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„Rent“ war bei seiner Premiere ein Stück, das das Genre Musical erneuerte. Sehr viel lauter und rockiger, als man es seinerzeit am Broadway zu hören bekam, auch schmuddeliger als man es von den großen Hochglanz-Produktionen gewohnt war. Es wurden Themen wie AIDS und Drogenabhängigkeit angesprochen und die queere Community erschien in all ihrer Vielfalt auf der Bühne. Von der Wut und dem Revolutionsgeist, die das Werk beinhalten kann, ist in Linz wenig zu spüren. Regisseur David Bösch erzählt die Geschichte geradlinig und etwas zu brav. Trotzdem ist die knapp drei Stunden lange Aufführung dank des Ensembles und der fantastischen Band äußerst kurzweilig.
Die fünf Musiker haben sich entsprechend dem „Seasons of Love“-Text den knackigen Namen „Five Hunded Twenty-Five Thousand Six Hundred Minuten“ gegeben. Von Raban Brunner am Keyboard geleitet, wird entweder wild gerockt oder sanft begleitet. Leider kommt der Ton sehr dumpf im Zuschauerraum an.
Die Musiker sitzen mittig auf der Drehbühne, eingerahmt von den verschiedenen Settings. Patrick Bannwart hat aus einem großen und einem kleinen Container die Wohnung von Roger und Mark sowie das Zimmer von Mimi auf verschiedenen Höhen angeordnet, die je nach Drehung sichtbar werden. Eine große Fläche kann für verschiedene Spielorte genutzt werden. Der gesamte Bühnenaufbau bietet viel Raum für Bewegung. Helmut Janacs Ausleuchtung hätte ein paar Nuancen vertragen. So ist etwa, obwohl gerade der Strom ausgefallen ist und Mimi und Roger davon singen, dass sie sich nur im Mondschein sehen, die Szenerie taghell erleuchtet.
Die Kostüme von Moana Sternberger zwischen Anzug, spießigem Mutter-Outifit, Schmuddel-Look und Fetisch-Lack bilden die Vielfalt der Figuren aus dem Underground-Künstlermilieu und der gutbürgerlichen Welt gut ab. Gernot Romic sieht als Benjamin, Ex-Kumpel und Jetzt-Vermieter der Künstlerfreunde, anfangs in dem dicken Pelzmantel allerdings weniger wie ein reicher Immobilienbesitzer als wie ein Möchtegern-Zuhälter aus. Mit der lila-grünen Haarpracht für Tom und der Mähne in Orange für Maureen hat Sternberger beherzt zur Farbe gegriffen; Rogers seltsam künstliche Gothic-Grunge-Perücke bleibt dagegen ein Fremdkörper auf Karsten Kenzels Kopf.
Ob die Perücke auch daran Schuld ist, dass Kenzels Roger die blasseste Figur auf der Bühne bleibt? Er ist nicht unsympathisch, doch wirkt er trotz Lederjacke zu soft. Dafür harmoniert er gut mit Valerie Luksch als Mimi, auch wenn ihre Liebe auf den ersten Blick zu Beginn mehr behauptet als fühlbar ist. Lukschs Mimi ist eine Getriebene, ständig heimlich auf der Suche nach Drogennachschub, und sieht zum Ende hin glaubhaft fertig aus. Differenziert zeichnet sie den gezielten Flirt, wenn sie Roger um Feuer für die Kerze bittet, die Lebensfreude bei „Raus heut Nacht“ und Mimis Verzweiflung.
Ebenfalls differenziert und mit viel Bühnenpräsenz: Lukas Sandmann als Angel. Dass er oft Engelsflügel trägt, ist fast ein bisschen zu viel. Sein Tod ist das eindrücklichste Bild dieser Produktion. Sandmann bildet ein gutes Paar mit Christian Fröhlichs Tom. Fröhlich setzt seine samtweiche Stimme bei „Santa Fe“ so gezielt ein, dass wahrscheinlich alle im Publikum mit ihm dorthin gehen und ein Restaurant eröffnen würden.
Das andere queere Paar hat keine so harmonische Beziehung wie Angel und Tom, dafür aber auch keine so tragisch endende. Sanne Mieloo (Maureen) und Alexandra-Yoana Alexandrova (Joanne) spielen sich in ihren Streits voller Energie die Bälle zu. Mieloo glänzt bei „Flieg mit mir zum Mond“ als semibegabte, betont unangepasste Performance-Künstlerin. Sie begleitet sich teilweise selbst am Keyboard. Dass Maureen dabei die Töne einen kleinen Moment lang suchen muss, passt hervorragend. Das Original wird mit diversen Song-Fetzen, in die man irgendwie ein „Muh“ einbauen kann, aufgelockert.
Die Darstellerinnen und Darsteller diverser kleiner Rollen bestechen nicht nur durch ihre Vielseitigkeit, auch stimmlich stehen sie hinter den Solisten nicht zu zurück. Besonders Lynsey Thurgar und Astrid Nowak können bei „Seasons of Love“ mit ihren Soli punkten.
Zusammengehalten wird die Handlung von Enrico Treuse als Mark. Treuses Präsenz, Beweglichkeit und Timing bewahren seine Figur davor, zum reinen Erzähler degradiert zu werden.
Die Geschlossenheit der Darstellerinnen und Darsteller zeigt sich besonders in den Ensemblenummern. „La vie bohème“ wird so – und auch durch die Choreografie von Hannah Moana Paul – zu einem Höhepunkt des Abends. „Seasons of Love“ ist sowieso ein unkaputtbarer Gänsehaut-Moment. Wegen solcher Momente und aufgrund des starken Ensembles funktioniert „Rent“ auch in dieser Produktion, selbst wenn sie etwas zu konventionell ausgefallen ist.
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| KREATIVTEAM | |||||||||
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| Inszenierung | David Bösch |
| Musikalische Leitung | Raban Brunner |
| Choreografie | Hannah Moana Paul |
| Bühne | Patrick Bannwart |
| Kostüme | Moana Stemberger |
| Licht | Helmut Janac |
| Buch und Musik | Jonathan Larson |
| Deutsch | Wolfgang Adenberg |
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| CAST (AKTUELL) | |||||||||
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| Roger Davids | Karsten Kenzel |
| Mark Cohen | Enrico Treuse |
| Mimi Marquez | Valerie Luksch |
| Tom Collins | Christian Fröhlich |
| Benjamin Coffin III | Gernot Romic |
| Joanne Jefferson | Alexandra-Yoana Alexandrova |
| Angel Dumott Schunard | Lukas Sandmann |
| Maureen Johnson | Sanne Mieloo |
| Ensemble | Daniela Dett Luuk Hartog Linda Krischke Max Niemeyer Astrid Nowak Lynsey Thurgar |
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| GALERIE | |||||||||
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| TERMINE | |||||||||
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| keine aktuellen Termine |
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| TERMINE (HISTORY) | |||||||||
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| Fr, 25.04.2025 19:30 | Schauspielhaus, Linz | Preview | |||||||
| Sa, 26.04.2025 19:30 | Schauspielhaus, Linz | Premiere | |||||||
| Di, 29.04.2025 19:30 | Schauspielhaus, Linz | ||||||||
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| Fr, 02.05.2025 19:30 | Schauspielhaus, Linz | ||||||||
| Sa, 03.05.2025 19:30 | Schauspielhaus, Linz | ||||||||
| Di, 06.05.2025 19:30 | Schauspielhaus, Linz | ||||||||
| Di, 13.05.2025 19:30 | Schauspielhaus, Linz | ||||||||
| So, 18.05.2025 19:30 | Schauspielhaus, Linz | ||||||||
| So, 25.05.2025 19:30 | Schauspielhaus, Linz | ||||||||
| Di, 27.05.2025 19:30 | Schauspielhaus, Linz | ||||||||
| Do, 29.05.2025 19:30 | Schauspielhaus, Linz | ||||||||
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