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Märchenparodie

Into the Woods

Stadttheater bauen auf Guildo Horn


Bei der Kooperationsarbeit mit der Essener Folkwang Hochschule wagt das Hagener Theater einiges, denn Sondheim ist keine leichte Kost und auch die nicht gerade märchenhafte Kulisse ist mutig. Insgesamt ist „Into the Woods“ bis auf kleinen Ausfälle durchweg gelungen und überzeugt vor allem durch sein Ensemble.

(Text: Diana Breitkreuz)

Premiere:03.10.2009
Rezensierte Vorstellung:03.10.2009
Letzte bekannte Aufführung:19.02.2010


Ein schwieriger Stoff in grauem Märchenwald, kann das gut gehen?
Der erste Eindruck der Bühne ist gar nicht märchenhaft, sondern schlicht ernüchternd. Der Wald, die Häuser, alles besteht aus grau-weißer, eindimensionaler Pappe. Damit nicht genug, auch jede Requisite ist ein trist bemaltes Pappstück. Es zeugt von Mut der Ausstatterin (Janina Mendroch) bei einem so selten gespielten und schwer umsetzbaren Stück auch noch das Bühnenbild samt Requisite minimalistisch zu halten. Instinktiv setzt man so alle Hoffnungen in Regie (Gil Mehmert) und Darsteller. Mehmert hat für „Into the Woods“ ein ungewöhnliches Team zur Verfügung: Die Cast besteht aus Prominenten (Guildo Horn), Profis (u.a. Alen Hodzovic) und Studenten der Folkwang Hochschule Essen. Vielleicht deshalb fällt die Inszenierung auch weiterhin anders aus als gewohnt. Die Inszenierung hat ein hohes Tempo und die Zuschauer sind gefordert, aufmerksam dem Geschehen zu folgen und auf jedes Wort zu lauschen. Bis auf einige Verständnis- (Raymond Ayers als Wolf, leider mit sehr starkem Akzent) und Tonprobleme (Orchester zu laut, Sänger zu leise) ist „Into the Woods“ in Hagen durchaus ansehnlich.
Die Besetzung der Rollen ist wie immer Ansichtssache. Alten Sondheim-Fans sind sicher manche Rollen wie die Bäckersfrau (Constanze Fischbach) und die Hexe (Gabriela Ryffel) schlicht zu jung besetzt. Beide machen dies jedoch durch ihre stimmliche Leistung wieder wett. Für viele Zuschauer ist Guildo Horn der Anziehungspunkt des Abends. Schon bei seinem ersten Auftreten als Erzähler erklingt Zwischenapplaus. Horn ist durch sein Äußeres eine perfekte Besetzung für die skurrile Rolle des Erzählers, auch stimmlich lässt er nicht zu wünschen übrig. Leider hat Horn jedoch absolut kein schauspielerisches Talent, so dass manche Pointe ins Wasser fällt und einige der gefühligeren Szenen aufgrund der unterschiedlichen Schauspielleistungen der Darsteller nicht funktionieren. Neben Horn gibt es noch eine weitere prominente Besetzung: Hella von Sinnen leiht der Riesin ihre Stimme. Im Gegensatz zu Horn tritt sie aber nicht selbst auf, sondern ist lediglich in der grau animierten Filmeinspielung der Riesin zu hören.
In der Riege der übrigen Rollen fallen weitere Darsteller besonders positiv auf. So gibt Alen Hodzovic einen durch und durch überzeugenden Bäcker, der mit warmer Stimme und humorigen Gesten das Publikum für sich gewinnt. Auch das quirlige Rotkäppchen Stefanie Köhm und der naive „Hans“ Michael Heller verstehen es, ihre Rollen auszufüllen. Jeder einzelne der Folkwang-Studenten kann von der Leistung her durchaus als Ensemblemitglied des Hauses durchgehen.
Die Choreographie von Kati Farkas ist dem Stil des Stücks angepasst, aber fällt ein wenig langweilig und bei einigen Wiederholungen auch ein wenig nervig aus. Da wünscht man sich doch ein wenig mehr von dem Schwung und Einfallsreichtum, der sonst diese Produktion ausmacht.
Mit dieser Neuinszenierung hat das Hagener Theater mit Sicherheit einiges gewagt, denn Sondheim ist keine leichte Kost und auch die nicht gerade märchenhafte Kulisse ist mutig. Insgesamt ist „Into the Woods“ bis auf die erwähnten kleinen Ausfälle aber durchweg gelungen und überzeugt vor allem durch sein Ensemble.

(Text: Diana Breitkreuz)




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News: Guildo Horn wird Erzähler in "Into the Woods" (04.06.2009)



Besetzung

Erzähler
geheimnisvoller Mann
Guildo Horn
Aschenputtel Annika Firley
Hans Michael Heller
Jeffery Krueger
Bäcker Fehmi Göklü
Alen Hodzovic
Bäckersfrau Constanze Fischbach
Aschenputtels Stiefmutter Marilyn Bennett
Kristine Larissa Funkhauser
Florinda Julia Lißel
Lucinda Marissa Möller
Hans´ Mutter Sabine Ruflair
Rotkäppchen Stefanie Köhm
Hexe Gabriela Ryffel
Aschenputtels Vater Orlando Mason
Aschenputtels Mutter Anja Frank-Engelhaupt
Wolf Raymond Ayers
David Jakobs
Rapunzel Margarete Nüßlein
Aschenputtels Prinz Michael Heller
Andreas Schneider
Rapunzels Prinz David Jakobs
Sascha Kurth
Kammerdiener Sascha Kurth
Andreas Schneider
Riesin Hella von Sinnen [Stimme]



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


3 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


Hagens Bestes bisher

16.01.2010 - „Into the Woods“ ist sicher eins der zugänglicheren Sondheim-Musicals – aber es wäre falsch, es deshalb für seicht zu halten. Sondheim ist besonders als Texter so gut, dass er keine Gefahr läuft, ins Mittelmaß abzudriften. Und Michael Kunze hat das Original äußerst gelungen übersetzt.

Ich habe ein paar Mal die DVD von „Into the Woods“ mit Bernadette Peters, Chip Zien und Joanna Gleason gesehen, so dass ich in gewisser Weise vorbelastet bin, was sich sowohl positiv als auch negativ auf diese Inszenierung auswirkt. Viele der Hagener Darsteller können es einfach an Bühnenwirksamkeit nicht mit den Broadway-Vorgängern aufnehmen, dafür sind manche Szenen so in mein Gehirn gebrannt, dass sie unterhalten, selbst wenn das Hagener Timing nicht so gut funktioniert. Regisseur Gil Mehmert scheint tatsächlich gerade die Comedy-Aspekte eher vernachlässigt zu haben, während er das Drama recht gut entfaltet und auch große Ensembleszenen stets gut im Griff behält.

Im Vorfeld hatte ich ein wenig Sorge, das Musical könnte zur Guildo Horn-Show verkommen, aber er fügte sich sehr gut ins Ensemble ein und schaffte es, Erzähler und geheimnisvollen Mann darstellerisch voneinander abzugrenzen. Ich fand es überflüssig, dass schon zum Ende des ersten Akts gezeigt wurde, dass beide vom gleichen Darsteller gespielt werden – das wäre mir als Auflösung während des Schlussapplauses lieber gewesen. Auch Hella von Sinnen, die die Riesin sprach, ordnete sich der Rolle unter.

Zu den übrigen Darstellern – man konnte dem Programmheft übrigens leider nicht entnehmen, wer zu den Folkwang-Leuten gehörte: Sicherlich hatten es besonders Constanze Fischbach (Bäckersfrau) und Gabriela Ryffel (Hexe) schwer im Schatten von Joanna Gleason bzw. Bernadette Peters. Ryffel wirkte besonders wegen ihrer jugendlichen Stimme nicht ideal besetzt im ersten Akt, konnte dafür aber im zweiten Akt als Glamour-Hexe weit mehr überzeugen. Sie glitt im ersten Akt aber zumindest sehr überzeugend über die Bühne. Marilyn Bennett, die in „Sweeney Todd“ als Mrs. Lovett überzeugte, wäre sicherlich eine gute Hexe gewesen, aber zumindest als Aschenputtels Stiefmutter spielte sie sich immer wieder in die Szenen.

Stimmlich ebenfalls überraschend besetzt war Annika Firley als Aschenputtel, die weniger klassisch klang als für die Rolle üblich. Insgesamt war das eine interessante Alternative, auch wenn es manchmal wirkte, als sei ihr die Stimmlage nicht mehr angenehm. Meine Favoritin unter den Darstellerinnen – und das obwohl auch Danielle Ferland auf der DVD in der Rolle ein absolutes Highlight war: Stefanie Köhm als Rotkäppchen. Sie war sehr charmant in der Rolle und schon sehr auf dem Weg zur Frau. Ebenfalls sehr angenehm ihr kieksfreier Gesang bei der Titelphrase. Ich bin gespannt, wie sie sich in anderen Rollen präsentieren wird.

Die Ausstattung von Janina Mendroch ist im Grunde sehr simpel, aber gerade deshalb äußerst charmant. Dass alle Requisiten nur angedeutet waren, störte überhaupt nicht, da Märchenwelt nicht Realität ist – und Theater ja sowieso nicht. Ausnahmsweise hatte ich auch kein Problem mit den Projektionen – in diesem Fall von der Riesen –, denn auch die fügten sich in das Gesamtkonzept ein. Atmosphärisch waren die immer wieder fallenden Blätter im Wald.

„Into the Woods“ war ohne Frage bisher das beste Musical, das ich in Hagen sah, was trotz aller Kritikpunkte daran lag, dass Regie, Besetzung und Ausstattung sich zu einem äußerst sehenswerten Gesamtergebnis verbanden. Wenn das Hagener Theater jetzt mal noch die äußerst unangenehme ältere Frau feuern würde, die im obersten Rang die Tickets kontrolliert. Sie war bei „Street Scene“ unfreundlich und diesmal wieder – „West Side Story“ ist nicht weit. Ein Lob aber ohne Frage dafür, dass man Tickets für alle 3 Musicals zum Preis von zweien bekam. Solche Aktionen sollte es häufiger geben.

MythosEdddy (6 Bewertungen, ∅ 3.2 Sterne)


Gewagtes Experiment gelungen

01.11.2009 - Interessantes Stück! Umsetzung war gut! Leistung der Schüler durchwachsen. Mut zur Hässlichkeit und zur Komik bei vielen wenig oder nicht vorhanden. Rotkäppchen und Prinz Aschenputtel stachen heraus. Guildo Horn war nett, aber nicht herausragend, genauso wie bei den angeblichen Profis. Musical braucht einfach mehr Schauspiel, was man bei der Frau des Bäckers sah.

alphabaer (7 Bewertungen, ∅ 3.1 Sterne)


Faszination Musical...Made in Hagen!

04.10.2009 - Wer mich kennt, der weiß, wie sehr ich auf präzise umgesetztes Musical-Theater stehe, das zudem noch musikalisch auf höchstem Niveau spielt.
Am Gestrigen 2.10.2009 habe ich nach einer langen "Durststrecke" einmal wieder eine Solche, absolut Inspirierende Inszenierung gesehen! Angesichts der leider oft Katastrophalen Leistungen der großen Musical-Veranstalter ist es für mich als Aktiven in der Musicalszene mehr als beruhigend sagen zu können: "ES GEHT EBEN DOCH!" Und zwar ohne Millionenbudgets und ohne auch nur den Anschein einer Fehlbesetzung!

Gil Mehmert hat bei seiner Inszenierung des Sondheim-Klassikers einen Stil gewählt, den ich im Zusammenhang von Musical noch nie gesehen habe. Ein stark an Tim Burtons Fantasy-Welten erinnerndes Bild mit fast surreal anmutenden Kulissen und Requisiten, ein Gesamtbild das (fast) ausschließlich in Weiß/Grau/Schwarz gehalten ist. Allein der Mut dieser Interpretation ist ein Lob wert. Das Tempo der Show ist oftmals Atemberaubend und, was besonders mir positiv auffällt, der Zuschauer wird gezwungen den Texten und der Geschichte aufmerksam zu folgen. Dies wird durch die "Abwesenheit" von übertrieben bunten, aufwendigen Bühnenbildern unterstützt.

Die Cast des Stückes ist außer ein paar wenigen Ensemble-Mitgliedern des Hagener Theaters und den zwei prominenten Darstellern Gildo Horn (der Erzähler) und Hella von Sinnen (die Stimmer der Riesin) aus Studenten der Essener Folkwang-Hochschule aquiriert. Allerdings war dies zu keinem Zeitpunkt durch mehr als das schiere Alter der jungen Darsteller zu erkennen. Die Stimmliche und Schauspielerische Agilität, die Sondheims Stücke absolut erfordern ist bei dieser Cast nie anzuzweifeln gewesen!
Die Choreographien von Katie Farkas unterstützen die Musik in ihrer Rhythmischen Komplexität perfekt. Und auch hier ist das für mich beeindruckendste Attribut dieser Inszenierung deutlich zu erkennen gewesen: Präzision, Präzision, Präzision!

Einzelne Personen oder Charaktäre aus dieser Gruppe junger Darsteller hervorzuheben wäre ein Hohn und absolut unmöglich, wenn gleich ich natürlich meine ganz persönlichen Favouriten habe, die ich allerdings für mich behalten werde...! ;-)
Alles in allem eine durch und durch brilliante Show, die die Reise nach Hagen absolut wert ist!

stefan.turton

xlarge21 (erste Bewertung)


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(dbk)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Minimalistisches Bühnenbild, bunt gemischte Cast aus Promis, Profis und Musicalschülern sowie eine Regie, die den Zuschauer zum Mitdenken anregt und doch keine Fragen offen lässt.

04.10.2009

 Leserbewertung
(3 Leser)


Ø 4.00 Sterne

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Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


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