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Seit den 1970ern ist das Musical „Grease“ absoluter Kult. Zahlreiche Produktionen und vor allem der bekannte Film mit John Travolta und Olivia Newton-John haben die Songs um „Summer Nights“ und „You’re the One that I want“ unsterblich gemacht. Mit einer englischsprachigen Produktion haben Fans aus Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz aktuell die Chance, Danny und Sandy auf ihrer Selbstfindungsreise zu begleiten – und das Ganze in einer grandios besetzten Inszenierung, die viel für Auge und Ohr bietet.
Versionen des Musicals „Grease“ gibt es etliche. Im Detail sind Handlungsnuancen, die Songliste und die Reihenfolge der Lieder unterschiedlich. Die Inszenierung von James Grieve hält sich in großen Teilen an das erfolgreiche Revival von 2013 am Londoner West End. Jim Jacobs und Warren Caseys Buch weist unweigerlich einige Längen auf, die auch Grieve nicht durch merkliche Kürzungen oder Straffungen ausmerzen kann, doch entschädigen die vortreffliche Besetzung und die wuchtige Band dies allemal.
Ad van Dijks Orchestrierungen klingen satt, schwungvoll und aktivieren unweigerlich zum Mitwippen und Klatschen – dank der sechsköpfigen Band unter Harry Haden Browns Leitung kommt Stimmung im ganzen Saal auf und das makellose Sounddesign bringt ordentlich Wumms in die ehrwürdigen Gemäuer des Deutschen Theaters München. Den Ohrwurmsongs, die vom frühen Rock’n’Roll und 1950er-Populärmusik beeinflusst sind, werden die Band und das gesangsstarke Ensemble akustisch mehr als gerecht. Ein wahrer Ohrenschmaus!
Fürs Auge wird auch einiges geboten: Rebecca Howells fetzige Choreographien fangen den Zeitgeist der Geschichte und den rebellischen Grundton des Stücks vortrefflich ein. Schritte aus dem lateinamerikanischen Spektrum und Rock’n’Roll-Choreos verschmelzen mit Jive, Boogie Woogie und Twist; lustige Elemente aus zeitgenössischen Movesets wie der Hully Gully, der Monster Mash oder der Chicken Head wechseln sich mit nahezu akrobatischen Flickflacks und Salti ab. Das in Joris van Veldhovens stimmige Kostüme gekleidete Ensemble setzt die anspruchsvollen und überaus dynamischen Abfolgen mit Bravour um. Veldhoven zeichnet auch für das ansehnliche Szenenbild verantwortlich, das von vier verschiebbaren, LED-beleuchteten Treppenelementen unten und einer TV-Bildschirm-artigen Projektionsfläche oben, hinter der sich die Band verbirgt, dominiert wird. Das Lichtdesign verdient hier besondere Anerkennung – differenziert und immer bunt und schrill wird das Set ausgeleuchtet und auch das Spiel mit Licht und Schatten wird zur Fokus- und Perspektivschaffung gewinnbringend eingesetzt. Einzig die Treppenkonstruktionen erweisen sich zeitweise als schwerfällig bewegbar und widerspenstig, wodurch Szenenwechsel etwas in die Länge gezogen werden – aber die Band weiß diese Umbauszenen stimmig zu überbrücken.
Die hohe performative Qualität des zum Großteil West-End-erprobten Ensembles ist offenkundig. Perfekte Stimmführung und makelloser Tanz sind hier der Standard. Das in den USA spielende Stück bedarf in englischsprachigen Inszenierungen eines entsprechenden Akzentes bei allen Bühnenakteuren – außer vielleicht Sandy, die je nach Version aufgrund der Filminkarnation von Newton-John oftmals australisch angesetzt ist. Leider wird dieser Akzent nur von wenigen DarstellerInnen dauerhaft gehalten, allzu oft fällt die Phonetik und Satzmelodie ins Britische zurück. Ein Kritikpunkt auf hohem Niveau, gemessen an den sonstigen Fähigkeiten der Cast – so würde das Stück allerdings in englischsprachigen Gefilden sauberer gecoacht werden müssen.
Shona Masson und Robert Donnelly geben ihren nerdigen Rollen Patty und Eugene expressive Persönlichkeiten, die genauso wie Catherine Morris‘ Ausbrüche als Lehrerin Miss Lynch maßgeblich zum komödiantischen Aspekt von „Grease“ beitragen. Dan Nattrass als Kenickie treibt die Dynamik der Jungsgruppe deutlich voran – sein „Greased Lightnin“ inklusive lila Ford auf der Bühne ist eine Stimmungskanone. Bethan Mitchell bringt als Cha Cha die wahrscheinlich beeindruckendste Tanzdarbietung des Abends in „Shakin‘ at the High School Hop“ aufs Parkett. Shaun Curtis legt seinen Rocksänger Johnny Casino mit bemerkenswerten Riffs an und weiß gesanglich zu begeistern. Das Mädelstrio Frenchie, Marty und Jan wird von Emilia Muncey, Elsie Grace Ward und Viola Maisey überaus unterhaltsam und energetisch grundverschieden dargeboten, was über einige der Stücklängen durch kurzweilig gespielte Schauspielszenen hinweg hilft. Besonders gefällt Wards schwärmerisches „Freddy My Love“ in ihrem Mädchenzimmer. Doody, Sonny und Roger werden gleichermaßen attraktiv wie frech und etwas hohlbirnig von Jules Avery, Cal Plant und Lewis Starr in einer energetischen Einheit dargestellt, in der Starr in „Mooning“ und Avery in „Those Magic Changes“ stimmlich herausstechen.
Will Jennings stielt als Vince mit exzentrischer Elvis-Parodie und kauzigem Officer Maiale im Schauspiel und gesanglich mit „Born to Hand-Jive“ sowie später als Engelsfigur in „Beauty School Drop-Out“ die Show. Eine durchweg gute Figur macht Ben Darcy als Danny Zuko, der mal verwegen-sexy und doch auch ziemlich misogyn daherkommt – ganz wie Travolta im Film gelingt es ihm am Ende wenigstens ein kleines bisschen, sich zu ändern. Gesanglich überzeugt er auf ganzer Linie mit „How big I’m gonna be“ und seiner Hymne an „Sandy“. Diese wird von Lottie Powell träumerisch interpretiert. Mit „Hopelessly devoted to you“ gelingt ihr ein performatives sowie musikalisches Highlight, und ihr Charaktertwist nach „Look at me, I’m Sandra Dee“ lässt Erinnerungen an Olivia Newton-John wach werden. Schauspielerisch und gesanglich ist Rio Maye als Rizzo der heimliche Star – ihre Reprisen von „Greased Lightnin‘“ und „Sandra Dee“ füllt sie mit für das flache Buch und die plakativen Figuren ungewohnt differenziertem Schauspiel, das in ihrem großen Solo „There are worse things I could do“ kulminiert.
Nicht zuletzt sind es die großen Gruppennummern, allen voran „Summer Nights“, „We go together“ und „You’re the one that I want“, die das Publikum mitreissen. Spätestens beim „Megamix“ am Ende bleibt in München niemand mehr auf den Stühlen sitzen. Stimmung pur!
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| KREATIVTEAM | |||||||||
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| Musik, Buch und Texte | Warren Casey Jim Jacobs |
| Bühne / Kostüme | Joris van Veldhoven |
| Musical Arrangements / Orchestrierung | Ad van Dijk |
| Regie | James Grieve |
| Choreografie | Rebecca Howell |
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| CAST (AKTUELL) | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Sandy | Lottie Power |
| Danny | Ben Darcy |
| Rizzo | Rio Maye |
| Kenickie | Dan Nattrass |
| Vince Fontaine / Teen Angel | Will Jennings |
| Miss Lynch | Catherine Morris |
| Frenchy | Emilia Muncey |
| Eugene | Robert Donnelly |
| Jan | Viola Maisey |
| Doody | JP Gilbey |
| Marty | Elsie Grace Ward |
| Sonny | Cal Plant |
| Cha Cha | Bethan Mitchell |
| Johnny | Jules Avery |
| Patty | Shona Mairi Masson |
| Roger | Lewis Starr |
| Ensemble | Rebekah Bryant Jai Jobarteh Jessie Odeley Kai Oxley, |
| Swing | Charlie Barnard Brandon Hunter Megan Lea India Thornton |
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| GALERIE | |||||||||
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