Markus Wünsch gibt den Frank’n’Furter in Ralph Reichels Neuinszenierung des Kult-Klassikers.
1972 flog der Schauspieler Richard O´Brien in London aus einer Jesus Christ Superstar-Produktion und schrieb den ultimativen Gegenentwurf. Statt Kitsch, sanften Melodien und einer politisch korrekten Botschaft bringt er Trash, Rock und sexuelle Provokation auf die Bühne. Aus Elementen von B-Movies wie Die Nacht der reitenden Leichen und Tarantula bastelte er eine Science-Fiction-Groteske, die das Grundgefühl seiner Zeit aufnimmt. Im Partyschloss von Frank’N‘Furter werden die üblichen gesellschaftlichen Regeln und Grenzen unwichtig. Nicht nur sexuelle Befreiung findet statt, sondern es ist zu erleben, dass jeder die Möglichkeit hat, sich ständig neu zu definieren. Individualität wird neu begriffen selbst das Geschlecht wird zum Gegenstand der „Ich-Erfindung“.
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