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Mit „FAME – Das Musical“ bringt das First Stage Theater in Hamburg eine Inszenierung auf die Bühne, die Frische verspricht und die Ambitionen des Musicalklassikers mit der leidenschaftlichen Energie einer Nachwuchsproduktion verbindet. Vieles funktioniert dabei, vor allem der Tanz bleibt jedoch hinter den geweckten Erwartungen zurück. Dass nicht immer alles glatt läuft, passt zum Stück, schließlich erzählt „FAME“ vom Weg und nicht vom Ziel.
Das Musical basiert auf den Oscar-gekröntem Film von 1980 sowie der gleichnamigen TV-Serie. Erzählt wird die Geschichte junger Talente, die an der renommierten New Yorker High School of Performing Arts den Traum von Ruhm und einer großen Karriere verfolgen. Zwischen Musik, Tanz und Schauspiel durchlaufen sie eine intensive Ausbildung, die geprägt ist von harter Arbeit, Rückschlägen, Freundschaft und Liebe. Doch „FAME“ erzählt nicht nur vom Streben nach Ruhm, sondern auch von Selbstfindung und dem Erwachsenwerden. Gerahmt wird die Handlung von zwei Momentaufnahmen: Zu Beginn lächeln die frisch aufgenommenen Schüler:innen stolz fürs Gruppenfoto in die Kamera. Am Ende, vier Jahre später, posiert die Abschlussklasse wieder, jedoch mit einer schmerzhaften Lücke zwischen ihnen.
Welche Bühne ist hierfür namentlich besser geeignet als das intime First Stage Theater? Im Ensemble sind Jungdarsteller:innen und Absolvent:innen verschiedener Musicalschulen. In ihren Darstellungen schwingt daher auch die eigene Biografie mit: der Weg durch die Ausbildung, getragen von Hoffnungen, Rückschlägen und dem Traum vom ganz großen Rampenlicht. Doch die Lehrkräfte erinnern unmissverständlich: Nur ein Bruchteil wird es tatsächlich schaffen, groß herauszukommen. Durch diese Parallele wirkt die Inszenierung nahbar und authentisch.
Mit bereits langjähriger Erfahrung glänzen besonders die Lehrkräfte Kerstin Ibald als Miss Sherman und Stefan Reil als Mister Meyers. Ibald gelingt es, Autorität und Strenge mit einer großen Hingabe für ihre Zöglinge zu verbinden, während Reil die Schauspielklasse mit Leidenschaft und unkonventionellen Methoden herausfordert – und dabei Sympathiepunkte erntet. Unter den Schüler:innen stechen Selina Kullmann als Serena Katz und Christopher Dederichs als Nick Piazza hervor. Ihr Duett „Let’s Play a Love Scene“ entwickelt sich zu einem der gesanglichen Höhepunkte des Abends. Die Lacher hat Babak Malekzadeh als Joe Vegas auf seiner Seite, der bei den weiblichen Mitschülerinnen in das eine oder andere Fettnäpfchen tritt und sich passenderweise schließlich entschließt, sein Talent in bunten Hawaiihemden in den New Yorker Comedy Clubs unter Beweis zu stellen.
Die Songs wechseln zwischen englischen Originalen und eingestreuten deutschen Passagen. Erik Petersen, selbst Dozent an der Stage School, zu der das Theater gehört und von der einige Darsteller:innen dieser Inszenierung kommen, setzt auf eine Regie, die nah am Klassiker bleibt, zugleich aber auch behutsam modernisiert, sei es in Form von Lady Gaga-Referenzen oder Smartphone-Verbot im Unterricht.
Musikalisch tragen die Live-Band hinter der Bühne sowie die zum Teil live spielende Schülerband der High School entscheidend zum Abend bei. Unter der musikalischen Leitung von Nicolas Mischke funktioniert das Zusammenspiel überzeugend.
Die Choreografien von Sabine Arthold sollen an den Film erinnern, bleiben aber nicht in allen Momenten so spektakulär, wie es der Ankündigungstext verspricht. Vielleicht liegt es an der Nähe zwischen Bühne und Publikum: Der kleine Raum des First Stage schafft Intimität, verzeiht aber auch keine Unsicherheiten. Auch der Gesang wirkt stellenweise wackelig, was das Stück selbst glücklicherweise jedoch nur authentischer macht.
Bühnenbild (Felix Wienbürger) und Kostüme (Florian Bänsch) erweisen sich als stimmig. Mit einfachen Mitteln entsteht ein wandelbarer Raum, der Bühnen, Tanz- und Probenräume, Klassenzimmer oder Flure gleichermaßen andeutet. Auch die simplen Kostüme verstärken den High-School-Charakter: Jede Figur trägt einen unverwechselbaren Stil, der die individuellen Charaktere stützt, ohne überladen zu wirken.
Es bleibt der Eindruck eines Abends, der die hoffnungsvolle Energie und gerne verdrängte Unsicherheit des jungen Künstlerlebens authentisch transportiert – mit Ecken und Kanten und einigen wirklich starken Momenten.
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| KREATIVTEAM | |||||||||
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| Stückentwicklung | David de Silva |
| Buch | Jose Fernandez |
| Liedtexte | Jacques Levy |
| Musik | Steve Margoshes |
| Titelsong 'Fame' | Dean Pitchfork Michael Gore |
| Deutsche Fassung | Frank Thannhäuser Iris Schumacher |
| Regie | Erik Petersen |
| Choreografie | Sabine Arthold |
| Musikalische Leitung | Nicolas Mischke |
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| CAST (AKTUELL) | |||||||||
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| Serena Katz | Ilka Kottkamp (Selina Kullmann) |
| Nick Piazza | Christopher Dederichs (Jan Großfeld) |
| Joe Vegas | Babak Malekzadeh (Jan Großfeld Max Kikken) |
| Coco | Ruby Smeets |
| Carmen Diaz | Victoria Kerbl (Selina Kullmann Ann-Kathrin Amborn) |
| Tyrone Jackson | Jeslord Akuoko (Philip Kretschmann) |
| Iris Kelly | Rose Vandrey (Charlotte Beba) |
| Mabel Washington | Daniela Tweesmann (Ruby Smeets) |
| Beatrice / Dance Captain | Lina Sbaita |
| Peter | Dominik Wojtasik |
| Schlomo Metzenbaum | Marc Verhaelen (Jan Großfeld) |
| Grace Lamb | Viola Bremer (Selina Kullmann) |
| Goodman King | Dominik Krumschmidt (Dominik Wojtasik) |
| Kira | Charlotte Beba |
| Percy | Iman Khaleghi |
| Miss Sherman | Kerstin Ibald (Daniela Tweesmann) |
| Miss Bell | Ann-Kathrin Amborn (Viola Bremer) |
| Andre / Mister Sheinkopf | Max Kikken (Philip Kretschmann) |
| Mister Meyers | Stefan Reil (Max Kikken) |
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| GALERIE | |||||||||
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| TERMINE | |||||||||
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| SPIELORTE | |||||||||
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| 02.09.2025 - 12.10.2025 | First Stage Theater, Hamburg | 44 x |
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