Annemieke Van Dam, Ana Milva Gomes, Wietske Van Tongeren © I&P Tomorrow Musical, Lisa Tatzber
Annemieke Van Dam, Ana Milva Gomes, Wietske Van Tongeren © I&P Tomorrow Musical, Lisa Tatzber

Dutch Divas (2024 - 2026)
Alte Oper, Frankfurt

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Das Konzertformat „Dutch Divas“ mit Annemieke van Dam, Wietske van Tongeren und Ana Milva Gomes ist erstmals in Deutschland zu erleben. Gemeinsam mit einer energetischen Frauenpower-Band und ihren Stargästen Drew Sarich und Gino Emnes glänzt das Damentrio mit großen Stimmen, Emotionen sowie außergewöhnlichen musikalischen Arrangements.

Die I&P Tomorrow Musical GmbH unter dem Wiener Komponisten Peter Altmann hat in Österreich neben „Dutch Divas“ auch mit „Musicalstars im Steinbruch“ bereits hochwertige Konzertformate produziert. Durch Semmel Concerts gelangen mit Frankfurt und Oberhausen nun – trotz Ausfällen in Hannover und Mannheim – erstmals zwei Performances in Deutschland. Die vergleichsweise niedrige Auslastung ist angesichts der Star-Besetzung und der enorm hohen künstlerischen Qualität, die an diesem Abend geboten wird, nicht zu begründen.

Die drei Musicaldarstellerinnen und Sängerinnen, die als Headliner fungieren, gehören seit gut zwei Jahrzehnten zu den bekanntesten Vertreterinnen ihrer Zunft im deutschsprachigen Raum. Jede von ihnen hatte die Möglichkeit, neue Rollen zu kreieren und Inszenierungen nachhaltig zu prägen.  Schillernden Bühnenpersönlichkeiten mit großen Karrieren wird gerne der ‚Diva‘-Stempel aufgedrückt, und mit genau diesem Klischee spielt das Dreiergespann im Verlauf des Abends auf unterhaltsame Weise, bedient es mit einem Augenzwinkern und nutzt den Begriff auch, um mit seinen Konnotationen aufzuräumen.

Das Event bekräftigt, dass van Dam, van Tongeren und Gomes vor allem  stimmgewaltige Sängerinnen, charismatische Interpretinnen und feinfühlige Künstlerinnen auf der Bühne sind sowie loyale Freundinnen und liebevolle Mütter abseits des Rampenlichts. Durch kurze Anekdoten über Karriere-Episoden, ihre freundschaftliche Beziehung zueinander, ihr Mama-Sein sowie den Spagat zwischen Künstlerdasein und Privatleben entstehen kleine narrative Schlaglichter in einem musikalisch ausgesprochen dichten Konzertabend.

Herbert Pichler, als musikalischer Leiter der Vereinigten Bühnen Wien bekannt, ist der Hahn im Korb seiner eigenen siebenköpfigen Band, die sich mit Frauenpower sowohl energiegeladen als auch einfühlsam durch die Arrangements spielt. Percussion und Gitarre werden durch vier virtuose Streicherinnen komplettiert. Hervorragende instrumentale Soli, die in die Setlist eingestreut werden, bilden ganz eigene musikalische Highlights. Pichler und seinem Team gelingt der Spagat zwischen stimmungsvollen Originalen und außergewöhnlichen Neuarrangements, die den Verlauf spannend und emotionsgeladen halten. Hier bedarf es weder eines narrativen roten Fadens noch einer dramaturgisch ausgefeilten Inszenierung, um diesen Musikabend zusammenzuhalten.

Visuell wird die Veranstaltung durch Stephanie Erbs’ schillerndes Stagedesign und ein ambitioniertes Lichtdesign inszeniert, das dramatisch-theatralische Akzente in dichter Folge liefert. Zuweilen ist das Lichtermeer mit Beam- und Blinder-Effekten, Tilt-Einstellungen und Strobo-Sequenzen auf dem niedrigen Podium der Alten Oper Frankfurt aber für einige auch zu viel des Guten: Teile des Publikums im vordersten und preishöchsten Segment werden immer wieder stark geblendet.

Überaus stimmig ist dagegen die Garderobe der Künstlerinnen, die pompös und schillernd ausfällt und so das Diva-Motiv der Veranstaltung visuell hervorragend widerspiegelt. Die an die ikonischen Looks von Mariah Carey, Aretha Franklin und Céline Dion erinnernden Kleider und Kostüme des Trios sorgen nahezu mit jedem neuen Auftritt schon vor dem ersten gesungenen Ton für Eindruck. Absichtlich dezent sind die beiden männlichen Gäste gekleidet, die zwar nicht minder bekannt sind wie die Solistinnen, doch in dieser Show bewusst eingesetzt werden um die „Divas“ zu komplementieren. Ein schöner Akzent ist, dass die Damen zur Zugabe einen bewussten Kontrast setzen, indem sie in Pyjamas und Jogginganzügen die Bühne betreten und so auch optisch mit dem Diven-Image brechen.

Musikalisch lässt die Konzertreihe keine Wünsche offen, auch wenn die Tontechnik am besuchten Abend in der Alten Oper Frankfurt nicht immer zugunsten der Sängerinnen und Sänger arbeitet und so einige Gesangspassagen trotz kraftvoller Darbietungen zu leise an die Ohren der Zuschauer dringen. Die Songauswahl besticht durch viele ‚Tearjerker‘ im ersten Teil und ausgelassene Partystimmung im zweiten Akt. Besondere Arrangements sind beispielsweise eine Punkrock-Version von „All That Jazz“ aus „Chicago“ mit einem flippigen Drew Sarich, ein balladenhaftes „Euphoria“ (im Original von Loreen) von Wietske van Tongeren und ein ergreifendes Damen-Terzett des bekannten niederländischen ESC-Schlagers „Dansen aan Zee“.

Die drei Sängerinnen können aber auch mit Songs aus ihren Paraderollen glänzen: Annemieke van Dam als Mrs. Danvers mit „Sie ergibt sich nicht“ und als Elisabeth mit „Wenn ich tanzen will“, Ana Milva Gomes als Celie mit „I’m Here“ („The Color Purple“) oder als Deloris van Cartier mit „Fabulous, Baby!“ und Wietske van Tongeren als Fantine mit „Ich hab geträumt vor langer Zeit“ ernten frenetischen Applaus. Besondere Akustikfassungen von „Dir gehört mein Herz“ („Tarzan“) oder „Gold von den Sternen“ („Mozart“) werden zudem hervorragend von Ana Milva Gomes interpretiert.

Abseits ihres bisherigen Rollenprofils können alle drei zusätzlich mit frischen Impulsen begeistern: Van Tongeren berührt dabei mit „All That Matters“ aus „Finding Neverland“ und mit dem „Elephant Love Medley“ aus „Moulin Rouge“, und van Dam setzt als Elphaba mit „No Good Deed“ sowie mit dem Lady-Gaga-Cover „Shallow“ gesangliche Höhepunkte. Gomes, die sich im Trio mit Entertainer-Qualitäten und Charisma als Stimmungsmacherin etabliert, entfacht mit dem Tina-Turner-Hit „Proud Mary“ spürbare Energie.

Drew Sarich und Gino Emnes glänzen nicht nur als Duettpartner für die Damen, sondern auch gemeinsam gesanglich mit „Bring Him Home“. Während Drew Sarich mit „One Song Glory“ seinen stimmlichen Facettenreichtum unter Beweis stellt, gefällt Gino Emnes mit dem niederländischen Evergreen „Vrede“. Außerdem wird ihm durch die Damen – ganz un-divenhaft – die Ehre zuteil, den Finalsong des ersten Aktes „Ich gehör nur mir“ alleine zu performen.

Dennoch gehört der Musikabend vor allem dem Damentrio, dasmit „Enough Is Enough“ von Barbra Streisand und Donna Summer, mit einem ABBA-Medley und als „Dreamgirls“ nicht nur Disco-Qualitäten beweist, sondern mit „My Way“ von Sinatra zum Schluss noch ein letztes Mal zu Tränen rührt. Drei wunderbare Künstlerinnen mit ebenso stimmgewaltigen Gastsängern und einer perfekten Band: Dieses Event verlangt nach einer Wiederholung – hoffentlich auch in Deutschland.

 
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KREATIVTEAM
Musikalische LeitungHerbert Pichler
AusstattungStephanie Erb
BandAleksandra Đerković
Julia Brunner
Julia Hofer
Pauline Spiegel
Raphaela Fries
Stefanie Kropfreiter
(Subin Lee)
 
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CAST (AKTUELL)
== 2026 ==
mitAna Milva Gmoes
Annemieke van Dam
Wietske van Tongeren
GästeDrew Sarich
Gino Emnes
 
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CAST (HISTORY)
== 2025 ==
mitAna Milva Gomes
Annemieke van Dam
Wietske van Tongeren
GästeDrew Sarich
Lukas Mayer
Moritz Mausser
== 2024 ==
mitAna Milva Gomes
Annemieke van Dam
Wietske van Tongeren
GästeDrew Sarich
Lukas Mayer
  
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TERMINE
keine aktuellen Termine
 
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TERMINE (HISTORY)
Mo, 14.10.2024 19:30Raimund Theater, WienPremiere
Mo, 28.04.2025 19:30Raimund Theater, Wien
So, 11.01.2026 19:00Mozartsaal Rosengarten, Mannheim
▼ 3 weitere Termine einblenden (bis 23.02.2026) ▼
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