© Johan Persson
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Die Eiskönigin (seit 11/2024)
Apollo Theater, Stuttgart

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Der Transfer des Disney-Musicals von der Hansestadt nach Stuttgart lässt die Gäste der Schwabenmetropole nun in den Genuss der opulenten und kindgerechten Inszenierung von Michael Grandage kommen. Inszenatorisch weitestgehend gleich wandeln Elsa, Anna und Olaf auch hier durch die verschneiten Bühnenbilder, werden von spektakulären Licht- und Soundeffekten in Szene gesetzt und versprühen den Charme der Filmvorlage. Tiefe darf man nicht erwarten, aber das, was die Show bieten will – Unterhaltung für Groß und Klein – das bietet sie in überbordender Disney-Manier.

Die Story um Prinzessin Elsa, die ihre Gefühle einschließen muss, um ihre Magie zu kontrollieren, bietet die solide Grundlage für ein Musical. Jennifer Lee und Michael Grandage haben daraus eine Bühnenshow gemacht, die in vielerlei Hinsicht für Aufsehen sorgt.

Der größte Hauptdarsteller der Show ist eindeutig die bemerkenswerte Ausleuchtung von Neil Austin und Jamie Platt, die die Kulissenteile vor den Augen des Publikums in Eis ‚einhüllen‘. So bietet die Transformation des Bühnenrahmens im ersten Akt und das Pausenfinale „Lass jetzt los“ nicht nur gesanglich, sondern vor allem technisch einiges. Außerdem werden Freunde von aufwändigen Bühnendekorationen sicherlich Gefallen am Werk von Christopher Oram finden, denn dieser lässt es ordentlich krachen – sei es mit einer Brücke aus Eis, dem Diamantenvorhang in Elsas Palast oder den ausladenden Holzbauteilen in Elsas und Annas Zuhause.

Leider bietet das Buch von Jennifer Lee keine solch ausladenden Eindrücke. Während der erste Akt aufgrund von Elsas und Annas Vorgeschichte, der Vorstellung der Figuren und des Showstoppers „Lass jetzt los“ noch weitestgehend organisch und unterhaltsam daherkommt, passiert im zweiten Akt leider nicht mehr viel. Man hat den Eindruck, das Kreativteam musste sich schon sehr bemühen, die letzten 50 Minuten noch mit Handlung zu füllen. Der Akt-Opener „Hygge“ beispielsweise ist ausgesprochen langatmig, bietet den obligatorisch ’schwäbelnden‘ Gute-Laune-Song und erzählt die Story in keiner Form weiter – bis vielleicht auf die Tatsache, dass Anna warme Klamotten erhält.

Auch die Figuren sind wie schon im Film keine tiefgründigen Personen mit intrinsischen Motivationen, sondern bilden die Originale aus dem Film ab. Rollenbedingt bleibt besonders Kim Fölmli als alternierdende Anna im Gedächtnis, denn diese hat den dankenswerten Part der ’sympathischen‘ Königstochter, die mit Witz und Charme durchs Leben ’stolpert‘. Ihre überdrehte Spielweise und ihre angenehme Gesangsstimme stehen der Rolle der Anna sehr. Ebenso hat Kaj-Louis Lucke als Olaf durch seine Rolle ein Ass im Ärmel, denn der plauderhafte Schneemann ist nach wie vor Publikumsliebling und Lucke weiß dies mit Charme und Comedy-Timing umzusetzen. Mercedesz Csampai als alternierende Elsa hat eine großartige Stimme, was sie durch diverse Rollen, wie beispielsweise Esmeralda im „Glöckner von Notre Dame“, unter Beweis gestellt hat. Auch hier kann sie gesangstechnisch aus dem Vollen schöpfen – ihr „Lass jetzt los“ klingt grandios. Die Figur der Elsa – und damit der Namensgeberin der Show – ist im Buch allerdings besonders blass ausgearbeitet, und so fällt es schwer, sich mit ihr zu identifizieren und den inneren Konflikt, den sie austrägt, nachzuvollziehen.

Michael Currys Puppendesign trägt – ebenso wie die Ausleuchtung – zu großen Teilen zum Charme dieser Show bei. Olaf und Rentier Sven (Artem Salastelnyk) sind den Originalen aus dem Film detailgetreu nachgebildet, agieren sehr sympathisch und organisch mit den menschlichen Rollen. Immer wieder erhalten die Darsteller Szenenapplaus und sorgen besonders in Kinderaugen für Entzücken.

Die Musik von Kristen Anderson-Lopez und Robert Lopez bietet bis auf das angesprochene „Lass jetzt los“ und den Kinder-Song „Willst du einen Schneemann bauen?“ keine ohrwurmträchtigen Melodien, so dass besonders diese Szenen zu Highlights der Show prädestiniert sind. Das Schauspiel der beiden Kinderdarstellerinnen sollte an dieser Stelle nicht vergessen werden – die ersten Minuten der Show versprühen, auch wenn der Schneemann-Song sehr häufig wiederholt wird, einen besonders sympathischen Charme dank der beiden.

„Die Eiskönigin“ ist eine unterhaltsame Show, bei der man inszenatorisch und bedingt durch das sehr seichte Skript einige Abstriche machen muss. Die Show hat einige Längen und Figuren, die nicht sonderlich tief ausgearbeitet sind. Dennoch ist das Musical charmant und visuell beeindruckend, so dass sowohl Kinder- als auch Erwachsenenaugen einiges zu bestaunen haben, wenn sie sich auf die Reise nach Arendelle begeben.

 
Kurz­bewertungRezen­sionKreativ­teamCastCast (Historie)Ter­mi­neSpielorte
KREATIVTEAM
Musik / TexteKristen Anderson-Lopez
Robert Lopez
BuchJennifer Lee
RegieMichael Grandage
ChoreografieRob Ashford
Bühne / KostümeChristopher Oram
Licht DesignNeil Austin
Sound DesignPeter Hylenski
Video DesignFinn Ross
Puppen DesignMichael Curry
Musikal. Supervision / ArrangementsStephen Oremus
 
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CAST (AKTUELL)
=17.02.26-=
ElsaChiara Fuhrmann
Mercedesz Csampai
(Enny de Alba)
AnnaKim Fölmli
Lyssa Tejero
(Anna Lisa Gnielinski)
KristoffJonathan Hamouda Kügler
(Andreas Nützl
Oliver Argaard)

OlafKaj-Louis Lucke
(Markus Störk
Edwin Parzefall
Roberto Tomassoli)

SvenAlexis Abreu
Artem Salastelnyk
(Shane Landers)
PitzbühlEric Minsk
(Gianmarco Grasso
Shane Landers)

Prinz HansSimon Lougthon
(Andreas Nützl
Philip Rakoczy)

OakenPhilip Rakoczy
(Roberto Tomassoli
Stuart Pattenden)

König AgnarrOliver Argaard
(Luca Marchetti
Stuart Pattenden
Roberto Tomassoli)

Königin IdunaLani Sumalinog
(Silvia Ina Hofmann
Olívia Branco)

BuldaEnny de Alba
(Silvia Ina Hofmann
Noemi Marta)

PabbieAndreas Nützl
(James-Paul McAllister
Lucca Marchetti
Shane Landers)

EnsembleEnny de Alba
Marika Coradeschi
Fabiana Denicolo
Yannick Dijck
Jianna Fagon
Anna Lisa Gnielinski
Gianmarco Grasso
Silvia Ina Hofmann
Lola Kinard
Michele Lacandela
Noemi Marta
Andreas Nützl
Edwin Parzefall
Philip Rakoczy
Nikos Samouridis
Valeria Vegezzi
SwingOlivia Branco
Lucy-Marie Fitzgerald
Madeline Jackson
Shane Landers
Luca Marchetti
James-Paul McAllister
Stuart Pattenden
Holly Pearce
Matteo Portieri
Susanna Scroglieri
Roberto Tomassoli
 
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CAST (HISTORY)
=11/24-02/26=
ElsaAnn Sophie
Mercedesz Csampai
(Lucina Scarpolini)
AnnaAbla Alaoui [16.11.24-31.07.25]
Kim Fölmli
Lyssa Tejero
(Deike Darrelmann)
KristoffJonathan Hamouda Kügler
(Andreas Nützl)
(Vikrant Subramanian)
OlafKaj-Louis Lucke
(Lucas Cândido)
SvenArtem Salastelnyk
Paolo Ava
(Shane Landers)
PitzbühlEric Minsk
(Lucas Cândido)
(Shane Landers)
Prinz HansSimon Lougthon
(Andreas Nützl)
(Kees Nieboer)
OakenStefan Tolnai
(Roberto Tomassoli)
(Stuart Pattenden)
König AgnarrVikrant Subramanian
(Luca Marchetti)
(Stuart Pattenden)
Königin IdunaLani Sumalinog
(Arletta Boland)
(Olívia Branco)
BuldaMeldem Ürküt
(Arletta Boland)
(Julie-Denise Hyangho)
PabbieDavid Hegyi
(Victor Reyes Cruz)
(Lucca Marchetti)
(Shane Landers)
EnsembleAlfonso Maria Mottola
Andreas Nützl
Arletta Boland
Camilla Anna Esposito
David Hegyi
Deike Darrelmann
Elisa Cailet-Filin
Gianmarco Grasso
Kees Nieboer
Lani Sumalinog
Lucas Cândido
Lucina Scarpolini
Madeline Jackson
Meltem Ürküt
Noemi Marta
Stefan Tolnai
Victor Reyes Cruz
Vikrant Subramanian
SwingHeather Carino
James-Paul McAllister
Julie-Denise Hyangho
Lucca Marchetti
Lucy-Marie Fitzgerald
Matteo Portieri
Olívia Branco
Roberto Tomassoli
Shane Landers
Stuart Pattenden
Susanna Scroglieri
  
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TERMINE
Di, 19.05.2026 18:30Apollo Theater, Stuttgart
Mi, 20.05.2026 18:30Apollo Theater, Stuttgart
Do, 21.05.2026 19:00Apollo Theater, Stuttgart
Fr, 22.05.2026 19:00Apollo Theater, Stuttgart
Sa, 23.05.2026 14:30Apollo Theater, Stuttgart
Sa, 23.05.2026 19:00Apollo Theater, Stuttgart
So, 24.05.2026 14:00Apollo Theater, Stuttgart
So, 24.05.2026 18:30Apollo Theater, Stuttgart
Di, 26.05.2026 18:30Apollo Theater, Stuttgart
Mi, 27.05.2026 18:30Apollo Theater, Stuttgart
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SPIELORTE
16.11.2024 - 30.01.2027Apollo Theater, Stuttgart827 x
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