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Die Original-Inszenierung aus dem Jahr 1981 hat keinerlei Staub angesetzt und macht dank der mitreißenden Choreographie und einem bestens aufgelegten Ensemble immer noch Spaß. Tour im „Cats“-Theaterzelt.
Etwa 500 Meter Luftlinie entfernt vom Ort der deutschen Erstaufführung machte „Cats“ erneut Station in Hamburg. Rein optisch gesehen hat sich der Ort des Geschehens deutlich verbessert. Das aparte Theaterzelt, das beim Draufzugehen tatsächlich den Eindruck einer geduckt lauernden Katze erweckt, macht deutlich mehr her als das damals wirklich hässliche Operettenhaus.
Wenn das Zelt fast ausverkauft ist (wie zur Premiere), zeigt sich aber auch, dass bei der Planung nicht wirklich großzügig gerechnet worden ist. Das Chaos an der knapp bemessenen und umständlich organisierten Garderobe trägt genauso wenig zum Wohlbefinden der viel Geld zahlenden Gäste bei wie das zum Bersten volle Foyer, bei dem in der Pause kaum noch ein Schritt möglich ist, ohne den Nachbarn anzurempeln.
Dem Bühnenraum bekommt die Zelt-Atmosphäre sehr gut. Die Müllhalde, auf der sich die Katzen zum alljährlichen Jellicle Ball treffen, reicht nicht so weit in den Zuschauerraum hinein wie bei früheren Produktionen, dafür sorgen die durch das gesamte Auditorium gehängten bunten Lichterketten, die in unterschiedlichsten Farben erstrahlen können, für eine tolle Stimmung. Die auffälligste Neuerung im Vergleich zu früheren Inszenierungen in Deutschland ist, dass die Show, wie in der Londoner Original-Produktion, auf einer Rundbühne spielt, um die das Publikum halbkreisförmig angeordnet sitzt. Der Vorteil ist, dass die Zuschauer auf allen Plätzen relativ nah am Geschehen sind. Doch dafür hat man in den äußeren Blöcken auch einen so schrägen Blickwinkel, dass die Müllhalde auf dem hinteren Bühnenteil zu einem erheblichen Teil aus dem Blickfeld verschwunden ist.
Die Uraufführung liegt nun schon fast 30 Jahre zurück, doch Gillian Lynnes Choreographie, inzwischen einstudiert unter Leitung von Chrissie Cartwright, ist immer noch eine Augenweide und stellt das Highlight der Show dar. Auch Andrew Lloyd Webbers jazzig-poppige Partitur klingt absolut zeitgemäß und mitreißend. Wenn das Ensemble im Opener die „Jellicle Cats“ besingt, springt dank der detailverliebten und temporeichen Choreographie der Funke sofort über.
Aus dem Ensemble sticht Mark John Richardson hervor, der als Mr. Mistofelees für seine geradezu akrobatischen Darbietungen mehrmals spontanen Szenenapplaus erhält. Frank Logemann überzeugt mit seiner anrührenden Darstellung der beiden so unterschiedlichen Charaktere Bustopher Jones und Asparagus. Masha Karell beltet in der Rolle der Grizabella „Erinnerung“ mit voluminöser Stimme, aus der Erfahrung und Bitterkeit klingt, als Klagelied heraus.
An manchen Stellen würde man sich wirkliche Allrounder wünschen, doch die finden sich hier kaum. Paul Knights etwa kann als Skimbleshanks tänzerisch genauso für sich einnehmen wie Marleen de Vries und Tommie Luyben als Rumpeteazer und Mungojerrie, Gesang ist jedoch absolut nicht ihre Stärke. Ann Christin Elverum andererseits singt ihre (leider viel zu kurzen) Solo-Passagen als Gumbie-Katze wunderschön, hat aber Mühe, wirklich als Vortänzerin der Kakerlaken durchzugehen, denen sie laut Songtext eine Parade beigebracht haben soll. Doch grundsätzlich ist „Cats“ ein Ensemble-Stück, bei dem sich Tänzer und Sänger bestens ergänzen.
Der hochwertigen Produktion ist eigentlich ein durchschlagender Erfolg zu gönnen, allen Zuschauern sei aus den anfangs genannten Gründen aber eher zu wünschen, dass das Zelt nicht bis an den Rand der Kapazität genutzt wird.
Stationen:
Hamburg: 28.12.2010 bis 06.03.2011
Berlin: 09.03. bis 24.04.2011
Hannover: 30.04. bis 21.05.2011
Mannheim: 27.05. bis 12.06.2011 und 16.07. bis 24.07.2011
Luxembourg: 18.06. bis 10.07.2011
Zürich: 08.09 bis 16.10.2011
Bielefeld: 10.11. bis 04.12.2011
Oberhausen: 10.12.2011 bis 22.01.2012
Wien: 29.01. bis 01.07.2012
Köln: 23.09. bis 28.10.2012
Stuttgart: 04.11. bis 09.12.2012
Nürnberg: 15.12.2012 bis 13.01.2013
München: 19.01. bis 24.02.2013
Linz: 02.03. bis 01.04.2013
Frankfurt am Main: 07.04. bis 09.05.2013
Graz: 16.05. bis 16.06.2013
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| SPIELORTE | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 28.12.2010 - 05.03.2011 | Heiligengeistfeld, Hamburg | 77 x |
| 11.03.2011 - 17.04.2011 | Zelt-Theater am Hauptbahnhof, Berlin | 45 x |
| 06.05.2011 - 22.05.2011 | Zelt-Theater, Hannover | 18 x |
| 27.05.2011 - 24.07.2011 | Zelt-Theater am Europaplatz, Mannheim | 33 x |
| 08.09.2011 - 16.10.2011 | Theaterzelt am Hardturm-Areal, Zürich | 44 x |
| 10.11.2011 - 04.12.2011 | Theaterzelt an der Radrennbahn, Bielefeld | 26 x |
| 10.12.2011 - 22.01.2012 | Theaterzelt am Centro, Oberhausen | 47 x |
| 31.01.2012 - 01.07.2012 | Theaterzelt in Neu Marx, Wien | 177 x |
| 22.09.2012 - 28.10.2012 | Theaterzelt auf dem Festplatz, Köln | 43 x |
| 03.11.2012 - 09.12.2012 | Theaterzelt auf dem Cannstatter Wasen, Stuttgart | 43 x |
| 15.12.2012 - 13.01.2013 | Theaterzelt auf dem Volksfestplatz, Nürnberg | 34 x |
| 20.01.2013 - 24.02.2013 | Theaterzelt am U-Bahnhof Westendstraße, München | 42 x |
| 02.03.2013 - 01.04.2013 | Theaterzelt, Linz | 36 x |
| 07.04.2013 - 09.05.2013 | Theaterzelt, Frankfurt am Main | 36 x |
| 16.05.2013 - 16.06.2013 | Theaterzelt, Graz | 39 x |
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