In neuem Gewand schicken Peter Scholz und Dennis Martin "Die Päpstin" in eine weitere Laufzeit am Schlosstheater Fulda und im Anschluss nach Hameln. Mit Regisseur Gil Mehmert hat sich Spotlight Musicals eine Koryphäe gesichert. Die Inszenierung besticht mit einer grandiosen Hauptbesetzung, angeführt von Sabrina Weckerlin, die in ihre Paraderolle zurückkehrt. Das Buch ist grundlegend überarbeitet, deutlich – zum Teil etwas zu viel – gestrafft, neue stimmungsvolle Songs und effektiv eingesetzte Reprisen bereichern den Score und die Frauenfiguren Johanna und Marioza werden plastischer gezeichnet. Zuweilen wirkt das Stück so verändert, dass der Zuschauer sich in einer Uraufführung wiederzufinden glaubt.
Der Mythos Mayerling staubt normalerweise in den Archiven der Habsburger-Historie vor sich hin, doch das Musical-Genre lässt die tragische Affäre um Kronprinz Rudolf nicht los. Nach der Budapester Uraufführung 2006 und der Wiener Fassung von 2009 landet Frank Wildhorns Historien-Drama nun als deutsche Erstaufführung im Festspielhaus Füssen – allerdings in einer Form, die mit den Vorläufern nur noch das Skelett gemein hat. Unter dem neuen Titel "Rudolf – Der letzte Kuss" hat Christian Struppeck das Buch von Jack Murphy einer Radikalkur unterzogen, und Wolfgang Adenberg eine neue Textversion geschaffen. Diese großflächige Überarbeitung schält den Kern der Geschichte neu heraus und rückt die persönlichen Schicksale hinter der bekannten Tragödie ins Zentrum des Geschehens – eine Rechnung, die in der Füssener Inszenierung aufgeht.
Nach den Anschlägen des 11. Septembers 2001 wird der Luftraum über den USA gesperrt. 38 Flugzeuge werden nach Neufundland zum Flughafen Gander umgeleitet. Die einheimische Bevölkerung auf der Insel muss von jetzt auf gleich 7000 gestrandete Passagiere versorgen. Sie tut das ohne lange zu überlegen mit Tatkraft und offenen Armen. Ein im positivsten Sinn zu Herzen gehendes Musical, stark interpretiert und perfekt inszeniert. Das lässt doch noch an das Gute im Menschen glauben.
Es gibt wohl kaum ein Thema, das den Puls der Musical-Fans dermaßen in die Höhe schnellen lässt, wie die zumeist mit notwendigen Sparmaßnahmen begründeten, immer weiter fortschreitende Verkleinerungen von Orchestern in den deutschsprachigen Musicalhäusern. Mit ihrer Inszenierung von "Pippin" hingegen lässt es die Staatsoperette Dresden im wahrsten Sinne des Wortes ordentlich krachen und hat bei Koen Schoots eine Fassung für ihr 40-köpfiges Orchester in Auftrag gegeben, die die ausschweifende Inszenierung perfekt untermalt. Das Ergebnis kann sich sehen und hören lassen.
Der Musicalklassiker "Grease" ist auch über 50 Jahre nach seiner Uraufführung immer noch Kult, wissen die Intendanten des Theaters Dortmund. Die Idee, die Handlung in einen nostalgischen Rahmen zu setzen, geht voll auf: Mit einem hohen Anspruch an Ästhetik und künstlerischem Ausdruck treten Stars ihres Genres hinter der Show ein Stück weit zurück, was dem mitreißenden Effekt der Inszenierung nicht schadet.
Die Volksbühne am Rudolfplatz ist seit fünf Jahren Spielstätte des erfolgreichen Comedy-Musicals „Himmel und Kölle“. Mit großer Herzlichkeit erzählen Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob die Geschichte des schwäbischen Jungpfarrers Elmar, der mit seinem ersten Einsatzort in Köln hadert – hatte er doch auf eine ländliche Gemeinde gehofft. Doch der entwaffnenden Offenheit der Kölner – insbesondere einer ganz bestimmten Kölnerin – kann sich auch Elmar nicht entziehen, auch wenn er sich das zunächst nicht eingesteht. Das Stück zeugt mit viel Lokalkolorit von großer Immersion und vom Einbezug des Publikums.
Mitreißend, emotional und voller Energie: Mit der deutschsprachigen Erstaufführung von "Billy Elliot" kommt das preisgekrönte Original in einer hervorragenden Version voller Witz und Drama auf die Bühne. Gekrönt wird dieses Musical von kleinen, aber feinen Regieeinfällen und einer durchgehend starken Besetzung.
Mehrere Begriffe ohne Anführungszeichen = Alle Begriffe müssen in beliebiger Reihenfolge vorkommen (Mark Seibert Hamburg findet z.B. auch eine Produktion, in der Mark Müller und Christian Seibert in Hamburg gespielt haben). "Mark Seibert" Wien hingegen findet genau den Namen "Mark Seibert" und Wien. Die Suche ist möglich nach Stücktiteln, Theaternamen, Mitwirkenden, Städten, Bundesländern (DE), Ländern, Aufführungsjahren...