Michael Robert-Low (Old Deutoronomy), Lucy May Barker (Grizabella) © Xiadong
Michael Robert-Low (Old Deutoronomy), Lucy May Barker (Grizabella) © Xiadong

Cats (2025)
Tournee (ATG Touring GmbH)

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ATG Entertainment schickt mit „Cats“ einen der erfolgreichsten Musicalklassiker von Andrew Lloyd Webber auf Tournee durch den deutschsprachigen Raum. Die Produktion aus dem Londoner West End punktet durch ein tanzwütiges Ensemble, eine besondere Ästhetik in der Ausstattung sowie eine mitreißende musikalische Begleitung.

Die Jellicle Cats treffen sich zum alljährlichen Jellicle Ball auf einer Londoner Müllhalde. Ihr Oberhaupt Old Deuteronomy erwählt eine Katze, der ein neues Leben geschenkt wird. Sämtliche betagten Charaktere bewerben sich darum. Die Jungspunde funken dazwischen und spielen sich ins Rampenlicht – wie das schelmische Duo Mungojerrie und Rumpleteazer, der rappende Ladykiller Rum Tum Tugger oder der Bösewicht Macavity.

Die Kernaussagen der englischen Songtexte werden ins Deutsche übersetzt und digital per Teleprompter an den Bühnenrändern eingeblendet. Das unterstützt das Verständnis für die einzelnen Charaktere, die sich lebhaft mit ihren vielen Wesenszügen so unterschiedlich präsentieren, wie es dem Zuschauer vielleicht von den eigenen Samtpfoten daheim bekannt ist.

Buchbedingt lässt sich hier kaum von Protagonisten sprechen. Sehr kritische Stimmen werten „Cats“ immer wieder als Musicalrevue ab, da wenig Handlung geschehe. So sorgt jedoch jeder Darsteller selbst dafür, wie gut seine Figur in der jeweiligen Produktion beim Publikum ankommt. Und doch ist es schade, wenn der bekannteste Song des Stücks „Memories“ weniger stark interpretiert wird als aus vorherigen Produktionen bekannt. Lucy May Barker schafft es an diesem Abend leider nicht ganz, mit den hohen, vollen Tönen zu überzeugen, berührt aber tief im Spiel der gealterten Diva Grizabella, die sich zunächst frustriert und traurig über den Ausschluss von der Gemeinschaft zeigt. Ihre legendäre Fahrt in den sphärischen Raum wird mit einer Hebebühne und dem diagonalen Aufzug an Stahlseilen in Szene gesetzt – eine gelungene Lösung für die Tourproduktion, da diese auf unterschiedlichen Bühnen zünden muss.

Der tänzerische Ausdruck jedes Einzelnen des Ensembles zeigt, dass die Darsteller ihre Hausaufgaben gemacht und Katzen in ihren Bewegungen von Grund auf studiert haben. Sie als Solisten oder in der Gruppe über die Bühne wirbeln zu sehen, ist eine wahre Freude. Die Choreografien von Gillian Lynne sind in ihrer Originalfassung klassisch von verschiedenen Tanzstilen wie Ballett, Stepptanz und jeder Menge Akrobatik geprägt. Die Bühne des Capitol-Theaters wirkt jedoch für die großen Choreografien fast etwas zu eng, als dass die Tänzerinnen und Tänzer bis ins Kleinste ihre Bewegungen austanzen könnten, ohne sich schließlich in die Quere zu kommen.

Die Londoner Tour-Inszenierung punktet durch ein ausgeklügeltes Sounddesign von Greg Pink und eine herausragende musikalische Umsetzung. Einem Katzenspiel gleich spielen die Musiker im Off mal sehr intensiv, mal ganz sanft mit leisen und zarten Tönen auf – und berühren damit den Zuschauer.

Der Bühnenaufbau von John Napier stellt die altbekannte Londoner Müllhalde dar. Es wird auf eine Ausweitung der Unrat-Kulisse in den Zuschauerraum – wie aus verschiedenen En-Suite-Produktionen bekannt – weitgehend verzichtet. Lediglich das Lichtdesign der Bühne setzt sich an der Decke des Theatersaals fort. Dies schafft eine eigene Immersivität, die den Zuschauer emotional in das Geschehen hineinholt. Wer sich davon noch nicht angesprochen fühlt, kommt nicht umhin, den Charakteren ins Auge zu blicken, wenn sie den Zuschauerraum bespielen und einzelne Zuschauer herausfordernd ansingen und ansprechen, um sich als Gemeinschaft der Jellicle Cats vorzustellen. Die aufwendige Maske sowie die ästhetischen Kostüme aus nächster Nähe zu sehen, ist beeindruckend.

Basierend auf dem Gedichtband „Old Possum’s Book of Practical Cats“ von T. S. Eliot schrieb Webber sein Musical „Cats“ und hatte bis zuletzt selbst Zweifel an seinem Werk. Der zumindest kommerzielle Erfolg des Stücks gibt ihm jedoch bis heute recht – auch wenn Kommerz immer polarisiert. Nicht von der Hand zu weisen sind bei der hier besprochenen Tourproduktion die handwerklich besonders guten Umsetzungen der Ideen der Vorlage in Tanz, musikalischer Umsetzung und Ästhetik. – Was will man von einem Tanzmusical mehr?

Musik: Andrew Lloyd Webber
Buch – Thomas Stearns Eliot

 
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KREATIVTEAM
InszenierungTrevor Nunn
Bühnen- und KostümbildJohn Napier
ChoreographieGillian Lynne
Associate Director & ChoreographerCassie Cartwright
Redident Director & ChoreographerDane Quixall
LichtdesignDavid Napier
Musical SupervisionGraham Hurman
Sound DesignGreg Pink
Licht DesignHoward Eaton
Musikal. LeitungLewis Bell
 
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CAST (AKTUELL)
AlonzoDaniel Timoney
Bill BaileyTheo Reece
BombalurinaOlivia Barnett-Legh
Bustopher Jones / Asparagus / Rumpus CatNathan Taylor
CarbuckettyFin Adams
CassandraEmily Layden-Fritz
CoricopatBailey Johnson
DemeterAlice Oberg
GrizabellaLucy May Barker
JellylorumDairy Boyles
JemimaGabrielle Parker
Jennyanydots / Gumbie CatHazel Baldwin
Macavity / AdmetusMarco Venturini
MungojerrieMarcus May
MunkustrapRussell Dickson
Old DeuteronomyMichael Robert.Lowe
Quaxo / Mr. MistoffeleesSamuel Bateson
Rum Tum TuggerShem Omari James
RumpelteazerLauren Bronwyn-Wood
SkimbleshanksGavin Eden
TantomileJessie-Jae Davis
Victoria / White CatIsabel Moore
SwingsJamie Armour
Nikki Biddington
Grace Chan
Liam Dean
Ben Walsh
Carrie Willis
  
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TERMINE
keine aktuellen Termine
 
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TERMINE (HISTORY)
Mi, 09.04.2025 18:30Capitol Theater, DüsseldorfPremiere
Do, 10.04.2025 19:30Capitol Theater, Düsseldorf
Sa, 12.04.2025 14:30Capitol Theater, Düsseldorf
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