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Immer wieder wird behauptet, dass das Mittelalter eine trübe wie traurige Epoche gewesen sei. Das Gegenteil beweist Regisseur Matthias Thieme mit seiner Parodie der König Artus Sage am Theater Plauen-Zwickau, die gekonnt jeglichen Klamauk vermeidet. Auch dank eines spielfreudigen Casts gelingt „Spamalot“ in Perfektion, wird allerdings von einer unzureichenden Tonanlage in Plauen ausgebremst.
Wenn der edle Sir Galahad, der tapfere Sir Robin, der unbeholfene Sir Bedevere und der unerschrockene Sir Lancelot König Artus folgen, um als Ritter der Tafelrunde den Heiligen Gral zu finden, dann garantiert das in der Version der britischen Komiker-Truppe Monty Python sowohl im Kino als auch auf der Musicalbühne jede Menge Lachtränen. So ist das auch am Theater Plauen-Zwickau.
Matthias Thiemes Regiearbeit setzt von Anfang an auf hohes Tempo, das treffsichere wie punktgenaue Timing von Gags und innovative Inszenierungs-Ideen. So steuert zum Beispiel König Artus‘ Knappe Patsy beim Song „Such den Gral“ mit einer Fernbedienung den aus dem Bühnenhintergrund nach vorne fahrenden überdimensionalen Kelch, in dem die Fee aus dem See sitzt. Aufgrund eines vom Regisseur erdachten technischen Defekts kommt das Gefäß allerdings erst kurz vor dem drohenden Absturz in den offenen Orchestergraben zum Halten. Thieme kippt ein wahres Füllhorn an solchen Details in das Stück, sodass es ständig viel zu schauen und zu lachen gibt. Umso erstaunlicher, dass gerade vor der Pause, wenn die Geheimwaffe hölzerner Hase ohne Truppenbesatz in der feindlichen Burg verschwindet, die Handlung in einem dramaturgischen Loch versackt und der Vorhang mit der Ankündigung der Stimme Gottes für eine Unterbrechung einfach nur fällt.
Ausstatter Ralph Zeger tobt sich vor allem im parodistischen Mittelalter-Kostümbild mit modernen Akzenten (zum Beispiel das Che Guevara-T-Shirt beim Kollektiv-Revoluzzer Dennis) aus, zu dem die Maskenbildnerei wirklich sehenswerte, skurrile Perücken-Kreationen angefertigt hat. Zegers Einheitsbühnenraum mit zwei fahrbaren Treppen und wenigen Burg-Versatzstücken schafft düstere Atmosphäre und ermöglicht reibungslose, schnelle Szenen-Wechsel, die das hohe Tempo der Inszenierung perfekt unterstützen.
Als wahrer Glücksgriff erweist sich, dass das Gesangs- und Tanzensemble in dieser Inszenierung aus Laien besteht. Alles wirkt bewusst unbeholfen und die einzelnen Figuren – wie zum Beispiel die puschelschwingenden Nixen in Begleitung der Fee aus dem See – sind stark überzeichnet. Das passt perfekt zum Inszenierungs-Ansatz und integriert die Truppe in den Choreografien von Konstantin Tsakalidis perfekt in den Profi-Cast.
Vorlagenbedingt wird dieser souverän angeführt vom gastverpflichteten Sascha Stead, der als sehr beweglicher König Artus mit seinem hohen Musical-Bariton über das Wohl der Ritter der Tafelrunde wacht. Einer der musikalischen Höhepunkte ist sein verzweifelt-komischer Song „Ich bin allein“. Stimmlich wie darstellerisch harmoniert Stead perfekt mit Christiana Maria Gass aus dem hauseigenen Musiktheater-Ensemble als divenhafte Fee aus dem See. Gass empfielt sich mit vollem, geschickt auf die Musical-Partitur zurückgenommenen Sopran als Idealbesetzung der Rolle und räumt mit ihrem komischen Showstopper „Wann geht’s hier wieder mal um mich“ im zweiten Akt so richtig ab.
Ebenfalls auf den Punkt genau besetzt sind Hanif Idris (u.a. Patsy), Joshua Dahmen (u.a. Sir Robin), Sophie Hess (u.a. Sir Bedevere) und Lev Semenov (u.a. Sir Lancelot). David Wehle unterstreicht als Revoluzzer Dennis und polternder Vater von Herbert seine Wandlungsfähigkeit. Diesem Söhnchen gibt Daniel Koch tuntig-fluffiges Profil. Er glänzt noch in vier weiteren Rollen, unter anderem als durch die Handlung führender Historiker mit irren Blick.
Doch die Band unter der Leitung von Sebastian Undisz kann sich im Orchestergraben noch so sehr mühen, die ohrwurmreiche Hit-Partitur von John Du Prez, Eric Idle und Neil Innes zum Funkeln zu bringen. Aus der Tonanlage des Vogtlandtheaters in Plauen klingt in der besuchten Vorstellung alles dumpf und breiig, sodass auch einige der Textpointen untergehen. Das ist wirklich schade, denn abgesehen davon ist „Spamalot“ hier wirklich ein Knaller und dürfte dem von kommunalen Sparzwängen bedrohten Haus mehr als nur ein Argument für seine Daseinsberechtigung geben.
Ein neues Musical, entstanden durch liebevolles Fleddern des Monty Python Films „Die Ritter der Kokosnuss“
Nach dem Originaldrehbuch von Graham Chapman, John Cleese, Terry Gilliam, Eric Idle, Terry Jones und Michael Palin
Buch und Liedtexte von Eric Idle
Deutsch von Daniel Große Boymann
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| KREATIVTEAM | |||||||||
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| Inszenierung | Matthias Thieme |
| Ausstattung | Ralph Zeger |
| Musikalische Leitung | Sebastian Undisz |
| Choreografie | Konstantin Tsakalidis |
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| CAST (AKTUELL) | |||||||||
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| König Artus | Sascha Stead |
| Sir Robin / Wache 1 | Joshua Dahmen |
| Sir Lancelot / Ritterfürst vom Ni | Lev Semenov |
| Patsy / Wache 2 | Hanif Idris |
| Dennis alias Sir Galahad / Herberts Vater | David Wehle |
| Bürgermeisterin / Galahads Mutter / Sir Bedevere / Concorde | Sophie Hess |
| Die Fee aus dem See | Christina Maria Gass |
| Historiker / Fred / Frz. Spötter / Schwarzer Ritter / Prinz Herbert | Daniel Koch |
| Sir Falsches Stück / Französische Wache | Valéry Houdaille |
| Stimme Gottes | Ute Menzel |
| Gesangs-Ensemble | Olaf Blechschmidt Friedrich Hoffmann Abdul Mahmood Simon Unger; Lena Gems Tina Grimm Franziska Hamm Annett Hoffmann Julia Kunz Sabrina Liedemann Eleanor Protze Sarah Rumpf Karin Todt Jelena Wardezki |
| Tanz-Ensemble | Emilia Bessel Mariia Chechel Pauline Fischer Kerstin Hänsch Mareen Keller Sylvia Lehnigk Claudia Ludwig Annkathrin Pecher Claudia Schubert |
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| GALERIE | |||||||||
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| TERMINE | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Sa, 09.05.2026 19:30 | Gewandhaus, Zwickau | |
| Do, 14.05.2026 19:30 | Gewandhaus, Zwickau | |
| Fr, 15.05.2026 19:30 | Gewandhaus, Zwickau | |
| Mo, 25.05.2026 18:00 | Gewandhaus, Zwickau |
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| TERMINE (HISTORY) | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Fr, 21.11.2025 19:30 | Vogtlandtheater, Plauen | Premiere | |||||||
| Sa, 22.11.2025 19:30 | Vogtlandtheater, Plauen | ||||||||
| Fr, 28.11.2025 19:30 | Vogtlandtheater, Plauen | ||||||||
| ▼ 7 weitere Termine einblenden (bis 05.04.2026) ▼ | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Mi, 31.12.2025 15:00 | Vogtlandtheater, Plauen | ||||||||
| Mi, 31.12.2025 19:30 | Vogtlandtheater, Plauen | ||||||||
| Do, 15.01.2026 19:30 | Vogtlandtheater, Plauen | ||||||||
| Sa, 07.02.2026 19:30 | Vogtlandtheater, Plauen | ||||||||
| So, 08.02.2026 16:00 | Vogtlandtheater, Plauen | ||||||||
| So, 22.02.2026 18:00 | Vogtlandtheater, Plauen | ||||||||
| So, 05.04.2026 19:30 | Vogtlandtheater, Plauen | ||||||||
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