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Biblical

Jesus Christ Superstar

Could we start again please?


© Pamela Raith
© Pamela Raith
Nahezu komplett stimmige Inszenierung der letzten Tage im Leben Jesus im klassisch biblischen Gewand. Es überzeugen sowohl die Darsteller als auch die atmosphärische Licht- und Soundgestaltung.

(Text: ch)

Premiere:28.07.2015
Rezensierte Vorstellung:05.08.2015
Letzte bekannte Aufführung:24.04.2016


Auch wenn "Jesus Christ Superstar" ein Klassiker auf den Bühnen der Welt ist, so wird doch oft versucht mit zwanghaften Modernisierungen das Stück in die Neuzeit zu holen: der Tempel als Rave-Club, Herodes Urteil als Televoting und Jesus in Blue Jeans. In der aktuellen Tournee-Produktion, die von BB Promotion durch Deutschland geschickt wird, hat man darauf zum Großteil verzichtet und hält sich optisch eher an den klassischen Bibel-Look irgendwo zwischen Monumentalfilm und Hippiemärchen. An den Stellen, wo dieses Konzept nicht zu 100% beibehalten wird, wirkt die Inszenierung etwas inkonsequent, was den Genuß des Abends aber insgesamt kaum schmälert.

Setzt man die Personenzeichnung Jesu und seiner Jünger in den Zeitkontext, in dem das Stück entstanden ist, so lassen sich Parallelen zu gewissen medial präsenten Sektenführern dieser Zeit nicht ganz verleugnen. An dem Punkt der Geschichte, an dem das Musical ansetzt sind natürlich alle Figuren schon an einem Punkt angekommen, an dem charakterliche Weiterentwicklung nur noch bedingt auf dem Plan steht, da die Weichen für die Geschehnisse bereits gestellt sind. Umso wichtiger ist die subtile Personenführung, um aus komplexen Charakteren nicht Stereotype werden zu lassen. Dies gelingt Regisseur Bob Tomson und den jeweiligen Darstellern sehr gut.

In der Titelrolle überzeugt Rollenveteran Glenn Carter. Charismatisch präsentiert er sich seinen Jüngern, lässt in vermeindlich privaten Momenten seinen Jesus aber auch mit seinem Schicksal hadern und fast daran zerbrechen. Besonders gelungen ist dies in der Szene, in der Jesus - selbst zum Umfallen müde und ausgelaugt - von den Kranken umlagert und um Heilung angebettelt wird. Der Mythos Jesus rafft sich auf, schaltet auf Automatik und liefert was von ihm erwartet wird. Der Mensch Jesus ist kurz vorm Zusammenbrechen und flüchtet sich in einem kurzen Moment der Schwäche in die Umarmung Judas' . Auch gesanglich überzeugt Cater mit warmer Stimme in den ruhigeren Parts und sehr sauberer Stimmführung in den Rockparts. Erwartungsgemäß ist "Gethsemane" ein Highlight des Abends.

© jesus-christ-superstar-foto-04-credit-pamela-raith
© jesus-christ-superstar-foto-04-credit-pamela-raith


Tim Rogers als Judas Iscariot ist mehr als nur "sarkastischer Beobachter", wie es so schön in der Stückbeschreibung heißt. Ja, er ist fast durchgehend als Beobachter auf der Bühne, aber sarkastisch? Nein, auch Judas weiß, was passieren muss und versucht damit klar zu kommen, wird dabei aber nicht zum außenstehenden Kommentator. Er leidet mit Jesus, sieht wie sein Freund auf mehrere Abgründe zeitgleich zuläuft und weiß, dass er doch nichts machen kann, außer ihm den Rücken freizuhalten und die an ihn gestellte Aufgabe zu erfüllen. Wenn sich Jesus und er streiten, hat man schon sehr den Eindruck, dass das Ganze nur eine Show für die anderen Jünger ist und genauestens durchgeplant. Wenn er rückblickend auf alles zurücksieht, erkennt er, dass jeder einzelne von ihnen von Jesus in Position gesetzt wurde.

Maria Magdalena, gespielt von Rebekah Lowings, ist hier nicht so sehr von Wichtigkeit wie in anderen Inszenierungen. Der romantische Aspekt zwischen ihr und Jesus wird hier nicht fokusiert. Sie ist zwar verliebt in ihn und er genießt ihre Pflege, aber ob die Beziehung mehr ist als zwischen Führer und Anhängerin wird nicht geklärt. Erst später mit Peter (Edward Handoll) wird ihre Rolle klarer. Gesanglich überzeugt sie durchgehend und berührt sehr bei "Could We Start Again Please?" im Duett mit Handoll. Bei den Aposteln ist noch Simon (Kristofer Harding) zu erwähnen, der ein mitreißendes Solo abliefert, das er beim Schlußapplaus auch unter tosendem Beifall noch einmal wiederholt.

© Pamela Raith
© Pamela Raith


Auch die übrigen Darsteller überzeugen in ihren Rollen und liefern durchgehend den Beweis, dass es keine zu kleinen Rollen gibt um zu begeistern. Besonderen Eindruck hinterlässt Cavin Cornwall als Caiaphas - sowohl durch seine hochgewachsene imposante Erscheinung, als auch durch einen Bass, der einem schon in Sprechpassagen durch Mark und Bein geht. Für Gänsehautmomente sorgt Jonathan Tweedie als Pontius Pilate durch sein intensives Spiel während des Verhörs und der Auspeitschung Jesu - eine der erschütternsten Szenen des Abends. Diese wurde nur noch durch die regelrecht zelebrierte Kreuzigung getoppt. Hier haben Sound und Licht eine Atmosphäre geschaffen, die einen im Theater die Luft anhalten lässt und regelrecht körperlich mitleiden lässt. Ganz großes Theater der Emotionen sowohl auf der Bühne als auch im Zuschauerraum.

Glücklicherweise wird der Zuschauer nicht mit Jesu Tod entlassen, sondern die dunklen Mauern der Bühne öffnen sich ein letztes Mal in güldenem Glorienschein, weißes Licht durchflutet den Zuschauerraum und Jesus tritt weißgewandet wieder auf die Bühne. Sofort steht auch wieder Judas freundschaftlich vereint neben ihm. Alle anderen gesellen sich zu ihnen und die Himmelfahrt scheint nahezu für alle perfekt.

(Text: ch)






Kreativteam

MusikAndrew Llloyd Webber
SongtexteTim Rice
InszenierungBob Tomson
AusstattungPaul Farnsworth
ChoreografieCarole Todd
Musikalische LeitungBob Broad


Besetzung

JesusGlenn Carter
Mary MagdalenaRebekah Lowings
JudasTim Oxbrow
CaiaphasSteve Fortune
AnnasAlistair Lee
PeterCarl Lindquist
Pontius PilateChristopher Jacobsen
King HerodTom Gilling
Simon ZealotesAndy Barke
AndrewCraig Golding
JohnAshely Luke Lloyd
ThaddeusMarc Akinfolarin
ThomasRichard Hunt
MatthewSam Halion
JamesMatt Blaker
NathanielCallum Fitzgerald
James the JustMike Wardn
Apostle WomenDani Acors
Lizzie Ottley
Molly McGuire


Frühere Besetzungen? Hier klicken



Produktionsgalerie (weitere Bilder)

© jesus-christ-superstar-foto-02-credit-pamela-raith
© jesus-christ-superstar-foto-02-credit-pamela-raith

Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


4 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


31081
Tim Oxbrow = Highlight sensationelle Stimme

27.04.2016 - TIM OXBROW als JUDAS in Jesus Christ Superstar war der absolute Hammer ! Eine unglaubliche Stimme, einfach nur traumhaft ! Selten habe ich solch eine überzeugende Darstellung gesehen . . . darstellerisch wie auch stimmlich das Highlight eines sensationellen Musicals, was bei uns noch immer Gänsehaut erzeugt. Schade, dass es von diesem tollen Sänger keine CD gibt . . . Er wird hoffentlich seinen Weg gehen . . . ein echter Weltstar ! Danke !

Laufsteg (erste Bewertung)


30858
Der Klassiker

16.08.2015 - Inszenierung zu klassisch und zu brav. Manchmal hatte ich das Gefühl, die Darsteller wüssten nicht was sie tun. Schade, aus dem Stück hätte man viel interessante Aspekte herausholen können. Das Ende mit dem Happy End zwischen Jesus, Mary und Judas tut dem Stück nicht wirklich gut. Musikalisch sehr gut bis durchwachsen. Eine kleine Band spielt auf. Vielen kommt aus der Konserve. Glenn Carter ist dann nach 15 Jahren dann doch etwas abgenutzt. Manchmal schreit er zu sehr als zu singen. Rachel Adedeji singt toll. Ebenso Cavin Cornwall als Caiaphas. Tim Rogers war als Judas eher enttäuschend. Zu gepresst klang seine Stimme und für die anspruchsvollen Stücke doch zu wenig temperiert. Ansonsten ein gut aufgelegtes Ensemble, welchem ich ein interessantes Inszenierungskonzept gewünscht hätte. War aber wohl aufgrund der Tourneetauglichkeit nicht anders umzusetzen.

jongleur (49 Bewertungen, ∅ 3.3 Sterne)


30845
Auf die Ohren

02.08.2015 - Eine eindrucksvolle Aufführung,aber: DEr Verantwortliche für die Tontechnik ist entweder stocktaub, ahnungslos oder hackevoll gewesen. Besonders der Hoehepunkt "Jesus Christ Superstar" war über der Schmerzgrenze- und fast jeder Auftritt von Judas.
Meine Frau hat sich die Ohren zugehalten. Schade

Dieterdieter (erste Bewertung)


30831
Etikettenschwindel

30.07.2015 - Eine absolute Enttäuschung! Das Schlimmste ist die Abmischung des Tons, die schon bei der Handy-Ansage am Anfang völlig übersteuert ist. Die Sänger klingen wie im Fußballstadion mit einem ätzenden Hall und einzelne Band-Stimmen gehen völlig unter. Die Besetzung ist eine Farce: Glenn Carter als Jesus klingt als ob er markiert um sich dann völlig unmotiviert in ein Rock-Gejaule zu werfen, die Mary der Rachel Adedeji ist ein dünne, unsichere und schwache Mezzo-Stimme, die ein bisschen auf Sopran macht. Der sängerische Tiefpunkt ist der Judas von Tim Oxbrow, eine hohe, quiekige Stimme, der nur herumschreit. Dazu eine statische, laienhafte und völlig uninspirierte Inszenierung. Buh!

maison_usher (10 Bewertungen, ∅ 2.6 Sterne)


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Handlung
Die letzten sieben Tage Jesu Christi. mehr

Weitere Infos
Die deutschsprachige Erstaufführung fand am 18. Februar 1972 in der Halle Münsterland (Münster) mit Reiner Schöne in der Hauptrolle statt.

 Kurzbewertung [ i ]
(ch)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Sehenswerte klassische Inszenierung mit sehr spielfreudigem und überzeugendem Ensemble.

08.08.2015

 Leserbewertung
(4 Leser)


Ø 2.25 Sterne

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


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