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Komödie

La Cage aux Folles

Meine Mama ist ein Mann


© Frank Bürger
© Frank Bürger
Das Herman/Fierstein-Musical in einer kurzweiligen Inszenierung (Reinhardt Friese) als unterhaltsames Plädoyer für Toleranz gegenüber Lebensformen, die nicht der Norm entsprechen. Verschwenderisches Kostümbild (Diana Pähler) und auf den Punkt besetzte Hauptdarsteller (Robert Merwald, Christian Venzke). In der Saison 2013/14 ist die Produktion am Theater Hof zu sehen.

(Text: Kai Wulfes)

Premiere:25.10.2013
Rezensierte Vorstellung:22.05.2010
Letzte bekannte Aufführung:16.03.2014


Routine kann fatale Folgen haben. Als Zaza versehentlich aus Gewohnheit nach Verklingen des letzten Tons durch das Herunterreißen ihrer Perücke wieder zu Albin wird, hagelt es statt der üblichen Beifallsstürme Proteste. "Perverse", "Schwule" brüllt der sittenstrenge Rechtspopulist Edouard Dindon, als er mit dem Fall der falschen Haarpracht erkennen muss, dass die Schwägerin in spe gar keine Frau ist.

© SFF Fotodesign
© SFF Fotodesign


In seiner geschmackvollen Regiearbeit, die gekonnt zwischen Komödie und Klamotte austariert ist, setzt Reinhardt Friese mit dieser Szene kurz vor dem Finale bewusst einen Kontrapunkt und führt dem Publikum vor Augen, welchen Anfeindungen Menschen, die jenseits der gesellschaftlichen Norm leben, ausgesetzt sein können. "Seid tolerant" ist dann auch seine Botschaft, indem er dem Publikum vor Augen führt, dass es egal ist, wer wen liebt. Sobald Georges und Albin sich nicht dem Publikum ihres Travestie-Cabarets zeigen und ohne Fächer oder Makeup sind, stehen zwei sympathische Männer auf der Bühne, bei denen es zugeht wie in jeder Beziehung: Da fliegen im Streit die Fetzen, da schwärmen beide umrahmt von einem riesigen roten Herz von der Liebe oder haben Angst vorm Altern. Friese zeigt hier bewusst Alltagsleben, wie es jeder im Publikum aus eigenem Erleben kennt. Mit Robert Merwald (Georges) und Christian Venzke (Albin) stehen ihm in den beiden Hauptpartien ausdrucksstarke, bewegliche Schauspieler und exzellente Sänger zur Verfügung. Bei diesem Duo stimmt einfach alles.

© Frank Bürger
© Frank Bürger


Die Inszenierung bedient allerdings auch die gängigen Tunten-Klischees: Nicht nur, wenn Christian Venzke mit großen Gesten als Zaza die Diva gibt, sondern vor allem in Person des Hausangestellten Jacob, der als schrille Zofe in atemberaubend hohen Stöckelschuhen über die Bühne trippelt. Mit immensem körperlichen Einsatz kostet Stephan Brauer seine Episoden-Auftritte aus, wirkt dabei aber nie peinlich. Ganz liebenswerte Herren-Damen sind vor und hinter der Cabaret-Bühne auch Sängerin Chantal (Stefan Burmester) und die sieben Tänzer der Deutschen Tanzkompanie Neustrelitz, denen Stephan Brauer raffiniert-laszive Revue-Choreografien auf den Leib geschrieben hat.

Während die "Cagelles" über die Bühne wirbeln, singt der Opernchor des Landestheaters zunächst geschmeidig aus dem Off. Später stehen die Choristen als elegante Restaurantgäste und im turbulenten Finale mit auf der Bühne. Dabei beweisen sie, dass Choristen musicaltauglich sein können, leitet man sie nur richtig an. Gleiches gilt für die unter dem Dirigat von Frank Obermair spielenden Damen und Herren der Neubrandenburger Philharmonie, die sich mit manchmal zu viel Verve in die quirlige wie oft auch gefühlsduselige Partitur von Jerry Herman schmeißen.

Richtig problematisch sind die Auftritte von Andrés Felipe Orozco (Jean-Michel), der rein optisch nicht wie Georges Sohn, sondern wie dessen gleichaltriger Bruder wirkt. Sein großer, klassisch geschulter Tenor verleiht dem Song "Anne" Operettenschmelz, was allerdings nicht recht zu seinem unterschwellig-bösartigen Auftreten passt, das erst durch die Hasstiraden seines Schwiegervaters gegenüber Albin verschwindet.

© Frank Bürger
© Frank Bürger


Maßgeblich zum Erfolg trägt Ausstatterin Diana Pähler bei. Dabei wirkt ihr schnell wandelbares Bühnenbild zunächst nur spartanisch: Auf der schwarzen Bühne rotiert für das Cabaret ein goldenes Bühnenportal, während das Wohnzimmer von Georges und Albin nur durch zwei seitlich stehende, üppig dekorierte Türen und ein die Bühnenmitte dominierendes XXL-Sofa mit Tigerpolster angedeutet wird. Über dem Möbel wird noch ein in Öl gemalter Muskelmann herabgelassen, der sich bei Bedarf in einen röhrenden Hirsch verwandeln lässt. In diesem nüchternen Ambiente entfalten sich die aus einem Rausch von Federn und Pailletten bestehenden, raffiniert geschnittenen Kostüme nebst abenteuerlichem Kopfschmuck in voller Pracht. In den Revue-Szenen wechseln manchmal Outfit und Haarprachten innerhalb weniger Augenblicke. Hier wurde an nichts gespart!

"Ich bin, was ich bin". Der wohl bekannteste Song aus "La Cage aux Folles" steht leitmotivisch für den gesamten Abend in Neustrelitz. Hier ist das Musical richtig gut gemachtes Musical. Das Publikum feiert die Premiere zu Recht minutenlang mit stehenden Ovationen.

© SFF Fotodesign
© SFF Fotodesign




(Text: kw)






Kreativteam

Musikalische Leitung in NeustrelitzFrank Obermair
Musikalische Leitung in HofIvo Hentschel
InszenierungReinhardt Friese
AusstattungDiana Pähler
Annette Mahlendorf
ChoreografieStephan Brauer


Besetzung

Besetzung in Hof 2013/14

Albin
Zaza
Christian Venzke
GeorgesLeon van Leeuwenberg
Karsten Jesgarz
JacobStephan Brauer
Jean MichelAndreas Bühring
AnneLina Rifqa Kamal
Edouard DindonThilo Andersson
Mme DindonStefanie Rhaue
JacquelineMarianne Lang
FrancisChristian Seidel
M. RenaudThorsten Stammberger
Mme RenaudDong Joo Kim
ChantalTamás Mester
HannaHans-Peter Pollmer
MercedesJoscha Blatzheim
Besetzung in Neustrelitz 2010/11

Albin/ZazaChristian Venzke
GeorgesRobert Merwald
JacobStephan Brauer
Jean-MichelAndrés Felipe Orozco
AnneRebekah Rota
Marie DindonMartina Block
Edouard DindonSigurd Karnetzki
JacquelineSusanne Ellen Kirchesch
ChantalleStefan Burmester
FrancisGünter Menzel
Les Cagelles

ChantalStefan Burmester
NicoleJan Kowacic [Deutsche Tanzkompanie Neustrelitz]
HannaAxel Rothe [Deutsche Tanzkompanie Neustrelitz]
MercedesAlexander Sokolov [Deutsche Tanzkompanie Neustrelitz]
OdetteRaphael Spiegel [Deutsche Tanzkompanie Neustrelitz]
AngeliqueSören Swart [Deutsche Tanzkompanie Neustrelitz]
PhaedraJosé Bernardo Caba Mariaca [Deutsche Tanzkompanie Neustrelitz]
Clo-CloPhilipp Repmann [Deutsche Tanzkompanie Neustrelitz]




Produktionsgalerie (weitere Bilder)

© SFF Fotodesign
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Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


3 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


28912
Geniestreich!

13.01.2011 - Tolle Künstler! In Tollen
Kostümen und in toller
Athmosphäre!
Aplaus!
Immer wider gerne!

Le Cuisinier (15 Bewertungen, ∅ 3.1 Sterne)


28698
Sehenswert

17.10.2010 - Klein aber fein...das eine gilt den Theater, das andere der Inszenierung. Kurzweilige, heitere und genussvolle 120min in Neustrelitz. Christian Venske ist perfekt in der Rolle der Zaza und der "Fummel" steht ihm fantastisch. Das einfache aber pointierte Bühnenbild lenkt nicht ab sondern unterstützt. Die Musik war manchmal zu laut, dafür der Gesang grundsätzlich gut bis sehr gut. Noch zu loben ist Stephan Brauer, der nicht nur choreographierte, sondern mit Jacob auch noch eine charmante, nicht überzogene "Zofe" gespielt hat.
Jederzeit zu empfehlen!

mikebear (11 Bewertungen, ∅ 3.5 Sterne)


28483
Super!

06.06.2010 - Als echter Fan des Stückes habe ich es schon oft gesehen. Die Show in Neustrelitz war bis jetzt jedoch die Beste. Stimmige Inszenierung, die nie zu dick aufträgt, sehr gute Tänzer. Musikalisch sehr präzise gearbeitet, hervorragendes Orchester. Christian Venske und Robert Merwald sind hier ein echtes Traumpaar, das auf Mann und Frau einfach bezaubernd wirkt.
Danke!

Waldelfe69 (erste Bewertung)


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 Theater / Veranstalter
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D-17235 Neustrelitz
+49 3981 206400
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Handlung
"La Cage Aux Folles" ist die Geschichte des homosexuellen Albin, der als Drag Queen Zasa im titelgebenden Nachtclub seines Lebensgefährten George auftritt. mehr

Weitere Infos
Deutschlandpremiere war am 1985 am Berliner Theater des Westens

 Kurzbewertung [ i ]
(kw)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Haare, Wimpern und Brüste. Alles falsch! Aber die Inszenierung ist richtig (gut). Gleiches gilt für die verschwenderisch opulentem Kostüme und das geniale Hauptdasrsteller-Doppel.

23.05.2010

 Leserbewertung
(3 Leser)


Ø 4.67 Sterne

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


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