Es gibt Stücke, die scheinbar nie altern, weil die Welt um sie herum sich weigert, ihre Probleme zu lösen. Leonard Bernsteins "West Side Story" ist ein solcher Grenzfall zwischen Broadway-Mythos und bitterem Gesellschaftsspiegel. Dass das Staatstheater Nürnberg nun Melissa Kings Inszenierung von 2019 wiederaufnimmt, ist konsequent: King konzipierte ihre Deutung als Statement zur US-Politik und holte den Bandenkrieg unmissverständlich in die...
Der Kultfilm aus den 1980ern mit Dustin Hoffman in einer seiner bekanntesten Rollen eignet sich mit all seinem Witz, Camp und der seichten Geschichte bestens als unterhaltsam-kurzweiliges Gute-Laune-Musical. In einer sehenswerten Inszenierung von Gil Mehmert ist das Gärtnerplatztheater München der ideale Aufführungsort für die Europapremiere sowie deutschsprachige Erstaufführung dieses musikalischen Angriffs auf die Lachmuskeln.
Nach "Der Graf von Monte Christo" und "Artus" ist "Einstein" bereits das dritte Musical des Vielschreibers Frank Wildhorn, das seine Uraufführung am Theater St. Gallen feiert. Anders als in vielen anderen Wildhorn-Werken steht hier keine fiktive Geschichte im Mittelpunkt, sondern das Leben des weltberühmten Physikers – von seinen Studienjahren und der Beziehung zu Mileva Marić bis zu seiner Flucht aus Nazideutschland und seiner Professur in Princeton.
Der Broadway-Klassiker "A Chorus Line" ist eines der erfolgreichsten Musicals aller Zeiten, in Deutschland aber wegen der straffen Lizenzbestimmungen eher selten zu sehen. Den Bad Hersfelder Festspielen ist es jedoch gelungen, sich die Rechte für eine große deutschsprachige Inszenierung zu sichern, die in der Freilichtsaison 2024 als der große Headliner in der Stiftsruine gespielt wird. Melissa Kings großartige Choreographien und das fantastisch tanzende Ensemble machen einen Besuch lohnenswert.
Unter der Regie von Melissa King wird Cole Porters klassisches Swing-Musical „Anything Goes" einer Generalüberholung unterzogen, ordentlich entstaubt und ins Hier und Jetzt übertragen, ohne den zeitlosen Charme des Stücks aus den Augen zu verlieren. Durch eine broadwaywürdige Besetzung und pulsierende Choreographien, die in der ikonischen Steppnummer am Akt-Ende kulminieren, gelingt dem Theater Magdeburg mit dieser Inszenierung ein Coup!
Es mag bei all den spannenden und interessanten neueren Musicalstoffen nicht sonderlich innovativ erscheinen, "Jesus Christ Superstar", den über 50 Jahre alten Klassiker, auf den Spielplan der Bad Hersfelder Festspiele zu setzten. Mit seiner Version schafft Regisseur Stefan Huber mit seinem Team und allen voran seiner fantastischen Besetzung jedoch einen neuen – und auch im Jahr 2023 noch spannenden – Blick auf die Passionsgeschichte Jesus Christus'.
Das kunterbunte Musical von Scott Wittmann und Marc Shaiman kann auf der großen Bühne des Nürnberger Staatstheaters nur bedingt überzeugen. Der Slogan der Show "Niemand stoppt den Beat" muss in Nürnberg eingeschränkt werden: Niemand stoppt den Beat – mit Ausnahme der Tontechnik und der überdimensionierten Bühnengröße. Übrig bleibt eine Show, die eigentlich so viel besser hätte sein können, aber letztendlich auch an der in weiten Teilen ideenlosen Inszenierung kränkelt.
Ein schriller Ritt durch das Outback Australiens: "Priscilla" hat jede Menge Gay-Klischees und diverse Drag-Queen-Shows im Gepäck. Gil Mehmerts Inszenierung will manchmal zu viel – die wilde Fahrt funktioniert genau dann am besten, wenn sie einen Gang zurückschaltet.
Mehrere Begriffe ohne Anführungszeichen = Alle Begriffe müssen in beliebiger Reihenfolge vorkommen (Mark Seibert Hamburg findet z.B. auch eine Produktion, in der Mark Müller und Christian Seibert in Hamburg gespielt haben). "Mark Seibert" Wien hingegen findet genau den Namen "Mark Seibert" und Wien. Die Suche ist möglich nach Stücktiteln, Theaternamen, Mitwirkenden, Städten, Bundesländern (DE), Ländern, Aufführungsjahren...