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Alle Jahre wieder – oder zumindest alle paar Jahre – präsentiert sich eine neue Tourproduktion des Klassikers „Grease“ auf unseren Bühnen. Wobei sich das wirklich Neue schon seit längerer Zeit nur mehr auf die Besetzungsidee reduziert. Die aktuelle Tourneefassung, die mit durchweg guten Stimmen punkten kann, bedient sich hierfür aus dem Protagonisten-Reservoir der 2017er-Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“.
Diese Besetzungspraxis ist aus Vermarktungsgründen nachvollziehbar und auch plausibel. Es wäre jedoch auch wieder einmal schön, wenn ein Produzent oder Regisseur mit der festen Absicht an das Stück herangehen würde, es wirklich „neu“ in die Hände nehmen zu wollen. Doch auch die 2017/2018er-Produktion ist ausschließlich auf breitgetretenen Pfaden unterwegs. Leider gilt dies auch für die reinen Schauspielszenen, bei denen es sich seit jeher um den Schwachpunkt des Stückes handelt. Regisseur Christian Stadlhofer hetzt durch sie hindurch wie im Schweinsgalopp – fast so, als wolle er sie so schnell wie möglich hinter sich bringen. Durch eine hypernervöse Personenregie an diesen Stellen gehen jedoch auch für die Handlung wichtige Details unter, was die hölzernen und bis an die Grenzen der Peinlichkeit gehenden Sprechpassagen dann in der Folge vollends ruiniert.
Sieht man davon einmal ab, präsentiert Stadlhofer eine durchweg solide Version des Rock n Roll-Musicals, das natürlich vor allem durch seine tollen Songs besticht. Wenn gesungen und getanzt wird, hat die Show mitreißenden Schwung und überzeugt als Ensemblestück. Terry Parsons hat ein tourneetaugliches Bühnenbild entworfen, das schnelle Umbauten zulässt und im Zusammenspiel mit dem Lichtdesign von Nick Richings ein stimmungsvolles Bild für die jeweiligen Schauplätze zeichnet. Auch wenn naturgemäß schwarze Lederjacken und bonbonfarbene Petticoats das Kostümdesign bestimmen, so versteht es Kostümbildner Herbert Erhardt doch, jeder einzelnen Rolle eine individuelle Charakterisierung zu geben. Den Choreografien von Melissa Williams und Carla Kama ist deutlich anzumerken, dass sie darauf angelegt sind, den tanzunerfahrenen Danny-Hauptdarsteller nicht mehr als nötig in den Fokus zu rücken. Im Übrigen sind die Ensembleszenen jedoch durchweg furios gestaltet und überzeugen mit spannungsgeladener Energie. Gleiches gilt für die Musik, für die Olly Ashmore druckvolle Arrangements geschrieben hat und die von einer sehr versierten Band mit großer Leidenschaft interpretiert wird.
Alexander Jahnke, der Zweitplatzierte der angesprochenen DSDS-Staffel, ist in der Tat ein gelungenes Beispiel für Typecasting – er ist mehr Danny als viele seiner Rollenvorgänger in vergleichbaren Produktionen. Die Balladen interpretiert er mit ironischem Schmelz und die rockigen Nummern mit zupackender, kräftiger Stimme. Wie bereits ausgeführt, sind seine tänzerischen Defizite wegchoreografiert worden, erstaunlich ist jedoch durchaus sein schauspielerisches Potential: Jahnke agiert in jeder Szene rollendeckend und legt Danny sogar noch mit Augenzwinkern an – ein gelungener Einstieg in die Musicalwelt.
Mit sehr schöner Stimme und beeindruckend sauber ausformulierten Gesangslinien gibt Veronika Riedl die Sandy, ihr „Hopelessly Devoted to You“ hat Aufnahmereife. Leider bleibt sie in ihrem Spiel insgesamt zu blass. Auch ein zugeknöpftes Rührmichnichtan kann man sehr ausdrucksvoll darstellen. Auf der Strecke bleibt dabei auch die Nachvollziehbarkeit ihrer Transformation zu einer selbstbewussten Persönlichkeit.
Chanelle Wyrsch gibt Marty als attraktiven Sonnenschein, wie man sie aus DSDS als Bohlen-Liebling kennt. Ihr „Freddy, My Love“ gibt sie sehr stilsicher und mit expressiver Präsenz. Auch wenn Alexander Sasanowitsch seine „Greased Lightnin“-Nummer mit großer Verve interpretiert, so kommt er jedoch als Kenickie einfach zu bubihaft über die Rampe. Mit Rizzo vermag er nicht glaubhaft auf Augenhöhe zu agieren – neben ihr wirkt er so, als ob ihn diese zum Frühstück vernaschen würde. Nuria Mundry gibt dieser Rolle die nötige Schärfe und Forschheit. Es gelingt ihr jedoch nicht, Rizzos Verletzlichkeit zu zeigen. Ihr Solo „There Are Worse Things I Could Do“ kann man weitaus berührender interpretieren. Der heimliche Star der Show ist Rico Salathe. Neben einem toll gesungenen „Those Magic Changes“ verkörpert er mit seiner Darstellung des Doody all das, wofür „Grease“ eigentlich steht: felsenfeste Unbekümmertheit, leidenschaftlicher Elan und vor allem ganz viel Spaß.
Und – wie gesagt – der kommt bei diesem Stück eben vor allem bei den Songs auf: „Grease“, „Summer Nights“, „We Go Together“ und natürlich „You re the One That I Want“ – das musikgeballte Finale mit den Hits der Show lässt den Ärger über die trostlosen Szenen ohne Musik fast wieder vergessen.
Die Produktion war in folgenden Theatern zu sehen:
16.11.2010 bis 13.02.2011 – Capitol Theater, Düsseldorf
15.02.2011 bis 27.02.2011 – Musicaltheater am Richtweg, Bremen
01.03.2011 bis 20.03.2011 – Admiralspalast, Berlin
22.03.2011 bis 16.04.2011 – Deutsches Theater bewegt, München
19.04.2011 bis 01.05.2011 – Alte Oper, Frankfurt
23.12.2011 bis 15.01.2012 – Musical-Theater, Basel
25.01.2012 bis 19.02.2012 – Musical Dome, Köln
21.02.2012 bis 22.02.2012 – Stadthalle, Braunschweig
23.02.2012 bis 24.02.2012 – Getec -Arena, Magdeburg
25.02.2012 bis 26.02.2012 – Donau-Arena, Regensburg
28.01.2012 bis 29.02.2012 – Stadthalle, Villach
02.03.2012 bis 04.03.2012 – Stadthalle, Graz
06.03.2012 bis 25.03.2012 – Stadthalle, Wien
270.3.2012 bis 28.03.2012 – Salzburgarena, Salzburg
30.03.2012 bis 01.04.2012 – Olympiahalle, Innsbruck
03.04.2012 bis 08.04.2012 – Liederhalle Hegelsaal,
10.04.2012 bis 13.04.2012 – Alte Oper, Frankfurt
14.04.2012 – Europahalle, Karlsruhe
15.04.2012 – Rothaus Arena, Freiburg
17.04.2012 bis 18.04.2012 – Tips Arena, Linz
20.04.2012 bis 22.04.2012 – Festspielhaus, Bregenz
01.05.2012 bis 28.02.2012 – Theater 11, Zürich
31.01.2014 bis 01.02.2014 – Messe-Halle 9.1, St Gallen
03.02.2014 bis 09.02.2014 – Musical-Theater, Basel
28.02.2014 bis 02.03.2014 – Kongresszentrum Rosengarten, Mannheim
04.03.2014 bis 16.03.2014 – Colosseum, Essen
18.03.2014 – Rittal Arena, Wetzlar
19.03.2014 – Siegerlandhalle, Siegen
20.03.2014 bis 21.03.2014 – Meistersingerhalle, Nürnberg
22.03.2014 – S. Oliver Arena, Würzburg
23.03.2014 – Halle Münsterland, Münster
25.03.2014 bis 30.03.2014 – Musicaltheater am Richtweg, Bremen
01.04.2014 – Arena, Leipzig
02.04.2014 – Stadthalle, Zwickau
03.04.2014 – Stadthalle, Cottbus
04.04.2014 bis 06.04.2014 – Stadthalle, Chemnitz
08.04.2014 – Porsche-Arena, Stuttgart
09.04.2014 bis 13.04.2014 – Jahrhunderthalle, Frankfurt
15.04.2014 bis 27.04.2014 – Capitol Theater, Düsseldorf
29.04.2014 bis 18.05.2014 – Deutsches Theater, München
20.05.2014 bis 25.05.2014 – Theater am Aegi, Hannover
27.05.2014 – Stadthalle, Reutlingen
28.04.2014 – Oberschwabenhalle, Ravensburg
29.05.2014 – Ratiopharm Arena, Neu-Ulm
30.05.2014 bis 31.05.2014 – Festspielhaus Neuschwanstein, Füssen
01.06.2014 – Konzerthaus, Freiburg
03.06.2014 bis 08.06.2014 – Bern Expo Musical Theater, Bern
| Kurzbewertung | Rezension | Kreativteam | Cast | Cast (Historie) | Galerie | Termine | Spielorte | ||
| KREATIVTEAM | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Regie | Christian Stadlhofer |
| Choreografie | Melissa Williams Carla Kama |
| Musikalischer Supervisor | Olly Ashmore |
| Bühne | Terry Parsons |
| Lichtdesign | Nick Richings |
| Kostümdesign | Herbert Erhardt |
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| CAST (AKTUELL) | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
(soweit bisher bekannt) | ||||
|---|---|---|---|---|
| Sandy | Veronika Riedl | |||
| Danny | Alexander Jahnke (Stef van Gelder) | |||
| Kenickie | Stef van Gelder Alexander Sasanowitsch (Steven Armin Novak) | |||
| Rizzo | Nuria Mundry (Maria Mucha) | |||
| Marty | Chanelle Wyrsch | |||
| Roger | Janis Masino Dimitri Vassiliadis (Sebastian Prange) | |||
| Jan | Ruth Lauer | |||
| Frenchy | Isabel Waltsgott | |||
| Doody | Rico Salathe | |||
| Sonny | Tommie Luyben (Steven Armin Novak) | |||
| Eugene | Sebastian Prange | |||
| Cha Cha | Lauren Strigari (Michelle Catherine Härle) | |||
| Patty | Mareike Zupp | |||
| Miss Lynch | Maria Mucha | |||
| Vince Fontaine / Teen Angel | Marc Chardon | |||
| Ensemble | Alina Wellbrock Michelle Catherine Härle Anna Friedericke Wolf Emilija Wellbrock Ben van Eelen Kay Heijnen Kilian Berger Steven Armin Novak Paul Morris Sascha Laue Marjeta Urch Ka Kui Louis Wong | |||
| Swings | Josephine Niesen Joschua Taake | |||
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| CAST (HISTORY) | |||||||||
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| GALERIE | |||||||||
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