| Kurzbewertung | Rezension | Kreativteam | Cast | Galerie | Termine | Termine (Archiv) |
Stage Entertainment feiert 25 jähriges Bestehen und lädt an ausgewählten Terminen mit hochkarätiger Besetzung ins Theater Neue Flora. Mit Willemijn Verkaik, Kristina Love, Judith Caspari, Gino Emnes, Philipp Büttner, Mathias Edenborn und moderiert von Alexander Klaws werden für diesen bedeutungsträchtigen Anlass einige der bekanntesten und gefragtesten KünstlerInnen der deutschsprachigen Musicalwelt gewonnen: Und das schlägt ein wie eine Bombe aus Stimmgewalt, Charisma und zahlreicher mächtig vertonter Melodien!
Die Namen innerhalb des Solistenensembles sprechen für sich und ziehen Massen von Musicalfans nach Hamburg; die Neue Flora ist bis unters Dach gefüllt – selten scheint eine Stage-Veranstaltung so voll gebucht zu sein wie diese Konzertreihe. Unter Britta Heiligenthals und Simone Linhofs künstlerischer Konzeption entsteht ein erinnerungswürdiger Abend, an dem die SolistInnen sowohl in altbekannter Manier als auch in neuem Licht erstrahlen können. Die außergewöhnlichen musikalischen Arrangements von Hannes Schauz, die vor allem aus Solosongs Ensemblenummern zaubern, sind dabei das große Highlight dieses Konzerts. Das 18-köpfige Orchester unter Schauzs virtuoser Leitung spielt sich, prominent auf der Bühne selbst platziert, hervorragend durch die verschiedenen Klangwelten von Lloyd Webber, Schwartz und Menken über Levay, Max Martin und Miranda bis hin zu Tina Turner, Queen, Abba und Phil Collins. Philipp Gras‘ Orchestrierung klingt mächtig und wird auf diese Weise den so unterschiedlichen musikalischen Genres fast originalgetreu gerecht. Das bombastische Sound Design von Peppe Andersson bringt die Neue Flora zum Beben und fegt Orchester und Stimmen gleichermaßen bis in die obersten Ränge – so muss es sein! Matthias Strobes Lichtdesign unterstützt den wuchtigen Eindruck mit opulenten Lichtinstallationen, die den Songs sowohl dramatische Elemente verleihen als auch eine Stadionstimmung hervorzaubern. Die Choreografien von Kevin Hudson machen Stimmung, heben das Konzert qualitativ hervor und setzen SolistInnen wie Lieder gleichermaßen in einen stimmungsvollen Kontext zueinander.
Alexander Klaws führt charmant durch den Abend und gönnt den einzelnen KünstlerInnen mit kleinen Interviews individuelle Zeit im Rampenlicht, um ihre persönlichen Karrierehöhepunkte bei Stage Entertainment Revue passieren zu lassen und ihre Zukunftswünsche in Bezug auf das Musicalbusiness mit dem Publikum zu teilen: Kristina Love wünscht sich für Musicaldarstellerinnen auch im gesetzteren Bühnenalter ähnlich gute Perspektiven wie bei den männlichen Kollegen, Judith Caspari begrüßt die Tendenz, dass Darstellerinnen und Autorinnen ihre eigene Sichtweise von Feminismus in ihre Arbeit einfließen lassen können, Gino Emnes wünscht sich die gesellschaftliche Diversität, die er im Alltag erlebt, nicht nur auf, sondern auch hinter der Bühne wiederzufinden. Willemijn Verkaik, die ebenfalls 25-jähriges Bühnenjubiläum feiert, sowie Philipp Büttner und Mathias Edenborn teilen ihre Erinnerungen an gemeinsame Projekte zusammen mit Alexander Klaws und Kristina Love berichtet zudem anrührend, wie sie an ihrem Geburtstag die wahrhafte Tina Turner kennenlernen durfte. Diese Intermezzi sind unterhaltsam, nahbar, sympathisch, lockern die Stimmung des Abends auf und verleihen den SolistInnen ein facettenreiches Profil. Das Bühnenbild mit seinen griechisch inspirierten Säulen, die gerade für Disneys „Hercules“ installiert sind, fügt sich überraschend gut ins Gesamtbild ein und die großen LED-Rückwände der aktuellen Musicalproduktion werden mit Videodesigns von Alessandro Uragallo und Karsten Walter stimmungsvoll und gewinnbringend für dieses Konzert eingesetzt: Inspirierende Zitate der dargebotenen Komponisten und malerisch animierte Kulissen, die das jeweilig präsentierte Musical andeuten, wissen zu gefallen. Da genügt es auch, dass die sonstige Ausstattung vor allem in Form von rollenden Requisitenkästen daherkommt, mit denen auch viele choreographische Elemente bestritten werden.
Die Songauswahl wirkt dagegen etwas tendenziös: Von gut 50 Musicalproduktionen der 25-jährigen Aufführungshistorie des Unterhaltungsriesen haben es nur Lieder aus 17 Stücken in den Abend geschafft, wovon mehrere Jukebox-Musicals dabei sind. Dass die aktuellen Erfolge „& Julia“ und „Tarzan“ sowie das demnächst wiederkehrende „We Will Rock You“ jeweils mit vier Liedern repräsentiert werden und den anderen ausgewählten Bühnenwerken jeweils nur ein Song gewidmet wird, schwächt den Jubiläumscharakter der Veranstaltung, bei der an die gesamten 25 Jahre und den Großteil der Erfolgsstücke gedacht werden sollte, durchaus ab.
So wäre bei einer gleichmäßigen Verteilung aller Lieder noch Raum für andere Stücke gewesen, die mit den hochkarätigen DarstellerInnen des Abends sogar teilweise in Originalbesetzung hätten gesungen werden können: So beispielsweise Willemijn Verkaik für „Bat out of Hell“ oder „Rebecca“, und mit Alexander Klaws zusammen für „Ghost“, Kristina Love für „Der Glöckner von Notre-Dame“ oder „Sister Act“, Matthias Edenborn für „Pretty Woman“ oder „Ich war noch niemals in New York“, Philipp Büttner für Disneys „Aladdin“, Gino Emnes für „Rocky“, Judith Caspari für „Anastasia“ oder „Cirque Du Soleil Paramour“. Auch wenn die Eintagsfliegen unter den Stage-Produktionen außen vor gelassen würden, wären noch immer mehrjährige Dauerbrenner seiner Zeit wie „Buddy – Das Buddy Holly Musical“ oder „Dirty Dancing“ zu repräsentieren möglich gewesen, ganz zu schweigen von den weiteren großen Produktionen, auf die Stage Entertainment ein Monopol hatte: Disney-Shows wie „Die Schöne und das Biest“ oder „Mary Poppins“, Lloyd-Webber-Megamusicals wie „Cats“ oder „Liebe stirbt nie“ und das gesamte Set an gerade in Deutschland beliebten Plate-Sommer-Musicals wie die „Ku’Damm“-Stücke oder „Romeo und Julia – Liebe ist alles“ fielen bei der Auswahl für den Jubiläumsabend unter den Tisch. Ein fehlender roter Faden des insgesamt auch etwas kurz geratenen Konzertabends, wie beispielsweise eine chronologische Aufarbeitung der Stage-Erfolgsgeschichte oder eine nachvollziehbare thematische Anordnung der präsentierten Stücke, ist bedauerlicherweise auch eine vertane Chance, dem Anlass Würde zu tragen.
Trotzdem entstehen durch die bombastische Orchestrierung und das unbestritten hochtalentierte Ensemble zahlreiche große Momente, die Gänsehaut, Tränen und Begeisterungsstürme hervorrufen und den Besuch des Konzerts zu einem unvergesslichen Erlebnis machen. Ein rührendes Medley aus „Hold Me in Your Heart“ aus „Kinky Boots“ von Gino Emnes, „I Have Nothing“ aus „Bodyguard“ von Kristina Love und „Written In The Stars“ aus „Aida“ von Mathias Edenborn überwältigt emotional durch das wunderbare Arrangement, die Symbiose der großen Stimmen und die dramatische Ausleuchtung im Saal. Emnes brilliert mit der deutschen Version von „Wait for it“ aus „Hamilton“ und erschafft mit seiner ergreifenden Version von „Ich gehör nur mir“ aus „Elisabeth“ ein einzigartiges Highlight. Philipp Büttner darf mit „Bohemian Rhapsody“ aus „We Will Rock You“ und „Go The Distance“ aus „Hercules“ auftrumpfen. Judith Caspari gibt eine stimmgewaltige Glinda in „Frei und Schwerelos“ neben Willemijn Verkaiks ikonischer Elphaba und eine starke Sarah in „Totale Finsternis“ aus „Tanz der Vampire“ an der Seite von Krolock Mathias Edenborn. Der „Phantom der Oper“-Klassiker „Mehr will ich nicht von dir“ wird als eindrucksvolles Quartett von Caspari, Büttner, Love und Edenborn interpretiert, das die klassischen Sopranstimmen aus den beiden Musicalsängerinnen beeindruckend herauskitzelt. Alexander Klaws kann als Parade-„Tarzan“ mit „So ein Mann“ und „Dir gehört mein Herz“ glänzen. Kristina Love reisst mit „Simply The Best“ aus „Tina“ die Hütte ab. Die größten Vokalmomente gebühren an diesem Abend allerdings Willemijn Verkaik: Mit „Frei und Schwerelos“, „Lass jetzt los“ aus „Die Eiskönigin“ und „That’s The Way it is“ aus „& Julia“ schmettert sie gleich drei Durchhaltehymnen, die alle für sich große Highlights des Konzertes sind und vom Publikum zu Showstoppern auserkoren werden. Vor allem die Damen im Publikum lassen zudem die Boyband bestehend aus Emnes, Klaws, Büttner und Edenborn zu „Everybody (Backstreet’s Back)“ hochleben. Besonders schöne Momente entstehen außerdem, wenn alle sieben Ausnahmestimmen zusammenwirken, so beispielsweise bei „Circle of Life“ aus „König der Löwen“, Tarzans „Du brauchst einen Freund“, dem „MJ“-Hit „Man in the Mirror“ oder dem großen Zugabe-Medley von „Mamma Mia!“, bei dem es das Publikum aus den Sitzen reißt.
Dank der hervorragenden KünstlerInnen und der perfekten akustischen wie visuellen Präsentation ist dieser Jubiläumsabend trotz einiger verpasster Chancen ein Knaller, der geradezu nach (nachjustierter) Wiederholung verlangt.
| Kurzbewertung | Rezension | Kreativteam | Cast | Galerie | Termine | Termine (Archiv) | |||
| KREATIVTEAM | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Idee und künstlerische Konzeptentwicklung | Simone Linhof |
| Künstlerische Leitung | Britta Heiligenthal |
| Arrangements und Musikalische Leitung | Hannes Schauz |
| Orchestrierung | Philipp Gras |
| Choreografie | Kevin Hudson |
| Lichtdesign | Matthias Strobe |
| Sounddesign | Peppe Andersson |
| Videodesign | Alessandro Uragallo Karsten Walter |
| Haar- und Makeupdesign | Angela Nabblah |
| Kostümdesign | Reto Tuchschmid Maxilian Reinhard |
| Kurzbewertung | Rezension | Kreativteam | Cast | Galerie | Termine | Termine (Archiv) | |||
| CAST (AKTUELL) | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Moderation | Alexander Klaws |
| mit | Philipp Büttner Judith Caspari Mathias Edenborn Gino Emnes Kristina Love Willemijn Verkaik |
| Kurzbewertung | Rezension | Kreativteam | Cast | Galerie | Termine | Termine (Archiv) | |||
| GALERIE | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|




















| Kurzbewertung | Rezension | Kreativteam | Cast | Galerie | Termine | Termine (Archiv) | |||
| TERMINE | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| keine aktuellen Termine |
|---|
| Kurzbewertung | Rezension | Kreativteam | Cast | Galerie | Termine | Termine (Archiv) | |||
| TERMINE (HISTORY) | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Mo, 31.03.2025 19:00 | Neue Flora, Hamburg | Premiere | |||||||
| Di, 01.04.2025 18:30 | Neue Flora, Hamburg | ||||||||
| Mo, 07.04.2025 18:30 | Neue Flora, Hamburg | ||||||||
| ▼ 5 weitere Termine einblenden (bis 29.04.2025) ▼ | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Di, 08.04.2025 18:30 | Neue Flora, Hamburg | ||||||||
| Mo, 21.04.2025 18:30 | Neue Flora, Hamburg | ||||||||
| Di, 22.04.2025 18:30 | Neue Flora, Hamburg | ||||||||
| Mo, 28.04.2025 18:30 | Neue Flora, Hamburg | ||||||||
| Di, 29.04.2025 18:30 | Neue Flora, Hamburg | ||||||||
| ▲ Termine ausblenden ▲ | |||||||||

