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Die Musical-AG des Gymnasiums Lohne liefert mit ihrer Inszenierung des Lloyd Webberschen Frühwerks eine ebenso überraschende wie beeindruckende Produktion ab. Was hier auf die Bühne gebracht wird, ist weitaus mehr als eine typische Schulaufführung. Hier treffen kreative Ideen auf Talent und technische Finesse. Das Ergebnis ist eine moderne und innovative Interpretation des Klassikers, die sich sehen und hören lassen kann.
Andrew Lloyd Webbers „Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat“ erzählt die Geschichte von Joseph, dem Lieblingssohn Jakobs, der von seinen eifersüchtigen Brüdern nach Ägypten verkauft wird, wo er durch seine Fähigkeit, Träume zu deuten, immer mehr Einfluss gewinnt und schließlich den Weg zur Versöhnung mit seiner Familie findet. Das Musical ist eine Erzählung über Neid, Fall und Vergebung.
Die Inszenierung von Svenja Dettmer und Stefan Middendorf verlegt die ursprünglich biblische Geschichte in die Gegenwart: Das Stück beginnt mit den Instagram-Stories von Joseph, Potiphar spricht in betonter Jugendsprache, und der golfspielende Pharao erinnert stark an den aktuellen US-Präsidenten, inklusive jubelnder Fanbasis.
Auch die Kostüme von Judith Gerdes und Meggie Bröring orientieren sich an zeitgenössischer Jugendmode und verleihen so der Inszenierung einen bewusst jugendlichen Charakter.
Das 30-köpfige Orchester unter der Leitung von Peter Krebs spielt fehlerfrei und sorgt dank seiner Größe und der gelungenen Abmischung für Gänsehaut. Insgesamt besticht der Ton durch seine gute Qualität. Jedes Wort ist verständlich und jedes Lied technisch sauber eingebettet. Die hauseigenen Arrangements (u.a. Alexander Eik) schöpfen das klangliche Potential des Orchesters voll aus und tragen entscheidend zur Wirkung der Inszenierung bei.
Das Bühnenbild von Jana Middelbeck und Vincent Kaufmann besteht aus Baugerüsten und zwei beweglichen Stahltreppen, die im Stück nahezu dauerhaft in Bewegung sind. Zusätzlich werden räumliche Wechsel durch mit verschiedenen Motiven bespielte Kunstwerke angedeutet, die im Hintergrund ausgetauscht werden.
Das Licht spielt, ganz dem Titel entsprechend mit allen Farben des Regenbogens, bleibt aber angenehm zurückhaltend und ist nicht aufdringlich. Ergänzt wird das Geschehen durch Videoprojektionen, die den modernen Stil der Inszenierung unterstreichen und das sonst eher reduzierte Bühnenbild atmosphärisch aufwerten.
Die Choreographie von Pia Bröring ist, wie für dieses Stück üblich, eher einfach gehalten, wird aber von den Darstellenden sicher und überzeugend auf die Bühne gebracht.
Joseph, in dieser Inszenierung bewusst weiblich besetzt, wird von Anastasia Ditler (alternierend: Charlotte Bünnemeyer) überaus kraftvoll und eindringlich verkörpert. Die Besetzung verleiht der Figur eine neue, spannende Perspektive. Ditler überzeugt mit einer starken, ausdrucksstarken Stimme und großer Bühnenpräsenz.
Die Rolle der Erzählerin ist in dieser Inszenierung auf drei Personen verteilt, gespielt von Karla Krogmann, Catharina Wöhrmann und Ela Görgü, alternierend mit Mone Selimaj, Johanna Brockhaus und Alica Pekrul. Das ermöglicht nicht nur klangvolle Harmonien, die größtenteils gut funktionieren, sondern sorgt auch für eine größere Charaktervielfalt. So wird das Fehlen der Kinderrollen, die dem Musical normalerweise Ausdruck verleihen, problemlos kompensiert. Die drei Erzählerinnen treten ganz im Sinne der modernen Inszenierung als Influencerinnen mit Mikrofon und Smartphone auf und interviewen die anderen Figuren und führen so durch die Handlung.
Besonders überzeugen kann auch Justin Kaufmann, der sich, alternierend mit Jacob Blümlein, gleich drei völlig unterschiedlichen Rollen stellt: Vater Jakob, dem geschäftstüchtigen Potiphar und dem exzentrischen Pharao. Mit seinen vielfältigen und humorvollen Darstellungen sorgt Kaufmann mehrfach für Szenenapplaus.
Insgesamt ist das Ensemble durchweg stark besetzt, niemand fällt negativ auf, im Gegenteil: Man vergisst schnell, dass es sich um eine Schulproduktion handelt. Tänzerisch, gesanglich und schauspielerisch zeigt das gesamte Team hohes Niveau. Texthänger sind nicht zu verzeichnen und die wenigen schiefen Töne lassen sich an einer Hand abzählen. Die Inszenierung ist clever durchdacht, Musik und Ton stehen professionellen Produktionen in nichts nach und die Besetzung ist, insbesondere mit Hinblick auf das junge Alter, fabelhaft. Eine Produktion, die eindrucksvoll beweist, dass sich schulische Musicals keinesfalls verstecken müssen.
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| KREATIVTEAM | |||||||||
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| Plakat, Programmheft, Fotografie | Carolin Schewe-Middendorf |
| Sequencing | Elisa Nordlohne |
| Stimmgruppenleitung | Jan Butschinski Michel Deters Anneke Fluck |
| Assistenz Arrangements | Jakob Arlinghaus |
| Arrangements | Michel Deters Franz Diekmann Carsten Pille |
| Arrangements Musikdramaturgie | Alexander Eik |
| Assistenz Maske | Johanna Bünnemeyer Sofia Bopp |
| Assistenz Tontechnik | Mia Horstmann Theo Röttgers |
| Leitung Bühnenbau, Bühnenmalerei | Johanna Sieverding Cedric Erken |
| Lichttechnik | Ole Streich Kilian Frede Kjell Jaeger |
| Leitung Lichttechnik | Bjarne Krone |
| Tontechnik | Johannes Sahlfeld |
| Bühnentechnik, Lichtdesign | Vincent Kaufmann |
| Kostüme, Maske | Judith Gerdes Meggie Bröring |
| Bühnenbild | Jana Middelbeck Vincent Kaufmann |
| Technische Leitung, Management | Rainer Eschner |
| Gesangseinstudierung | Tomoyo Natsume Johanna Schmoll |
| Chorleitung | Alexander Eik |
| Choreografie | Pia Bröring |
| Inszenierung | Svenja Dettmer Stefan Middendorf |
| Musikalische Leitung | Peter Krebs |
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| CAST (AKTUELL) | |||||||||
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| Die drei Erzählerinnen | Catharina Wöhrmann Mone Selimaj Johanna Brockhaus Karla Krogmann Ela Görgü Alica Pekrul |
| Joseph | Charlotte Bünnemeyer Anastasia Ditler |
| Jakob / Potiphar / Pharao | Justin Kaufmann Jacob Blümlein |
| Simeon / Bäcker | Anna Breitenbach Julia Deux |
| Judah / Butler | Emily Berner Malia Pudewill |
| Ruben / Knastschwester | Eva Landwehr Smilla Kauer |
| Naphtali / Knastschwester | Leni Bokern-Kersting Selma Bausen |
| Zebulon / Potiphars Frau | Anna Blömer |
| Dan / Potiphars Gang | Emily Bein Johannes Speckmann |
| Ascher / Potiphars Gang | Benedikt Pelster |
| Isachar / Potiphars Gang | Marlene Lorenz Maxim Morasch |
| Gad | Lisa-Marie Reil |
| Levi | Julius Buschmann |
| Benjamin | Katja Barlage |
| Ensemble | Hanna Balster Christoph Böckmann Maximilian Braun Jelde Fangmann Tuana Icöz Thure Langheim Frieda Lichtenstein Pepe Runnebom Linnea Wolff |
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| GALERIE | |||||||||
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| TERMINE | |||||||||
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| keine aktuellen Termine |
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| SPIELORTE | |||||||||
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| 24.05.2025 - 22.06.2025 | Gymnasium, Lohne | 8 x |
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