die Karrieren einiger Beteiligter - u.a. die seines Komponisten Burt Bacharach. Ist "Lost Horizon" wirklich eines der schlechtesten Filmmusicals der Geschichte?
