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Die ATG-Produktion von „Abenteuerland“ tourt derzeit durch den deutschsprachigen Raum und überzeugt trotz optisch reduzierter Fassung im Vergleich zur Düsseldorfer Uraufführung weiterhin das Publikum. Eine Mischung aus bekannten und neuen Darstellenden bringt die Songs von PUR energiegeladen auf die Bühne, verleiht der stellenweise überladenen Handlung Lebendigkeit und gibt Impulse zur Selbstreflexion.
Das Musical von Martin Flohr und PUR-Frontmann Hartmut Engler spielte von Oktober 2023 bis Februar 2025 bereits über 400 Mal in Düsseldorf bevor es nun den Weg zur Tourproduktion fand und in zehn großen Städten im deutschsprachigen Raum zu sehen ist.
Die Geschichte erstreckt sich über ein Jahr und gibt tiefe, zugleich aber oft zu flüchtige Einblicke in das Familienleben der Schirmers: Petra und Robert, die sich nach zwanzig Ehejahren auseinandergelebt haben; Sunnyboy Alex, der mit seinem besten Freund Tom vom Popstar-Dasein träumt; und Anna, die mit sich, der Schule und dem Leben überfordert ist. Oma Lena kommentiert das Geschehen mit spitzer Zunge und wagt sich selbst noch einmal in den Dating-Dschungel.
Alle Generationen können sich hier wiederfinden – vorausgesetzt, es besteht Offenheit für oder idealerweise eine emotionale Verbindung zur Musik von PUR. Die inhaltliche Dichte fordert permanente Perspektivwechsel und lässt kaum ein Klischee oder gesellschaftliches Nischenthema aus: Mobbing und psychische Gesundheit, das Suchen und Finden von Liebe und eines eigenen Lebensentwurfs sowie der Verlust einer gelingenden Gesprächs- und Streitkultur, der Beziehungen ins Wanken bringt. Das Stück spiegelt die Überforderung durch die Mannigfaltigkeit des Lebens, mit der sich vermutlich viele Menschen identifizieren können.
Im Ensemble wie im Kreativteam finden sich Namen der Düsseldorfer En-Suite-Produktion wieder. Tourbedingt wurden einzelne Gestaltungselemente reduziert, was dem Gelingen der Inszenierung von Dominik Flaschka jedoch kaum Abbruch tut. Flaschka setzt erneut auf große Bilder, die hier vor allem durch das Zusammenspiel des Ensembles entstehen, während technische und gegenständliche Elemente in Bühnenbild und Requisite reduziert sind; beispielsweise wird hier auf den Einsatz großflächiger Bildschirme verzichtet.
Eine Galerie säumt den Bühnenraum und ist über zwei bewegliche Treppen begehbar, wodurch fließende Szenenwechsel durch gleichzeitige Bespielung mehrerer Orte geschehen. In der Mitte des Bühnenbilds von Andrew D. Edwards steht ein Tor, durch das mobile Elemente wie ein Krankenhausbett oder große Rahmen auf- und abgebaut werden. Letztere fungieren als Spiegel für Figuren und Publikum und öffnen zugleich Beziehungs- und Erlebnisräume der einzelnen Charaktere. Eine Rahmencollage senkt sich im Opening des zweiten Aktes („Seiltänzertraum“) vom Bühnenhimmel herab und verdeutlicht die inneren Kämpfe der einzelnen Familienmitglieder sowie ihre emotionale Distanz zueinander. Der Küchenblock wirkt bei Umbauten etwas sperrig und trennt die Figuren eher voneinander, als dass er einen kommunikativen Raum schafft.
Das Lichtdesign von Ben Cracknell gestaltet Annas Suizidversuch eindrücklich, ohne ins Drastische zu kippen: Im stroboskopischen Lichtermeer taumelnd, verschwindet sie schließlich im grellen Blendlicht. In beschwingten Szenen wie „Ich lieb dich (egal, wie das klingt)“ unterstützt die farbliche Lichtgestaltung wirkungsvoll die Stimmung.
Die Choreographien von Jonathan Huor schließen je nach Szene kommunikative Lücken zwischen den Figuren oder verstärken deren Konflikte. Wenn Anna (Mascha Volmershausen) „Allein vor dem Spiegel“ steht, verleihen ihr zwei Ensemblemitglieder als Spiegelbilder zusätzliche Ausdruckskraft. In der Auseinandersetzung zwischen Petra (Carolin Soyka) und Robert (Hannes Staffler) spiegelt das Ensemble, wie ihre Kommunikation aneinander vorbeiläuft („Weißt du denn nicht“). Das Ensemble erzählt Tanzgeschichten und stellt eine bewegte menschliche Kulisse dar, vor allem innerhalb der sich entwickelnden Liebesgeschichte zwischen Amira (Leonie Wanger) und Alex (Cedric Schröter) („Herzbeben“).
Die an Alltagsmode orientierten Kostüme nach der Auswahl von Irina Hofer haben sich bereits bewährt. Farbkonzepte unterstreichen den Charakter der Figuren: Grelles Pink überzeichnet Oma Lena in ihrer Funktion der bissigen Kommentatorin; düstere Töne erzählen von Annas tiefer Verzweiflung.
Die fünfköpfige Band unter der musikalischen Leitung von Jeff Frohner überzeugt mit kraftvollen Interpretationen der PUR-Hits, die von Gary Hickeson und Richard Morris teils für das Musical neu arrangiert wurden. Die ursprünglich für Hartmut Englers Sologesang konzipierten Songs funktionieren auch in Duetten und Chorpassagen so stimmig, als seien sie nur für das Stück geschrieben. Trotz durchweg überzeugender gesanglicher Leistungen stören gelegentlich zu spät geöffnete Mikrofone, wodurch einzelne Zeilen verschluckt werden oder Dialoge an Klarheit verlieren.
Mascha Volmershausen überzeugt als Anna mit intensivem Mienenspiel und glaubhaftem Ausdruck. Carolin Soyka verleiht Petra als starker, verletzlicher Ehefrau und Mutter große Tiefe und führt mit ihrer Klarheit und Präsenz in Stimme und Spiel das Ensemble an. Leonie Wanger gestaltet Amira mit Leichtigkeit und Frische, Jana Stelley gibt eine quirlige Beate und Regina Venus zeichnet eine verschrobene Oma Lena, die rollendeckend nicht nur angenehm wirkt.
Die männlichen Darstellenden bleiben stellenweise etwas hinter den starken Frauen des Ensembles zurück: Cedric Schröter findet als Alex erst im zweiten Akt wirklich in seine Rolle und wirkt dann gesanglich und im Spiel viel präsenter. Hannes Staffler überzeugt als Robert mit kraftvollem und doch verletzlichem Tenor. Glaubhaft durchläuft er eine Entwicklung vom zielstrebigen Egoisten zum liebevollen Familienvater. Pascal Pfeiler gestaltet Tom zunächst passend linkisch und findet im Verlauf zu emotionaler Reife und präsenter Stärke. Frank Bahrenberg zeichnet Karl als eigenwilliges Gegenstück zu Oma Lena, mit der er schließlich stimmig harmoniert.
Trotz der streckenweise überladenen Handlung tragen die Songs von PUR das Stück und öffnen das „Abenteuerland“ nicht nur für eingefleischte Fans, sondern auch für ein breites Publikum. Die Geschichten der Figuren geben Impulse zur Selbstreflexion – wenn auch ihre jeweiligen Lebensthemen im einzelnen alle ihre Berechtigung haben und noch mehr Raum für Tiefe verdient hätten.
Musik – Hartmut Engler, Ingo Reidl
Texte – Hartmut Engler
Konzept / Buch – Martin Flohr
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| KREATIVTEAM | |||||||||
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| Regie | Dominik Flaschka |
| Co-Director | Gordon Gesatzki |
| Choreografie | Jonathan Huor |
| Musical Supervision | Gary Hickeson Richard Morris |
| Musical Arrangements | Richard Morris |
| Musical Director | Jeff Frohner |
| Bühne | Andrew D. Edwards |
| Licht | Ben Cracknell |
| Sound | Dan Samson |
| Kostüme | Irina Hofer |
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| CAST (AKTUELL) | |||||||||
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| GALERIE | |||||||||
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| TERMINE | |||||||||
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| So, 03.05.2026 13:30 | Metronom Theater, Oberhausen | ||||||||
| So, 03.05.2026 18:30 | Metronom Theater, Oberhausen | ||||||||
| Di, 05.05.2026 19:30 | Theater am Aegi, Hannover | ||||||||
| Mi, 06.05.2026 19:30 | Theater am Aegi, Hannover | ||||||||
| Do, 07.05.2026 19:30 | Theater am Aegi, Hannover | ||||||||
| Fr, 08.05.2026 19:30 | Theater am Aegi, Hannover | ||||||||
| Sa, 09.05.2026 14:30 | Theater am Aegi, Hannover | ||||||||
| Sa, 09.05.2026 19:30 | Theater am Aegi, Hannover | ||||||||
| So, 10.05.2026 13:30 | Theater am Aegi, Hannover | ||||||||
| So, 10.05.2026 18:30 | Theater am Aegi, Hannover | ||||||||
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| Di, 12.05.2026 19:30 | Theater am Aegi, Hannover | ||||||||
| Mi, 13.05.2026 19:30 | Theater am Aegi, Hannover | ||||||||
| Do, 14.05.2026 19:30 | Theater am Aegi, Hannover | ||||||||
| Fr, 15.05.2026 19:30 | Theater am Aegi, Hannover | ||||||||
| Sa, 16.05.2026 14:30 | Theater am Aegi, Hannover | ||||||||
| Sa, 16.05.2026 19:30 | Theater am Aegi, Hannover | ||||||||
| So, 17.05.2026 13:30 | Theater am Aegi, Hannover | ||||||||
| So, 17.05.2026 18:30 | Theater am Aegi, Hannover | Dernière | |||||||
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