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Das Katakomben-Theater in Essen bietet eine urige Atmosphäre für diesen alles andere als unterirdischen Konzertabend mit einer tollen Auswahl an Songs aus den Genres Musical, Pop und Chanson, die sich alle um das Thema Hoffnung drehen. Künstlerinnen und Künstler stellen eigene Interpretationen zum Thema vor und zeigen bei ihren Darbietungen ohne jedes Chi-Chi, was sie stimmlich draufhaben – und das ist Einiges!
Ein schwarzer Flügel steht am linken Bühnenrand. Julius Fischer stellt nahezu den ganzen Abend die einzige musikalische Begleitung am Klavier und steht dabei immer mit kurzem Draht in Kontakt zum Gesangsensemble. Gefühlvoll und lebendig wirken seine Interpretationen der Stücke.
In gedimmtes, farbiges Licht getaucht treten die Sängerinnen und Sänger zwischen schwarzen Vorhängen auf und verzaubern bereits mit dem Opening „Seasons of Love“ aus „Rent“ ihr Publikum. Verena Mackenberg, Michaela Schober, Froukje Zuidema, Lina Kropf, Florian Heinke, Aliosha Jorge Ungur und Emilio Morena Arias stellen sich selbst jeweils mit Vornamen vor und erzählen kurz von ihren persönlichen Assoziationen mit dem Thema Hoffnung. So entsteht vom ersten Moment an eine besonders intime Atmosphäre.
Während der Interpretationen der Songs ist jedem der Sängerinnen und Sänger anzumerken, wie viel Herzblut und Leidenschaft sie in jeden ihrer Songs legen. Nicht selten sieht man hie und da die Rührung in den Augen des jeweiligen Interpreten aufflackern. Auch so schwappen die Emotionen rasch über. Nach ein oder zwei Titeln wechseln sich die zumeist Solo-Interpretationen ab. Nahezu jeder Auftritt geschieht in neuen, schlichten Outfits. Einzelne Songs werden im Duett („You raise me up“) oder im Gesangstrio („Hallelujah“) interpretiert. Neben dem Klavierspiel werden diese von Aliosha Jorge Ungur am Cello begleitet. Mehrfach erklingt Szenenapplaus, der die Leistung der Sängerinnen und Sänger quittiert. Die Stimmung ist perfekt.
Mit ihrem ersten Solo „Verliert den Glauben nicht“ aus „Der Medicus“ legt Michaela Schober mit ihrer Stimmgewalt die Messlatte der Erwartungen an den weiteren Abend sehr hoch. Tatsächlich steigert sich das Niveau im Verlaufe des Abends noch. Schober selbst weiß sämtliche angekündigte Genres zu bedienen und überzeugt ebenfalls mit Chansons wie „100 Tipps einen Mann zu verlieren“ und deutschem Pop wie „Ne Prise Zimt“ von Pe Werner im Original.
Froukje Zuidema beeindruckt mit Präzision und Ausdruck in Stimme und Minenspiel. Höhepunkt ihrer gesanglichen Darbietungen ist „Ich gehör´ nur mir“ aus „Elisabeth“. Scheinbar mühelos performt sie direkt im Anschluss „Reise durch die Zeit“ aus „Anastasia“. Ebenso besticht sie mit ihren weiteren Beiträgen wie „Denk an mich“ aus „Das Phantom der Oper“ und „Unruly Heart“ aus „The Prom“.
Lina Kropf, das jüngste Mitglied des Gesangsensembles, überzeugt mit einer großen Bandbreite von Musical bis Pop. Zu ihren stärksten Interpretationen zählen „Feuerwerk“ von Katy Perry bzw. aus „Moulin Rouge“ in einer deutschen Übersetzung, „Ronan“ von Taylor Swift und „Ich lass´ los“ aus „Die Eiskönigin“.
Verena Mackenberg steht trotz Erkrankung im Rahmen ihrer Möglichkeiten ihre Frau auf der Bühne: Sie leitet ihre Songs des Sets ein und übergibt dann an eines der weiteren Ensemble-Mitglieder. Ihre Hoffnung bald wieder gesund zu sein, berührt und passt genau zur Stimmung der Show.
Florian Heinke umwirbt sein Publikum mit modernen Interpretationen und frechen Einleitungen seiner Songs. Bewegt berichtet er davon, wie jede einzelne Audition sein Gefühl von Hoffnung immer wieder herausgefordert. Gefühlvoll singt er Songs wie „I will talk and Hollywood will listen“ von Robbie Williams in einer deutschen Version und „Role of a Lifetime“ aus „Bare“.
Aliosha Jorge Ungur kokettiert mit dem Publikum und bezieht es in die Interpretationen seiner Songs wie „Tief in mir“ aus „Sister Act“ und „Ja, Schatz“ von Bodo Wartke selbstverständlich mit ein. Ihm ist durchgehend die Freude am Gesang ebenso wie am Spiel anzumerken. Seinen stärksten Auftritt liefert er mit „Sanssoucci“ aus „Friedrich“. Außerdem überzeugt Ungur mit seinem wunderschönen Spiel am Cello.
Emilio Morena Arias interpretiert gefühlvoll seine Songs wie „The impossible Dream“ aus „Der Mann aus La Mancha“ und „A piece of Sky“ aus „Yentl“. Auffallend steigert er sich in der Intensität seiner Interpretationen. Er harmoniert hervorragend mit Lina Kropf, der er bei ihrem Duett „You raise me up“ gesanglich auf Augenhöhe begegnet.
Ein Medley von Andrew Lloyd Webbers „Joseph“ rundet das gut zweieinhalbstündige Programm ab. Vermutlich wurde Joseph, interpretiert von Aliosha Jorge Ungur im Düsteren („Schließt jede Tür vor mir“) und Florian Heinke im Lebensfrohen („Wie vom Traum verführt“), selten von so einem gesanglich starken Chor begleitet.
Mit „Seasons of Love“ als Zugabe verabschiedet sich das Gesangsensemble. Es ist schön mit zu erleben, wie das Konzertkonzept nach Andreas Luketa die Stimmen und die Botschaft der Musik in den Mittelpunkt des Abends rückt. Die auf ein Minimum reduzierte Ausstattung und die Nähe zwischen Sänger und Publikum lassen die Show wunderbar gelingen.
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| CAST (AKTUELL) | |||||||||
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| mit | Michaela Schober Froukje Zuidema Lina Kropf Verena Mackenberg Emilio Moreno Arias Aliosha Jorge Ungur Florian Heinke | |||
| Julius Fischer am Klavier | ||||
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| Fr, 06.12.2024 20:00 | Katakomben-Theater im Girardet Haus, Essen | Premiere |
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