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| KURZBEWERTUNG | |||||||||
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Charles Dickens‘ „Eine Weihnachtsgeschichte“ mit Musik und Texten von Michael Schanze und Christian Berg ist eine neue Adaption der altbekannten Story und kommt in der aktuellen Showslot-Inszenierung im optisch modernen Gewand und mit stimmungsvollen, neuen Liedern daher. Beschwingte Choreografien werden in stimmungsvoller Kulisse präsentiert, und die Musik versetzt das Publikum bereits im November in vorweihnachtliche Stimmung.
Drei Weihnachtsgeister sowie der Geist seines bereits verstorbenen Freundes Jacob Marley mahnen den unbarmherzigen Geldverleiher Ebenezer Scrooge, der selbst zahlreiche Mahnungen ausstellt, in der Heiligen Nacht ab. Rückblenden seines Lebens und vermeintliche Zukunftsvisionen kündigen an, dass Ebenezers letztes Stündchen naht und er im Dasein nach dem Tod für seine gelebte Unmenschlichkeit auf ewig büßen muss.
Der Aufruf an Scrooge, sein Leben von nun an der Nächstenliebe und der Barmherzigkeit zu widmen, erreicht in der Tour-Produktion auch die Zuschauer. Nicht nur Kinder lassen sich von Christopher Weyers‘ Inszenierung um Tiny Tim und die Geister beeindrucken und von den modernen, meist medialen Showeffekten verzaubern. Glöckchenklang und modern wie klassisch arrangierte Weihnachtslieder („Weihnachten für alle“, „Dieser Tag“) wecken Erinnerungen an eigene vergangene Weihnachtsfeste und stimmen auf die kommende Weihnachtssaison ein.
Regisseur und Bühnenbildner Weyers legt bei der Gestaltung des Sets sehr viel Wert auf Ästhetik. Selbst der ärmliche Haushalt der Familie Cratchit strahlt eine besondere Wärme aus. Das raffinierte Bühnenbild wird von einer Gasse zwischen zwei Hausfassaden bestimmt. Beide Häuser bergen weitere Spielräume: So lässt sich die linke Hausfassade zur Seite des Publikums öffnen und gibt Einblicke in Scrooges Geschäft frei. Das Ensemble kann somit sowohl das Geschäft als auch die Gasse bespielen. Auf der rechten Seite befindet sich Ebenezers Wohnhaus. Dieses lässt sich aufklappen und bietet damit Einblicke in die wenig heimelige Atmosphäre der Wohnung des Griesgrams.
Durch die Gasse blickt das Publikum auf eine die Bühne in der Tiefe begrenzende Leinwand, die mit Szenen der Geschichte bespielt wird. Rasch können so Szenenwechsel, Zeitsprünge sowie die Sternenreise durch die Zeit stattfinden: Hier sieht beispielsweise der alte Scrooge sein Alter Ego in jungen Jahren unter dem Weihnachtsbaum mit seiner verlorenen großen Liebe. Dem Zuschauer wird außerdem immer wieder Big Ben mit fortlaufender Uhrzeit, die eine zentrale Rolle innerhalb der Geschichte spielt, präsentiert. Schnelle Szenenwechsel erreicht der Regisseur zudem durch den Aufbau eines kleinen Weihnachtsmarktes, der mit liebevollen Details aufwartet. Außerdem findet fortwährend ein leichter Kunst-Schneefall auf der Bühne statt, was gemeinsam mit dem immer wieder erklingenden Glöckchenklang in den Playbacks eine herrlich kitschige Weihnachtsstimmung verbreitet.
Die Auswahl und Gestaltung der Kostüme von Thomas Dohm unterstützen die gelungene Ästhetik der Show. Dohm bietet mit großen Tellerröcken und Schürzenkleidern, Zylindern und Gehröcken, Hosenträgern und blank geputzten Schuhen zunächst ein Abbild der Mode der damaligen Zeit an. Ein Geist der Weihnacht hebt sich jedoch, paradoxerweise als Vermittler der vergangenen Fehler Scrooges, durch dessen schrill-moderne Note davon ab: Eine pinke Perücke und ein Glitzerrock kommen dem Wortlaut des Librettos entsprechend recht „Durchgeknallt“ daher. Provozierend wirkt der scheinbare Widerspruch, dass ausgerechnet dieser frische, moderne Geist die Vergangenheit Scrooges präsentiert, zeigt aber doch auf, was die Hauptfigur im Laufe seines Lebens verloren hat: Wärme, Güte und Lebenslust. Weitere ausgefallene Kostüm-Ideen, wie eine sprechende Tür, eine Straßenlampe sowie ein mannshoher Truthahn sorgen für Lacher.
Schwung und Dynamik verbreitet das Ensemble mit der Präsentation zahlreicher Choreografien von Natalie Holtom, die verschiedenen Genres entsprechen: Es gibt Folklore Paar- wie Kreistänze, Kasatschok, Contemporary und Kick-Lines zu sehen. Der gesamte Cast überzeugt als hervorragendes Tanzensemble. Einziger Wermutstropfen bei den beeindruckenden, abwechslungsreichen Tänzen ist, dass der Stepptanz mit dem Playback nur synchronisiert und kein echtes Schuhgeklapper zu hören ist. Tourbedingt nicht untypisch wird in dieser Inszenierung auf Live-Musik gänzlich verzichtet und auf Playbacks zurückgegriffen.
Holger Hauer gibt in der Premierenvorstellung einen kaltschnäuzigen Ebenezer Scrooge, der sich durch den Besuch der drei Weihnachtsgeister jedoch zusehends erwärmen lässt. In Spiel und Gesang absolut souverän, bestreitet er nahezu jede einzelne Szene des gesamten Stückes – und das mit Bravour! Spannend wird es für das Publikum in Berlin und München, da der Protagonist dort mit Uwe Kröger ebenfalls prominent besetzt ist.
Die weiteren Darstellerinnen und Darsteller des Ensembles füllen jeweils mindestens eine Hauptrolle aus und stellen außerdem das Tanzensemble dar. Einige stechen besonders aus dem Cast heraus:
Robert Schmelcher gibt den schaurigen Geist des bereits verstorbenen Jacob Marley zum Besten. Seine Auftritte und Abgänge wirken schauspielerisch besonders furchterregend und werden durch Effekte wie das Sprechen der Haustür und das Zuschlagen derselben passend begleitet.
Tim Al-Windawe stellt den fürsorglichen Familienvater und Scrooges Angestellten Bob Crachit besonders liebenswert dar. Er besticht durch seine warme Stimmfarbe. Seine Spielpartnerin Julia Werbick tritt als Mrs. Cratchit sehr bestimmt und zugleich liebevoll auf. Ihre sanfte Singstimme harmoniert mit der Al-Windawes besonders gut.
Nadine Kühn bleibt als verrückter Geist der vergangenen Weihnacht im Gedächtnis: Ihr schriller Auftritt und ihre grelle Sprechstimme passen hervorragend zum Overacting ihrer Figur. Sanft mahnend und zugleich verständnisvoll führt sie Scrooge an seine Fehler heran, was die Rolle besonders nachvollziehbar für die Erzählstruktur der Show macht.
Esther Konzett als Tiny Tim berührt durch ihr Spiel des kranken Jungen mit Handicap und verkörpert dessen enormen Kampfgeist. Konzetts glockenklare Stimme voller Emotionen trifft den Zuschauer mitten ins Herz.
Die von Glöckchenklang bestimmten Playbacks in Kombination mit den Stimmen der Darstellerinnen und Darsteller, den schwungvollen Choreografien sowie den stimmungsvollen Sets verbreiten selbst unter den ‚Scrooges‘ im Publikum Weihnachtsstimmung. Hier geht ein saisonaler Stimmungsgarant an den Start – Weihnachtskitsch inklusive!
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| KREATIVTEAM | |||||||||
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| Musik | Michael Schanze |
| Libretto | Christian Berg Michael Schanze |
| Buch | Christian Berg nach Charles Dickens |
| Director & Set Designer | Christoph Weyers |
| Choreographie | Natalie Holtom |
| Musikalischer Supervisor | Pascal Kierdorf |
| Musikalischer Direktor | Hans Rose |
| Thomas Dohm | Kostüme |
| Lichtdesign | Oliver Ehmes |
| Sound Design | Dennis Heise |
| Video Design (2025) | Michael Balgavy |
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| CAST (AKTUELL) | |||||||||
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| = 2025 = | ||||
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| ++ Cast Berlin ++ | ||||
| Ebenezer Scrooge | Holger Hauer (Claudio Maniscalco) | |||
| Jacob Marley | Claudio Maniscalco | |||
| Bob Cratchit | Michael Gugel | |||
| Alfred | Janik Oelsch | |||
| 1. Geist | Linda Rietdorff | |||
| 2. Geist | Leander Bertholdt | |||
| 3. Geist | Samantha Szopiak | |||
| Mrs. Quitt | Linda Rietdorff (Samantha Szkopiak) | |||
| Tiny Tim | Esther Konzett | |||
| Bella | Henrike Starck | |||
| Mrs. Chratchit | Lena Ponge | |||
| Mrs. Hawkins | Melina Hendel | |||
| Shoeshine Newsboy | Luis Miguel | |||
| Swings | Alexander Mikliss Lisa Radl Thomas Schreier | |||
| ++ Cast Tour ++ | ||||
| Ebenzer Scrooge | Uwe Kröger | |||
| Jacob Marley | Gerald Michel | |||
| Bob Cratchit | Jacob Hetzner | |||
| Alfred | Stefan Schößwendter | |||
| 1. Geist | Paulina Wojtowicz | |||
| 2. Geist | Louis Dietrich | |||
| 3. Geist / Mrs. Quatt | Friederike Kury | |||
| Tiny Tim | Lilia Höfling | |||
| Bella | Katharina Schmitz | |||
| Mrs. Chratchit | Julia Werbick | |||
| Mrs. Hawkins | Anna Luca Faradi | |||
| Shoeshine Newsboy | George Theodosiou | |||
| Swings | Markus Wilhelm Justin Fischer Antonia Wortberg Carina Fitzi Simone Cataldi Thomas Schreier | |||
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| CAST (HISTORY) | |||||||||
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| =2024= | ||||
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| Ebenzer Scrooge (München, Berlin) | Uwe Kröger | |||
| Ebenezer Scrooge (Duisburg, Hamburg, Bremen, Dresden, Saarbrücken, Stuttgart, Offenbach) | Holger Hauer | |||
| Jacob Marley | Robert Schmelcher | |||
| Bob Cratchit | Tim Al-Windawe | |||
| Alfred | Simon Staiger | |||
| 1. Geist | Nadine Kühn | |||
| 2. Geist | Torben Bach | |||
| 3. Geist | Merline Kramer | |||
| Tiny Tim | Esther Konzett | |||
| Bella | Katharina Schmitz | |||
| Mrs. Chratchit | Julia Werbick | |||
| Mrs. Hawkins | Anna Luca Faradi | |||
| Shoeshine Newsgirl | Eva Schütz | |||
| Onstage Swing | Piero Ochsenbein Sandra Bitterli | |||
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