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Das Park Hill Estate in Sheffield, im Volksmund auch ‚Sky’s Edge‘ genannt, ist eine lokale Berühmtheit, anhand derer sich die Wandlung Großbritanniens Gesellschaft ablesen lässt. In einer anrührenden Geschichte verpackt wird der Wohnkomplex hier zum Musicalschauplatz, an dem die Lieder von Richard Hawley tönen. Die Songs dieses Jukebox-Musicals wirken zwar oftmals nicht optimal in die Handlung eingebunden, doch berührend wird das Schicksal der Bewohner allemal präsentiert.
Ben Stones monumentales Bühnenbild versetzt schon beim Betreten des Auditoriums in Staunen: Das Parkhill Estate ist hier eindrucksvoll mit mehreren Stockwerken, Wohnungstüren, Feuerleitern und Zimmern dargestellt. In jeder Ecke werden durch das große Ensemble Mikroszenen gegeben, sodass es immer etwas zu sehen gibt. Im oberen Stockwerk ‚haust‘ das grandios spielende, rockig tönende Orchester, das Hawleys Liedern ihren ikonischen Charakter verleihen.
Die Wohnung in der Mitte der Bühne wird zum Teil zeitgleich in drei Handlungssträngen bespielt, deren jeweiliges Handlungsjahr über der Bühne angezeigt wird, um Verwirrungen zu vermeiden. So wirkt es eindrucksvoll, wenn die Figuren unterschiedlicher Zeiten sich simultan in der Wohnung bewegen, dieselben Dinge denken und sehen oder sich über völlig divergierende Themen auseinandersetzen, als würden sich die Geister der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft schemenhaft begegnen. Zwischen den Szenen werden Hawleys Songs wie in einem Konzert dargeboten und durch das große Ensemble mit Lynn Pages Choreographien mit Leben gefüllt, was von den bleiernen Themen des Stücks etwas ablenkt.
Die Geschichte spielt in den drei Zeitstufen der 60er, späten 80er und 2010er, die sich graduell weiter entwickeln und am Ende des Stücks überschneiden, wodurch sie zu verstehen geben, dass die unterschiedlichen Einzelschicksale doch miteinander zusammenhängen. In das brandneue Park Hill Estate flüchten sich Rose und Harry aus den Slums mit der Hoffnung auf ein besseres Leben, doch wegen der schwierigen Wirtschaftslage verliert Harry seine Arbeit und begibt sich in eine Abwärtsspirale. In den 80ern kommt eine afrikanische Flüchtlingsfamilie um das junge Mädchen Joy in die mittlerweile abgewrackte und als sozialer Brennpunkt verrufene Wohnanlage, weil sie sich keine andere Bleibe leisten können. Joy wird als britisches Mädchen unter der liebevollen Anleitung ihrer Tante Grace erwachsen und verliebt sich in Jimmy, den Sohn von Rose und Harry. Sie gründen eine eigene kleine Familie außerhalb des beengenden Wohnkomplexes, der immer wieder von Verwüstungen heimgesucht wird. Nahe an der Gegenwart flüchtet sich Poppy vor der Großstadt im Zuge des demographischen Wandels ins kleinere Sheffield, um dort anonym und isoliert von Elternhaus und ihrer Ex-Verlobten zu leben. Die Wohnung im Park Hill vermittelt ihr Connie, die Tochter von Joy und Jimmy, die mit dem Wohnkomplex nie wirklich abschließen konnte. Themen wie Familiendynamiken, Traumata, Suchtprobleme, sozialer Abstieg, Wirtschaft und Politik bestimmen diese aus dem Leben gegriffene Geschichte. Leider sind die seichten Melodien den düsteren Themen oftmals zu gegenläufig und wirken wie ein Stilbruch – umso mehr, weil sie kaum in die Handlung integriert werden. Das lässt das Stück als ganzes etwas zu seicht dahinplätschern.
Im Fokus der Erzählung stehen vor allem die Frauen der Familien, die allesamt die ergreifendsten Momente für sich beanspruchen und die schönsten Lieder abgreifen. Laura Pitt-Pulford ist eine leidenschaftliche, aber zerrissene Poppy, die mit „I’m Looking for Someone to Find Me“ berührt. Lillie-Pearl Wildman gibt den energetischen Gegenpart als Nikki mit „Open up Your Door“; beide beweisen ein berührendes Zusammenspiel als zerrüttetes Liebespaar, das doch nicht ohne einander kann. Sharlene Hector hat als Grace eine herzerwärmende, doch auch komische Rolle als Tantchen, die perfekt mit Elizabeth Ayodeles verträumter Joy harmoniert. die mit „As the Dawn Breaks“ eine anrührende Ballade darbietet. Mel Lowe gibt als Connie mit „Don’t Get Hung up on your Soul“ eine Art Erzählerin, die wegen ihrer eigenen Familiengeschichte über alles im Park Hill Estate Bescheid weiß. Rachael Wooding als Rose, die als trauernde Witwe endet, vollführt mit „Our Darkness“ eine beeindruckende Offenbarung des zerrissenen Innenlebens ihrer Figur. Besonders eindrückliche Ensembleleistungen kommen mit dem Aktfinale „There’s a Storm Comin“, wo das Park Hill dem Vandalismus anheimfällt, und dem Titellied am Anfang des zweiten Aktes daher, welches das Publikum und vor allem die Fans von Hawleys Musik in Begeisterungsstürme ausbrechen lässt. Wenngleich für nicht-britische Zuschauer mit Sicherheit nicht das zugänglichste Musical auf dem Markt, stehen die Botschaften und das vermittelte Gefühl für sich.
| Kurzbewertung | Rezension | Kreativteam | Cast | Cast (Historie) | Galerie | Termine | Spielorte | ||
| KREATIVTEAM | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Musik / Text | Richard Hawley |
| Buch | Chris Bush |
| Inszenierung | Robert Hastie |
| Music Supervisor | Tom Deering |
| Choreographie | Lynne Page |
| Bühne / Kostüme | Ben Stones |
| Licht Design | Mark Henderson |
| Sound Design | Bobby Aitken |
| Musikal. Leitung | John Rutledge |
| Fight Director | Kenan Ali |
| Kurzbewertung | Rezension | Kreativteam | Cast | Cast (Historie) | Galerie | Termine | Spielorte | ||
| CAST (AKTUELL) | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jimmy | Samuel Jordan |
| Connie | Mel Lowe |
| Harry | Joel Harper-Jackson |
| Nikki | Lauryn Redding |
| Joy | Elizabeth Ayodele |
| Rose | Rachael Wooding |
| Poppy | Laura Pitt-Pulford |
| George | Baker Mukasa |
| Vivienne | Nicola Sloane |
| Grace | Sharlene Hector |
| Workman 1 / Gary / Nigel | Jonathon Bentley |
| Charles / Trevor | Adam Price |
| Joe / Workman 2 | David McKechnie |
| Max / Workman 3 | Jonathan Andre |
| Marcus | Alastair Natkiel |
| Jenny | Mya Fox-Scott |
| Cathy | Rachael Louise Miller |
| Justine | Lillie-Pearl Wildman |
| Swings | Monique Ashe-Palmer Adam Colbeck-Dunn Viquichele Cross Jamie Doncaster Caroline Fitzgerald Jerome Lincoln Sean McLevy Karen Wilkinson |
| Young Connie | Alayna Anderson Renee Hart Chioma Nduka |
| Young Jimmy | Luca Foster-Lejeune Eric Madgwick Sam Stocks |
| Kurzbewertung | Rezension | Kreativteam | Cast | Cast (Historie) | Galerie | Termine | Spielorte | ||
| CAST (HISTORY) | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| =09.02.-25.03.23= | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jimmy | Samuel Jordan (Darraugh Cowley) | |||
| Connie | Bobbie Little (Sèverine Howell-Meri) | |||
| Harry | Robert Lonsdale (Alastair Natkiel) | |||
| Nikki | Maimuna Memon (Sèverine Howell-Meri) | |||
| Joy | Faith Omole (Consuela Rolle) | |||
| Rose | Rachael Wooding (Rachael Louise Miller) | |||
| Poppy | Alex Young (Rachael Louise Miller) | |||
| George / Justin | Baker Mukasa (Ahmed Hamad) | |||
| Vivienne / Paula | Nicola Sloane (Rachael Louise Miller) | |||
| Grace / Alice | Deborah Tracey (Consuela Rolle) | |||
| Max / Kevin | Ahmed Hamad (Jake Small) | |||
| Workman 1 / Gary / Nigel / Teen | Darragh Cowley (Jake Small) | |||
| Charles / Trev / Seb / Workman 2 | Adam Price (David McKechnie) | |||
| Marcus / Workman 3 | Alastair Natkiel (David McKechnie) | |||
| Man 1 | David McKechnie | |||
| Man 2 | Jake Small | |||
| Ensemble | Sèverine Howell-Meri Rachael Louise Miller Consuela Rolle | |||
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| GALERIE | |||||||||
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| TERMINE | |||||||||
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| keine aktuellen Termine |
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| SPIELORTE | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 09.02.2023 - 25.03.2023 | National Theatre Olivier, London | 50 x |
| 08.02.2024 - 03.08.2024 | Gillian Lynne Theatre, London | 201 x |
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