| Kurzbewertung | Rezension | Kreativteam | Cast | Cast (Historie) | Galerie | Termine | Termine (Archiv) | ||
| KURZBEWERTUNG | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Kurzbewertung | Rezension | Kreativteam | Cast | Cast (Historie) | Galerie | Termine | Termine (Archiv) |
Mit „Briefe von Ruth“ zeigt das Stadttheater Fürth die Inszenierung des Musical Frühlings in Gmunden aus dem Jahr 2023 – ein Musical über die junge Jüdin Ruth Maier, deren Leben in der Zeit des Nationalsozialismus ein tragisches Ende nimmt. Die Aufführung setzt auf Zurückhaltung und konzentriert sich auf die Erzählung und die Figuren. Wie stark diese Reduktion wirkt, zeigt sich spätestens unmittelbar nach dem Schlussapplaus: Während die orchestrale Schlussmusik sonst das Signal zum Aufbruch ist und das Publikum Richtung Garderobe und Parkhaus strömen lässt, setzt sich diesmal beinahe das gesamte Publikum wieder auf die Plätze und lauscht der Musik. Erst als der letzte Ton verklingt, entsteht erneut Applaus – ein stiller Moment des Innehaltens, in dem die Kraft des Abends nachhallt.
Komponist Gisle Kverndokk wählt für „Briefe von Ruth“ den Rahmen eines Kammer-Musicals mit reduziertem Ensemble und konzentriertem musikalischem Fluss. Anstelle klar abgrenzbarer Songnummern entwickelt sich die Partitur aus wechselnden Melodiebögen, die immer wieder modulieren, sich der Handlung unterordnen und teils leitmotivisch zurückkehren. So entsteht ein musikalisches Gewebe, das den Texten Raum gibt und die Geschichte sensibel trägt. Bei der Uraufführung wurde das Werk mit dem Deutschen Musical Preis 2023 als Bestes Musical sowie für die Beste Komposition ausgezeichnet – zusätzlich zu den Preisen für Jasmina Sakr und Tamara Pascual.
Das Orchester unter der Leitung von Jürgen Goriup, seit Jahren musikalischer Leiter des Musical Frühlings in Gmunden, sorgt für ein ausgewogenes Klangbild: kraftvoll, aber stets so sensibel ausgesteuert, dass die gesungenen und gesprochenen Passagen klar verständlich bleiben. Zugleich treten die Farben einzelner Instrumente deutlich hervor und verleihen der kammermusikalischen Partitur zusätzliche Tiefe. Diese Balance zwischen Musik und Text ist ein wesentlicher Bestandteil der Wirkung des Abends.
Das Libretto von Aksel-Otto Bull und Gisle Kverndokk in der deutschen Fassung von Elisabeth Sikora basiert auf Ruth Maiers Tagebüchern und Briefen aus den Jahren 1933 bis 1942, die ihre Lebensgefährtin Gunvor Hofmo zeitlebens aufbewahrte. Erst nach Hofmos Tod wurden die Aufzeichnungen im Nachlass entdeckt und später unter dem Titel „Es wartet noch so viel auf mich…“ veröffentlicht. Der Fokus auf diese Texte verleiht dem Stück Authentizität und ermöglicht dem Publikum einen unmittelbaren Einblick in Ruth Maiers Gedanken- und Gefühlswelt. Viele Passagen greifen Originalzitate auf, wodurch die Figuren Nähe und Glaubwürdigkeit gewinnen. Die Konzentration auf die Briefe und Tagebücher lässt allerdings manche biografischen Aspekte offen, etwa die Begegnung mit dem norwegischen Bildhauer Gustav Vigeland und die Art ihrer Beziehung. Das schmälert die Wirkung jedoch nicht, da die Inszenierung klar die Liebesgeschichte zwischen Ruth und Gunvor Hofmo in den Mittelpunkt stellt.
Für die Regie zeichnet das Team aus Markus Olzinger und Elisabeth Sikora verantwortlich – Sikora übernimmt zugleich die Dramaturgie. Sie verleihen dem Abend eine klar erzählte und fein geführte Handschrift. Olzinger entwirft das Bühnenbild in Türkistönen: Zwei versetzte Blöcke deuten die wechselnden Spielorte auf unterschiedlichen Ebenen an. Immer wieder rahmen von oben herabgelassene Vorhänge einzelne Szenen und verleihen dem Geschehen Intimität. Projektionen von Fotos, Filmsequenzen und Malereien auf Rück- und Seitenwand (Jürgen Erbler, Elisabeth Sikora und Markus Olzinger) schaffen wechselnde Atmosphären und ersetzen naturalistische Ortswechsel. Das Lichtdesign von Ingo Kelp fügt sich harmonisch in diese reduzierte Ästhetik ein: Es unterstreicht Szenen und Orte, ohne sich je in den Vordergrund zu drängen, und unterstützt so die ruhige Erzählweise. Wenige, gezielt eingesetzte Requisiten begleiten den Erzählfluss, ohne den Fokus von den Figuren zu nehmen. Eine Szene veranschaulicht diese Schlichtheit besonders eindrücklich: Auf Ruths Zugreise von Wien nach Norwegen übernimmt ein Mitreisender kurzerhand die Gepäckablage, indem er mit erhobenen Armen das imaginierte Gepäckfach bildet, in das Ruth ihren Koffer legt. Diese klaren, poetischen Bilder betonen den Schwerpunkt der Inszenierung auf der Personenführung.
Getragen wird der Abend von Jasmina Sakr als Ruth Maier und Tamara Pascual als Gunvor Hofmo, die beide bereits für ihre Leistungen bei der Uraufführung mit dem Deutschen Musical Preis 2023 ausgezeichnet wurden – und auch in Fürth zeigen, warum sie diese Auszeichnungen verdient haben. Jasmina Sakr verleiht Ruth Maier mit ihrem hellen, fließenden Sopran eine fragile, zugleich klare Stimme und fängt dabei nicht nur Verletzlichkeit, sondern auch Lebensfreude und innere Stärke ein. Besonders eindrücklich wirkt, wie sie die Entschlossenheit Ruths vermittelt, sich nicht unterkriegen zu lassen und am Ende trotz aller Gefahren zu ihrer Herkunft zu stehen.
Tamara Pascual zeichnet Gunvor Hofmo als dunklere, nachdenklichere Figur, deren verhaltener, gedeckter Ausdruck einen spannenden Gegenpol zu Ruths offener, lebensfroher Art bildet. Sie bringt die oft widersprüchlichen Züge Gunvors glaubhaft auf die Bühne und gewinnt gerade in den Momenten an Stärke, in denen sie aus den Briefen und Tagebuchaufzeichnungen liest – mit einer stillen Intensität, die Nähe und Verletzlichkeit spürbar macht.
Das Ensemble wird ergänzt von Michaela Thurner, die Ruths Schwester Judith und mehrere kleinere Rollen übernimmt. Sie verleiht Judith, an die viele der Briefe gerichtet sind, eine eigene Persönlichkeit und bildet so eine stimmige Ergänzung im Zusammenspiel mit den Hauptfiguren.
Yngve Gasoy-Romdal verkörpert ebenfalls mehrere Figuren – darunter den Bildhauer Gustav Vigeland, den Schauspieler Hermann Thimig und vor allem Arne Strøm, bei dem Ruth in den ersten Jahren ihres Aufenthalts in Norwegen gemeinsam mit dessen Frau lebt. Ihm gelingt es, jeder Rolle ein eigenes Profil zu geben. Besonders als Arne Strøm überzeugt er mit warmer Stimme und feiner Darstellung, wenn er in Ruth Gefühle entwickelt und zugleich erschrickt über die eigene Regung.
Zum Ensemble gehören außerdem Carmen Wiederstein, Marcel-Philip Kraml, Kun Jing und Konstantin Zander, die in mehreren Nebenrollen flexibel und überzeugend in Erscheinung treten. Previn Moore gibt dem Professor Herbert Williger ein feines, zurückhaltendes Profil, das gerade in den stillen Momenten berührt. Besonders anrührend wirkt die Szene, in der der unglücklich verliebte Professor nach Ruths Zurückweisung ihren angebissenen Stift behalten möchte – ein scheinbar unscheinbares Detail, das dank Moores Spiel zu einem berührenden Augenblick wird.
Die Produktion verlässt sich ganz auf die Kraft der Geschichte und ihrer Darstellenden – und gerade diese Schlichtheit verleiht dem Abend seine Wirkung. „Briefe von Ruth“ ist nicht nur ein eindringliches Plädoyer gegen Antisemitismus und Geschichtsvergessenheit, sondern erinnert zugleich daran, dass hinter jeder Zahl des Holocaust ein individuelles Schicksal steht. Die unaufgeregte Form des Musicals – ohne große Showeffekte und Hit-Songs, ganz auf die Geschichte und ihre Figuren konzentriert – beweist zudem, wie vielfältig und lebendig das Genre auch 2025 sein kann: ein Musical, das berührt, weil es sich ganz der Erzählung und der Musik im Dienst der Geschichte verschreibt.
| Kurzbewertung | Rezension | Kreativteam | Cast | Cast (Historie) | Galerie | Termine | Termine (Archiv) | ||
| KREATIVTEAM | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Musikalische Leitung | Jürgen Goriup |
| Regie & Bühnenbild | Markus Olzinger |
| Co-Regie und Dramaturgie | Elisabeth Sikora |
| Kostümbild | Angelika Pichler |
| Maske | Renate Harter |
| Lichtdesign | Ingo Kelp |
| Tondesign | Roland Baumann |
| Video | Jürgen Erbler Markus Olzinger |
| Korrepetition | Tomáš Küfhaber |
| Regie-& Produktionsassistenz | Laura-Luisa Hat |
| Kurzbewertung | Rezension | Kreativteam | Cast | Cast (Historie) | Galerie | Termine | Termine (Archiv) | ||
| CAST (AKTUELL) | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Ruth Maier | Jasmina Sakr |
| Gunvor Hofmo | Tamara Pascual |
| Hermann Thimig, Arne Strøm, Gustav Vigeland | Yngve Gasoy-Romdal |
| Judith Maier | Michaela Thurner |
| Irma Maier | Carmen Wiederstein |
| Prof. Herbert Williger | Previn Moore |
| Diverse Rollen | Michaela Thurner Carmen Wiederstein Marcel-Philip Kraml Previn Moore Kun Jing Konstantin Zander |
| Kurzbewertung | Rezension | Kreativteam | Cast | Cast (Historie) | Galerie | Termine | Termine (Archiv) | ||
| CAST (HISTORY) | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| # Cast 2023, Gmunden # | ||||
|---|---|---|---|---|
| Ruth Maier | Jasmina Sakr | |||
| Gunvor Hofmo | Tamara Pascual | |||
| Hermann Thimig, Arne Strøm, Gustav Vigeland | Yngve Gasoy-Romdal | |||
| Judith Maier | Michaela Thurner | |||
| Irma Maier | Kudra Owens | |||
| Prof. Herbert Williger | Previn Moore | |||
| Diverse Rollen | Michaela Thurner Kudra Owens Lukas Müller Previn Moore Kun Jing Konstantin Zander | |||
| Kurzbewertung | Rezension | Kreativteam | Cast | Cast (Historie) | Galerie | Termine | Termine (Archiv) | ||
| GALERIE | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|












| Kurzbewertung | Rezension | Kreativteam | Cast | Cast (Historie) | Galerie | Termine | Termine (Archiv) | ||
| TERMINE | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| keine aktuellen Termine |
|---|
| Kurzbewertung | Rezension | Kreativteam | Cast | Cast (Historie) | Galerie | Termine | Termine (Archiv) | ||
| TERMINE (HISTORY) | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Fr, 31.03.2023 19:30 | Stadttheater, Gmunden | Premiere | |||||||
| Sa, 01.04.2023 19:30 | Stadttheater, Gmunden | ||||||||
| So, 02.04.2023 16:30 | Stadttheater, Gmunden | ||||||||
| ▼ 14 weitere Termine einblenden (bis 19.10.2025) ▼ | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Mo, 10.04.2023 16:30 | Stadttheater, Gmunden | ||||||||
| Fr, 14.04.2023 19:30 | Stadttheater, Gmunden | ||||||||
| Sa, 15.04.2023 19:30 | Stadttheater, Gmunden | ||||||||
| So, 16.04.2023 16:30 | Stadttheater, Gmunden | ||||||||
| Fr, 21.04.2023 19:30 | Stadttheater, Gmunden | ||||||||
| Sa, 22.04.2023 19:30 | Stadttheater, Gmunden | ||||||||
| So, 23.04.2023 16:30 | Stadttheater, Gmunden | ||||||||
| Sa, 27.09.2025 19:30 | Stadttheater, Fürth | Standort-Premiere | |||||||
| So, 28.09.2025 19:30 | Stadttheater, Fürth | ||||||||
| Di, 30.09.2025 19:30 | Stadttheater, Fürth | ||||||||
| Do, 16.10.2025 19:30 | Stadttheater, Fürth | ||||||||
| Fr, 17.10.2025 19:30 | Stadttheater, Fürth | ||||||||
| Sa, 18.10.2025 19:30 | Stadttheater, Fürth | ||||||||
| So, 19.10.2025 19:30 | Stadttheater, Fürth | ||||||||
| ▲ Termine ausblenden ▲ | |||||||||
Tausch Dich mit anderen Musicalfans in unserem Forum aus.

