Die tragische Liebesgeschichte von Romeo und Julia ist weltberühmt. Insofern ist es kein Spoiler, als die Produktion von Peter Plate und Ulf Leo Sommer mit dem Tod der beiden verzweifelt Liebenden beginnt. Pater Lorenzo (Anthony Curtis Kirby) betrauert das junge Paar und bekennt: "Am Ende ist man klüger. Könnt die Zeit nur rückwärts gehen. Man kann mit dem Ende auch den Anfang klarer sehen." Und genau dies geschieht: Plötzlich bewegen sich alle Darstellerinnen und Darsteller auf der Bühne rückwärts. Julia zieht sich den Dolch aus der Brust, Romeo nimmt das Gift von den Lippen. Ein großartiger Effekt, vom Lichtdesign passend in Szene gesetzt. Also alles wieder auf Anfang.
Am pittoresken Thunersee schallt aktuell allabendlich die Frage „Wer ist hier Monster und wer ist ein Mensch?“ durch die warme Sommerluft – in Disneys wohl erwachsenstem Musical „Der Glöckner von Notre-Dame“ werden vor malerischem Alpenpanorama große menschliche Themen, gehüllt in die epischen Melodien von Alan Menken, leicht verdaulich und visuell anspruchsvoll bearbeitet.
Vieles, das in Film, Fernsehen oder Literatur erfolgreich ist, landet häufig irgendwann auch auf der Musical-Bühne. So auch der TV-Dreiteiler "Ku´Damm 56". Die Adaption krankt hauptsächlich an einem unübersichtlichen Buch, das sich nicht auf einen Handlungsstrang fokussieren mag, sondern sich als Sittenbild der 1950er Jahre im Nachkriegsdeutschland austobt. Der tolle Cast rettet, was zu retten ist.
Wenige Sekunden nachdem die Band die ersten Takte von "Simply the Best" angestimmt hat, öffnet sich der Vorhang – und da steht sie: den Rücken zum Publikum gerichtet, im legendären roten Minikleid und mit der berühmten wilden Wuschelmähne, bereit für ihren großen Auftritt. Nur durch diesen Anblick geraten die Zuschauer schon aus dem Häuschen – die Stimmung im Theater ist von Beginn an fabelhaft.
Das glücklich verliebte Pärchen Molly und Sam wird jäh aus seiner Idylle gerissen, als Sam bei einem Raubüberfall ums Leben kommt. Als Geist setzt er fortan alles daran, seine Freundin vor drohenden Gefahren zu beschützen.... Die Co-Produktion mit dem Landestheater Linz lief bis Anfang Oktober im Berliner Theater des Westens.
2015 und 16 war in Bad Gandersheim der erste Teil der Gruppen-Biografie zu sehen, nun gibt es die Fortsetzung: Was wurde aus den Comedian Harmonists, nachdem sie sich unter der Nazi-Herrschaft in zwei Gruppen gespaltet haben?
Eigentlich scheint 10 Minuten nach der Ouvertüre bereits klar: Es wird am Ende stehende Ovationen für die knapp 30 Mitwirkenden bei "Saturday Night Fever" geben. Dennoch hebt es nach vielen tollen Tanzszenen und schönen Bildern zur Verbeugung zunächst nur ein Hand voll Zuschauer aus den Sitzen.
Folkwangs Musicalperlen lassen die Hüllen fallen: Basierend auf Arthur Schnitzlers Skandalstück "Der Reigen" baut Gil Mehmert einen ungewöhnlichen Theaterabend. Mit viel erotischer Dynamik, doch in holpriger deutscher Übersetzung und mit einigen faden Gesangsnummern bleibt die Aufführung weit hinter dem Charme von LaChiusas Pionierarbeit zurück.
Einem Stück, das seit Jahrzehnten ein Dauerbrenner auf deutschen Bühnen ist, neue Aspekte abzugewinnen ist gar nicht so leicht. Regisseur Reinhardt Friese und sein Kreativteam haben sich für eine konzentrierte und schlichte Umsetzung entschieden, die den Fokus von jeglichem Brimborium nimmt und auf die einzelnen Charaktere legt.
Mehrere Begriffe ohne Anführungszeichen = Alle Begriffe müssen in beliebiger Reihenfolge vorkommen (Mark Seibert Hamburg findet z.B. auch eine Produktion, in der Mark Müller und Christian Seibert in Hamburg gespielt haben). "Mark Seibert" Wien hingegen findet genau den Namen "Mark Seibert" und Wien. Die Suche ist möglich nach Stücktiteln, Theaternamen, Mitwirkenden, Städten, Bundesländern (DE), Ländern, Aufführungsjahren...