Vor zehn Jahren erlebte "La La Land“ bei den Internationalen Filmfestspielen in Venedig seine Uraufführung. Aus diesem Grund hole ich den Film mal wieder aus dem Schrank, bereit, mich von dieser farbenprächtigen Hommage an das klassische Hollywood-Musical berauschen zu lassen.
Musical-Konzerte leben von der unmittelbaren Wirkung des Abends: wechselnde Solistinnen und Solisten, große Ensemble-Nummern und der schnelle Sprung von einem Stück zum nächsten. Auf CD reduziert sich dieses Konzept zwangsläufig auf seinen musikalischen Kern – und muss damit auch ohne Bühnenshow und Konzertatmosphäre bestehen. Die Live-Doppel-CD der 2026er-Tour von "This Is The Greatest Show!" stellt sich dieser Herausforderung mit einem ausgesprochen breit gefächerten Programm. Zwischen häufig gehörten Musical-Klassikern finden sich dabei überraschende Repertoireentscheidungen...
Wir sind mitten in der Sommertheater-Saison und deshalb habe ich mich für "Summer Stock" entschieden – leichtgewichtige 50er-Jahre-Unterhaltung mit Judy Garland und Gene Kelly. So unterhaltsam der Film an sich daherkommt, so beschwerlich waren die Dreharbeiten.
Nicht jedes Musical eignet sich für eine Veröffentlichung auf Tonträger. Manche Werke leben so sehr von ihrer visuellen Sprache, ihrer Choreografie oder ihren spektakulären Bühnenbildern, dass ihnen außerhalb des Theaters ein wesentlicher Teil ihrer Wirkung verloren geht. Bei "Die Weiße Rose", dessen Live-CD pünktlich zum Start der ersten Deutschlandtournee erscheint, verhält es sich genau umgekehrt: Ohne die visuelle Ebene treten die zentralen Stärken des Werkes noch deutlicher hervor: Alex Melchers facettenreiche Partitur, Vera Boltens kluge und poetische Liedtexte sowie die eindrucksvollen Interpretationen des Ensembles entfalten auf der Aufnahme eine emotionale Kraft, die das Live-Erlebnis nicht ersetzt, sondern geschickt ergänzt.
Olivia Newton-John und ihre Bandkollegen werden von Aliens entführt, denn nur ihre Musik kann das Überleben dieser Spezies sichern. Klingt bizarr? Ist es auch! Das Science-Fiction-Popmusical war jahrzehntelang für die Öffentlichkeit nicht zugänglich und erscheint jetzt in luxuriöser Aufmachung als Blu-ray.
Eigentlich sollte ich besser auf der Couch liegen als in meinem Fernsehsessel zu sitzen. Denn im Film meiner Wahl lässt sich Barbra Streisand unter Hypnose therapieren. Hoffentlich lullt mich das nicht so ein, dass auch mir die Augen zufallen …
Jason Robert Browns kleines, feines Kammerspiel über Beginn und Ende einer Beziehung ist eins der meistgespielten Musicals auf deutschsprachigen Bühnen. 2014 verfilmte Richard LaGravenese die Liebesgeschichte mit Anna Kendrick und Jeremy Jordan. Aber kann eine Vorlage, die mit ihrer eigenwilligen Dramaturgie so sehr der Bühne verhaftet ist wie Browns Zwei-Personen-Stück, auf der Leinwand funktionieren?
Lange hat es gedauert, bis "Ludwig²" eine umfassende Live-Dokumentation bekommt. Mit "A Night Live in Shanghai" ist sie nun da – aufgenommen bei der konzertanten Premiere im Dezember 2024. Die Doppel-CD bringt vieles mit, was man sich lange gewünscht hat: ein großes Orchester, eine erfahrene Besetzung und den Anspruch, das Werk nahezu vollständig abzubilden. Und tatsächlich geht diese Rechnung auf – die Aufnahme überzeugt vor allem dort, wo sie sich ganz auf ihre musikalischen Stärken verlässt.
Der Film „Blue Moon“ über das Ende der Zusammenarbeit des Komponisten-Texter-Duos Richard Rodgers und Lorenz Hart, hat mich dazu gebracht, für die aktuelle Fernsehsessel-Ausgabe einen Film mit ihren Songs auszusuchen. Und dabei habe ich eine echte Entdeckung gemacht: „Love Me Tonight“ von 1932 ist ein Musical-Märchen, eine Operettenfilm-Parodie, ein Spiel mit Bild und Ton, mal geistreich, mal albern und sehr, sehr unterhaltsam. Eine mir bislang unbekannte Perle des Filmmusicals, die ich unbedingt empfehle.
Ethan Hawke glänzt als Songschreiber Lorenz Hart, der nach Team-Erfolgen mit dem Komponisten Richard Rodgers dessen Triumph mit „Oklahoma!“ – allerdings jetzt mit den Texten von Oscar Hammerstein II – verdauen muss. Der Film wirkt zwar wie elegant abgefilmtes Theater, besticht aber durch ein Drehbuch mit großartigen Dialogen und nuancierten Darstellerleistungen. Ein tragikomischer Blick in die Broadway-Geschichte.
