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Drama

Chess

One Night in Bankok


Kay Kuntzes Inszenierung Musicals "Chess" von Benny Andersson, Bjørn Ulvaeus und Tim Rice begeistert mit grandiosen Hauptdarstellern, enttäuscht jedoch hinsichtlich der Regie und Ausstattung. Hier wäre weniger oft mehr gewesen.

(Text: Diana Breitkreuz)

Premiere:25.09.2011
Rezensierte Vorstellung:25.09.2011
Letzte bekannte Aufführung:19.06.2012


Andere Stadttheater haben bereits gezeigt, wie man mit einfachsten Mitteln eine individuelle und gute Produktion auf die Beine stellt, im Bielefelder Theater hat es das Kreativteam jedoch ein wenig zu gut gemeint. Die Hauptdarsteller wurden gelungen mit bekannten Gästen der Musicalszene besetzt, doch sie allein können die Inszenierung nicht retten.

Die Geschichte rund um die Schachweltmeisterschaft der 1970er vor dem Hintergrund des Kalten Krieges wirkt aufgrund des futuristisch anmutenden Bühnenbilds von Duncan Hayler wie von einem anderen Stern. Man arbeitet mit wenigen Kulissenteilen, die eine Mischung aus hochkant gestellten Feuerwaffen (Panzern?) in eintönigem Grau-Weiß bilden. Worum es sich genau handelt, wird nicht klar. Zusammen mit den Kostümen der Darsteller wirkt der gesamte Aufbau wie eine Kulisse für das Raumschiff Orion, nicht aber wie das ernsthafte Stück, das es sein soll.

Besonders unter seinem Kostüm zu leiden hat Jens Janke, der als Arbiter mit rotem nostradamusähnlichem Rauschebart, Raumanzug, Helm und einer Laserkanone bemitleidenswert aussieht, aber gesanglich wie gewohnt überzeugen kann.

Neben Jens Janke hat es auch andere Mitglieder des Ensembles bei der Kostümwahl und Regie böse getroffen. Roberta Valentini als Florence Vassy erinnert in ihrem rot-weiß gestreiften Kleid stark an eine Warnbarke, während bei Mitgliedern des Opernchors hautenge Silberglanzanzüge, silberne Langhaarperücken und bei einigen Männern gern auch einmal pink glänzende Leggins zum Einsatz kommen.

Offen bleibt auch die Frage, warum Veit Schäfermeier bei einem der Höhepunkte des Stücks, Sergievskys Solo "Anthem", ein Pappbecher Cola und ein Cheeseburger in die Hand gedrückt wird. Dem Regisseur scheint es unmöglich zu sein, ein großes Solo für sich stehen zu lassen - er muss die Gänsehautstimmung mit ablenkenden oder albernen wirkenden Ideen zerstören.

Neben all den offenen Fragen zu Regie und Bühnenbild sind zumindest die Hauptdarsteller der Produktion ein Lichtblick dieses getrübten Theaterabends. Schauspielerisch gibt Alex Melcher den Amerikaner Fredrick Trumper rebellisch und in großer Rockstarmanier. Stimmlich passt er exakt zu dieser Rollenauslegung und läuft gerade bei "Pity the Child" zu Höchstform auf.

Als sein Gegenspieler Anatoly Sergievsky bildet Veit Schäfermeier den Gegenpol zu Melcher. Ruhig, gelassen, mit starker Musicalstimme gibt Schäfermeier einen Russen, dem man die offensichtlichen Zweifel und inneren Kämpfe abnimmt. Beide Männer zeigen dank ihres guten Zusammenspiels einen überzeugenden Konkurrenzkampf und halten so die Spannung des Stücks bis zum Ende.

Leider bleiben Roberta Valentini und Karin Seyfried in den Rollen der Florence Vassi und der Svetlana sehr blass. Beide haben gesanglich wunderschöne Momente, erhalten aber regiebedingt wenig Gelegenheit, die Entwicklung ihrer Charaktere exakt nachzuzeichnen.

Insgesamt ist Kay Kuntzes Inszenierung von "Chess" leider nicht geglückt. Wie so oft ist eine gewollt eigenwillige Interpretation des Stücks ein Grund, sich eher eine konzertante Version mit gleichen Hauptdarstellern zu wünschen.

(Text: dbk)




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Kreativteam

Musikalische Leitung William Ward Murta
Inszenierung Kay Kuntze
Bühne und Kostüme Duncan Hayler
Choreografie Götz Hellriegel
Choreinstudierung Hagen Enke
Dramaturgie Jón Philipp von Linden
Regieassistenz und Abendspielleitung Nora von Linden
Musikalische Einstudierung Alexis Agrafiotis
Christian van den Berg-Bremer
Ingo Martin Stadtmüller
Witolf Werner
Ausstattungsassistenz Denise Schaap


Besetzung

Frederick Trumper Alex Melcher
Anatoly Sergievsky Veit Schäfermeier
Florence Vassy Roberta Valentini
Svetlana Karin Seyfried
Arbiter Jens Janke
Molokov Frank Bahrenberg
Walter de Courcey Michael Pflumm
Pop Choir
Botschafter
Julia Dietsch
Jessica Krüger
Alexander Janacek
Andreas Lutsch
Ensemble Osnabrück (Tänzer) Michaela Duhme
Christine Fitz
Anna Grah
Milena Hagedorn
Alina Kuttke
Rebecca Soumagné
Stefan Lehmann
Jörn Seelhorst
Orchester Bielefelder Philharmoniker
Chor Bielefelder Opernchor



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


5 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


Furchtbar

05.01.2015 - Die Besetzung ist wirklich super und daher ist es sehr traurig, dass das Talent dieser Darsteller hier nicht genutzt wurde.

Das Bühnenbild war überwiegend unpassend. Zeitweise war es ratsam die Augen zu schließen und nur der stimmlich ersklassigen Leistung zu lauschen.

Bestes Beispiel für die schlechteste Inszenierung, die ich je gesehen habe: In der Szene "one night in Bangkok" waren Zelte augebaut, als sei man mitten im Orient.

Da ich zur Premiere in der Show war, gab es im Anschluss eine Diskussionsrunde.

Auf meine Frage warum die Szene so dargestellt wurde gab es die Antwort der Produktion: Weil Bangkok im Orient liegt.

Fazit: Geographie - 6!

Wirklich lächerlich

musicalcritics (3 Bewertungen, ∅ 3.3 Sterne)


Enttäuscht

09.04.2012 - Die Inszenierung hatte viele Lücken, ich konnte mich in die Hauptcharaktere nicht hineinfühlen, habe ihre Motive nicht verstanden.

Die Stimmen der Darsteller kamen teilweise nicht übers Orchester hinweg, um kurz darauf metallisch heraus zu stechen. Ein ständiger Wechsel.

Bühnenbild und Kostüme haben mich nicht angesprochen.

Im Grunde stimme ich mit der Kritik von der Musicalzentrale überein. Ich persönlich habe noch den Song "Someone elses story" schmerzlich vermisst. Für mich das stärkste Frauensolo. Wer hat dieses Lied gestrichen???

Summi (erste Bewertung)


Wenige schöne Momente...

18.03.2012 - ...dafür sind diese dann umso toller.

Warum Chess in Bielefeld laut Pressemitteilung des Theaters das erfolgreichste Musical dort sein soll erschließt sich mir nur bedingt. Die Inszenierung ist schrill und verworren. Viele Dinge die da auf der Bühne passieren, stehen oder die die Darsteller am Leib tragen erschließen sich einem so gar nicht (wenngleich der Cheeseburger und der Coffee-to-go von Anatoly vor "Anthem" noch so ziemlich das logischte sind). Weniger wäre hier in der Tat manchmal mehr gewesen.

Warum man hier, wieder mal, den Opernchor über die Bühne tänzeln lässt ist auch ein Rätsel. Die Herren mögen bei Opern ja echt klasse sein, aber in einem Musical wirken sie spätestens wenn es ans Tanzen geht mächtig fehl am Platz und auch die Textverständlichkeit in den Ensemblenummern lässt mehr als zu wünschen übrig.

Das Orchester spielt solide, zweitweise wippt der Fuß mit. Aber was bitte soll diese weichgespülte Version von „One Night in Bangkok“?

Und wer ist bloß auf die Idee gekommen, das ganze zu übertiteln? Ist ja nicht so, dass ich dafür kein Verständnis hätte, schließlich kann nicht jeder Englisch, aber dann sollten die Übertitel doch bitte auch vernünftig übersetzt sein.

Gerettet wird die Produktion durch die Hauptdarsteller. Jens Janke als Arbiter singt gut, hier stört nur das Kostüm. Karin Seyfried ist in dieser Produktion als Svetlana total unterfordert, gefällt aber bei I know him so well. Veit Schäfermeier singt gewohnt gut, hatte aber in der besuchten Vorstellung mit nem defekten Mikro zu kämpfen.

Die Stars des Abends sind dann allerdings Alex Melcher (der bei Pity the Child richtig aufdreht) und Roberta Valentini. Valentini rettet mit ihrem ersten Solo "Nobody's Side" den Abend und erntet am Ende zu Recht den meisten Applaus.

Ob man Chess in Bielefeld nun sehen muss oder nicht, muss wohl jeder selbst entscheiden. Ich hoffe jedenfalls dass das Theater Bielefeld mit den kommenden Produktionen (Company, The Who’s Tommy und City of Angels) wieder mehr punkten kann.

MarcCohen84 (7 Bewertungen, ∅ 3.3 Sterne)


Provinz

02.10.2011 - Musikalisch ist die Aufführung durchaus achtbar und hat für ein Stadttheater absolut fünf Sterne verdient - Roberta Valentini und Veit Schäfermeier sind richtig, richtig gut und im Grunde CD-reif, Alex Melcher fehlt einfach nur ein wenig das raue Timbre, sonst ist er auch klasse. Aber die Inszenierung: allerhinterste Provinz. Musical muss ne dolle Show sein, aber gleichzeitig will man unbedingt zeigen, dass sich das Genre im deutschen Regietheater noch aufpeppen lässt. Das Bühnenbild besteht aus vier merkwürdigen Elementen zwischen Schneekanone und Strandkorb, Faxe können sie auch ausdrucken und zum Schluss werden sie zu Panzern mit Disco-Beleuchtung. Praktisch. Und die Kostüme erst: Florence sieht aus wie eine Mischung aus Weihnachtselfe und dem Wärterhäuschen einer Ritterburg, der Schiedsrichter (armer, armer Jens Janke) trägt einen roten Wurzelseppbart über silberglänzendem Space-Anzug samt Laserpistole (eigentlich ist doch Frederick Trumper der Ausgeflippte in diesem Stück?), der Chor scheint durchweg aus "Space Dream" entsprungen. Ansonsten kommt jegliches Unterhaltungsklischee vor: Cheerleader, Astronauten, Kalinka, Schwanensee - aber warum wird der von den Amerikanern getanzt? Warum lässt sich die stolze und unabhängige Florence wie ein Duckmäuschen von Frederick schlagen? Warum singt Anatoly die "Anthem" mit einem Cheeseburger und einer Cola in der Hand? Was machen Mittelaltermönche in Bangkok?? Warum kreiseln am Schluss zwei Flugzeughecks auf der Drehbühne? Fliegt sie ihm nach? Ist der weiße Hai unterwegs?

Vollpfosten (7 Bewertungen, ∅ 3.3 Sterne)


Premiere vom 25.09.2011

26.09.2011 - Ein Bravo an das Theater Bielefeld, die nicht ganz leichte Umsetzung von Chess ist dem Theater Bielefeld gut gelungen. Gesanglich auf allerhöchstem Niveau, Veit Schäefermeier, Roberta Valentini und auch Alex Melcher glänzen. Buehnenbild und Kostueme sind super, ein grosses Lob an Duncan Hayler.
Das Bielefelder Orchester unter der Ltg. von William Ward Murta wie immer ein Fels in der Brandung!
Einzige Kritik: Wer hat dieses schreckliche Kostuem von dem Schiedsrichter/Arbiter
welches Jens Janke tragen muss entworfen, er sieht aus wie aus dem Weltall, dass passt zum Gesamtbild leider nicht.
Mal wieder eine tolle Prod. in Bielefeld auf allerhöchstem Niveau, die die Fahrt nach Blfd. wert ist um angesehen zu werden!
Rowel

Rowel (19 Bewertungen, ∅ 4.1 Sterne)


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Handlung
Schach und der kalte Krieg: Ein russischer und ein amerikanischer Schachspieler treten bei einer Schach-WM gegeneinander an. mehr

Weitere Infos
Für die Aufführung 2002 in Stockholm wurde das Buch erneut überarbeitet (von Lars Rudolfsson und Jan Mark). Die Handlung spielt nun komplett binnen einer Woche in Meran, die Figur der Svetlana wird bereits in der ersten Szene eingeführt und der Russe und der Amerikaner treffen in der entscheidenden Partie aufeinander (im Original war der Amerikaner bei der finalen Partie nur als Berichterstatter dabei). Diese Version wurde in Deutschland im Sommer 2012 bei den Domfestspielen Bad Gandersheim gezeigt.

 Kurzbewertung [ i ]
(dbk)

Musik

Besetzung

Durch überzogene Regie und abenteuerliche Kostüme keine lohnenswerte Inszenierung. Die Darsteller und guten Songs können die Produktion nicht retten.

 Leserbewertung
(5 Leser)


Ø 1.80 Sterne

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


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