Steffi Irmen © sunstroem
Steffi Irmen © sunstroem

Die Amme (seit 04/2025)
Theater des Westens, Berlin

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Bereits vor zwei Jahren, bei der Premiere des neuen Musicals „Romeo und Julia – Liebe ist alles“ aus der Feder von Peter Plate und Ulf Leo Sommer, war Steffi Irmen in der Rolle der Amme der Star des Abends. Die Berichterstattung und Zuschauende überschlugen sich vor Begeisterung. Kein Wunder also, dass das Komponistenduo die Idee in die Tat umsetzte, ihr als Amme ein eigenes Musical auf den Leib zu schreiben. Und dies ist ihnen mit Bravour gelungen. „Die Amme“ ist ein mitreißendes, witziges Musical mit eingängiger und abwechslungsreicher Musik, einem gelungenen Drehbuch, das auch nachdenklich stimmende Passagen enthält, und einer Hauptdarstellerin, die die Show von Anfang bis Ende mühelos alleine trägt.

Steffi Irmens Stimmvolumen ist gewaltig. Hohe Töne, tiefere Lagen, alles kein Problem für das Ausnahmetalent. Die unterschiedlichen Songs von Plate und Sommer geben ihr die Möglichkeit, ihr Können auf vielfältige Weise zu präsentieren und die ganze Bandbreite ihres Stimmumfangs auszuleben. Das musikalische Repertoire besteht aus bekannten Hits von Rosenstolz, Max Raabe und Sarah Connor wie „Ich bin ich“, „Heute ist ein guter Tag, um glücklich zu sein“ und „Wie schön du bist“ und eigens für das Musical neu komponierten Titeln wie „Hallo Julia“ und „Rabenschwarze Nacht“. Daneben gibt es ein Wiederhören mit beliebten Songs aus den Musicals „Romeo und Julia – Liebe ist alles“ und „Ku’damm 56“. Die Amme darf wieder die Hymnen „Hormone“ und „Liebe ist alles“ zelebrieren und zudem das Lied „Halt‘ dich an die Reichen“ der Lady Capulet neu interpretieren. „Alles wird gut“ stimmt sie zur Geburt von Julia an – nur um letztlich in „Jung sein“ an der Ausweglosigkeit der Situation der Liebenden zu verzweifeln.

Die Marketingabteilung des Theaters des Westens wirbt damit, „Die Amme“ sei die „lustigste Show der Stadt“. Auf jeden Fall ist das Musical sehr humorvoll und dies auf eine kluge und angenehme Art und Weise. Nie gehen die Sprüche unter die Gürtellinie, nie sind sie auf Kosten von Minderheiten, nie sind sie zum Fremdschämen. Manche Witze sind subtile Andeutungen, kluge Wortspiele und schwarzer Humor, andere kommen direkter daher und strapazieren die Lachmuskeln. Neben aller Comedy gibt es im Stück aber auch genügend Raum für Tiefgang, Nachdenklichkeit und berührende, traurige Momente. Das Libretto von Franziska Kuropka und Lukas Nimscheck ist gelungen und in sich schlüssig.

Die Ausstattung auf der Bühne ist schlicht und strotzt zugleich vor Einfallsreichtum. Es ist unglaublich, wie der kreative und pointierte Einsatz von Tischen, Stühlen und Tischtüchern große Bilder, Geschichten und Emotionen in den Köpfen des Publikums hervorzurufen vermag. Auch das Lichtdesign hat großen Anteil an dieser Wirkung. Auf diese Weise begegnen wir einem gewissen Schreiberling namens William, begleiten die Amme in die „Dunkelkammer“ des Lord Capulet, wohnen sowohl der Zeugung als auch der Geburt Julias bei und werden (mehrfach) mit dem liebestrunkenen Romeo konfrontiert. Einfach genial!

Mit ihrem schauspielerischen Talent lässt Steffi Irmen das Publikum vergessen, dass sie alleine auf der Bühne steht. Obwohl sie „nur“ als Amme physisch präsent ist, haucht sie weiteren Charakteren Leben ein und interagiert so, als wären Romeo, Julia, Lord und Lady Capulet sowie William Shakespeare tatsächlich auf der Bühne. Ein Höhepunkt ist ihre Interpretation der berühmten Balkonszene, die von ihr mit viel Augenzwinkern durch den Kakao gezogen wird.

Apropos Balkon: Während die Amme unten auf der Bühne die tragische Geschichte von Romeo und Julia erzählt, sitzt die Band oben auf dem Balkon und ist für das Publikum die ganze Zeit über sichtbar. Wer „Romeo und Julia – Liebe ist alles“ bereits gesehen hat, wird das Bühnenbild hier wiedererkennen. Unter der Regie von Franziska Kuropka und Lukas Nimscheck hat das Duo Plate/Sommer eine mitreißende Show auf die Bühne des Theaters des Westens gezaubert, die mit einer Hauptdarstellerin glänzt, die ihresgleichen sucht. Wie bei „Romeo und Julia – Liebe ist alles“ gibt es am Ende ein Plädoyer für Liebe und die Anerkennung der Vielfalt unterschiedlicher Lebensentwürfe.

 
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KREATIVTEAM
Texte und MusikPeter Plate
Ulf Leo Sommer
Buch und RegieFranziska Kuropka
Lukas Nimscheck
ChoreographieBart De Clercq
 
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CAST (AKTUELL)
AmmeSteffi Irmen
  
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TERMINE
Fr, 22.05.2026 19:30Theater des Westens, Berlin
Fr, 29.05.2026 19:30Theater des Westens, Berlin
Fr, 05.06.2026 19:30Theater des Westens, Berlin
Fr, 12.06.2026 19:30Theater des Westens, Berlin
Fr, 19.06.2026 19:30Theater des Westens, Berlin
Fr, 26.06.2026 19:30Theater des Westens, Berlin
Fr, 03.07.2026 19:30Theater des Westens, Berlin
Fr, 10.07.2026 19:30Theater des Westens, Berlin
Fr, 17.07.2026 19:30Theater des Westens, Berlin
Fr, 24.07.2026 19:30Theater des Westens, Berlin
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TERMINE (HISTORY)
Do, 10.04.2025 19:30Theater des Westens, BerlinPremiere
Fr, 11.04.2025 19:30Theater des Westens, Berlin
Sa, 12.04.2025 19:30Theater des Westens, Berlin
▼ 49 weitere Termine einblenden (bis 31.01.2026) ▼
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