Über dem Zuschauerraum hängt ein riesiger Aufbau einer Modelleisenbahn. Eine Kinderstimme aus dem Off, aktuell gesprochen von Lamin Timera, führt in die Geschichte des weltweit erfolgreichsten Musicals an einem Standort in der Ruhrmetropole Bochum ein. Dass das Erfolgskonzept des einzigen Longrun-Musicals auf Rollschuhen nach zwischenzeitlichen Flauten vor allem auf Ansprache der breiten Masse und mehrerer Generationen baut, lässt viele kritische Stimmen an der Qualität des Erfolgsmusicals Andrew Lloyd Webbers zweifeln.
Mit "Der kleine Horrorladen" bringt Carsten Kirchmeier ein wahres Kult-Musical unter der musikalischen Leitung von Wolfgang Wilger ins Kleine Haus des Musiktheaters im Revier. Ein starkes Ensemble in Gesang und Spiel sowie eine ansprechende Ausstattung im Stil der 1960er Jahre sprechen für gute Unterhaltung. Leider wird den Figuren nur wenig Tiefe zugesprochen. Dass diese aufgrund ihrer Herkunft nicht anders handeln könnten als dem Unmoralischen und der Manipulation zu verfallen, wirkt am Ende leider doch etwas platt.
Die in regelmäßigen Abständen tourende Großproduktion von "Dirty Dancing" wurde für die aktuelle Laufzeit neu inszeniert. Dabei begeistert das virtuose Tanzensemble, das die vielen schwungvollen wie emotionalen Choreographien perfekt umsetzt. Auch die Hauptdarsteller überzeugen darstellerisch wie tänzerisch auf ganzer Linie. Das Bühnenstück zeigt sich des Kultfilms vollumfänglich würdig, auch wenn aus der Sicht von Liebhabern des Genres Musical vor allem inszenatorisch und in der musikalischen Umsetzung durchaus noch Luft nach oben ist.
In ''Dirty Dancing'' wird getanzt, getanzt, getanzt. Die Songs kommen dabei etwas zu kurz und auch den Sprechszenen fehlt es häufig an Tiefe, doch schafft dies Zeit für ausgiebige Tanzszenen von hoher Qualität. Der leidenschaftliche Tanz, das große Bühnenbild und das immer enthusiastischer werdende Publikum machen die Inszenierung zu einer runden Sache. Spätestens wenn ''Baby'' im entgegengefieberten Finale angstfrei und grazil über die Köpfe der anderen Resortgäste schwebt, macht sich eine wohlige Gänsehaut bemerkbar. Gäbe es das Kellerman's Resort wirklich, das Publikum hätte nach dieser Inszenierung mit Sicherheit den nächsten Sommerurlaub dort gebucht.
Das Musical aus der Feder von Alexander Dinelaris basiert auf dem Blockbuster "Bodyguard" von 1992, der Whitney Houstons Weltkarriere weiter anfeuerte. In der Bühnenshow sind neben den Liedern des Original-Soundtracks noch viele weitere Houston-Hits eingearbeitet. Samt der spannenden Story ergibt sich dank herausragender Darsteller ein kurzweiliger, kinoreifer Abend. Ende August 2017 endet die Spielzeit in Köln, ab Herbst wird es in Stuttgart gezeigt.
Vorsicht bissig: Die kannibalische Killerpflanze aus dem "kleinen Horrorladen" ist in der trashigen B-Movie-Kultur bereits legendär. Dass dieser Evergreen auch auf der Bühne noch keinen Staub angesetzt hat, beweist nun Bonns Regisseur Erik Petersen, dessen fetzige Inszenierung nicht nur musikalisch den nötigen Verve mitbringt, sondern auch den sozialkritischen Hintersinn der Persiflage im Auge behält.
Wer von der "Dirty Dancing"-Tourversion eine abgespeckte Sparvariante erwartet, der wird richtig enttäuscht. Fans der Show werden weiter auf hohem Niveau unterhalten und können in Achtzigerjahre-Erinnerungen schwelgen. Wen schablonenhaft angelegte Charaktere in einer klinisch-perfekt daherkommenden Inszenierung nicht stören, ist hier richtig. Denn mehr aus dem Stück rausholen, als es hergibt, kann auch diese Produktion nicht.
Die Revue vor dem Gandersheimer Dom beinhaltet Songs des "Rat Packs" - swingende, jazzige Melodien, die sich vornehmlich um das Thema Nr. Eins drehen. Was liegt da näher als die Handlung in eine Hochzeitsgesellschaft zu legen. Ob Liebesbeteuerungen, Flirtversuche oder Lästereien - hier ist Platz für alles.
Einer der erfolgreichsten Filme der 1980er Jahre hat schon für verschiedene Bühnenadaptionen gesorgt. Und immer wieder gelingt es den beiden schwarzgekleideten ultracoolen Brüdern bei ihrer wohltätigen Mission - sie wollen ein Waisenhaus retten - das Publikum in Schwung zu bringen. Zu hören sind Pop- und Rockklassiker wie "Gimme Some Lovin" und ihre Erkennungsmelodie "Everybody Needs Somebody".
Mehrere Begriffe ohne Anführungszeichen = Alle Begriffe müssen in beliebiger Reihenfolge vorkommen (Mark Seibert Hamburg findet z.B. auch eine Produktion, in der Mark Müller und Christian Seibert in Hamburg gespielt haben). "Mark Seibert" Wien hingegen findet genau den Namen "Mark Seibert" und Wien. Die Suche ist möglich nach Stücktiteln, Theaternamen, Mitwirkenden, Städten, Bundesländern (DE), Ländern, Aufführungsjahren...