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„Defying Gravity – The Musical World of Stephen Schwartz” ehrt das – bisherige – Lebenswerk des Musicalautors und Star-Komponisten mit Songs von „Godspell“ bis „Wicked“.
Das Konzert präsentiert große Melodien und Welthits, mit denen Stephen Schwartz das Musical-Genre bereichert hat. Die Bandbreite der ausgewählten Songs reicht vom intim arrangierten, von nur einer Gitarre begleiteten Solo („When You Believe“ aus „The Prince of Egypt“) bis hin zu großen Musikstücken, die die volle Klangfülle des WDR-Funkhausorchesters zur Geltung bringen – etwa bei Songs aus „Schikaneder“, „Working“, „Der Glöckner von Notre Dame“ und nicht zuletzt „Wicked“. In der imposanten Kulisse der Kölner Philharmonie dirigiert Guy Simpson die rund 65 Musiker:innen durch die Arrangements von Jack Earle. Mit ihren unterschiedlichen stimmlichen und interpretatorischen Qualitäten verleihen die fünf Solist:innen Harriet Jones, Milicia Jovanović, Roberta Valentini, Anton Zetterholm und Thomas Hohler Schwartz’ Kompositionen und Texten individuelle Strahlkraft. Aus zunächst zarten Melodien entwickeln sich immer wieder kraftvolle musikalische Höhepunkte, die auch die Sänger:innen stimmlich wie emotional zu Höchstleistungen antreiben. Bei der Premiere war Stephen Schwartz höchstpersönlich zugegen, beim besprochenen Termin wurde der Livestream ohne ihn aufgezeichnet.
Die Moderationen der Interpret:innen sind gespickt mit Anekdoten über die Zusammenarbeit mit Mr. Schwartz himself und über ihre Erfahrungen mit Inszenierungen der jeweiligen Musicals. Beispielsweise ist Roberta Valentini, die der ursprünglichen deutschen Cast von „Wicked“ angehörte, sichtlich gerührt, wenn sie von dieser Zeit spricht. Ihre Erinnerungen scheinen auch ihre Interpretation zu beflügeln: Valentini hebt wie Elphaba in der entsprechenden Szene bei „Frei und Schwerelos“ emotional ab und erntet dafür verdiente Standing Ovations.
Das Solist:innen-Ensemble eröffnet als Einheit den Abend und tritt wiederholt im Schulterschluss auf. Das Opening „Wir entfachen Magie“ aus „Pippin“ wirkt wie eine angemessene Ankündigung des Verlaufs des weiteren Abends. Bei „Toxic People“ aus „Uncharted Territory“ mimen die Künstler:innen humorig Streitigkeiten und verleihen der Show somit auch eine neckische Note.
Immer wieder geht es um „Wicked“, den größten Erfolg von Stephen Schwartz. Interessant ist die Entstehungsgeschichte des Songs „Der Zauberer und Ich“: Milicia Jovanović, Harriet Jones und Roberta Valentini präsentieren das Lied in drei Varianten.
Anton Zetterholm und Thomas Hohler haben ihren großen gemeinsamen Moment mit „All for the Best“ aus „Godspell“, den sie auch choreographisch interpretieren.
Jedes Ensemblemitglied hat eigene Momente, in denen sein jeweiliges Talent besonders stark zum Ausdruck kommt: Milicia Jovanović entfaltet in der opernhaften Arie „Children of the Wind“ aus „Rags“ ihre stimmliche Kraft ebenso wie in den zarten Passagen von „When You Believe“. Entertainer-Qualitäten zeigt sie mit ihren Anekdoten und ihrer Interpretation von „Mein Lied“ aus „Schikaneder“, das einzige Musical von Schwartz, dessen Originalfassung deutsch ist.
Harriet Jones, die bereits am Londoner West End imponierte, besticht an diesem Abend mit ihrer Interpretation von Glindas „Popular“ und einer bezaubernden Pocahontas („Just Around the Riverbend“).
Eine ebenso herzliche und zugleich kraftvolle Interpretation von Pocahontas liefert Roberta Valentini. Ihr „Colors of the Wind“ bewegt mit Leichtigkeit und wandelbarer Stimmfarbe. Im Duett mit Anton Zetterholm fährt Valentini bei „As Long as You´re Mine“ zu Höchstleistungen auf.
Zetterholm glänzt solistisch mit „Draußen“ aus „Der Glöckner von Notre-Dame“, einer gemeinsamen Arbeit Stephen Schwartz´ mit Alan Menken für Disney. „Verloren im Steppenland“ aus „Children of Eden“ zählt hierzulande zu den unbekannteren Werken des Komponisten. Zetterholm holt das Publikum dennoch emotional ab und führt in die Welt dieses Musicals ein.
Thomas Hohler, der kurzfristig für Merlin Fargel eingesprungen ist, ist kaum anzumerken, dass er nur wenige Stunden Vorbereitungszeit hatte. Hohler entfaltet zuverlässig seine gewohnte künstlerische Präsenz. Besonders gefühlvoll und authentisch interpretiert er „Letzter Vorhang“ aus Schikaneder, in dem er von der Bedeutung des Berufs bzw. der Berufung des Bühnenkünstlers erzählt.
Das Quintett transportiert im Finale mit „Wie ich bin“ glaubhaft, dass die Künstler:innen sich in ihrer Berufung gegenüber dem Publikum und der Kunst genauso verstehen, wie es im Text heißt. Das Orchester trägt die Fünf mit „Day by Day“ aus „Godspell“ durch die Zugabe und rundet damit den Abend ab.
Ein klangprächtiges Konzert, das Stephen Schwartz auf hohem Niveau würdigt und das Publikum beseelt zurücklässt, geht viel zu schnell zu Ende.
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| KREATIVTEAM | |||||||||
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| Leitung | Guy Simpson |
| Regie | Annalisa Rossi |
| Produzent | Enda Markey |
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| CAST (AKTUELL) | |||||||||
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| mit | Anton Zetterholm Roberta Valentini Milica Jovanović Harriet Jones Thomas Hohler |
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| GALERIE | |||||||||
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| TERMINE | |||||||||
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| keine aktuellen Termine |
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| SPIELORTE | |||||||||
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| 09.10.2026 - 10.10.2026 | Philharmonie, Köln | 2 x |
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