| Kurzbewertung | Rezension | Kreativteam | Cast | Galerie | Termine | Termine (Archiv) |
Was würdest du tun, wenn du nur noch drei Tage zu leben hättest? Eine ziemlich existenzielle Frage für ein Comedy-Musical. Beantwortet wird sie in irrwitzigen Episoden mit Songs von der zarten Ballade bis zum Powerschlager. Die gelungene szenische Umsetzung und vor allem das grandios aufspielende Ensemble machen aus der hanebüchen konstruierten Geschichte ein lebensbejahendes Gute-Laune-Fest.
Bea hat irgendwas in ihrem Kopf und deshalb nur noch drei Tage zu leben. Mehr Informationen bekommt sie von ihrem Arzt nicht – schließlich ist sie bloß Kassenpatientin. Das Techtelmechtel mit ihrem verheirateten Chef endet abrupt und außerdem fliegt sie aus ihrer Wohnung. Noch dazu ist da plötzlich dieser seltsame Mann, der sich Ben nennt, nichts als Unsinn im Kopf hat und den anscheinend nur sie sehen kann. Doch immerhin bringt er Bea dazu, sich zu überlegen, wie sie ihre letzten Tage nutzen will. Daraus ergeben sich so vorhersehbare Situationen wie ein Besuch im Sexshop und die Nutzung einer Dating-App. Und wie das in Komödien nun mal so ist, lernt sie zufällig den attraktiven Noah kennen, der sich passenderweise als Bestatter herausstellt, und dem sie in allen möglichen – oder besser unmöglichen – Momenten immer wieder begegnet.
Auf den ersten Blick bringt das Buch von William Danne, der auch für die Regie verantwortlich ist, inhaltlich nichts Neues. Die Pointen sind erwartbar und allzu zart besaitet sollte man an der Humorfront auch nicht sein. Doch immer wieder überrascht das Stück mit etwas, was man womöglich hier nicht vermutet: mit Herz. Bea setzt sich natürlich auch mit ihrem Leben auseinander und mit der Beziehung zu ihrer Familie, mit den Träumen, die sie als Kind hatte. Dann entstehen plötzlich Momente, die berühren. Dass diese Momente den Abend nicht aus dem Gleichgewicht bringen, liegt an Dannes kreativer und sicherer Inszenierung, die hochtourige Komödie, echte Gefühle und auch ein bisschen Romcom-Kitsch unter einen Hut bekommt.
Die Komik entsteht weniger durch die Dialoge als durch das Spiel des Ensembles. Da ist sich niemand für einen albernen Gesichtsausdruck, eine seltsame Perücke oder ein schrilles Kostüm zu schade. Der Funke springt über, weil die fünf Darstellerinnen und Darsteller es mit sichtlichem Spaß tun und eine Energie auf die Bühne bringen, der sich das Publikum schwer entziehen kann.
Dorothée Kahler, Michael Kargus und Evangelos Sargantzo wechseln im Minutentakt ihre Figuren. Sie geben diesen vielen Charakteren kleine Eigenheiten mit – ob das nun Beas Tanten und Onkel sind, der Sexshop-Verkäufer mit dem hessischen Akzent, die Träger des Umzugsunternehmens ‚von dannen‘ oder Beas High-Society-Mutter. Selbst Figuren mit kurzen Bühnenmoment werden plastisch. Dabei helfen ihnen die fantastischen bunten Kostüme und Perücken von Gesa Lüthje, die perfekt auf die Charaktere abgestimmt sind.
Dorothea Maria Müller ist die etwas verhuschte Bea, die ihr Leben nie richtig auf die Reihe bekommen hat. Die neue Situation überfordert sie – besonders dieser merkwürdige Ben. Doch als sie sich überzeugen lässt, ihre letzten Tage nach allen Regeln der Kunst zu genießen, taut sie auf. Eine besonders schöne Idee: Wenn Bea dem Publikum ihre Gedanken mitteilt, spricht sie Schwäbisch – also spricht sie mit sich selbst in einer ‚anderen Sprache‘. Müller zeigt erst die Verklemmtheit, die Überforderung, dann die ‚Ist mir doch egal‘-Lebensfreude ihrer Figur, aber auch ihre Verletzlichkeit.
Jendrick Sigwarts Ben nervt wie Hölle – und ist gerade deswegen so grandios. Sigwart rennt, hüpft, kugelt über die Bühne und benutzt wahrscheinlich jeden verfügbaren Gesichtsmuskel, um Grimassen zu schneiden. Bei allem Klamauk, den er veranstaltet, ist Ben trotzdem derjenige, der Bea durch diese nicht sehr schöne Situation begleitet und ihr beisteht. Er ist ein Nervbolzen mit Herz.
Die episodisch ablaufende Geschichte braucht schnelle Ortswechsel, die das raffinierte Bühnenbild von Manuel Kolip durch Schiebewände und fahrbare Sets scheinbar mühelos zu Wege bringt. Christoph Pöschkos gelungenes Lichtdesign bringt mal durch Blinklichter Tempo in die Musiknummern, unterstreicht die verschiedenen Orte, an denen man sich gerade befindet und sorgt in ruhigen Momenten für Atmosphäre.
Martin Lingnau hat abwechslungsreiche und eingängige Songs mit hohem Mitklatschpotential komponiert, die Schlager mal parodieren, mal zelebrieren, sich ein bisschen Neue Deutsche Welle ausborgen oder einfach die Erwartungen an eine gut gemachte Musical-Ballade bedienen. Ihm gelingt aber auch das Kunststück, das vertonte Rezept eines Brokkoli-Auflaufs zum Abgesang auf eine Ehe werden zu lassen. Sven van Thom hat dazu adäquate Reime getextet – von albern bis zu Herzen gehend – und Hakan T. Aslan setzt die Songs in seinen Choreografien knackig um. Die Musik wird dabei nur als Halbplayback eingespielt; in der besuchten Vorstellung mit dumpf wummernden Bässen.
„Carpe F*cking Diem“ ist oft platt und laut, mal sanft und rührend, aber immer unterhaltsam. Ein Feelgood-Musical mit einem Knaller-Ensemble!
| Kurzbewertung | Rezension | Kreativteam | Cast | Galerie | Termine | Termine (Archiv) | |||
| KREATIVTEAM | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Musik, Story | Martin Lingnau |
| Buch, Story | William Danne |
| Songtexte | Sven van Thom |
| Inszenierung | William Danne |
| Musikalische Leitung | Jörg Hilger |
| Choreografie | Hakan T. Aslan |
| Bühnenbild | Manuel Kolip |
| Kostüme | Gesa Lüthje |
| Lichtdesign | Christoph Pöschko |
| Kurzbewertung | Rezension | Kreativteam | Cast | Galerie | Termine | Termine (Archiv) | |||
| CAST (AKTUELL) | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Bea | Dorothea Maria Müller |
| Ben | Jendrik Sigwart |
| Hiltrud u.a. | Dorothée Kahler |
| Dr. Glinz u.a. | Michael Kargus |
| Noah u.a. | Evangelos Sargantzo |
| Kurzbewertung | Rezension | Kreativteam | Cast | Galerie | Termine | Termine (Archiv) | |||
| GALERIE | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|






| Kurzbewertung | Rezension | Kreativteam | Cast | Galerie | Termine | Termine (Archiv) | |||
| TERMINE | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| keine aktuellen Termine |
|---|
| Kurzbewertung | Rezension | Kreativteam | Cast | Galerie | Termine | Termine (Archiv) | |||
| TERMINE (HISTORY) | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Mi, 22.10.2025 19:30 | K1, Karlsruhe | öffentliche Generalprobe | |||||||
| Do, 23.10.2025 19:30 | K1, Karlsruhe | öffentliche Generalprobe | |||||||
| Fr, 24.10.2025 19:30 | K1, Karlsruhe | Premiere | |||||||
| ▼ 22 weitere Termine einblenden (bis 23.11.2025) ▼ | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Sa, 25.10.2025 19:30 | K1, Karlsruhe | ||||||||
| So, 26.10.2025 18:30 | K1, Karlsruhe | ||||||||
| Mi, 29.10.2025 19:30 | K1, Karlsruhe | ||||||||
| Do, 30.10.2025 19:30 | K1, Karlsruhe | ||||||||
| Fr, 31.10.2025 19:30 | K1, Karlsruhe | ||||||||
| Sa, 01.11.2025 19:00 | K1, Karlsruhe | ||||||||
| So, 02.11.2025 14:30 | K1, Karlsruhe | ||||||||
| Mi, 05.11.2025 19:00 | K1, Karlsruhe | ||||||||
| Do, 06.11.2025 19:00 | K1, Karlsruhe | ||||||||
| Fr, 07.11.2025 19:00 | K1, Karlsruhe | ||||||||
| Sa, 08.11.2025 19:00 | K1, Karlsruhe | ||||||||
| So, 09.11.2025 14:30 | K1, Karlsruhe | ||||||||
| Mi, 12.11.2025 19:00 | K1, Karlsruhe | ||||||||
| Do, 13.11.2025 19:00 | K1, Karlsruhe | ||||||||
| Fr, 14.11.2025 19:00 | K1, Karlsruhe | ||||||||
| Sa, 15.11.2025 19:00 | K1, Karlsruhe | ||||||||
| So, 16.11.2025 14:30 | K1, Karlsruhe | ||||||||
| Mi, 19.11.2025 19:00 | K1, Karlsruhe | ||||||||
| Do, 20.11.2025 19:00 | K1, Karlsruhe | ||||||||
| Fr, 21.11.2025 19:00 | K1, Karlsruhe | ||||||||
| Sa, 22.11.2025 19:00 | K1, Karlsruhe | ||||||||
| So, 23.11.2025 14:30 | K1, Karlsruhe | ||||||||
| ▲ Termine ausblenden ▲ | |||||||||
Tausch Dich mit anderen Musicalfans in unserem Forum aus.

