Was um das Jahr 2015 ursprünglich als knackiges Format für eine Webserie konzipiert war, entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem rund 80-minütigen Filmprojekt, dessen Entstehungsgeschichte mit etlichen Hürden verbunden ist, die so vielschichtig wie das gewagte Genre-Experiment selbst scheinen: ...
NEUE REZENSION
Musicalstars in Mannheim (2026)
Lukas Gerber Musiktheaterproduktionen, Oberthal
Mit „Musicalstars in Mannheim“ bringt Lukas Gerber erneut hochkarätige Musicaldarsteller zusammen und beweist dabei einmal mehr sein Gespür für abwechslungsreiche Setlists, besondere Arrangements und unterhaltsame Konzertdramaturgie. Zwischen großen Musicalmomenten, persönlichen Geschichten und überraschenden musikalischen Begegnungen entsteht ein Abend, der seine Künstler:innen ebenso in den Mittelpunkt stellt wie die Freude am gemeinsamen Musizieren – und damit einmal mehr zeigt, was diese Konzertformate so reizvoll macht.
Wie Julia ohne ihren Romeo weiterleben würde: Nach seinen Inszenierungen am West End, am Broadway, in den Niederlanden und Australien sowie auf verschiedenen internationalen Tourneen wurde „& Julia“ zuletzt auch in Hamburg gefeiert. Bereits am Abend der letzten Vorstellung wurde verkündet, dass das Stück wiederkommen wird. Anfang Oktober ist es so weit: Dann zieht das Musical ins Stage Palladium Theater ein, direkt neben „Disney’s Die Eiskönigin“ im benachbarten Stage Apollo Theater. Wir haben uns mit den Kreativen hinter und auf der Bühne unterhalten und waren bei der offenen Probe dabei.
NEUE REZENSION
Rebecca (seit 09/2026)
Opernhaus, Dortmund
Krimi auf der Musicalbühne: Mit "Rebecca" gelingt Gil Mehmert am Theater Dortmund eine dynamische, atmosphärisch dichte und psychologisch klar gezeichnete Inszenierung, die sich nicht hinter der ikonischen VBW-Urproduktion verstecken muss. Gerade für Stadttheaterverhältnisse ist hier ein bemerkenswert hochwertig umgesetztes Bühnenkunstwerk entstanden, das die Stärken des Kunze-Levay-Klassikers herausarbeitet und mit einem hervorragenden Ensemble brilliert.
Der Besuch der alten Dame (2026)
Serotonez Entertainment, Basel
Eine steinreiche Außenseiterin sinnt auf Rache: Lörrachs Burghof verwandelt sich durch Serotonez Entertainment für einige Abende in das Dürrenmatt’sche Parabel-Städtchen Güllen, das durch den „Besuch der alten Dame“ vollkommen aus den Fugen gerät und sich den großen Fragen nach den Grenzen menschlicher Gier, Schuld, Moral und Verantwortung stellen muss. Eine gewagte Entscheidung, dieses komplexe und höchst selten auf die Bühne gebrachte Musical wieder nach Deutschland zu bringen – doch die Rechnung der Produzenten geht letztendlich auf: Die Inszenierung beweist eindrucksvoll, dass in diesem Werk weit mehr steckt, als ihm hierzulande bislang an Aufmerksamkeit zuteilwurde.
Der Medicus (2026)
Freilichtspiele, Tecklenburg
Lang, aber nicht langweilig. Mit monumentalen Chorszenen, opulenten Bildern, einer überwältigenden Partitur und einem hervorragend disponierten Ensemble gelingt den Freilichtspielen Tecklenburg eine ebenso ambitionierte wie mitreißende Inszenierung von Iván Macías' und Félix Amadors „Der Medicus“. Trotz seiner epischen Laufzeit entfaltet das Historienmusical unter freiem Himmel eine beeindruckende emotionale Wucht und erweist sich als eines der außergewöhnlichsten Projekte der diesjährigen Freilichtsaison.
The Little Big Things (2026)
Koninklijk Theater Carré, Amsterdam
Kaum ein neues Musical hat sein Publikum in den vergangenen Jahren so nachhaltig bewegt wie "The Little Big Things". Die englischsprachige Non-Replica-Produktion im Amsterdamer Carré Theater beweist eindrucksvoll, weshalb. Mit einer herausragenden Besetzung, einer außergewöhnlichen visuellen Sprache und großer emotionaler Kraft entsteht ein Theaterabend, der lange nach dem Schlussapplaus nachhallt. Das Musical ist nicht bloß die Geschichte eines schweren Schicksalsschlags, es erzählt von Resilienz, Familie, Selbstfindung und Inklusion – universell, berührend und erstaunlich lebensbejahend.
Nicht jedes Musical eignet sich für eine Veröffentlichung auf Tonträger. Manche Werke leben so sehr von ihrer visuellen Sprache, ihrer Choreografie oder ihren spektakulären Bühnenbildern, dass ihnen außerhalb des Theaters ein wesentlicher Teil ihrer Wirkung verloren geht. Bei "Die Weiße Rose", dessen Live-CD pünktlich zum Start der ersten Deutschlandtournee erscheint, verhält es sich genau umgekehrt: Ohne die visuelle Ebene treten die zentralen Stärken des Werkes noch deutlicher hervor: Alex Melchers facettenreiche Partitur, Vera Boltens kluge und poetische Liedtexte sowie die eindrucksvollen Interpretationen des Ensembles entfalten auf der Aufnahme eine emotionale Kraft, die das Live-Erlebnis nicht ersetzt, sondern geschickt ergänzt.
Mit "Something Rotten!" steht Riccardo Greco nach "& Julia" bereits zum zweiten Mal als William Shakespeare auf der Bühne – diesmal allerdings deutlich exzentrischer, manipulativer und mit einer gehörigen Portion Selbstironie. Doch zwischen seinen beiden Shakespeares liegen mit Anastasius in "Die Päpstin" und Jesus in "Jesus Christ Superstar" zwei Rollen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Im Gespräch erzählt er, warum ihn Charakterrollen und Bösewichte inzwischen mehr reizen als klassische Helden, weshalb Jesus für ihn eine ganz besondere Bedeutung hat und welche Herzensprojekte auf nächstes auf ihn warten.
Alle reden nur noch von Jamie (2026)
Theater, Dortmund
Der Oper Dortmund ist mit der deutschsprachigen Erstaufführung von "Everybody's Talking About Jamie" unter dem Titel "Alle reden nur noch von Jamie" ein Coup gelungen: Mit einer feinfühlig zusammengestellten, diversen Besetzung und einem klaren Regieblick für den Kontext der Geschichte wird der Musicalerfolg würdig in Deutschland etabliert.
