Am Rande der Premiere von „Zurück in die Zukunft – Das Musical“ hatten wir die Gelegenheit, mit Raphael Groß zu sprechen, der in der Rolle des Marty McFly auf der Bühne steht. Im Kurz-Interview erzählt er, warum das Musical gerade jetzt einen Besuch wert ist, wie er mit einer ikonischen Figur umgeht, die viele Zuschauer aus den Filmen kennen, und bei welcher Szene auch nach vielen Vorstellungen noch echtes Herzklopfen entsteht.
Seit seiner Premiere begeistert "Back to the Future" am Londoner West End mit einer Mischung aus rasanter Comedy, spektakulärer Bühnentechnik und einer Geschichte über Freundschaft, Mut und die Kraft, sein eigenes Schicksal zu gestalten. Damit eine Produktion dieser Größe über Jahre hinweg ihre künstlerische Qualität behält, braucht es im Hintergrund ein fein abgestimmtes Zusammenspiel aus Kreativität und technischer Präzision. Hier spielt der Resident Director die zentrale Rolle: Er ist der Hüter der Show, der Abend für Abend für die erzählerische Klarheit und die emotionale Wahrheit der Figuren sorgt. Im folgenden Gespräch gibt Sam Rayner Einblick in diese komplexe Arbeit hinter den Kulissen - von der täglichen Feinjustierung mit dem Ensemble über die Pflege ikonischer Szenen bis hin zur Frage, wie "Zurück in die Zukunft" nun den Sprung nach Deutschland meistern wird.
Wir haben Nienke, die derzeit die Titelrolle der Maria Theresia spielt, am Rande der Show zu einem kurzen Interview getroffen. Im Gespräch erzählt sie, wie sie die historische Herrscherin als vielschichtigen Menschen begreift: machtbewusst und zugleich verletzlich. Sie spricht über ihre intensive Vorbereitung, die Aktualität der Rolle und die emotionalen Facetten, die sie auf der Bühne lebendig werden lässt.
The Producers (seit 11/2024)
Garrick Theatre, London
Mit "The Producers" bringt Patrick Marber Mel Brooks’ legendäre Musicalkomödie in einer temporeichen, klug gebauten und handwerklich herausragenden Neuinszenierung zurück ins West End. Nach dem ausverkauften Erfolg in der Menier Chocolate Factory beweist das Stück auch am Garrick Theatre, dass seine Mischung aus Respektlosigkeit, politischer Satire und altmodischem Broadway-Charme zeitlos funktioniert. Das Ergebnis ist ein Abend voller Energie, Witz und choreografischer Präzision – ein echter Publikumsmagnet mit inhaltlicher Substanz.
We Will Rock You (seit 10/2025)
Palladium Theater, Stuttgart
Queen ist zurück auf der Musicalbühne. "We Will Rock You" kehrt nach Stuttgart zurück – und präsentiert sich als völlig neu inszeniertes Rockmusical über Kontrolle, Konformität und den Mut, anders zu sein. Die Show, die von 2008 bis 2010 bereits im Stage Apollo Theater lief, wurde inhaltlich, musikalisch und visuell auf die Gegenwart zugeschnitten. Statt Retro-Gags und 2000er-Ironie steht nun die Frage im Raum: Wie frei ist Individualität in einer Welt, die von Algorithmen gelenkt wird?
50 First Dates - The Musical (2025)
The Other Palace, London
"50 First Dates – The Musical" erzählt die Geschichte von Henry, der die an Amnesie leidende Lucy jeden Tag aufs Neue erobern muss. In der sonnigen Kulisse von Key Largo trifft nostalgischer Rom-Com-Charme auf eingängige, aber harmlose Songs. Georgina Castle und Josh St. Clair überzeugen mit spürbarer Chemie, Fly Davis' Bühne und Casey Nicholaws Regie sorgen für Witz und Leichtigkeit. Ein charmantes, professionell inszeniertes Feelgood-Musical – herzerwärmend aber flüchtig wie der perfekte Tag selbst.
Erst vor wenigen Wochen haben wir über die neue Audiodeskriptions-App „Earcatch“ bei "Disneys Die Eiskönigin" berichtet – nun folgte mit der ersten Relaxed Performance beim "König der Löwen" in Hamburg ein weiteres inklusives Pilotprojekt, das den Theaterbesuch für noch mehr Menschen öffnet.
Hercules (seit 06/2025)
Theatre Royal Drury Lane, London
Mit der Londoner Fassung von "Hercules" legt Disney eine deutlich überarbeitete Version seines 90er-Jahre-Kultfilms als Musical vor – und liefert dabei eine straffere, klarer strukturierte Inszenierung als noch in der Hamburger Produktion. Die Story wurde auf zwei Stunden gekürzt und wird nun fokussierter erzählt, die Übergänge zwischen den Szenen wirken stimmiger und dramaturgisch sauberer gesetzt. Auch visuell legt die West-End-Variante zu: Die Puppen – darunter die vielköpfige Hydra – sind eindrucksvoller integriert und überzeugender eingesetzt. Herausragend ist zudem Luke Brady in der Titelrolle, der mit starker Bühnenpräsenz und stimmlicher Präzision eine glaubwürdige Heldenreise auf die Bühne bringt. Allerdings berührt auch in London die Show zu wenig, um zu den 'Großen' zu gehören.
The Great Gatsby (2025)
Coliseum, London
F. Scott Fitzgeralds Klassiker "The Great Gatsby" aus dem Jahr 1925, einer der erfolgreichsten amerikanischen Romane aller Zeiten, erfreut sich ungebrochener Beliebtheit. Mit über 30 Millionen verkauften Exemplaren weltweit und Übersetzungen in 42 Sprachen, diente er als Inspiration für zahlreiche Bühnen- und Filmadaptionen. Nun feiert im West End eine neue Musicalversion Premiere. Die Show mit Musik von Jason Howland, Texten von Nathan Tysen und einem Buch von Kait Kerrigan bietet viel Spektakel und glitzernden Prunk. Dies verleiht der tragischen Geschichte und der Extravaganz der 1920er-Jahre einen seltsam lächerlichen Ton und bleibt inhaltlich hinter den Möglichkeiten der Geschichte zurück.
Die Eiskönigin (seit 11/2024)
Apollo Theater, Stuttgart
Der Transfer des Disney-Musicals von der Hansestadt nach Stuttgart lässt die Gäste der Schwabenmetropole nun in den Genuss der opulenten und kindgerechten Inszenierung von Michael Grandage kommen. Inszenatorisch weitestgehend gleich wandeln Elsa, Anna und Olaf auch hier durch die verschneiten Bühnenbilder, werden von spektakulären Licht- und Soundeffekten in Szene gesetzt und versprühen den Charme der Filmvorlage. Tiefe darf man nicht erwarten, aber das, was die Show bieten will - Unterhaltung für Groß und Klein - das bietet sie in überbordender Disney-Manier.
