| Kurzbewertung | Rezension | Kreativteam | Cast | Galerie | Termine | Spielorte |
„Die Schöne und das Biest“ mit der Partitur von Martin Doepke ist aktuell anlässlich des 30-jährigen Bühnenjubiläums auf Tour im deutschsprachigen Raum zu sehen. Die familienfreundliche Unterhaltungsshow punktet mit starker Besetzung. Abstriche muss man jedoch bei der musikalischen Umsetzung machen.
Das Buch von Christian Bieniek holt den Stoff des beliebten französischen Märchens in den deutschsprachigen Raum und gibt seinen Figuren durchweg eingedeutschte Namen wie Gustav oder Ilse. Das Biest ist in Wahrheit ein verfluchter Prinz, der vor seiner Verwandlung weder Demut noch Mitgefühl kannte – nicht einmal mit sich selbst. Nur die wahre Liebe kann ihn und seinen Hofstaat vom bösen Zauber erlösen. Anders als bei Disney liegt hier die Bedingung wahrer Liebe in der Selbstliebe begründet: Nur wer das Biest in sich selbst liebt, dem sei eine freundliche Zukunft vorbestimmt.
Wie bei einigen anderen Showslot-Touren, wird die Musik auch hier digital aus dem Off eingespielt, was dem Stück an emotionaler Tiefe nimmt, auch wenn erkennbar ist, dass bei der Aufzeichnung der Playbacks Musiker am Werk waren und nicht nur ein Synthesizer bedient wurde. Oft sind die Playbacks zu laut im Zusammenspiel mit den Mikrofonen der Darsteller abgemischt. Gerade in den Ensemblenummern gehen so die Lyrics von Elke Schlimbach und Grant Stevens manchmal unter.
Das Bühnenbild von Sam Madwar und das Lichtdesign von Michael Grundner sind gut aufeinander abgestimmt: So spielt das Licht beispielsweise für die Verwandlung des verwunschenen Prinzen in Form einer besonderen Lichtkugel eine besondere Rolle.
Die Kulissen bilden Häuserfronten des Dorfes ab, in dem Bella mit ihrer Familie lebt, sowie das Schlossportal, hinter dem sich die Schlosshallen befinden, deren Darstellung vor allem von zwei beweglichen Treppen dominiert werden. Die zahlreichen Requisiten, wie Heuballen, Küchenutensilien und die Einrichtung eines Wirtshauses, werden beim Auf- und Abgang des Ensembles wie selbstverständlich auf- und wieder abgebaut, sodass keine Längen entstehen.
Alles wirkt außerdem sehr ästhetisch aufeinander abgestimmt: Das Farbenspiel außerhalb des bunten Treibens im Dorf scheint so gegensätzlich zu allem, was sich in der Gegenwart des Biestes befindet, da hier alles dunkel gehalten und in gedimmtes Licht getaucht ist. Die Kostüme von Mara Lena Schönborn greifen diesen Gegensatz zwischen dem düsteren Schloss und der Außenwelt auf. Erst Bellas Erscheinen setzt eine Wandlung in Gang: Die Mitglieder des Hofstaates scheinen wie zu neuem Leben erwacht, was sie mit den Choreografien von Natalie Holtom schwungvoll zum Ausdruck bringen. Sie bringen Bella das gelbe Ballkleid, das vom Bild her sehr an die Disney-Verfilmungen erinnert.
Patrick Stanke als Biest glänzt in seinen Soli wie „Ich, warum ich?“ mit seinem unvergleichlich warmen Timbre, das zunächst so gar nicht zu seinem äußeren Erscheinungsbild zu passen scheint. Buchbedingt bleibt die Figur des Biestes eher blass, sodass Stanke gesanglich und auch darstellerisch unterfordert ist.
Bianca Basler versprüht eine herrliche Leichtigkeit und berührt so glaubhaft das erkaltete Herz des verwunschenen Prinzen. Basler besticht zudem mit ihrer warmen Stimmfarbe und glänzt mit hohen, vollen Tönen.
Daniela Tweesmann brilliert schauspielerisch als vermeintlich gute Fee, die durch die Verwünschung mit der Aussicht auf Versteinerung des Prinzen und seiner Diener etwas bizarr Grausames hat. Gesanglich berührt sie mit großem Stimmvolumen.
Malcolm Henry verkörpert mit Gustav seiner Rolle entsprechend einen herrlich lächerlich einfältigen Macho, dessen Darstellung er sowohl stimmlich als auch tänzerisch stets auf den Punkt genau trifft.
Martin Berger als Bellas Vater Wilhelm ist der heimliche Star der Show. Als alleinstehender Vater dreier heranwachsender Töchter sichtlich überfordert, hat er doch nichts als Liebe für seine Kinder, allen voran Bella, zu geben. So wird deutlich, woher sie ihre Fähigkeit zu lieben und hinter Fassaden zu blicken geerbt hat, während ihre beiden Schwestern Ilse (Maja Dickmann) und Grete (Margot Baars) ihrer jeweiligen Rolle entsprechend oberflächlich und beinahe wie mutiert wirken. Berger berührt neben seinem überzeugenden liebe- und würdevollen Spiel des verarmten Mannes und seiner väterlichen Art mit seinem gefühlvollen Gesang.
Insgesamt ist die Tour zu „Die Schöne und das Biest“ eine gelungene Show, die nicht nur unterhält, sondern auch schauspielerisch berührt. Aufgrund des fehlenden Orchesters sollte man an die musikalischen Seite jedoch nicht allzu hohe Erwartungen haben.
| Kurzbewertung | Rezension | Kreativteam | Cast | Galerie | Termine | Spielorte | |||
| KREATIVTEAM | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Regie | Alex Balga |
| Choreographie | Natalie Holtom |
| Bühnenbild | Sam Madwar |
| Kostüme | Mara Lena Schönborn |
| Perücken und Make-Up | Daniela Skala |
| Lichtdesign | Michael Grundner |
| Sounddesign | Dennis Heise |
| Musical Supervisor | Pascal Kierdorf |
| Musikalische Leitung | Luis Richter |
| Kurzbewertung | Rezension | Kreativteam | Cast | Galerie | Termine | Spielorte | |||
| CAST (AKTUELL) | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Biest | Patrick Stanke (Lucius Wolter) |
| Bella | Bianca Basler |
| Fee | Daniela Tweesmann |
| Gustav | Malcolm Henry (Lucius Wolter) |
| Wilhelm | Martin Berger (Lucius Wolter) |
| Mathilde, Dorfbewohnerin | Livia Wrede |
| Grete, Schlossbewohnerin, Kobold | Margot Baars |
| Ilse, Schlossbewohnerin, Kobold | Maja Dickmann |
| Sessel, Dorfbewohnerin, Wirtin | Muriel Willfurth |
| Statue, Kobold, Dorfbewohnerin | Annika Schmidhuber Nala Carolin Scheicher |
| Bauer, Schlossbewohner | Florian Resetarits Aday Velasco |
| Cello, Dorfbewohner | Andrea Gioia |
| Statue, Kobold, Dorfbewohner | Brendan Graham Jordan Deadman |
| Swing | Rosie Porter Nicole Klünsner Devin Lion Dreweck Alessio Ruaro |
| Kurzbewertung | Rezension | Kreativteam | Cast | Galerie | Termine | Spielorte | |||
| GALERIE | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|















| Kurzbewertung | Rezension | Kreativteam | Cast | Galerie | Termine | Spielorte | |||
| TERMINE | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| keine aktuellen Termine |
|---|
| Kurzbewertung | Rezension | Kreativteam | Cast | Galerie | Termine | Spielorte | |||
| SPIELORTE | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 10.01.2025 - 11.01.2025 | bigBOX Allgäu, Kempten (Allgäu) | 2 x |
| 14.01.2025 - 17.01.2025 | Jahrhunderthalle, Frankfurt am Main | 4 x |
| 20.01.2025 - 22.01.2025 | Theater am Potsdamer Platz, Berlin | 3 x |
| 25.01.2025 - 27.01.2025 | Theater am Marientor, Duisburg | 4 x |
| 04.02.2025 - 05.02.2025 | Kia Metropol Arena, Nürnberg | 2 x |
| 07.02.2025 - 10.02.2025 | Stadthalle, Wien | 6 x |
| 12.02.2025 - 14.02.2025 | Festspielhaus, Bregenz | 3 x |
| 18.02.2025 - 22.02.2025 | MOTORWORLD Köln - Rheinland, Köln | 6 x |
| 25.02.2025 - 27.02.2025 | Metropol Theater, Bremen | 3 x |
| 01.03.2025 - 02.03.2025 | Liederhalle Hegelsaal, Stuttgart | 2 x |
| 04.03.2025 - 06.03.2025 | Mozartsaal Rosengarten, Mannheim | 3 x |
| 09.03.2025 - 10.03.2025 | Salzburgarena, Salzburg | 2 x |
| 13.03.2025 - 16.03.2025 | Inselpark Arena, Hamburg | 5 x |
| 13.05.2025 - 25.05.2025 | Deutsches Theater, München | 16 x |
Tausch Dich mit anderen Musicalfans in unserem Forum aus.

