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Das internationale Erfolgsmusical „Tina – The Musical“ gastiert in der Schweiz: In Tina Turners Wahlheimat erhält das Bühnenwerk eine besondere Nahbarkeit. Perfekt auf den Tourbetrieb umgestellt, punktet die Inszenierung auch „on the road“ mit intensivem Storytelling, ikonischen Looks und emotionalen Songs, die von zwei großartigen, schauspielstarken Künstlerinnen in dieser alles abverlangenden Rolle im abendlichen Wechsel bemerkenswert stimmgewaltig interpretiert werden.
Rio de Janeiro, 16. Januar 1988, trifft auf das Theater 11 in Zürich am 18. April 2026: Der Vorhang hebt sich. Tina Turner, mit blonder Mähne und rotem Minidress, steht kurz davor, die größte Bühne ihrer Karriere zu betreten – ein Auftritt historischen Ausmaßes, der sie endgültig zum Weltstar macht. Die ersten Takte von „Simply The Best“ erklingen, Tina rezitiert das Lotus-Sutra, die Zeitebenen verschwimmen, und die Bühne wird zu Nutbush, Tennessee, der 1940er-Jahre. Anna Mae Bullock singt Gospel, fällt mit ihrer Stimme auf und löst einen Streit zwischen ihren Eltern Zelma und Richard aus, der in einer Scheidung endet. Sie wächst bei ihrer Großmutter G.G. auf und zieht später zu ihrer unterkühlten Mutter nach St. Louis, wo sie auf Ike Turner trifft. Aus dem Konzertduo wird eine landesweite Revue, die aus Businessgründen eine Heirat verlangt. Als Tina Turner, gefangen in einer brutalen Beziehung, schützt sie sich und ihre Kinder. Nach Jahren der Misshandlung gelingt ihr die Trennung – ihr Weg als Solokünstlerin und schwarze Frau mittleren Alters in einer misogynen, rassistischen Welt mit sich rapide verändernden Trends bleibt steinig und führt sie von Las Vegas über London zurück in die USA. Begleitet wird ihr Werdegang zum Ruhm von persönlichen und familiären Verlusten, aber auch zahlreichen WeggefährtInnen. Ihren Karrierehöhepunkt in Rio, in dem die Handlung am Ende wieder mündet, erreicht sie aus eigener Kraft und beharrlicher Unterstützung von Menschen, die an sie glauben.
Die Inszenierung von Phyllida Loyd mit dem Buch von Katori Hall orientiert sich an der überarbeiteten Londoner Fassung, die auch in Stuttgart gezeigt wurde, und wirkt narratologisch dichter, dramaturgisch effektiver und musikalisch eindrucksvoller als die Uraufführung in Hamburg. Tinas kulturelle Hintergründe, familiäre Bande und spirituelle Werte sind deutlicher herausgearbeitet und werden emotionaler dargeboten. Die bekannte Geschichte wirkt mitreißend dank der auf die Hauptfigur konzentrierten Inszenierung, kluger thematischer Selektion im Buch und Regieentscheidungen, die Turners ereignisreiches Leben zu einem stringenten roten Faden verweben.
Das reduzierte Bühnenbild von Mark Thompson übernimmt die große LED-Projektionsfläche der Ensuite-Produktionen mit den Designs von Jeff Suggs, die als Hintergrund zahlreiche Schauplätze illustrieren. Die physischen Bühnenelemente – zumeist von der Bühnendecke hereingefahrene Screens und Vorhänge – sind tourgerecht ausgewählt und deuten Räumlichkeiten und Konzerthallen an, ohne von der personenfokussierten Inszenierung abzulenken.
Bruno Poet kreiert ein meisterhaftes Lichtdesign, das zugleich immersiv und cineastisch wirkt. Es akzentuiert das Narrativ und treibt es voran, erschafft aber auch visuell wirkungsvoll die zahlreichen Live-Performance- und Konzertmomente der Show, die sich ins Auditorium erweitern. Die Einstellungen changieren zwischen großen Lichtsalven und gezielten Spots, spielen mit Licht und Dunkelheit, vagen Silhouetten und glamourösem Funkeln und erzeugen ein breites Stimmungsbild von Tragik und Introspektion bis hin zum exaltierten Triumph.
Nevin Steinbergs Sounddesign fügt sich nahtlos in dieses Konzept ein und wechselt stimmig zwischen leisen, emotionsgeladenen Akzenten und dröhnenden, gar bebenden Klangbildern, sodass bereits durch Licht und Sound das Publikum mitgerissen wird. Sarah Burrells zehnköpfige Band erfüllt mit ihrem kraftvollen Sound musikalisch das gesamte Auditorium – die mächtigen Rock-’n’-Roll-Tunes fegen durch die Sitzreihen und reißen das Publikum am Ende von den Plätzen.
Die Choreografien von Anthony van Laast emulieren Tina Turners einzigartige, sich über die Jahrzehnte wandelnde Bewegungssprache perfekt: energetisch, wild, impulsiv, ungeschliffen und druckvoll fegen Tina, die Ikettes und ihre Showtruppe über die Bühne und durch Turners Schaffensphasen. Ebenso ikonisch präsentieren sich das Kostümbild von Mark Thompson sowie Campbell Youngs Haar- und Perückendesign, die sich visuell eindrucksvoll durch die Jahrzehnte von Anna Maes Leben entwickeln – inklusive Tinas zahlreicher Mode- und Brandingwechsel, sodass Kennern jederzeit ersichtlich ist, in welcher Lebensphase der Ausnahmekünstlerin die Handlung gerade spielt.
Das gesamte Ensemble überzeugt auf ganzer Linie in seinen zahlreichen Rollen als Kirchgänger, Studiomitarbeiter, Backgroundsänger, Las-Vegas-Revuetänzer, Polizisten oder Geschäftsleute. Jede Figur wird überzeugend interpretiert, die vielen englischen und US-amerikanischen Dialekte werden einwandfrei umgesetzt, und auch tänzerisch wird auf höchstem Niveau agiert. Matt Dempsey darf in der Doppelrolle von Phil Spector und Terry Britten gleich zwei schrullige Figuren mit humoristischem Spiel zum Leben erwecken. Isaac Elder gibt einen lockeren Roger Davies mit perfektem australischem Akzent und zeichnet Tinas Vertrauten sympathisch. Erwin Bach wird von William Beckerleg nachvollziehbar fürsorglich dargestellt, und Richard Taylor Woods gibt als Musiklabel-Chef Carpenter den perfekten moralisch grauen Mann zwischen den Stühlen. Die Ikettes, gespielt von D’Mia Lindsay-Walker, Alana Robinson und Jayme-Lee Zanoncelli, bringen Pepp und Humor in die Handlung. Rushand Chambers als Tinas Vater Richard verkörpert überzeugend den Südstaatenprediger mit Gospel im Blut, aber auch mit frauenfeindlichen Zügen, und zeichnet so einen ambivalenten Charakter. Tinas erste große Liebe Raymond Hill wird von Samuel Sarpong-Broni charismatisch und liebevoll interpretiert.
Ike Turner wird von Caleb Roberts verkörpert, der diese antagonistisch angelegte Rolle bereits in London spielte. Mit unverwechselbarem Duktus, einzigartiger Stimmführung und übersprühendem Charisma gestaltet er seine Partie, die ihn zunächst als Idol erscheinen lässt. Schnell wird jedoch deutlich, dass Ike toxische, narzisstische und missbräuchliche Züge zeigt, die in roher Gewalt und Brutalität kulminieren. Die Dynamiken einer Beziehung mit häuslicher Gewalt und psychischer Co-Abhängigkeit stellt Roberts erschreckend authentisch dar, sodass dem Publikum abwechselnd der Atem stockt und es sich vor Abscheu und Entsetzen windet.
Gesanglich gehört der Abend den Damen: Claude East als Gran Georgeanna („Don’t Turn Around“), Letitia Hector als Zelma („It’s Gonna Work Out Fine“), Loren Anderson („Shake a Tail Feather“) als Alline und Gemma Sutton als Rhonda („With Open Arms“) überzeugen mit hervorragender Stimmkontrolle und authentischen Emotionen. Easts Großmutter ist sxhützend wie warmherzig und bildet den idealen Gegenpol zu Hectors kühl-distanzierter Mutter, während Sutton und Anderson warmherzige Schwesterfiguren für Tina darstellen.
Die Rolle der Tina Turner ist in der Tourversion doppelt besetzt: Elle Ma-Kinga N’Zuzi und Jochebel Ohene MacCarthy teilen sich die körperlich wie psychisch höchst fordernde Partie, die als eine der anspruchsvollsten weiblichen Rollen im Musicalbereich gilt. Mit Bravour, enormer Energie, feinen schauspielerischen Nuancen und unverkennbaren Stimmen interpretieren sie Tina Turner und machen sich die Rolle zu eigen. MacCarthy begeistert mit großer, souliger Stimme und zeichnet eine eigenständige Entwicklung vom unterdrückten Mauerblümchen zur „Queen of Rock’n’Roll“ – eine beeindruckende Metamorphose, die sie mit intensiven Emotionen und eindringlichem Gesang füllt, der unter die Haut geht. Ihr Gesang gewinnt mit zunehmender emotionaler Entwicklung der Figur an Facettenreichtum und rührt nicht selten zu Tränen. Zurecht erntet sie wiederholt Szenenapplaus, der in mehreren Showstoppern kulminiert. N’Zuzis Darstellung ist leidenschaftlich und wagt sich tief in die emotionalen Abgründe von Verzweiflung und Trauer. Die Misshandlungen durch Ike, ihre Angst vor feindseligen Polizisten im Südstaatenmilieu und den Schmerz über den Verlust ihrer Mutter gestaltet sie anrührend.
Beide Darstellerinnen brillieren auch tänzerisch und erwecken unterschiedliche Facetten der Rocklegende zum Leben, was ein mehrfaches Ansehen dieses dramaturgisch dicht konzipierten Musicals lohnenswert macht. „Tina – The Musical“ ist weit mehr als ein Party- und Gute-Laune-Stück mit Konzertcharakter, als das es in Zürich beworben wird: Es ist die tiefgehende, hochemotionale Reise einer Frau zu sich selbst; eine kraftvolle Auseinandersetzung mit Identität, häuslicher wie psychischer Gewalt und den Ungerechtigkeiten einer weißen, patriarchalen Gesellschaft, die lange nachhallt – viel mehr als pure Rock-Nostalgie. „Tina“ ist ein herausragend geschriebenes, klug verdichtetes und virtuos präsentiertes Biographical – unbedingt empfehlenswert!
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| KREATIVTEAM | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Regie | Phyllida Lloyd |
| Buch | Katori Hall Frank Ketelaar Kees Prins |
| Choreografie | Anthony van Laast |
| Bühnen- und Kostümdesign | Mark Thompson. |
| Musikalische Supervision | Nicholas Skilbeck |
| Lichtdesign | Bruno Poet |
| Tondesign | Nevin Steinberg |
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| CAST (AKTUELL) | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Tina Turner | Elle Ma-Kinga N’Zuzi Jochebel Ohene MacCarthy |
| Tina Turner alternierend | Bree Smith |
| Ike Turner | Caleb Roberts |
| Phil Spector / Terry Britten | Matt Dempsey |
| Erwin Bach | William Beckerleg |
| Richard Bullock | Rushand Chambers |
| Roger Davies | Isaac Elder |
| Gran Georgeanna | Claude East |
| Alline Bullock | Georgia Gillam |
| Zelma Bullock | Letitia Hector |
| Raymond Hill | Samuel Sarpong-Broni |
| Rhonda Graam | Gemma Sutton |
| Toni | Lauren Allan |
| Lorraine | Morgan Broome |
| Ronnie | Ashlee Irish |
| Craig | Noel Samuels |
| Carpenter | Richard Taylor Woods |
| Ikette | D'Mia Lindsay Walker Alana Robinson Jayme-Lee Zanoncelli |
| Swing | Loren Anderson Ella Howlett Max Mulrenan Tom Self Toby Shellard Clio Tamai |
| Anna Mae Bullock | Chloe Angiama Chizaram Ochuba-Okafor Ava Wallace-Corbett |
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| GALERIE | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|















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| TERMINE | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| So, 03.05.2026 13:30 | Theater 11, Zürich | |
| So, 03.05.2026 18:30 | Theater 11, Zürich |
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| TERMINE (HISTORY) | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Di, 14.04.2026 19:30 | Theater 11, Zürich | Premiere | |||||||
| Mi, 15.04.2026 18:30 | Theater 11, Zürich | ||||||||
| Do, 16.04.2026 19:30 | Theater 11, Zürich | ||||||||
| ▼ 19 weitere Termine einblenden (bis 02.05.2026) ▼ | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Fr, 17.04.2026 19:30 | Theater 11, Zürich | ||||||||
| Sa, 18.04.2026 14:30 | Theater 11, Zürich | ||||||||
| Sa, 18.04.2026 19:30 | Theater 11, Zürich | ||||||||
| So, 19.04.2026 13:30 | Theater 11, Zürich | ||||||||
| So, 19.04.2026 18:30 | Theater 11, Zürich | ||||||||
| Di, 21.04.2026 19:30 | Theater 11, Zürich | ||||||||
| Mi, 22.04.2026 18:30 | Theater 11, Zürich | ||||||||
| Do, 23.04.2026 19:30 | Theater 11, Zürich | ||||||||
| Fr, 24.04.2026 19:30 | Theater 11, Zürich | ||||||||
| Sa, 25.04.2026 14:30 | Theater 11, Zürich | ||||||||
| Sa, 25.04.2026 19:30 | Theater 11, Zürich | ||||||||
| So, 26.04.2026 13:30 | Theater 11, Zürich | ||||||||
| So, 26.04.2026 18:30 | Theater 11, Zürich | ||||||||
| Di, 28.04.2026 19:30 | Theater 11, Zürich | ||||||||
| Mi, 29.04.2026 18:30 | Theater 11, Zürich | ||||||||
| Do, 30.04.2026 19:30 | Theater 11, Zürich | ||||||||
| Fr, 01.05.2026 19:30 | Theater 11, Zürich | ||||||||
| Sa, 02.05.2026 14:30 | Theater 11, Zürich | ||||||||
| Sa, 02.05.2026 19:30 | Theater 11, Zürich | ||||||||
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