Mit dem Titel „Happy Birthday ESC“ feiert das WDR Funkhausorchester das 70-jährige Jubiläum des Eurovision Song Contest – und dieses Konzert wird dem Anlass mehr als gerecht. Das Klangbild des Orchesters überzeugt durch Präzision, Dynamik und enorme musikalische Bandbreite. Zusammen mit stimmstarken Solist:innen, einer charmanten Moderation und einer klugen Liederauswahl wird dieser feierliche Abend unvergesslich.
NEUE REZENSION
On the Town (seit 05/2026)
Teo Otto Theater, Remscheid
"On the Town" ist das sechste Kooperationsprojekt der Folkwang Universität der Künste und des Theaters und Konzerthauses Solingen. Die kluge Inszenierung von Gil Mehmert überzeugt durch ein synergetisches Zusammenspiel von Studierenden und etablierten Musicaldarsteller:innen sowie einer fulminanten musikalischen Umsetzung und verleiht dem Stück eine überraschende Aktualität.
NEUE REZENSION
Rudolf - Der letzte Kuss (seit 05/2026)
Festspielhaus Neuschwanstein, Füssen
Der Mythos Mayerling staubt normalerweise in den Archiven der Habsburger-Historie vor sich hin, doch das Musical-Genre lässt die tragische Affäre um Kronprinz Rudolf nicht los. Nach der Budapester Uraufführung 2006 und der Wiener Fassung von 2009 landet Frank Wildhorns Historien-Drama nun als deutsche Erstaufführung im Festspielhaus Füssen – allerdings in einer Form, die mit den Vorläufern nur noch das Skelett gemein hat. Unter dem neuen Titel "Rudolf – Der letzte Kuss" hat Christian Struppeck das Buch von Jack Murphy einer Radikalkur unterzogen, und Wolfgang Adenberg eine neue Textversion geschaffen. Diese großflächige Überarbeitung schält den Kern der Geschichte neu heraus und rückt die persönlichen Schicksale hinter der bekannten Tragödie ins Zentrum des Geschehens – eine Rechnung, die in der Füssener Inszenierung aufgeht.
NEUE REZENSION
Avenue Q (seit 03/2026)
Shaftesbury Theatre, London
Es gibt Musicals, die altern mit Würde, und es gibt "Avenue Q": Die Puppen-WG, die vor genau zwanzig Jahren erstmals das Londoner West End unsicher machte, kehrt zum Jubiläum ins Shaftesbury Theatre zurück – und wirkt dabei so frisch, als hätten Princeton, Kate Monster und Co. gerade erst ihr College-Diplom in der Tasche. Dass diese komplette Spielzeit überhaupt zustande kam, ist wohl dem überwältigenden Erfolg der konzertanten Jubiläums-Fassung vor einiger Zeit zu verdanken, die bewiesen hat: London hat immer noch verdammt große Lust auf politisch unkorrekten Filz...
NEUE REZENSION
Shockheaded Peter (seit 04/2026)
Kleines Haus des Staatstheaters, Oldenburg
„Shockheaded Peter“ gehört zu den ungewöhnlicheren Musicalstoffen. Basierend auf Heinrich Hoffmanns „Struwwelpeter“ formt die britische Band The Tiger Lillies gemeinsam mit Julian Crouch und Phelim McDermott daraus eine sogenannte „Junk Oper“, die die bekannten Moritaten in eine groteske, musikalisch eigenwillige Bühnenfassung überführt. Die Musik bewegt sich dabei zwischen düsterem Cabaret, Zirkusklängen und bewusst schrägen Arrangements und verbindet schwarzen Humor mit morbider Bildsprache.
NEUE REZENSION
Musicalstars in Hamm (2026)
Lukas Gerber Musiktheaterproduktionen, Oberthal
Lukas Gerber hat sich in den letzten Jahren als Produzent erfolgreicher Konzertformate einen Namen gemacht. Sein Line-up ist stets überzeugend, so auch an diesem Abend in Bad Hamm: Marcella Adema, Kristine Emde, Thomas Hohler und Riccardo Greco sind als etablierte Musicaldarsteller:innen bekannt. Ihre Namen sind auf den Cast-Listen erfolgreicher Musicalproduktionen zu finden. Die Erwartungen an diesen Konzertabend sind entsprechend hoch – und gehen vollends auf!
NEUE REZENSION
On the Town (seit 04/2026)
Theater, Duisburg
Die Deutsche Oper am Rhein bringt am Standort Theater Duisburg das Erstlingswerk von Leonard Bernstein „On The Town“ auf die Bühne und überzeugt künstlerisch auf ganzer Linie. Die bildstarke Inszenierung des jazzigen Comedy-Musicals von Louisa Proske lebt von Marie-Christin Zeissets Choreographien und einem spielfreudigen, tanzwütigen und gesanglich starken Ensemble. Moderne Akzente verleihen dem Stück Zeitlosigkeit und regen über den klar humorigen Unterhaltungswert auch zur Reflexion an.
Lazarus (seit 04/2026)
Staatstheater, Darmstadt
Sascha Hawemann inszeniert einen Schwebezustand zwischen absurder Realität und Rauschfantasie, der offenlässt, ob die Figuren wirklich oder nur im Kopf des Protagonisten existieren. Die Umsetzung der Songs gelingt dabei dank eines stimmlich starken Ensembles und einer hervorragenden Band überzeugender als die der vorlagenbedingt fragmentarischen Handlung.
Stolz und Vorurteil* (*oder so) (seit 04/2026)
TiC-Theater Atelier Unterkirchen, Wuppertal
Die Premiere von „Stolz und Vorurteil* (*oder so)“ im TiC-Theater in Wuppertal zeigt einmal mehr, dass die Intendanten Ralf Budde und Stefan Hüfner ein gutes Gespür für die Auswahl ihrer Stücke haben. Die weiblichen Semi-Profis überzeugen durch ihr starkes, pointiertes Schauspiel, das von viel Witz und bemerkenswerter Wandlungsfähigkeit zeugt. Schließlich übernehmen die fünf Darstellerinnen zusammen fast 20 verschiedene Rollen. Die Inszenierung entführt das Publikum nicht zuletzt dank der detailreichen Ausstattung in die Welt der gehobenen englischen Gesellschaft des späten 18. Jahrhunderts.
The Black Rider - The Casting of the Magic Bullets (seit 04/2026)
Tournee (Schleswig-Holsteinisches Landestheater, Rendsburg)
In Moritz Nikolaus Kochs bildgewaltiger Inszenierung ohne ein Übermaß an aktualisierenden oder provozierenden Mätzchen macht ein homogener, spiel- wie gesangsstarker Cast "The Black Rider" am Schleswig-Holsteinischen Landestheater zu einer teuflisch guten Show, die voll ins Schwarze trifft.
