Im Musical-Klassiker aus dem Jahr 1964 meistern der jüdische Milchmann Tevje und seine Frau Golde in wirtschaftlicher Not die größeren und kleineren Sorgen des Alltages in der kleinen ukrainischen Gemeinde Anatevka. Trotz drohender Progrome im zaristischen Russland vergisst Tevje das Träumen nicht. Doch ein Happy End gibt es nicht!
Nach den Pogromen und der Judenverfolung unter Stalin wurde Scholem Alejchems Erzählungenfolge Tewje, der Milchmann (1916) zum Sittenbild des ostjüdischen Schtetl. Der Originaltitle „Fiddler on the roof“ bezieht auf die Bildkomposition „Der Geiger“ des französischen Malers Marc Chagall polnisch-jüdischer Herkunft. Die tragischen Aspekte der Erzählung galten für das Musicalgenre als undenkbar. Doch gerade diese Situation und die tiefe Krise der Broadwaymusicals in der ersten Hälfte der 1960er veranlasste Joseph Stein zu einem ernsten Sujet. Im broadwayerfahrenen Autorenpaar Sheldon Harnick und Jerry Bock fand er gleichgesinnte Mistreiter. So wurde am 22. September 1964 „The Fiddler on the roof“ im Imperial Theatre (New York) uraufgeführt.
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