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Musical-Biografie

Jetzt oder nie - Die Comedian Harmonists, Teil 2

Nie mehr Kaktus


Warum soll es auf der Musical-Bühne anders sein als beim Film? Nach dem Erfolg von "Veronika, der Lenz ist da - Die Comedian Harmonists" gibt es jetzt die Fortsetzung: Dieses Mal werden die Schicksale der sechs Gründungsmitglieder nach dem politisch bedingten Ende der "Boyband der Schellackplatten-Ära" nacherzählt. Neben bekannten Evergreens erklingen auch musikalische Überraschungen im typischen "Comedian Harmonists"-Sound.

(Text: Kai Wulfes)

Letzte bekannte Aufführung:09.12.2008


Die Beatles ohne „Let It Be“, Abba ohne „Dancing Queen“. Unvorstellbar! Vor ein noch größeres Problem stellten die Nazis die Comedian Harmonists kurz nach der Machtergreifung im Februar 1935: Zum Einen beschränkten sie das Repertoire auf Musik „arischer“ Komponisten und Autoren, wodurch Erfolgstitel wie beispielsweise „Mein kleiner grüner Kaktus“ plötzlich tabu waren. Noch gravierender war jedoch, dass drei der Musiker wegen ihrer jüdischen Herkunft nicht mehr auftreten durften. Das Erfolgs-Sextett zerbrach auf Grund des Rassenwahns der politischen Machthaber, aber auch auf Grund von Streitigkeiten über den weiteren Karriereweg. Letztlich emigrierten die „Unerwünschten“ ins Ausland.
Genau hier setzt die Handlung des zweiten Teils von „Die Comedian Harmonists“ ein: Zunächst ergänzen sich beide Rumpf-Ensembles um je drei Ersatzmusiker und treten mit gänzlich unterschiedlichen Programmen auf den von den politischen Machthabern in Deutschland bestimmten Bühnen auf: Die im Reich verbliebene Sektion tingelt unter dem Namen „Das Meistersextett“ mit deutscher Unterhaltungsmusik durch die Lande und singt unter der Flagge der Partei, die die Gruppe 1941 wegen Erfolglosigkeit auflöst. Die Emigrantentruppe hingegen startet als „Comedy Harmonists“ noch einmal richtig durch. Mit ihrem internationalen Programm feiern sie mehrere Jahre lang vor allem in Skandinavien, Australien und in den USA große Erfolge. Auch bei ihrer Auflösung haben die Nazis wieder ihre Hände mit im Spiel - wenn auch indirekt: Nachdem der Vater des Baritons Roman Cykowski im Warschauer Ghetto umgebracht worden ist, tritt der Sohn seine Nachfolge als Kantor der jüdischen Gemeinde an. Seine ehemaligen Mitstreiter geben ebenfalls auf und widmen sich anderen Aufgaben.
Autor Gottfried Greiffenhagen zeichnet den Lebensweg der sechs Ur-Mitglieder der Comedian Harmonists behutsam nach und beleuchtet spotlichtartig nacheinander parallele Entwicklungsstadien beider Nachfolge-Ensembles. Regisseur Martin Woelffer unterstreicht dieses Konzept, indem er die Szenen des Meistersextetts auf der linken Bühnenseite präsentiert, während dieselben Darsteller anschließend als Comedy Harmonists auf der gegenüberliegenden Bühnenhälfte singen und agieren. Dabei sind die jeweiligen Ensemble-Gründungsmitglieder im Frack gewandet, während die „Ersatzmänner“ andersfarbige Sakkos tragen (Kostüme: Polly Matthies). Hierzu erklingen natürlich reichlich Songs im original „Comedian-Harmonists-Sound“. Neben unverwüstlichen Klassikern – wie der eingangs bereits erwähnte „Kaktus“ und der berühmten „Veronika“ – werden auch Titel präsentiert, die man nicht unbedingt mit diesen Interpreten verbindet. So zum Beispiel das Lied der Sieben Zwerge aus dem Walt Disney Zeichentrickfilm „Schneewittchen“ und „Chattanooga Choochoo“ von Glenn Miller. Erwähnt werden muss in diesem Zusammenhang auch der Werbespot für den „Caspar Blume Dauerbrandherd“, zu dem die Interpreten im Kochoutfit auftreten.
Leider verliert die Produktion nach der Pause mit Auflösung der Nachfolge-Ensembles etwas an Fahrt. Die Schicksale der einzelnen Mitglieder in den Nachkriegsjahren und während des Kalten Krieges werden etwas lieblos abgehandelt und langatmige Sprechszenen dominieren das Geschehen. Allein die musikalische Szene im Jüdischen Tempel von Los Angeles kann überzeugen.
Damit die Zuschauer immer den Überblick über den Fortgang der Handlung behalten, lässt Greiffenhagen immer wieder den Begründer der Comedian Harmonists, Harry Frommermann, zu Wort kommen. Dieser sitzt leicht erhöht in einem Arbeitszimmer im Bühnenhintergrund (Bühnenbild: Tom Presting) und bereitet sich in seinen letzten Lebenstagen auf ein Interview für eine Fernsehdokumentation vor. Hierfür schneidet er seine Erinnerungen auf einem Tonband mit und kommentiert manchmal auch ironisch das Geschehen. Eine leider etwas undankbare Aufgabe für Peer Jäger, die er jedoch mit Witz und Charme gekonnt meistert.
Im Zentrum der Aufführung stehen natürlich die sechs Comedian Harmonists: Jörg Daniel Heinzmann ist nicht nur für die musikalischen Arrangements verantwortlich, er begleitet in der Rolle des Erwin Bootz auch seine Bühnenkollegen am Flügel. Im gesanglich hervorragenden und stimmlich perfekt aufeinander abgestimmten Ensemble gefallen Johannes Schwärsky mit sattem Bass (Robert Biberti), Thorsten Hennig mit sicherer Tenorhöhe (Ari Leschnikoff) und der Bariton Alexander Franzen (Roman Cykowski). Paul Hörmann (Erich A. Collin) merkt man auf Grund seines hölzernen Spiels leider an, dass er hauptsächlich als Oratoriensänger tätig ist, während Samuel Streiff nicht nur mit seinem „Schnalz-Glucks-Solo“ im Song „Ali-Baba“ das Publikum auf seine Seite zieht.
Vergleicht man beide Teile der „Comedian Harmonists“-Saga, ist die neue Produktion unter biografischen Gesichtspunkten trotz einiger Längen in der zweiten Hälfte sicherlich der inhaltlich interessantere Abend. „Jetzt oder nie“ besticht aber auch durch seine charmant-verschmitzte und perfekte musikalische Umsetzung. Und endlich erhält auch wieder der berühmte „kleine grüne Kaktus“ den Platz, der ihm gebührt.



(Text: Kai Wulfes)






Kreativteam

Buch Gottfried Greiffenhagen
Regie Martin Woelffer
Bühne Tom Presting
Kostüme Polly Matthies
Arrangements und Musikalische Leitung Jörg Daniel Heinzmann


Besetzung

Der alte Harry Frommermann Peter Rühring
Robert Biberti Johannes Schwärsky
Ari Leschnikoff Thorsten Hennig
Erwin Bootz Jörg Daniel Heinzmann
Der junge Harry Frommermann Thomas Winter
Erich A. Collin Friedemann Hecht
Roman Cykowski Alexander Franzen
Axel Herrig



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


14 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


8244
unterhaltsam, witzig, publikum tobte

31.12.2009 -

nicoletta


15264
Dieser Kaktus sticht!

31.12.2009 - Das Ganze war aus einem Guss, fing auch jüngeres Publikum schnell ein; inhaltlich Plakatives wurde durch Schauspiel und Choreographie excellent ergänzt. Die Regie tat ein Übriges. Und das Bühnenbild nahm den Ansatz mit wenigen Elementen wunderbar auf. Gratulation !

Thoschu43


16759
Jetzt oder nie Comedian Harmonists

31.12.2009 - Ich war begeistert, gerührt, beglückt, kurz es war einfach genial!Bei nächster Gelegenheit muss ich das noch einmal haben aber bitte in der ersten Reihe!

Antschi


16709
Ein wunderschöner Abend

12.01.2007 - Völlig anders als Teil 1, aber gerade darum können beide nebeneinander stehen. Das komödiantenhafte wurde wunderbar herausgearbeitet und läßt die Schwächen der Gesangsdarbietung im Vergleich zum Original unwichtig werden. Besonders Thomas Winter als "Harry Frommermann" sorgte durch sein schauspielerisches Talent immer wieder für mitreißende Komik. Frisch und authentisch gespielt war es ein wunderschöner Abend.

ragnhild


16690
funktioniert

12.01.2007 - trotz der etwas biederen umsetzung ein abend der funktioniert, bildet und bestens unterhält. darsteller die den orginalen nicht nur als typen, sondern auch in ihrer musikalischen perfektion nahekommen. mein liebling : johannes schwärsky

torsten bierenheide


16016
Großartig

10.12.2006 - Mit viel Freude sah ich mir nun schon zum zweiten Mal eine Vorstellung dieses Musicals an. Musikalisch hochwertiger als der erste Teil und sehr gut besetzt war es wieder ein Genuss dieses Stück zu sehen.
Ich kann es sehr empfehlen.

Dr. Hagen Clark


15461
Super Sahne Stück

02.11.2006 - Wir haben 2 Vorstellungen gesehen und von Herzen genossen, das Darstellerteam hat in allerbester Weise geliefert: Musik & Gesang & Humor & Herz. Dankeschön für diese beiden wunderschönen Abende :-). Dem Gesangs- und Backstage-Team wünschen wir noch viele dieser gelungenen Auftritte.

Hännes


15412
Sehr überzeugend

31.10.2006 - Der "neue", junge Harry (gespielt von T. Winter) bringt stimmlich und schauspielerisch noch mehr Qualität in diese Inszinierung. Respekt!

Remscheid


12835
Ganz ganz toll!

08.06.2006 - GANZ GANZ TOLL, kein Worte dafuer! Stormy Weather hat mich fast zum weinen gebracht!
Alle sind Topsaenger und es hat mir musikalisch sehr gefallen!
Ein grosser Fan!

Asmara Lee


9927
Ganz toll und musikalisch noch anspruchsvoller als der 1.Teil!

11.01.2006 -

Ein Comedian Harmonists Kenner & Liebhaber


8256
Absolut genial !

09.10.2005 -

baumatthias


8214
Leider mißlungen

05.10.2005 -

wolle


7820
absolut super

08.09.2005 -

ein Fan


7787
flach und doof

06.09.2005 - nur ein dämlicher Versuch, daß Theater vollzukriegen. Musikalisch mies, schlechtes Buch und grauslige Regie.

Korngold


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