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Wenige Ereignisse des 21. Jahrhunderts haben sich in die weltweite Erinnerung so eingebrannt wie die Anschläge auf das World Trade Center 2001. Auf Grundlage der unglaublichen, aber wahren Geschichte, die sich als Nebenschauplatz abgespielt hat, entwickelten Irene Sankoff und David Hein ein ergreifendes Musical, das sein Publikum mit dem ersten Song packt und nicht mehr loslässt.
Als „Come from Away“ bezeichnet man in Neufundland einen Fremden, „einen, der von weit her kommt“. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 wird der Luftraum über den USA gesperrt. 38 Flugzeuge werden zum Flughafen Gander auf Neufundland umgeleitet. Die Bevölkerung der 10.000-Einwohner-Kleinstadt muss plötzlich 7000 „Come from Aways“ unterbringen und versorgen.
Irene Sankoff und David Hein betonen, dass die Handlung ihres Musicals komplett der Realität entspricht. Dass sie mehrere reale Figuren zu jeweils einer Bühnenfigur verschmelzen lassen, ist die einzige künstlerische Freiheit, die sie sich erlaubt haben.
Ihr Stück besteht aus einer geschickt verbundenen Sammlung berührender Einzelschicksale: Beulah organisiert Unterkunft und Betreuer, die Vorsitzende des Tierschutzvereins entdeckt Tiere in den Frachträumen der Flugzeuge und sieht sich mit einem schwangeren Bonobo-Weibchen konfrontiert, die neue, unerfahrene Reporterin der lokalen TV-Station muss rund um die Uhr berichten. Unter den Passagieren findet sich ein Paar, ein anderes trennt sich, ein Mann muss lernen, mit der unbekümmerten Offenheit der Kanadier umzugehen, während eine Frau sich um ihren Sohn, einen New Yorker Feuerwehrmann, sorgt. Ein Moslem wird als potenzieller Attentäter verdächtigt, eine Pilotin vermisst ihre Familie und trauert um den Kollegen, der gezwungen wurde, sein Flugzeug ins Word Trade Center zu steuern.
Schon die drängende, kraftvolle Eröffnungsnummer „Welcome to the Rock“ gibt mit rhythmisch verschobenen Akzenten und unerwartet langsamen Passagen das Tempo des Abends vor. Sehr kurze Passagen und Szenen prasseln auf den Zuschauer ein, wie eben die Ereignisse des Tages urplötzlich auf Ganders Bewohner und die Passagiere zugekommen sind. Ruhige Momente lassen Raum für Emotionen, Sorgen und Ängste. Trotzdem behält das Publikum dank Regisseur Christopher Ashleys ausgezeichneter Personenführung und Howell Binkleys hervorragendem Licht-Design jederzeit den Überblick. Jedes Mitglied des 12-köpfigen Ensembles übernimmt mehrere Figuren. Charakterwechsel vollziehen sich durch kleine Kostümdetails – nicht mehr als ein Hut, ein Schal oder ein Jackett – und Sprach-Akzente. Es ist bewundernswert, wie chamäleonartig die Darstellerinnen und Darsteller die Figuren wechseln, indem sie nur Nuancen ändern. Sie bilden eine darstellerisch und gesanglich harmonische Einheit auf höchstem Niveau.
Die Musik ist nahezu durchkomponiert. Die Songs mit Ohrwurm-Potenzial sind je nach Stimmung mal tänzerisch leicht, mal drängend. Keltische Folklore ist der beherrschende Stil der Partitur. Auch die Orchestrierung mit verschiedenen Flöten, Pfeifen, Zupfinstrumenten und Fiedel ist dementsprechend. Die achtköpfige Band setzt sie – in der besuchten Vorstellung unter Leitung von Huw Evans – frisch und mit Pep um, auch wenn der Folklore-Klang auf Dauer ein wenig eintönig wird.
Die Figuren stehen im Mittelpunkt, da braucht es beim Bühnenbild auch keinen Firlefanz. Bühnen-Designer Beowulf Boritt stellt nur zwölf vielseitig einsetzbare Stühle vor eine helle Holzbretter-Wand, an den Seiten stehen Baumstämme. Die Kulisse strahlt Wärme und Behaglichkeit aus; die optische Entsprechung der Wohlfühl-Atmosphäre des Stücks, das sich ganz auf seine starke Geschichte konzentriert. Die Schicksale der auftretenden Personen sind geschickt, mit viel Humor und Liebe zu den Figuren verwoben, ohne in Kitsch abzugleiten.
Mit vier Olivier Awards, u.a. für „Best New Musical“ und „Outstanding Achievement in Music“, war „Come from Away“ völlig berechtigt einer der großen Sieger der Verleihung 2019. Unbedingt ansehen!
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| KREATIVTEAM | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Musik / Text / Buch | Irene Sankoff David Hein |
| Regie | Christopher Ashley |
| Musical Staging | Kelly Devine |
| Musikal. Supervision / Arrangements | Ian Eisendrath |
| Bühnenbild | Beowulf Boritt |
| Kostüme | Toni-Leslie James |
| Licht Design | Howell Binkley |
| Sound Design | Gareth Owen |
| Orchestrierung | August Eriksmoen |
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| CAST (AKTUELL) | |||||||||
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| Beverley / Annette | Alice Fearn |
| Beulah | Jenna Boyd |
| Bob | Lejaun Sheppard |
| Claude | James Doherty |
| Bonnie | Kirsty Malpass |
| Nick / Doug | Robert Hands |
| Diane | Kate Graham |
| Kevin J / Ali | Jonathan Andrew Hume |
| Oz | Harry Morrison |
| Janice | Emma Salvo |
| Kevin T / Garth | Mark Dugdale |
| Hannah | Gemma Knight Jones |
| Standbies | Craig Armstrong Chiara Baronti Stuart Hickey Sorelle Marsh. Lucy Park Ashley Roussety Helen Siveter Jennifer Tierney Matthew Whennel-Clark |
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| CAST (HISTORY) | |||||||||
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| GALERIE | |||||||||
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| SPIELORTE | |||||||||
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| 30.01.2019 - 07.01.2023 | Phoenix Theatre, London | 1468 x |
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