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Über 40 Jahre nach dem Kinostart von „Flashdance“ ist in dieser Spielzeit die Musical-Bühnenadaption am Theater Hagen zu sehen. Die krankheitsbedingte ad-hoc-Umbesetzung der tragenden Hauptrolle stellt dabei eine besondere Herausforderung dar, der die Zweitbesetzung in weiten Teilen gerecht wird. Eine starke Optik und ein spielfreudiges, wenn auch stimmlich nicht durchweg überzeugendes Ensemble können nicht vollständig über unglücklich durchdachte Abläufe sowie eine insgesamt durchwachsene musikalische Umsetzung hinwegtrösten.
Die junge Stahlarbeiterin Alex stammt aus schwierigen Verhältnissen und steht letztlich allein im Leben – wären da nicht ihre mütterliche Freundin Hannah und die Girls aus dem Harry’s, in dem sie allabendlich als Tänzerin auftritt. Vor allem Hannah ermutigt sie, ihrem Traum vom Studium an der Shippley Dance Academy zu folgen. Als sich Alex in ihren Junior-Boss Nick verliebt, scheint sie sorglos durchs Leben zu schweben – bis alles droht auseinanderzubrechen.
Katharina Wollmann springt am dritten Vorstellungsabend der Inszenierung für die erkrankte Juliette Lapouphe ein und verkörpert Alex mit großer Leidenschaft und Spielfreude. Die Figur der Alex ist vielschichtig angelegt und verlangt nach einem echten Triple-Threat mit starken Leistungen in Gesang, Tanz und Spiel. Zudem verweigert sich die Rolle bewusst gängigen Klischees. Wollmann trifft Alex’ Eigensinn und Dickköpfigkeit präzise und verleiht der Figur dadurch Profil. Spätestens im Zusammenspiel mit Marius Bingel als Nick Hurley findet sie auch gesanglich in die Rolle („Hier und Jetzt“).
In ihrer tänzerischen Vorbereitung scheint sich Wollmann vor allem auf die finale Solonummer, dem Vortanzen an der Shippley Academy („What a Feeling“) konzentriert zu haben, mit der sie zu begeistern weiß. Die vorherigen Solos („Maniac“, „Mein nächster Schritt“) vermitteln dagegen nur bedingt jenes außergewöhnliche Talent, das den inneren Antrieb der Figur ausmacht. Trotz der ansonsten durchgehend starken darstellerischen Leistung Wollmanns erfährt die Geschichte hierdurch Brüche in ihrer Glaubwürdigkeit.
Marius Bingel zeichnet seinen Nick treffend linkisch – sowohl in seiner neuen beruflichen Position als auch in der Beziehung zu Alex. Seine emotionale Authentizität berührt das Publikum, stimmlich wirkt er jedoch etwas dünn und angeschlagen. Ähnliches gilt für Anja Frank-Engelhaupt als Hannah, die ihre Rolle ansonsten pointiert und mit elegantem Ausdruck gestaltet.
Götz Vogelsang gibt einen warmherzigen, väterlichen Harry und macht deutlich, dass Alex sich fern ihres Ursprungs ihre eigene Wahlfamilie geschaffen hat. Mit ruhiger Präsenz steht er sowohl seinen Tänzerinnen als auch seinem Neffen Jimmy (Tim Stolberg) zur Seite. Stolberg verleiht seinem Jimmy eine verlorene Grundhaltung; Harry gibt ihm Halt.
Ks. Richard von Gemert überzeugt als schmieriger C.C.: Verschlagen angelegt, lässt er seinen Mitspielenden Raum zu glänzen und hält sich gesanglich seiner Rolle angemessen zurück.
Die stärkste Partie des Abends liefert Sarah Steinemer als Gloria. Mit kraftvoller Stimme, starken Tanzeinlagen und großer Bühnenpräsenz sticht sie deutlich aus dem Ensemble hervor. Obwohl die Rolle selbst eher charakterschwach angelegt ist, gestaltet Steinemer den dramaturgischen Bogen von Aufstieg und Fall facettenreich.
Wie gewohnt überzeugt die Hagener Inszenierung optisch auf ganzer Linie. Die Kostüme von Lisa-Jasmin Tomm zeichnen ein stimmiges Bild der Mode der 80er-Jahre: Bunte Blazer mit Schulterpolstern und Leggings kleiden die Damen, großgemusterte Hemden und Cordhosen die Herren. Der feine Zwirn von Nicks Anzug hebt ihn optisch klar von den Arbeitern im Stahlwerk ab, die zunächst derbe in Latzhosen auftreten, bevor sich auch das männliche Ensemble in Netz- und Lederoutfits wirft und dem Publikum im Club (bzw. im Theater) ordentlich einheizt!
Die abwechslungsreichen Choreografien von Nicole Eckenigk folgen der Linie des Showtanzes der 80er- und 90er-Jahre: Sie illustrieren Songtexte und erzählen eigenständige Tanzgeschichten. Die Kostüme fügen sich wunderbar in dieses Showkonzept ein. So erscheint das Ensemble beispielsweise bei „Manhunt“ in sexy Armee- und Polizei-Outfits und richtet die Revolver augenzwinkernd ins Publikum.
Die nahezu den gesamten Bühnenraum einnehmende Drehbühne ist dreigeteilt und ermöglicht schnelle Szenenwechsel sowie das gleichzeitige Bespielen mehrerer Ebenen. Galerien, Treppen und variable Spielorte lassen Stahlwerk, Büro, Club und Alex’ Zuhause fließend ineinander übergehen. Metallisch gehaltene Hintergründe changieren – abhängig von der Lichtgestaltung – zwischen schäbigem Realismus und kühler Eleganz, etwa im Tanzstudio. Eine Catwalk-artig angelegte Vorbühne über dem Orchestergraben ermöglicht akzentuierte Auftritte des Tanzensembles mit großer Publikumsnähe.
Die Inszenierung von Florian Mahlberg schöpft die Möglichkeiten dieser Bühne jedoch nicht konsequent aus. Wenn Darstellende während eigener Gesangsnummern aus dem sichtbaren Bühnenraum in den hinteren Bereich wechseln, bleibt die Bühne leer – ein möglicher Verweis auf innere Entwicklungsprozesse, der jedoch eher irritiert als überzeugt („Mein nächster Schritt“).
Die siebenköpfige Band unter der Leitung von Andreas Vogelsberger spielt die Popmusik der 80er-Jahre weitgehend zurückhaltend und oft mit zu wenig Schwung und Tempo. Die Rhythmen wirken auch aufgrund der wenig ausgeklügelten Tontechnik häufig dumpf und entfalten so – trotz engagierter Bühnenperformance – nicht die gewünschte Wirkung.
Die Leidenschaft der Geschichte wird durch das starke Schauspiel sowie sämtliche optische Gestaltungselemente mit Nachdruck transportiert. Da es musikalisch, stimmlich und akustisch jedoch an Leidenschaft und Präzision fehlt, geht der Wirkkraft des Stücks zwischenzeitig die Puste aus, sodass leider nur ein mittelmäßiger Gesamteindruck entsteht.
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| KREATIVTEAM | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Musikalische Leitung | Andreas Vogelsberger |
| Inszenierung | Florian Mahlberg |
| Choreografie | Nicole Eckenigk |
| Bühne | Norbert Bellen |
| Kostüme | Lisa-Jasmin Tomm |
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| CAST (AKTUELL) | |||||||||
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| Alex Owens | Juliette Lapouthe (Katharina Wollmann) |
| Nick Hurley | Marius Bingel |
| Gloria | Nike Tiecke (Sarah Steinemer) |
| Kiki | Katharina Wollmann (Clara Maria Determann) |
| Tess | Joyce Diedrich (Maja Dickmann) |
| Jimmy | Tim Stolberg |
| Louise / Mrs. Wilde | Nicoletta Luna Iparraguirre de las Casas |
| C. C. | Richard van Gemert |
| Hannah | Anja Frank-Engelhaupt |
| Harry | Götz Vogelsang |
| Joe / Ensemble | John Baldoz |
| Andy / Ensemble | Manuel Lopez |
| Ensemble | Pierpaolo Sica Maja Dickmann Sarah Steinemer Clara Maria Determann |
| Ensemble Swing | Carla Peters |
| Tänzerin | Noemi Emanuela Martone |
| Tänzer | Riccardo Maria Detogni |
| Flashdance-Band | Andreas Vogelsberger Florian Bölker Michael Weiss Arjuna de Souza Jakob Lübke Martin Rutkowski Ian Stewart Andreas Laux Volker Reichling |
| Komparsen | Statisterie Theater Hagen |
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| GALERIE | |||||||||
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| TERMINE | |||||||||
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| keine aktuellen Termine |
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| TERMINE (HISTORY) | |||||||||
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| Sa, 06.12.2025 19:30 | Großes Haus, Hagen | Premiere | |||||||
| Do, 18.12.2025 19:30 | Großes Haus, Hagen | ||||||||
| Fr, 19.12.2025 19:30 | Großes Haus, Hagen | ||||||||
| ▼ 7 weitere Termine einblenden (bis 12.03.2026) ▼ | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Mi, 31.12.2025 19:30 | Großes Haus, Hagen | ||||||||
| So, 04.01.2026 15:00 | Großes Haus, Hagen | ||||||||
| Sa, 10.01.2026 19:30 | Großes Haus, Hagen | ||||||||
| So, 11.01.2026 18:00 | Großes Haus, Hagen | ||||||||
| So, 18.01.2026 18:00 | Konzert Theater, Coesfeld | ||||||||
| Sa, 28.02.2026 19:30 | Großes Haus, Hagen | ||||||||
| Do, 12.03.2026 19:30 | Großes Haus, Hagen | ||||||||
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