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Opera-Musical-Trash

Stand Up

Comedy - The Opera


Schön, dass es Musical-Macher gibt, die sich an provokantes Off-Theater wagen. Schade, dass Provokationen im modernen Theater mittlerweile so normal sind, dass man eigentlich niemanden mehr provozieren kann. Und so bleiben im neuen Stück der "Jerry Springer - The Opera"-Macher nur die witzigen Ideen übrig, um den Abend zu tragen. Die sind zwar vorhanden, aber zeitlich ungleich verteilt, weshalb das Stück streckenweise langweilt. Gesamtwertung: ganz nett.

(Text: Robin Jantos)

Premiere:21.01.2005
Letzte bekannte Aufführung:30.06.2005


Richard Thomas (Musik) und Stewart Lee (Texte) bleiben ihrem Stil treu. Extra angereiste "Jerry Springer"-Fans versichern, dass "Stand up" (Original-Titel: "The Ha Ha Hole") dem in London gefeierten und verdammten Vorgänger sehr ähnlich ist: Ein schräger und wenig kommerzieller Mix aus Opern-Arien und oppulenten Chorsätzen mit trashigen Texten, abgedrehten Sidekicks, derber Sprache, einem Schuss Sozialkritik und Albernheiten.
Aber "Stand up" ist wesentlich weniger dicht, die starken, schrägen, witzigen Momente sind einfach seltener. Vor allem im zweiten Akt bricht die Show deutlich ein. Gut möglich, dass die Uraufführung in Hannover für die jungen britischen Theatermacher eine Try-Out-Phase ist und das Stück noch lange nicht endgültig steht. Es sind Try-Outs unter erschwerten Bedingungen, mit den zahlreichen Anspielungen auf das britische Comedy-Club-Wesen kann das Publikum hierzulande naturgemäß wenig anfangen - eine Popcorn-und-Ausbuh-Theater-Kultur ist hier fremd.
Vielleicht sollte man die Hannoveraner Produktion tatsächlich als Theater gewordene Konzept-Skizze verstehen und sich darauf beschränken, die Highlights zu schildern, die dem Stück mit Sicherheit erhalten bleiben werden. Etwa den Laienchor, der das gnadenlose Publikum spielt und mit überraschend einfachen, jedes Versmaß ignorierenden Einwürfen das Geschehen kommentiert. Den Frauen-Double-Act im ersten Akt, in dem die "Kluge" der "Dummen" die Nichtexistenz des Weihnachtsmanns zu erklären versucht, schließlich aufgibt und umfassend dessen Todesumstände schildert. Die Vorpausennummer, die sich ausgiebig selbst thematisiert ("Jetzt kommt die Pause, der beste Teil der Show") und im zweiten Akt wieder aufgenommen wird ("Jetzt kommt der zweite Akt").
Und die sehr poetische Idee, dass der frustrierte und übernächtigte Moderator im Leben emotionalen Halt in einer Schneeschüttel-Winterlandschaft mit Pinguinen findet ("so muss das Paradies aussehen") - wenn ihn am Ende der Show der Tod holt (natürlich nicht, ohne selbst einen Act gesungen zu haben), baut die Technik ihm das Theater buchstäblich unterm Hintern ab, auf der Rückseite erscheint ein überdimensionales Iglu und das Ensemble singt in Pinguin-Kostümen die Schlussnummer.
Noch mehr solcher Szenen, und "Stand up" könnte gemeinsam mit "Jerry Springer" zu einem Meilenstein des innovationen Musiktheaters werden. Trotz (und nicht wegen) seiner sprachlichen Provokationen.

(Text: rj)




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Kreativteam

Musikalische Leitung Richard Thomas
Regie Sabine Boos
Bühne Kirsten Hamm
Kostüme Maria Roers


Besetzung

Mit Dennis Burgazliev
Bernd Geiling
Adey Grummit
Loré Lixenberg
Wills Morgan
Angela Müthel
Roland Renner
Martina Struppek
Johannes Gruber
Bettina Iffert
Gunhild Niggemeier
Wiedo Tölke
Kerstin Weise
Thomas Franke
Piano Richard Thomas
Burkhard Niggemeier
Peter Müller



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


11 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


5376
Nicht langweilig, nicht platt

14.04.2005 - su - die vorletzte Rezensentin - und ich könnten uns bestimmt in vielen Punkten des Lebens glänzend verstehen, wenn es um Stand UP! geht, müssen wir uns damit begnügen, verschiedene Meinungen zu haben. Ich habe mich nämlich vor der Pause überhaupt nicht gelangweilt - im Gegenteil, das Duett von Lixenberg und Grummet gehörte zum witzigsten und musikalisch hochwertigsten, was ich seit Jahren auf einer Musicalbühne sah. Die beiden sangen eine Geschichte über den Weihnachtsmann, von "Fotze" oder "motherfucker" weit und breit nichts zu hören, keine Ahnung, vielleicht hatte su ja einen ipod in den Ballhof geschmuggelt. Auch Wills und Geiling übezeugten in ihren Rollen, der eine mit einer unglaublich facettenreichen und warmen ja fast souligen Stimme, der andere durch die überzeugende Verkörperung einer koksenden, vielleicht vor Jahren mal witzig gewesenen Phrasendreschmaschine im Niedergang der Karriere. Einzig der immer ein wenig schleimig vor sich hincharchierende Roland Renner in der Rolle als Conferencier des Abends trübte das Vergnügen ein wenig und hält mich von der Höchstbewertung ab. Allerdings hörte man von Insidern, dass seine Rolle eigentlich dem leider im letzten Jahr verstorbenen Andreas Ebert auf den Leib geschrieben wurde und Renner also nur die Zweitbesetzung ist. Von daher ist auch sein Auftritt zu verschmerzen.

rfs


5289
Mal was anderes

08.04.2005 - Das Musical wird auf die Schippe genommen. Stand Up ist einfach mal was anderes. Ich hatte einen angenehmen Theaterabend und habe mich recht gut amüsiert.

Don


5193
langweilig, platt

31.03.2005 - Ich habe mich wirklich auf einen netten Theaterabend gefreut, aber bis zur Pause hat sich die Zeit dermaßen gezogen, dass ging gar nicht!
Die Stimmen der Sänger (teilweise sehr grell) waren das Einzige, was mich am einschlafen gehindert hat!

Und Toleranz und Kunst hin oder her, muss den wirklich jedes zweite Wort Fotze, motherfucker, etc. sein????

Naja, es möge sich jeder selber ein Bild machen, über Kunst läßt sich ja bekanntlich nicht streiten, aber ich hätte diesen Abend bestimmt angenehmer verbringen können!

su


4237
Unentschlossen

31.01.2005 - Endlich mal was anderes: keine klassische Musicalstory, kein Liebesduett. Stand up! ist ein ziemlich schräges Stück, dass neue Impulse bringt. Als Zuschauer mit einer Schwäche für absurde Geschichten fand ich das Stück genial, frech und humorvoll. Als Anhänger der Musicalmusik haben mich die Opernstimmen bisweilen genervt, der fast griechische Chor mit seinen unterstreichenden und bissigen Kommentaren fasziniert.
Stand up! lohnt sich, allein schon wegen der Pinguine im Schlussbild.

Lady Kaltfuß


4198
endlich mal "tralala" das uns nix beweisen will

28.01.2005 - während die musicalindustrie dahinsiecht und sich nur noch anbiedert kommt "stand up" als eine art persiflage daher, die das eigene genre auf die schippe nimmt und dadurch eine intellektuelle Tiefe bekommt. Kapieren natürlich nur diejenigen musicalbesucher, die auch mal ein schauspielstück oder ne oper angesehen haben...der normale musicalfan wird verschreckt und findets sicher zum kotzen...denn was soll man sonst mit einem stück anfangen, dass keine handlung hat, nur alltagsschrott in plattitüden verpackt und das mixt mit der europäischen hochkultur fantastischer opernstimmen? endlich mal opernsänger in einem musical und nicht dieses beltgequäcke der sogenannten musicalstars. Und wenn mal kein opernsänger singt, dann singt ein Schauspieler-genau wie in kurt weill opern-man tut nicht so als ob man singen könnte sondern benutzt diesen zustand als aussage...wenn es doch mehr von solch einer intelligenz im musicalbusiness gäbe, dann wäre die branche eventuell zu retten...und klar hat der komponist auch geklaut, aber wer macht das nicht heutzutage wo es schon alles gibt? dann wenigstens von guten komponisten klauen-und das hat er getan Kurt Weill und H.Purcell Klänge findet man und einen erstaunlich schönen Satzaufbau im Sextett (das gespielte Publikum)...tolle tonale Reibungen, die man heut bei kaum einem Musical mehr hört.

Jan Ortens


4178
Kunst

27.01.2005 -

b. werter


4176
Voll daneben!

26.01.2005 - Keine Geschichte, zusammengeklaute Musik, ohne Humor und ohne Verstand. Einfach nur platt.

kratwiel


4161
langweiliger gehts nicht

26.01.2005 -

ann täten


4140
Super! Großartiger Musik und tolle Sänger

24.01.2005 - Als überaus angenehm empfand ich, dass in Stand Up auf Deutsch gesungen wird. Die englischen Sänger Lixenberg, Grummit und Morgan haben phantastische Stimmen und auch der hannoveraner Publikumsliebling Angela Müthel überzeugt. Ich habe mich schon lange nicht mehr so großartig im Theater amüsiert.

Franziska Berger


4127
tolle stimmen bissiger humor

24.01.2005 -

begeistert


4114
Großartig!

23.01.2005 -

Stefan Gödde


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