Norden Westen Osten SŘden
Termine aus DeutschlandÍsterreichSchweizNiederlandeLondonTirolLinksSuchen nach JobsRedaktionDatenschutzImpressum
Aktuelle Shows ( Nord )Shows A-Z ( Nord )Premieren ( Nord )Sunset Boulevard


Drama

Sunset Boulevard

Tr├Ąume aus Licht


© Martin Becker
© Martin Becker
Regisseur Thomas Winter stellt seine Hauptdarstellerin in den absoluten Mittelpunkt der klassischen Inszenierung. Das Musical nach dem Billy-Wilder-Flim "Boulevard der D├Ąmmerung" um die alternde Stummfilmdiva funktioniert bestens, so dass das Stadttheater Bielefeld seinem guten Ruf im Bereich Musical alle Ehre macht.

(Text: Thorsten Wulf)

Premiere:20.03.2015
Rezensierte Vorstellung:20.03.2015
Derni├Ęre:17.01.2016


"Sunset Boulevard" ist sicherlich eines der Musicals, das mit seiner Hauptdarstellerin steht und f├Ąllt. Mit Brigitte Oelke hat das Theater Bielefeld eine auf den ersten Blick ungew├Âhnliche Wahl getroffen, die sich jedoch voll und ganz auszahlt.

In vielen Shows und vor allem bei "We will rock you" hat Oelke immer wieder bewiesen, dass sie mit rauer und rockiger Stimme das Publikum in ihren Bann ziehen kann. Bei "Sunset Boulevard" sind andere Qualit├Ąten gefragt. Die Partitur verlangt zuweilen opernhafte Kl├Ąnge, leise und zarte T├Âne bis hin zur starken und kraftvollen Momenten. Gleich in ihrer ersten Nummer "Aufzugeben", in der sie ihren toten Affen betrauert, ├╝berzeugt die Leading Lady mit klarer, heller Stimme, bevor sie beim ersten Showstopper des Abends "Nur ein Blick" immer kraftvoller und ├╝berzeugender wird. In der Tat muss man sich erst an den Klang ihrer Stimme gew├Âhnen, der nichts mehr mit der so bekannten Rockr├Âhre zu tun hat, doch gelingt dies schnell und bestens.

© Martin Becker
© Martin Becker


Hinzu kommt ein differenziertes Schauspiel. Diese Norma ist von Anfang an erkennbar verr├╝ckt und herrisch dazu. Wenn sie Joe Gillis bittet zu bleiben, geschieht dies mit lautem Befehlston. Dass sie sich schnell in den jungen Autoren verliebt, ist ebenso nachvollziehbar wie all ihre krankhaften Versuche, Joe im Haus zu halten. Brigitte Oelke gelingt es glaubhaft, Normas Auf und Ab der Gef├╝hle darzustellen: die Verzweiflung, die Norma dazu treibt sich die Pulsadern aufzuschneiden und gleich danach den kurzen Moment des Gl├╝cks nach Joes R├╝ckkehr. Besonders in den letzten Minuten des St├╝cks l├Ąuft Oelke zu H├Âchstform auf. Im Wahn erschie├čt Norma ihren Liebhaber Joe und schreitet in v├Âlliger geistiger Umnachtung als Salom├ę verkleidet die gro├če Treppe herunter - in dem Gedanken, sie w├╝rde nach ├╝ber 20 Jahren wieder einen Film drehen. Die Diva ist v├Âllig irr und nimmt die B├╝hne ganz f├╝r sich ein. Eine schauspielerische Meisterleistung!

Dem Stummfilmstar zur Seite steht Matthias Otte, der f├╝r den kurzfristig erkrankten Veit Sch├Ąfermeier die Rolle des Joes Gillis ├╝bernimmt. Mag es nun an der Inszenierung von Thomas Winter liegen oder an der kurzen Probenzeit: Der nicht mehr ganz so junge, erfolglose Autor bleibt ein wenig hinter den Erwartungen an die Rolle zur├╝ck. Das Schauspiel Ottes ist kaum emotional und zur├╝ckhaltend. Selbst die eigentlich hochemotionale Trennungsszene ist eher ruhig geraten. So bleibt nat├╝rlich mehr Raum f├╝r Normas Eskapaden, doch h├Ątte man ihr durchaus etwas mehr entgegensetzen d├╝rfen. Bleibt abzuwarten, ob im Laufe der Spielzeit eine Entwicklung zu sehen ist. Gesanglich ist Matthias Otte ohne Tadel, so dass sein Titelsong gro├čen Applaus erntet.

© Martin Becker
© Martin Becker


Tom Zahner gibt Normas Butler und - wie man am Ende erf├Ąhrt - Regisseur und ersten Ehemann Max von Meyerling, der sich r├╝hrend darum k├╝mmert, das L├╝gennetz und die Illusion um Normas immer noch w├Ąhrenden Ruhm aufrechtzuerhalten. Dies tut er mit ├Ąu├čerster Ruhe und Gelassenheit. Fast wirkt er wie ferngesteuert. Sein Solo "Kein Star wird jemals gr├Â├čer sein" l├Ąsst jedoch Gef├╝hle erahnen, die erst am Ende des ersten Aktes wirklich sichtbar werden, wenn die Desmond Selbstmord begehen will. Rollenbedingt k├Ânnen Ulrike Figgener als Betty Schaefer und Jonas Hein als Artie Green keine gro├čartigen Entwicklungen zeigen, singen und spielen aber sehr anst├Ąndig. Gesanglich gef├Ąllt Figgener bei ihrem Duett "Viel zu sehr" gemeinsam mit Matthias Otte.

Neben den f├╝nf genannten Darstellern stehen zehn weitere Ensemblemitglieder auf der B├╝hne sowie der Bielefelder Opernchor, so dass die Massenszenen imposant erscheinen. Alle sind mit gro├čer Freude und Einsatz dabei. Thomas Klotz, der f├╝r die Choreografie verantwortlich zeichnet, holt t├Ąnzerisch gerade aus dem Chor alles heraus, so dass die Interaktionen auf der B├╝hne sehr harmonisch wirken. Gesanglich ist ebenfalls alles top (Choreinstudierung Hagen Enke), was die Ensemble-Nummer "Nur noch ein Jahr" zu einem echten Highlight werden l├Ąsst. Bei den Ensemblemitgliedern f├Ąllt Fabian Kaiser angenehm auf. Der junge Tenor, der in Bielefeld auch als junger Clyde in "Bonnie & Clyde" zu sehen ist, spielt Myron und diverse andere Rollen mit gro├čer Pr├Ąsenz und sch├Âner Stimme.

© Martin Becker
© Martin Becker


Das Theater Bielefeld hat sich in den letzten Jahren einen exzellenten Ruf im Bereich Musical erarbeitet. Neben guter St├╝ckauswahl und geschickter Besetzung ist stets auf das B├╝hnenbild Verlass. Ulv Jakobsen, der sowohl B├╝hne als auch Kost├╝me kreiert hat, ├╝berzeugt auch hier. Die Villa am Sunset Boulevard zeigt den gro├čen, in dunklen T├Ânen gehaltenen Wohnbereich mit einer einfachen Treppe und einem opulenten, riesigen Rundfenster, das an ein Kirchenfenster erinnert. Die Halle wird von sechs schwarzen S├Ąulen getragen die ÔÇô so der Clou ÔÇô ebenso wie die R├╝ckwand der B├╝hne als Projektionsfl├Ąche genutzt werden. Hinzu kommt noch ein Gazevorhang am vorderen B├╝hnenrand, auf den ebenfalls Bilder projiziert werden. Die Bilderwelt f├╝hrt den Zuschauer schon zu Beginn der Ouverture ins Jahr 1949, in dem die Handlung beginnt. Im Laufe der Handlung unterst├╝tzen die Bilder immer wieder die jeweilige Stimmung und f├╝gen sich bestens ein. Im zweiten Akt kommt die Drehb├╝hne zum Einsatz, die unter anderem das Set bei Paramount Pictures zeigt, das ebenfalls gut ausgestattet in Gold gehalten ist. Die Kost├╝me sind immer passend und runden das Gesamtbild ab.

© Martin Becker
© Martin Becker


Erfreulich ist auch das Orchester unter der versierten Leitung von William Ward Murta. Mit vollem Klang spielt es sich in stets angemessenen Tempi durch die Partitur und ├╝bert├Ânt zu keiner Zeit die Darsteller auf der B├╝hne. Manchmal d├╝rften die Streicher noch etwas kraftvoller in den dramatischen Momenten auftrumpfen, doch ansonsten ist es wunderbar, weit ├╝ber 20 Musiker im Graben zu haben, die sich durch ein starkes St├╝ck Musik arbeiten.

Das Bielefelder Publikum applaudiert lange und gew├Ąhrt nach und nach Standing Ovations. Mit Brigitte Oelke hat das Haus eine echte Leading Lady engagiert, die ihre Wandlungsf├Ąhigkeit bestens unter Beweis stellt.

(Text: Thorsten Wulf)






Kreativteam

Musik Andrew Lloyd Webber
Buch und Liedertexte Don Black
Christopher Hampton
Deutsche Texte Michael Kunze
Musikalische Leitung William Ward Murta
Inszenierung Thomas Winter
Choreographie Thomas Klotz
B├╝hne und Kost├╝me Ulv Jakobsen


Besetzung

Norma DesmondBrigitte Oelke
Joe GillisVeit Sch├Ąfermeier
Matthias Otte
Max von MayerlingTom Zahner
Betty SchaeferUlrike Figgener
Artie GreenJonas Hein
Cecile B. De MilleBenjamin Armbruster
Sheldrake, EnsembleBernard Niemeyer
Myron, EnsembleFabian Kaiser
Manfred, EnsembleCarlos H. Rivas
Mary, Ärztin, EnsembleMichaela Duhme
Heather, Astrologin, Johanna, EnsembleNatascha-Cecillia Hill
LarissaEvelina Quilichini
Schuldeneintreiber 2, KellnerRamon Riemarzik
Torw├ĄchterLutz Laible
Hoeg-EyeLado Lortkipanidze




Produktionsgalerie (weitere Bilder)

© Martin Becker
© Martin Becker
© Martin Becker
© Martin Becker

Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


1 Zuschauer hat eine Wertung abgegeben:


30742
Die Killerqueen war gestern. Norma ist da

04.04.2015 - 28.03. 2015
Seit 1993 kenne ich S.Blvd. 2009 freigegeben, wurde das Musical in verschiedenen Deutschen Theater gespielt. Davon habe ich einige Produktionen gesehen. F├╝r mich
lieferte Bielefeld die beste Vorstellung. Grund: Brigitte Oelke ist die Norma Desmond schlechthin. Ihre starke Stimme, der Ausdruck, und die B├╝hnenpr├Ąsenz ist unbeschreiblich gut. In Bielefeld stimmt alles. Orchester und Chor, spitzenm├Ąssig. Die Inszenierung ist sehr interessant, ergreifend und mit neuen Effekten gespickt, die Auto Verfolgungsjagd, Norma f├Ąhrt zu der Paramount Studios.
Nach 20 J. konnte ich Thenardier, Tom Zahner wieder erleben.
Er gibt einen souver├Ąnen Max.
Ulrike Figgener und Veit Sch├Ąfermeier, sind sehr ├╝berzeugend, besonders, Too much in love to care.
Unbedingt ansehen.
Es lohnt sich.
Ein alter Hase.

helenfan (5 Bewertungen, ∅ 3.8 Sterne)


Bitte melden Sie sich an, wenn Sie einen Leserkommentar abgeben wollen.
Neu registrieren | Logon

 
Details k├Ânnen Sie hier nachlesen: Leserkommentare - das ist neu
 
 

 Theater / Veranstalter
Theater
Niederwall 27
D-33602 Bielefeld
0521/515454
Email
Homepage
Hotels in Theatern├Ąhe

 So fand ich die Show
Jetzt eigene
Bewertung schreiben!

 Weitere Produktionen
 Sunset Boulevard (Gera)
 Sunset Boulevard (Heilbronn)
 Sunset Boulevard (Krefeld)
weitere Produktionen finden

 muz-Lexikon
Handlung
Hollywood in den F├╝nfzigern. mehr

Weitere Infos
Bei der Tony Award Verleihung 2005 wurde das St├╝ck mit sieben Troph├Ąen ausgezeichnet - darunter f├╝r das beste Musical, die beste Musik und das beste Buch.

 Kurzbewertung [ i ]
(tw)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Das Theater Bielefeld ├╝berzeugt mit seiner neusten Produktion dank einer sehenswerten Hauptdarstellerin und einer stimmigen Inszenierung.

22.03.2015

 Termine

Leider keine aktuellen Auff├╝hrungstermine.


© musicalzentrale 2020. Alle Angaben ohne Gew├Ąhr.

   Wir suchen Dich!

   SOFTWAREBILLIGER.DE

   Ein Platz f├╝r Ihre Werbung?

MUSICAL-THEATER


Testen Sie Ihr Wissen! Was l├Ąuft aktuell in diesen Musicalh├Ąusern?
Basel: Musical-Theater +++ Berlin: Theater des Westens +++ Berlin: Friedrichstadt-Palast +++ Berlin: Theater am Potsdamer Platz +++ Essen: Colosseum +++ D├╝sseldorf: Capitol +++ Hamburg: Neue Flora +++ Hamburg: Operettenhaus +++ Hamburg: Theater im Hafen +++ M├╝nchen: Deutsches Theater +++ Oberhausen: Metronom +++ Stuttgart: Apollo-Theater +++ Stuttgart: Palladium-Theater +++ Wien: Raimund-Theater +++ Wien: Ronacher
Alle Theater, alle Spielpl├Ąne: Deutschland-Nord, -West, -Ost, -S├╝d, ├ľsterreich, Schweiz, Niederlande, London.


Unsere Seite verwendet Cookies & Google Maps, um Ihnen ein bestm÷gliches Besuchserlebnis zu bieten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen, stimmen Sie beiden Nutzungen zu. [ X ]
;