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Compilation

Bat Out Of Hell

Rebellious Youth and Passionate Love


© Specular
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Jim Steinmans Songs, die in erster Linie durch den Rocksänger Meat Loaf bekannt wurden, zeichnen sich durch eine theatralische Dramatik aus, die geradezu nach einer Umsetzung auf der Musical-Bühne verlangt. Nachdem er zu "Tanz der Vampire" bereits die Musik beisteuerte und bei "Whistle Down the Wind" für die Texte verantwortlich war, rockt im Sommer 2017 ein komplett von Steinman geschriebenes Werk die altehrwürdige Bühne der English National Opera. 2018 zieht es ins Dominion Theatre.

(Text: Michael Rieper)

Premiere:20.06.2017


Zeit: 2100, Ort: Obsidian – ein post-apokalyptisches Manhattan, das von dem Diktator Falco beherrscht wird. Mit diesen Grundinformationen wird das Publikum bereits vor Beginn der Show über die Projektionsleinwände versorgt. Doch eigentlich ist das schon fast überflüssig. Das Thema Apokalypse wird im Stück in keiner Weise näher ausgeführt. Es gibt eine im Untergrund lebende Gruppe junger Rebellen, genannt "The Lost", die sich gegen Falco und seine Scharfschützen zur Wehr setzen. Doch weder kommen irgendwelche anderen Bewohner Obsidians vor – es gibt nur die Rebellen auf der einen und Falco, seine Familie sowie seine Bediensteten auf der anderen Seite – noch wird thematisiert, wofür Falco eigentlich steht, was also das Ziel seiner Diktatur ist.

Wichtig für die Show ist eigentlich nur der Geist der Revolution, famos ausgedrückt durch bombastische Rock-Musik. Strat, Anführer der "Lost", verliebt sich in Falcos Tochter Raven. Es gibt die eine oder andere Komplikation, da Papa Falco selbstverständlich nicht amüsiert ist über diese Verbindung, aber letztendlich ist klar, worauf es hinausläuft... So heißt es im Laufe des Abends also immer wieder: Gedanken an die Story ausblenden und die Musik sowie die Show genießen!

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Die besten Momente gibt es, wenn richtig losgerockt wird. Die Lautstärkeregler sind gefühlt bis zum Anschlag aufgedreht, auf den Leinwänden flimmern bunte Bilder und das große Ensemble verströmt dank der effektvollen Choreografien von Emma Portner eine unbändige Energie. Dazu rocken die tolle Band und der Cast, in dem ausnahmslos alle Solisten großartige Stimmen haben, so dass es die Zuschauer kaum noch auf ihren Sitzen hält.

Musikalisch und tänzerisch bewegt sich der Abend auf hohem Niveau, schauspielerisch müssen allerdings einige Abstriche gemacht werden. Sicher ist es kein Musical, das nach subtiler Schauspielkunst verlangt – dazu sind die meisten Charaktere viel zu flach gezeichnet. Hauptfigur Strat zeigt abwechselnd immer wieder zwei Gesichter: den rockenden Rebell und den hingebungsvollen Lover. Beides stellt Zweitbesetzung Ruben van Keer, der in der besuchten Vorstellung spielte, tadellos dar. Christina Bennington, die mit ihrem voluminösen Rock-Sopran mächtig beeindrucken kann, zeigt als Raven allerdings erschreckend wenig mimische Ausdruckskraft.

Mit Ravens Eltern hat es Jim Steinman, der für Musik, Text und auch das Buch verantwortlich zeichnet, ein wenig besser gemeint, und aus Falco und seiner frustierten Ehefrau Sloane halbwegs mehrdimensionale Charaktere geformt. Rob Fowler und Sharon Sexton bringen die beiden mit viel Spaß am übertriebenen Spiel auf die Bühne.

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Besonderen Bekanntheitsgrad haben Jim Steinmans opulente Rockballaden wie "I'd Do Anything For Love", "Heaven Can Wait" oder "Objects in the Rear View Mirror", von denen es auch an diesem Abend einige zu hören gibt. Musikalisch sind sie wie alle anderen Nummern hervorragend dargeboten. Doch an zündenden Ideen mangelt es Regisseur Jay Scheib für diese Songs, in denen zumeist nur ein oder zwei Protagonisten über ihre Gefühle lamentieren. Und so bleibt trotz Hintergrund-Projektionen und Lichtspielen im Fußboden eine gewisse Eintönigkeit nicht aus.

In diesen bzw. den Revolutions-Szenen wird mit vielen ernsthaften Worten voller Pathos die große Liebe bzw. der große Kampf beschworen. Im Gegensatz dazu stehen einige Szenen aus Falcos Familienleben, die bewusst lustig-ironisch gehalten wurden, z.B. eine sexuell aufgeladene Spritztour von Falco und Sloane, an dessen Ende das Auto über die Klippen – also in den Orchestergraben – geschoben wird, woraufhin hier einige empört schimpfende Herren mit zerstörten Musikinstrumenten bzw. Dirigentenstab herausklettern.

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Die riesige Bühne des Coliseum wird beeindruckend genutzt: Hinten links dient ein riesiger angedeuteter Abwasserkanal den Lost-Boys und -Girls als Auf- und Abtrittsmöglichkeit. Hinten rechts befindet sich der Falco-Tower mit Ravens Zimmer im ersten Stock. Aus dem Erdgeschoss fahren immer wieder Stellwände nach vorne, um weitere Räume anzudeuten. Dabei werden alle zur Verfügung stehenden Wände für Projektionen genutzt. Die Szenen in Ravens Zimmer – von den seitlichen Plätzen kaum einzusehen – werden live von einer Kamerafrau gefilmt und auf eine oder mehrere der Projektionsflächen übertragen.

Das alles ergibt ein mitreißendes Rock-Spektakel, bei dem man nicht zu sehr auf die Story schauen sollte. Muss man auch nicht, denn es gibt auch so genug Beeindruckendes auf der Bühne zu sehen und zu hören.

(Text: Michael Rieper)






Kreativteam

Songs / BuchJim Steinman
RegieJay Scheib
ChoreographieEmma Portner
Arrangements / Musikal. SupervisionMichael Reed
Musikal. LeitungRobert Emery
BühnenbildJon Bausor
KostümeMeentje Nielsen
Video DesignFinn Ross
Sound DesignGareth Owen


Besetzung

StratAndrew Polec
Simon Gordon
Jordon Gage
RavenChristina Bennington
FalcoRob Fowler
SloaneSharon Sexton
TinkAlex Thomas-Smith
ZaharaDanielle Steers
JagwireWayne Robinson
LedouxGiovanni Spano
BladePatrick Sullivan
EnsembleKyle Anthony
Emily Benjamin
Christopher Cameron
Georgia Carling
Natalie Chua
Jonathan Cordin
Rob Copeland
Hannah Ducharme
Isaac Edwards
Collette Guitart
Eric Hallengren
Vicki Manser
Rhianne-Louise McCaulsky
Aston Newman Hannington
Eve Norris
Joseph Peacock
Kyle Roberts
Craig Ryder
Dawnita Smith
Courtney Stapleton
Julie Stark
Charlotte Anne Steen
Sam Toland


Frühere Besetzungen? Hier klicken



Produktionsgalerie (weitere Bilder)

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Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


1 Zuschauer hat eine Wertung abgegeben:


Stimmlich und optisch eine Sensation - Buch schmerzlich vermisst

19.07.2017 - Was einem stimmlich und optisch in diesem Spektakel geboten wird, ist schlichtweg fantastisch. Ich liebe es ja, wenn auf der Bühne Effekte gezeigt werden, von denen ich sagen kann, "so etwas habe ich noch nie gesehen". Diese Momente hatte ich tatsächlich zwei bis dreimal.
Hier wird nur geklotzt und zu keinem Zeitpunkt gekleckert.
Allerdings, und das gilt eben gerade für den ersten Akt, wirkt das Ganze oft leider wie ein steriles Gesamtkunstwerk.
Es fehlt ein Herzschlag.
Manchmal hat man gar das Gefühl, in einer Kunstinstallation im Museum zu sitzen.
Wäre, ja wäre da nicht der geile Rockscore von Jim Steinman und die noch geileren Performances der Darsteller:
Es ist tatsächlich unmöglich, irgend jemanden besonders hervorzuheben, weil alle Gesangsleistungen dieses Abends sicher zum Besten gehören, was man derzeit am West End sehen kann. Da gibt es keinerlei Ausreißer nach unten. Auch hier: klotzen, nicht kleckern.
Sei es Rob Fowler in seinem wohlverdienten und brachial guten West End Debüt, Christina Bennington, die in der weiblichen Hauptrolle ihre innere Rocksau auspackt oder eben die Entdeckung, Andrew Polec, der die Meatloaf-Hits abgefahrener performt, als Meat es selbst je getan hat.
Also, alles schick?
Ja, schick und perfekt ist das.
Aber es hat, im Gegensatz zu anderen Rock-Compilation-Shows, wie z.B. "We will rock you", eben kein Herz. Alles wirkt wie ein überlanger, perfekt produzierter Videoclip.
Man kann nichtmal von einem schlechten Buch sprechen, denn es gibt gar keines.
Da wird ein Meatloaf-Albumzitat nach dem anderen aneinander gehängt, dazu wird wunderbar hübsch ausgesehen, leicht eckig getanzt und wie bereits erwähnt absolut sensationell gesungen.
Wenn gleich zu Anfang der Show eine Figur Auftritt, von der ich in der Sekunde
eben dieses Auftritts weiß, dass sie den zweiten Akt nicht überleben wird, dann hat sich die Person, die sich hier "Autor" schimpft, keinerlei Mühe gegeben.
Sehr schade, denn wie gesagt hat dieses Kunstwerk unheimliches Potenzial, gerade was die außergewöhnlich fantastischen Darsteller angeht.

AdamPascal (45 Bewertungen, ∅ 4.3 Sterne)


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 Theater / Veranstalter
Dominion Theatre
Tottenham Court Road
London
+44 (0)870 169 0116
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Buch

Komposition

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Musikalisch und visuell beeindruckt das Rock-Spektakel, Buch und Schauspiel sind jedoch noch ausbaufähig.

09.07.2017

 Termine
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