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Deutschsprachige Erstaufführung

American Idiot

Weck mich auf, wenn der Herbst beginnt


© Agnes Wiener / Niklas Wagner
© Agnes Wiener / Niklas Wagner
Die deutsche Erstaufführung von "American Idiot" in Frankfurt ist rotzig und frech inszeniert, bietet beeindruckend guten Gesang, großartige Darsteller sowie eine kraftvoll-rockige musikalische Untermalung. Aber besonders überzeugend und nachhaltig beeindruckend ist die völlig neue Herangehensweise an das Thema Musical. Off-Musical Frankfurt setzt mit dieser Show ganz neue Maßstäbe in puncto Musiktheater in Deutschland und spricht damit eine neue Zuschauerschaft an.

(Text: Jens Alsbach)

Premiere:17.01.2018
Rezensierte Vorstellung:17.01.2018
Showlänge:90 Minuten (ggf. inkl. Pause)


Die Batschkapp in Frankfurt fungiert eigentlich als Konzert- und Tanzlocation und passt daher so gar nicht ins Bild des "typischen" Musicaltheaters. Off-Musical Frankfurt hat sich jedoch genau solche außergewöhnlichen Locations zum Thema gemacht und deshalb diese Halle als Spielstätte für das Green-Day-Musical "American Idiot" ausgesucht. Besser hätte die Wahl gar nicht sein können: Die Story über eine Gruppe junger Erwachsener auf der Suche nach dem Sinn des Lebens funktioniert hier bestens.

Zu Beginn der Show mischen sich die Darsteller unbemerkt unter die Zuschauer, springen zur Ouvertüre ("American Idiot") auf die Stühle und stürmen von dort auf die Bühne, um in die Handlung einzutauchen. Was dann folgt ist eine teils laute, teils berührende Coming-of-Age Story. Allen voran handelt die Geschichte von Johnny - immer auf der Flucht, sei es vor seinen Eltern oder vor der Öde seiner Kleinstadt-Idylle - der sich in die junge Whatsername verliebt. In parallelen Handlungssträngen werden die Storylines von Johnnys Freunden Tunny und Will erzählt. Während Tunny in den Krieg zieht, um seinem Leben einen Sinn zu geben, erwartet Will gemeinsam mit seiner Freundin ein Baby. Wie so häufig bei solcher Art Jukebox-Musicals ist die Handlung nicht unbedingt die Stärke der Show. Das Buch von Billie Joe Armstrong und Michael Mayer strotzt vor Stereotypen: Drogen, ungewollte Schwangerschaften, amerikanische Kriegsplattitüden. Regisseur Thomas Helmut Heep versucht erst gar nicht, daran etwas zu drehen; er macht das Beste aus der Vorlage und liefert eine Inszenierung, die nie an Fahrt verliert und von einem gesanglichen Highlight zum nächsten springt. Dies erreicht er unter anderem, indem er die zentrale Figur des Johnny stets in den Mittelpunkt stellt und ihn in Form von kleinen Tagebucheinträgen die Geschichte für die Zuschauer zusammenfassen und zwischen den Songs überleiten lässt.

© Agnes Wiener / Niklas Wagner
© Agnes Wiener / Niklas Wagner


Bis auf diese kurzen Monologszenen ist das Musical komplett durchkomponiert. Und hier liegt eine weitere Stärke der Inszenierung: Sowohl die Musik von Green Day als auch die Schauspieler werden strikt in den Fokus gerückt. Es gibt wenig Bühnenbild. Lediglich eine Spiegelwand im Hintergrund, die einen geschickten Blick auf die Vorderbühne freigibt, sowie ein paar Stühle unterstützen die Darsteller. Heeps Inszenierung wirkt ursprünglich und roh, ohne Schnickschnack - die Handlung wird alleine durch die Darsteller transportiert.

Einen großen Beitrag dazu leistet die 6-köpfige Band rund um den musikalischen Leiter Dean Wilmington. Sie umrahmen die Schauspieler auf der Bühne und bieten Rock-Sound vom Feinsten, der konzertartig laut durch die Halle wummert – teilweise zu Ungunsten der Gesangsstimmen abgemischt. Highlights der Partitur sind jedoch nicht unbedingt die gewaltigen Rocksongs, auch wenn dort im Publikum die meisten "Ist der Song auch von Green Day?"-Momente erkennbar sind und begeistert applaudiert wird. Besonders eindrucksvoll gelingen die balladenhaften Lieder, wie das wunderschöne, von Philipp Büttner als Johnny gesungene "Scherben meiner Träumerei’n" ("Boulevard Of Broken Dreams") oder das von den drei Hauptdarstellern interpretierte "Weck mich auf, wenn der Herbst beginnt" ("Wake Me Up When September Ends"). Hier zeigt sich die Professionalität, die bei dieser Produktion an den Tag gelegt wird, denn mit den Darstellern Philipp Büttner (Johnny), Dennis Hupka (Will) und Sebastian Smulders (Tunny) stehen namhafte, teilweise aus anderen Produktionen ausgeliehene Darsteller auf der Bühne dieses jungen Musical-Start-Ups, die nicht nur das gesangliche, sondern auch das darstellerische Niveau der Show in höchste Höhen treiben. Ebenso emotional glaubhaft und gesangstechnisch auf hohem Niveau agieren Laura Friedrich Tejero als Wills Freundin Heather und Lisa Antoni als Whatsername.

© Agnes Wiener / Niklas Wagner
© Agnes Wiener / Niklas Wagner


Generell ist es schwierig, einzelne Darsteller hervorzuheben, denn die gesamte 10-köpfige Cast singt äußerst präzise und die Chorszenen klingen lupenrein. In Kombination mit der hervorragend aufspielenden Band würde man sich eine CD-Einspielung dieser deutschen Erstaufführung wünschen. Auch im Hinblick auf die Übersetzung der Green Day-Songs von Titus Hoffmann dürfte dies spannend sein. Zugegebenermaßen ist es anfangs schwierig, mit den deutschen Texten vorlieb zu nehmen. Es klingt ungewohnt, doch die Texte sind äußerst behutsam übertragen worden und geben die Inhalte sehr gut wieder.

Off-Musical Frankfurt hat nach "Hedwig And The Angry Inch" mit "American Idiot" einen zweiten Erfolg auf die Bühne gebracht, der die deutsche Musicallandschaft aufrütteln dürfte. Eine auf hohem Niveau inszenierte Show mit hervorragenden Darstellern, gespielt in einer abgefahrenen Location lassen Off-Broadway-Feeling aufkommen - und das Herz eines jeden Musical-Fans aufblühen, der sich nach Show-Perlen sehnt, die in den großen Häusern oftmals untergehen.

© Agnes Wiener / Niklas Wagner
© Agnes Wiener / Niklas Wagner


(Text: Jens Alsbach)






Kreativteam

MusikGreen Day
LiedtexteBillie Joe Armstrong
BuchBillie Joe Armstrong
Michael Mayer
Deutsche ÜbersetzungTitus Hoffmann
InszenierungThomas Helmut Heep
Musikalische LeitungDean Wilmington
AusstattungSarah-Katharina Karl
ChoreografieLudwig Mond


Besetzung

JohnnyPhilipp Büttner
WhatsernameLisa Antoni
TunnySebastian Smulders
WillDennis Hupka
HeatherLaura Friedrich Tejero
St. JimmyRobert Lankester
Abgefahr'ne FrauLena Weiss
EnsembleYvonne Braschke
Paulina Plucinski
Claudio Gottschalk-Schmitt
Band

GitarreJonas Wiesner
Sammy Crostewitz
BassSebastian Muhl
CelloCornelia Walther
SchlagzeugSebastian Michaeli
KeyboardDean Wilmington




Produktionsgalerie (weitere Bilder)

© Agnes Wiener / Niklas Wagner
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© Agnes Wiener / Niklas Wagner
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Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


4 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


Gern wieder!

10.05.2018 - Derniere am 10.05- Green Day haben ein super Musical geschrieben. Es ist laut,es rockt und es ist am Puls der Zeit. Das ganze ins Deutsche zu übersetzen ist grösstenteils gelungen. Besonders erwähnenswert ist die Cast, die die Songs voller Energie und Spielfreude interpretiert hat. Die Choreografie war stimmig und mit dem Bühnenbild und der Beleuchtung wurden einige "Aha" Momente geschaffen, die ich ziemlich gelungen fand. Am Anfang war der Ton etwas verzerrt, was sich im Laufe der Vorstellung besserte. Kurzum - es war ein klasse Abend und ich werde es mir sicher ein zweites Mal ansehen.

Whatshername (erste Bewertung)


Gut - aber Tonprobleme

07.05.2018 - Ich war am 06.05. um 14 Uhr in der Vorstellung und muss sagen, dass sie mir gut gefallen hat. Die Darsteller, Choreographien, Energie, Präsenz, Gesang und die Band war außerordentlich gut. Leider muss ich sagen, dass durch die nicht so gute Tonaussteuerung die Musik mich nicht mitgezogen hat (ich saß aber auch ganz hinten), trotzdem: Die Musik hat mich nicht vollständig abgeholt (leider). Das "kein Bühnenbild" vorhanden ist, wusste ich vorher schon - aber mir fiel es auch sehr schwer, der Handlung und vor allem der Handlungsorte zu folgen. Die Räume waren mehrmals unklar, man wusste nicht wo man genau ist.
Die Textverständlichkeit litt auch sehr unter den Tonproblemen. Wenn man ein Stück hat, was zu 98% nur aus Musik besteht und die Handlung durch den Text voran getrieben wird, ist es halt doof, wenn man den Text nicht versteht (was aber nicht an der Aussprache, sondern an der Tonaussteuerung lag).
Alles in allem: Eine gelungene Aufführung, die noch sehr viel mehr Potenzial hat :-)

Jekyll&Hyde (10 Bewertungen, ∅ 3.3 Sterne)


Genial!

29.01.2018 - Tolle Übersetzung der Songs ins Deutsche. Selten ist eine Übersetzung so gut gelungen! Die Cast ist grandios, die Band natürlich auch!

Das Opening beginnt quasi im Publikum, wo die 90 minütige Show auch endet. Das Bühnenbild ist sehr einfach, aber durchdacht und ausreichend. Die Location könnte nicht besser sein!

Tobigoestothetheatre (10 Bewertungen, ∅ 3.8 Sterne)


Das rockt !

18.01.2018 - Obwohl man diese Inszenierung fast als "halb-szenisch" bezeichnen könnte, hat sie mich doch im Gegensatz zum Londoner Original restlos überzeugt: Junge, hoch energetische Darsteller, eine hammergeile Band, tolles Licht-/Projektions-Design, fetzige, eckige Choreografien, eine nahezu perfekte Tonabmischung und eine minimalistische, inspirierte Regie machen diese deutsche Erstaufführung zum Erlebnis.
Vieles, was mir in der größer ausgestatteten West-End-Inszenierung unschlüssig blieb, wird hier viel klarer, trotz eigentlich leerer Bühne und lediglich ein paar Stühlen als Requisiten.
Schon beim Eintritt in den Saal liegt an diesem Premierenabend irgendetwas Magisches in der Luft. Dann geht das Licht aus und die Band beginnt hart zu rocken. Und plötzlich erklingen Stimmen überall neben dir, denn im Dunkeln haben die Darsteller im Saal Platz genommen. Im energiegeladenen Opener rennen sie auf die Bühne, heizen dem Publikum mächtig ein und geben damit die Richtung vor: Diese Energie lässt zu keinem Zeitpunkt (1,5 Std. ohne Pause) nach.
Dann macht es auch nichts, dass im letzten Viertel der Show die Projektionsanlage versagt.
Wenn so getanzt, gespielt und gesungen wird, dann reicht auch Bühnenlicht.
Vor allem stimmlich bleiben überhaupt keine Wünsche offen, die Chöre klingen einfach wunderbar und trotz des Rocksounds sehr differenziert.
Solistisch ist tatsächlich jeder gut, aber Phillip Büttner (derzeitige Erstbesetzung des "Aladdin" in Hamburg) in der Titelrolle des Johnny klingt auch tatsächlich nach Green Day. Sehr, sehr cool.
Wie angefahren es wäre, von dieser Cast eine CD der deutschen Erstaufführung zu bekommen...
Die Übersetzung von Titus Hoffmann geht in Ordnung, auch wenn es hier und da holpert.
Klare Empfehlung, das neu gegründete Off-Musical Frankfurt zu unterstützen, diese Show ist es wert, gesehen zu werden!

AdamPascal (48 Bewertungen, ∅ 4.3 Sterne)


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 Theater / Veranstalter
Off-Musical Frankfurt
Goldhammerstraße 5
D-60528 Frankfurt am Main
Homepage
 Karten
Karten können über den jeweiligen Veranstaltungs­ort bezogen werden (siehe Liste rechts)

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Buch

Komposition

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Laut, innovativ, cool - mit dieser Inszenierung, dieser Besetzung und dieser Location schaffen Off-Musical Frankfurt das, was sie sich auf die Fahne geschrieben haben: Sie setzen neue Impulse für die Musical-Entwicklung in Deutschland.

17.01.2018

 Leserbewertung
(4 Leser)


Ø 4.25 Sterne

 Termine
Fr31.08.20:00 Uhr
Admiralspalast Theater (Berlin)
Sa01.09.14:30 Uhr
Admiralspalast Theater (Berlin)
Sa01.09.19:30 Uhr
Admiralspalast Theater (Berlin)
Termine 2019
Do10.01.1920:00 Uhr
Ringlokschuppen (Bielefeld)
Sa12.01.1915:00 Uhr
Tonhalle (München)
Sa12.01.1920:00 Uhr
Tonhalle (München)
So13.01.1914:30 Uhr
Tonhalle (München)
So13.01.1919:30 Uhr
Tonhalle (München)


© musicalzentrale 2018. Alle Angaben ohne Gewähr.

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