Es swingt im Westerwald: Die Musicalhochkaräter Sidonie Smith und Dennis Weißert laden zur Premiere ihres dreiaktigen Formats „Swingin‘ in the Rain – eine musikalische Reise von Miami nach Berlin“ nach Ransbach-Baumbach und läuten das Jahr 2025 mit einem intimen Konzerterlebnis ein, bei dem das Duo nicht nur hervorragende gesangliche Leistungen erbringt, sondern auch virtuos zu musizieren weiß.
Thomas Lubbers gibt als Veranstalter „mut-Konzerte“ bekannten SängerInnen die Möglichkeit, ganz persönliche Konzertformate zu konzipieren und diese in in den Spielstätten zwischen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zu präsentieren. Größen aus dem Musical-Business können ihren Facettenreichtum auf der Bühne zum Besten geben und ihre eigenen Konzertabende mit außergewöhnlicher Musik füllen, die über den Tellerrand des Musicals hinausschaut. Neben Janneke Ivankova mit ihrer Club Band „Ivankova’s Lonely Hearts“, dem „Love Song Dinner“ mit Nigel Casey und Marion Wilmer sowie Sarah Bouwers und David E. Moores Konzert „Over the Rainbow“ feiert in diesem Jahr das Ehepaar Sidonie Smith und Dennis Weißert bei mut-Konzerte sein Debut.
In drei Akten führt das hochsympathische Duo durch den sehr intimen Abend, der musikalische Diversität zelebriert und das Publikum von Anfang bis Ende in seinem Bann hält. Mit persönlichen Anekdoten voller Witz, Selbstironie und feinem Sinn für die Publikumsstimmung führen Weißert und Smith von Lied zu Lied, wobei nicht selten charmant improvisiertes Comedy-Gold entsteht. Dass das Duo nicht nur auf der Bühne künstlerisch wie persönlich harmoniert, wird an diesem Abend anrührend offenbar. So nehmen Smith und Weißert das Publikum nicht nur mit auf eine musikalische Reise auf ihren Werdegang als KünstlerInnen, sondern geben auch Einblicke in ihr Leben abseits der Bühne, was sie aneinander schätzen und was sie menschlich in der Welt beschäftigt. So hat das Publikum am Ende des Abends das Gefühl, zwei vielschichtige und hochtalentierte Menschen kennengelernt zu haben, die für die Kunstlandschaft eine Bereicherung darstellen.
Das Konzert wartet gemäß seines Titels vor allem im ersten Teil mit vielen Swing-Nummern auf, die zwischen Nat King Cole und Roger Cicero angesiedelt sind und die stimmlichen Fähigkeiten des Paares solistisch und im Duo bemerkenswert herausstellen. Beiden gelingt es, Stimmführung und Klangfarbe wunderbar an das Genre anzupassen und damit unter Beweis zu stellen, dass sie nicht nur im Musical, sondern auch im Swing bestens aufgehoben sind. Smith zelebriert ihre Herkunft, den Sunshine State Florida und die Stadt Miami, mit dem zackigen „Conga“ von Gloria Estefan. Besonders Weißerts Cicero-Interpretation zu „Ich atme ein“ sowie die Duette zu „Feeling Good“ von Michael Bublé und „Unforgettable“ von Nat King Cole wissen zu berühren. Ein besonderes Highlight kommt am Ende des ersten Aktes, als Smith „Almost There“ aus Disney’s „Küss den Frosch“ in vollem Prinzessin-Tiana-Kostüm zum besten gibt und von ihrem Ehrenamt als Teilzeit-Disney-Prinzessin für krebskranke Kinder berichtet.
Der zweite Akt wird mit Weißerts Sinatra-Songs „You Make Me Feel So Young“ und „That’s Life“ virtuos umrahmt. Ein wunderschöner Unplugged-Teil bildet den Höhepunkt des Konzertabends, an dem Smith und Weißert das Mikrofon gegen Bratsche und Gitarre tauschen und in außergewöhnlichen Arrangements Songs wie „Sound of Silence“, „Something Stupid“ und „Hallelujah“ zweistimmig interpretieren. Das begeisterte Publikum feiert Smiths Version von „I Have Nothing“ aus dem Whitney Houston-Musical „Bodyguard“ frenetisch und wird so nach einer letzten Pause in den dritten Block geführt, der dem Thema Musical verschrieben ist.
Hier kann Smith ihre Paraderollen als Maria Magdalena mit „I Don’t Know How to Love Him“ und Tarzans Mutter Kala mit „Dir gehört mein Herz“ wieder aufleben lassen und sorgt für Gänsehautmomente sowie die eine oder andere Träne der Rührung im Publikum. Weißert schließt hochdramatisch mit „The Impossible Dream“ und „Sunset Boulevard“ nach und rundet das Musicalfeeling dieses Blocks perfekt ab. Mit „Golden Eye“ gibt Sidonie Smith einen kleinen Einblick in ihre kommende Israel-Tour als Tina Turner-Sängerin, bevor beide mit der „Horrorladen“-Ballade „Suddenly Seymour“ und einer stimmungsvollen Reprise ihres Einstiegslieds „Feeling Good“ den Abend beschließen.
Dem Konzerttitel zollen sie Tribut in Form ihrer Zugabe mit „Singin‘ in the Rain“, bei dem Weißert sich auch noch an der Ukulele beweist, und entlassen das begeisterte Publikum in die ungewöhnlich warme Januarnacht – fast so warm, als wäre sie von den Klängen des fernen Miamis erhitzt worden. Eine Wiederaufnahme dieses einzigartigen Konzertprogramms wurde für den 9. Mai in Seesen bereits angekündigt – ein Besuch wird an dieser Stelle wärmstens empfohlen!
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