In dieser schräg-morbiden Komödie prallen Welten aufeinander, als die „Prinzessin der Dunkelheit“ Wednesday Addams einen völlig bürgerlichen jungen Mann liebt...
Die Frage nach der musikalischen Gattung von Sondheims "Sweeney Todd" wird seit seiner Uraufführung 1979 immer wieder diskutiert. Sondheim selbst war der Meinung, dass das Ambiente und die Erwartungen des Publikums die Einordnung eines musikalischen Werks bestimmen. Für "Sweeney Todd" hatte er jedoch eine klare Ansicht: Die von bitterbösen Momenten geprägte Geschichte des Barbiers, der gemeinsam mit seiner Komplizin Mrs. Lovett seine einstigen Feinde auf dem Friseurstuhl brutal ermordet und zu Pasteten verarbeiten lässt, sei 'in Wahrheit ein Film für die Bühne'.
Das Landestheater Linz begeistert schon seit einigen Spielzeiten immer wieder mit zahlreichen Originalwerken und deutschsprachigen Erstaufführungen, was diesem Musicalstandort eine große Relevanz beschert. Neben dem opulent inszenierten Wildhorn-Stück "Wonderland" stehen mit dem Comedy-Lachfeuerwerk "Something Rotten" gleich zwei deutschsprachige Debuts auf dem Programm. Der sehr britische Humor ist hervorragend ins Deutsche übertragen, was zusammen mit der makellosen Inszenierung für eine überaus gelungene Show sorgt.
"Rent" war bei seiner Premiere ein Stück, das das Genre Musical erneuerte. Sehr viel lauter und rockiger, als man es seinerzeit am Broadway zu hören bekam, auch schmuddeliger als man es von den großen Hochglanz-Produktionen gewohnt war. Es wurden Themen wie AIDS und Drogenabhängigkeit angesprochen und die queere Community erschien in all ihrer Vielfalt auf der Bühne. Von der Wut und dem Revolutionsgeist, die das Werk beinhalten kann, ist in Linz wenig zu spüren. Regisseur David Bösch erzählt die Geschichte geradlinig und etwas zu brav. Trotzdem ist die knapp drei Stunden lange Aufführung dank des Ensembles und der fantastischen Band äußerst kurzweilig.
Es überrascht, dass das Landestheater Linz seine neue Spielzeit mit "Wonderland" eröffnet – einem der weniger erfolgreichen Werke von Frank Wildhorn. Dennoch enthält das Stück einige der besten Melodien, die Wildhorn je geschrieben hat. Was den Besuch der Linzer Inszenierung besonders lohnenswert macht, ist jedoch nicht nur die Musik, sondern auch die fantastische Inszenierung, die einfallsreiche Ausstattung und ihre Kostüme sowie die wieder einmal herausragende Besetzung.
Das satirische Gershwin-Musical Strike Up The Band stammt aus dem Jahr 1927, und doch: Es könnte kaum aktueller sein. Der amerikanische Käsefabrikant Fletcher will die lästige Konkurrenz aus der Schweiz loswerden und gründet zu diesem Zweck eine Privatarmee, mit der er in die ferne Alpenrepublik mit ihren (aus US-Sicht) äußerst merkwürdigen Bewohnern einmarschiert. Seine Tochter hat sich in den Journalisten James Townsend verliebt, der Fletchers Feldzug und die Qualität seines amerikanischen Käses öffentlich kritisiert. Fletcher ist außer sich. Am Ende schlägt sich Townsend auf Fletchers Seite, bezwingt als Kommandant die Schweiz und zieht anschließend in einen Krieg gegen Russland. Warum? Wegen der viel zu hohen Kaviarpreise natürlich!Gershwins Partitur ist von den Gilbert-und-Sullivan-Operetten inspiriert, enthält aber auch eine Fülle typischer Gershwin-Melodien, die zu Evergreens wurden.
Der Schauspieler Michael Dorsey verkleidet sich als Frau und bekommt als Dorothy Michaels eine Rolle im Broadway-Musical "Julias wahre Flamme". Die vom Set einer Seifenoper ins Theatermilieu verschobene Musicalversion des 1982er Filmklassikers steht in dieser Saison mehrfach auf deutschsprachigen Spielplänen.
Musicals über die berüchtigte Tudor-Dynastie und ihre auch heute noch aus verschiedensten Gründen sehr bekannten Königinnen sind aktuell wirklich en-vogue: Während "Six" mit den Frauen Heinrich des Achten von gleich sechs Regentinnen dieser Zeit berichtet und "Lady Bess" die Fehde zwischen Elisabeth I und Mary Tudor in den Vordergrund stellt, zeigt Thomas Zaufkes und Henry Masons Musicalthriller „Die Königinnen“ als Auftragswerk des Linzer Landestheaters den Aufstieg und Fall der schottischen Königin Maria Stuart im epischen Dauerzwist mit Königin Elisabeth von England. Ein gleichermaßen packendes wie düsteres Historienstück gespickt mit großen, klassischen Musical-Melodien und einprägsamen Bildern, das mit jeder Facette reinstes Drama ausstrahlt - ganz als wäre Friedrich Schillers Bühnenwerk "Maria Stuart" in Linz als Musical wiedergeboren worden.
Schon kurz nach der Uraufführung von “School of Rock” waren sich die Skeptiker einig: Für den deutschsprachigen Markt sei diese Show auf keinen Fall eine Option! 14 Kinderrollen, die teilweise Instrumente auf der Bühne spielen müssen, seien außerhalb der großen Musical-Metropolen London und New York kaum besetzbar. Mit seiner Inszenierung beweist das Landestheater Linz nun das Gegenteil: Auch jenseits von Broadway und West End schlummert viel Talent im Musical-Nachwuchs.
Mehrere Begriffe ohne Anführungszeichen = Alle Begriffe müssen in beliebiger Reihenfolge vorkommen (Mark Seibert Hamburg findet z.B. auch eine Produktion, in der Mark Müller und Christian Seibert in Hamburg gespielt haben). "Mark Seibert" Wien hingegen findet genau den Namen "Mark Seibert" und Wien. Die Suche ist möglich nach Stücktiteln, Theaternamen, Mitwirkenden, Städten, Bundesländern (DE), Ländern, Aufführungsjahren...