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| KURZBEWERTUNG | |||||||||
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Wie man aus dünnen, vorhersehbaren Handlungssträngen mit einem grandiosen Cast in einer starken Inszenierung (Alex Balga) mit knackigen Choreografien (Natalie Holtom) und einer sehenswerten Ausstattung (Sam Madwar, Mara Lena Schönborn) einen rundum begeisternden Musical-Abend zaubern kann, beweist beeindruckend diese Tournee-Produktion des Jukebox-Musicals voller bekannter 1980er-Rockhymnen.
Lärmende Baumaschinen, Qualm und Flatterbänder, die alle Zugänge versperren, verheißen nichts Gutes. Droht jetzt im Zuge einer geplanten „ökonomischen Umgestaltung“ eines fiesen Schweizer Investors, der den Bürgermeister von Los Angeles bestochen hat, das endgültige Aus für die Bars und Sexclubs auf der Amüsiermeile Sunset Strip? Wenn das Licht im Saal nach der Pause erlischt, ist diese Szenerie der Ausgangspunkt für den zweiten Teil von „Rock of Ages“. Passenderweise erklingt dazu „The Final Countdown“ mit seinem markanten Synthesizer-Intro. Über die Bühne wirbeln Bauarbeiter mit Presslufthämmern, ein Protestzug demonstriert gegen die geplante Verdrängung und Polizeikräfte versuchen, die Menge mit Schlagstöcken in Schach zu halten.
Mit fulminant gestalteten Bildern wie diesem peppen Regisseur Alex Balga und Choreografin/Co-Regisseurin Natalie Holtom ihre Inszenierung so geschickt auf, dass man vergisst, dass die vorhersehbare Handlung aus der Feder von Chris D’Arienzo nicht gerade pulitzer-preis-verdächtig ist. Verdammt gut hingegen ist die Idee des Autors, eine dramaturgische Meta-Ebene einzuziehen, auf der der selbsternannte „Sound-Gott“ Lonny als Erzähler des Stücks die Handlung mit Witz kommentiert und so manche Spitze gegen das Genre Musical abfeuert. Wie in seiner gesamten Inszenierung setzt das Duo Balga/Holtom hier auf hohes Tempo und lässt die facettenreichen Darsteller ihre Pointen auf den Punkt genau setzen. Dadurch verfliegt die Zeit wie im Fluge und es macht einfach Spaß, dieser Show zuzuschauen.
Im Laufe der Handlung finden die richtigen Paare zueinander und als Happy End ist auch der fiese Immobilienhai Hertz Kleinmann, dessen Abrissbirne auch die Rocker-Kneipe „Bourbon Room“ bedroht, geläutert. Zum Song „Don’t Stop Believing“ rocken alle Beteiligten im furios arrangierten Finale und verwirklichen ihre eigenen Visionen – sei es als Kneipenwirt, Rockstar, Umweltaktivistin, Pralinen-Fabrikant oder Designer einer Modekollektion für Hundewelpen. Anders als erwartet, biegt das Schicksal beim im Mittelpunkt des Geschehens stehenden Paar Drew und Sherrie in Richtung Familienleben ab, das durch ein in Rockerklamotten gekleidetes Baby gekrönt wird.
Musikalisch bedient sich „Rock of Ages“ aus dem Fundus der 1980er Rock-Hymnen und -Balladen von Heavy Metal-Gruppen wie Poison („Every Rose Has Its Thorn“), Whitesnake („Here I Go Again“) oder Asia („Heat Of The Moment“). Diese und viele weitere bekannte Songs hat der Arrangeur Ethan Popp geschickt in die Handlung integriert, indem er sie entweder von mehreren Personen mit- oder nacheinander singen lässt oder zwei bis drei Titel zu einem Medley verdichtet, das unterschiedliche Gefühlslagen oder parallele Handlungsstränge untermalt. Die im Zentrum des Bühnenbilds postierte Band unter der Leitung von Pascal Kierdorf liefert dazu den perfekten Soundtrack, der – anders als bei vielen anderen Rockmusical-Produktionen – von der Tontechnik nicht einfach bis zum Anschlag aufgedreht aus den Boxen wummert, sondern in einer äußerst angenehmen, luftigen Abmischung von Dennis Heise erklingt.
Den zentralen Standort der Band hat Set-Designer Sam Madwar mit einem die gesamte Bühnenbreite einnehmenden Podest umbaut, sodass auch in luftiger Höhe eine zweite Spielfläche entsteht. Darüber schweben vor einem funkelnden Stadtpanorama der bekannte Hollywood-Schriftzug und Leuchtreklamen. Links und rechts lassen sich mehrere Türen öffnen, die schnelle Auftritte und Abgänge ermöglichen. Rasche und oft auch effektvolle Szenenwechsel ermöglichen eine ausklappbare Herrentoilette und weitere Versatzstücke, die dann auch den plüschigen Puff als Handlungsort auf die Bühne bringen. Mara Lena Schönborns farbenfroh-abwechslungsreiche Kostüme huldigen mit Puffärmeln, Schulterpostern, Karottenhosen und knappen, körperbetonten Outfits à la Madonna den 1980er Jahren.
Die Solisten und die sechs Ensemble-Mitglieder, die auch in kleinen Episodenrollen auftreten, präsentieren sich in Spiel, Gesang und ganz besonders in den präzise getanzten, herausfordernden Choreografien wie aus einem Guss. Angeführt wird der Cast von David Rodriguez-Yanez, der als tuntig-quirliger Erzähler Lonny eine wahre Rampensau ist und dem Affen ordentlich Zucker gibt. Er spielt herrlich überdreht mit komischer Mimik und interagiert vortrefflich mit dem Publikum. Rodriguez-Yanez‘ Rockröhre bewältigt die Gesangsaufgaben wie mit links, was auch für seinen Überraschungs-Herzbuben, den Kneipenbesitzer Dennis (Nicolas Tenerani), gilt. Beider gefühlvolles Liebesduett „I Can’t Fight This Feeling“ gehört zu den musikalischen Höhepunkten der Show.
Auch Pärchen Nummer Zwei – Sherrie (in der besuchten Vorstellung: Inga Krischke) und Drew (Matthias Trattner) harmoniert stimmlich perfekt miteinander, wobei Trattner vorlagenbedingt solistisch die dankbareren Gesangseinlagen hat. Im Zusammenspiel mit seiner Partnerin wirkt er allerdings recht bubihaft. Als von sich selbst überzeugter Macho mit Waschbrettbauch und Muckis ist Filippo Strocchi schon rein optisch der perfekte Groupie-Verschleißer Stacee Jaxx, begeistert aber auch gesanglich mit toller Reibeisen-Röhre. Mit großartiger Soulstimme lässt Amanda Whitford als geschäftstüchtige wie großherzige Puffmutter Justice aufhorchen.
Als brillanter, schwytzerdütscher Sidekick Franz Kleinmann befreit sich Lars Wandres im Laufe der Handlung aus dem Schatten seines dominanten Fiesling-Vaters Hertz (Benjamin Hauschild). Gemeinsam mit der für das Stadtviertel kämpfenden Regina (Franziska Schuster) unterstreicht er im Supermann-Outfit zum Song „Hit Me With Your Best Shot“ auch rein optisch diese Entwicklung und heimst damit verdienten Szenenapplaus ein.
Wenn der gastgebende Erzähler das Publikum ganz zu Beginn fragt „Are your ready to rock?“, dann ist die Reaktion noch etwas verhalten. Im Finale gibt es allerdings kein Halten mehr. Zu Recht: Die Show macht einfach Spaß und ist ein absolutes Muss sowohl für Rock-Fans als auch für Musical-Enthusiasten.
Buch von Chris D’Arienzo
Musikalische Arrangements und Orchestrierung von Ethan Popp
Deutsch von Holger Hauer
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| KREATIVTEAM | |||||||||
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| Inszenierung | Alex Balga |
| Choreografie, Co-Regie | Natalie Holtom |
| Musikalische Leitung | Pascal Kierdorf |
| Bühnenbild | Sam Madwar |
| Kostüme | Mara Lena Schönborn |
| Licht-Design | Michael Grundner |
| Sound-Design | Dennis Heise |
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| CAST (AKTUELL) | |||||||||
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