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Biografie

Mozart!

Musik, die nie zu Ende geht


Nah am Wiener Original inszenierte Freilichtversion des Kunze/Levay-Musicals. Trotz großer Schwächen im Buch vor allem wegen der grandiosen Leistungen von Patrick Stanke und Ethan Freeman sehenswert.

(Text: Björn Herrmann)

Premiere:21.06.2008
Letzte bekannte Aufführung:30.08.2008


Dass das Buch der Wiener Urversion von "Mozart!" nicht das stärkste ist, zeigte sich schon in den umfangreichen Überarbeitungen für die Hamburger Version, die deutlich gestraffter und stringenter daherkam. Umso unverständlicher, dass in Tecklenburg wieder eine originalnahe bruchstückhafte Szenencollage auf die Bühne kommt. Und das ist schade, denn vor allem die beiden hervorragenden Hauptdarsteller Patrick Stanke und Ethan Freeman hätten eine logischer aufeinander abgestimmte Geschichte verdient gehabt.
Stanke spielt seinen Mozart als großen trotzigen Jungen, der sich Stück für Stück emanzipiert und gleichzeitig ruiniert und dabei kaum zur Kenntnis nimmt, wie genau dadurch rund um ihn herum seine familiäre Welt in Trümmer fällt. Sein Mozart ist nicht elegant und bewegt sich eher unbeholfen und getrieben. Umso größer fällt dann der Kontrast aus, wenn Stanke singt. Denn klarer und brillanter ist diese Rolle wohl selten interpretiert worden. Die Spitzentöne strahlen und werden völlig ansatz- und mühelos aus dem Ärmel geschüttelt. Auch wenn sich Stanke solistisch gegen den durchaus druckvollen Chor behaupten muss, ist er jederzeit dominant. Schon allein seine Leistung lohnt den Besuch.
Ethan Freeman, dessen Rolle als Mozarts Vater im Buch weit weniger exponiert angelegt ist, ist der zweite Höhepunkt der Show. Zu Beginn des Stückes gravitätisch und autoritär, altert sein Leopold Mozart von Szene zu Szene immer mehr. Freeman spielt diesen Verfall nicht nur anrührend und auch auf die großen Entfernungen einer Freilichtbühne noch wahrnehmbar, er legt diese Brüchigkeit auch mit zunehmender Dauer des Stückes in seine Stimme, die auch in den von ihm sonst nicht so häufig gehörten tiefen Baritonlagen berühren kann.
Marc Clear als Fürsterzbischof Colloredo hat dagegen mit der großen Entfernung zum Publikum zu kämpfen, sein "Wie kann es möglich sein!" verliert sich von seinem Standort weit oben auf der Schlosskulisse ziemlich. Jana Werner als Baronin von Waldstätten singt ihr "Gold von den Sternen“" solide, kann aber ebensowenig Glanzpunkte setzen wie Karin Seyfried in der undankbaren Rolle des Nannerl, der das Buch außerhalb der Reprisen von "Der Prinz ist fort" wenig Entfaltungsmöglichkeiten bietet. Simone Geyer als Constanze dagegen enttäuscht vor allem mit "Irgendwo wird immer getanzt". Gerade die eigentlich druckvoll angelegten Beltpassagen bleiben bei ihr schwach und merkwürdig blass. Ein echtes Erlebnis dagegen ist Anne Welte als lebenspralle Mutter Weber, die mit Stimme, Witz und Präsenz für die humorigen Höhepunkte des Abends sorgt.
Dennoch bleibt der Abend zerrissen, denn das Buch bietet vor allem viel Personal und wenig zusammenhängende Handlungsstränge. Zwar werden die Fragmente von den von Regisseur Cusch Jung eindrucksvoll gestageten Chor- und Statistenmassen einigermaßen zusammengehalten, dennoch bleiben die Figuren zumeist eindimensional. So hat beispielsweise ein Song wie "Irgendwo wird immer getanzt" keinerlei Herleitung, er entsteht völlig übergangslos aus einer gemeinsamen Nacht von Mozart und Constanze. Die anschließende Szene hat dann wiederum nichts mit dem Song zu tun, dessen Inhalt auch in der Folge nicht mehr aufgegriffen wird.
So kann keine Identifikation entstehen, die Rollen bleiben blass. Dazu kommt ein recht kunstlos wirkendes Bühnenbild, das in der eigentlich dankbaren Kulisse der Tecklenburger Burganlage eher billig wirkt.
Da können die prachtvollen Kostüme (Karin Alberti) - von denen sich der als einzige Figur modern gewandete Mozart effektvoll absetzt - ebenso wenig wie die grandios klingenden Chöre völlig entschädigen. Dass es dann dennoch ein gelungener Abend mit Wiederholungsgefahr wird, liegt vor allem an den beiden großartigen Hauptdarstellern.

(Text: Björn Herrmann)




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Kreativteam

Musikalische Leitung Tjaard Kirsch
Regie, Choreographie Cusch Jung
Ausstattung Karin Alberti


Besetzung

Wolfgang MozartPatrick Stanke
Leopold MozartEthan Freeman
Hieronymus ColloredoMarc Clear
Nannerl MozartKarin Seyfried
Constanze WeberSimone Geyer
Baronin von WaldstättenJana Werner
Emanuel SchikanederAdrian Becker
Cäcilia WeberAnne Welte
Graf ArcoWolfgang Höltzel
Fridolin WeberMichael Schüler
Aloysia WeberMichaela Schober
Josepha WeberLillemor Spitzer
Sophie WeberDaniela Römer
Dr. Franz Anton MessmerJoel Kirby
EnsembleClaudia Balmes
Daniela Tweesmann
Norbert Kohler
Max Messler
Sebastian Stipp
Timo Verse



Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


15 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


26868
Wäre dieses Buch nicht...

03.08.2008 - War gestern (2.8.) in der Aufführung in Tecklenburg und muss sagen, ich bin ein wenig enttäuscht.
Eigentlich ist alles super, wäre nur dieses Buch nicht... Die Darsteller der Hammer (WOW! Patrick Stanke, Gesten und Schauspiel super, der Gesang der Oberhammer... Spitzentöne in einer Brillianz), eine super Komposition, einfallsreiche Inszenierung, tolle Band, Bühnenbild in Ordnung... aber was nutzt das alles wenn die Dramaturgie baden geht. Tecklenburg ich weiß ihr könnt dafür nix... Und deswegen auch die 5 Sterne, aber die Erwartungen sind so hoch und dann dieses Buch. Keine durchgehende Handlung, Lieder zusammenhangslos, lässt kaum Platz mit den Figuren zu fühlen, sie nachzuvollziehen. Szenen die nicht zusammenpassen. Paris? Mannheim? London... kreuz und quer...
Trotz alle dem hats viel Spaß gemacht und auch ein Kompliment an alle bei einsetzendem Regen weiterzuspielen.

MarcoMA (2 Bewertungen, ∅ 5 Sterne)


26867
Ich bin begeistert

03.08.2008 - Ich war gestern Abend in der Vorstellung in Tecklenburg, mein erstes Freilichtmusical und ich schwärme heute noch! Vielleicht ist die Handlung nicht ganz durchgängig, aber das wurde mir erst bewusst, als ich heute die Kommentare dazu las. Die Musik ist super, viele schöne Balladen, von den Sängern/innen hervorragend interpretiert, lauter tolle Stimmen! So viele hervorragende Darsteller auf einmal habe ich bis jetzt noch nicht erlebt!

Auf einer Bühne in einer ehemaligen Burg kann man natürlich nicht so eine tolle Technik auffahren, wie in einem Theaterhaus, aber dafür fand ich die Kulisse sehr gut. Ein bissle die Fantasie einzusetzen tut ja auch mal gut! Sehr gut gefallen haben mir dafür die vielen Möglichkeiten der Auftritte und Abgänge. Hier rein, da raus, einfach genial. Der Einzug des Volkes durch das Tor, der Abgang des Vaters den Berg hinauf usw.

Ich kannte Mozart vorher nicht (nur die CD), kann daher nicht vergleichen. Deshalb ein unvoreingenommenes "Hervorragend"! Schade, dass ich in Süddeutschland wohne und es mir deshalb nicht möglich ist, diese Bühne öfter zu besuchen.

Einziger Minuspunkt: die schlechte Beschilderung in Tecklenburg. Wenn wir nicht Menschen mit Sitzkissen und Picknicktaschen gesehen hätten, wären wir vielleicht nie hingekommen.

simmi67 (5 Bewertungen, ∅ 4.6 Sterne)


26839
Ein Genuss, besonders dank Patrick Stanke und Marc Clear

27.07.2008 - Mozart! in Tecklenburg ist ein superschönes Erlebnis. Insbsondere die tollen Leistungen (sowohl stimmlich als auch schauspielerisch) von Patrick Stanke und Marc Clear, aber auch der anderen Darsteller, sind einfach ein Genuss! Patrick Stanke gelingt es, die Zuschauer in Mozarts Gefühlswelt zu entführen und mit seiner Stimme Gänsehaut zu bereiten. Die Lieder von Kunze/Levay sind sehr, sehr schön. Dazu verzaubert die Atmosphäre der Freilichtbühne und wieder einmal beeindruckt die Vielzahl der Mitwirkenden in Tecklenburg. Auch wenn die Geschichte mich persönlich weniger ergriffen hat als beispielsweise Jekyll & Hyde im letzten Jahr, war es ein absolut gelungener Musicalabend.

Tanja B. (erste Bewertung)


26834
Gute Show, Super Darsteller

25.07.2008 - Auch ich kann mich der Kritik von Herrn Herrmann nicht anschließen. Die Inszenierung ist sicherlich kein Geniestreich, aber eine durchaus gelungene Umsetzung des vorhandenen Materials. Das Stück hat nun mal schwächen und die lassen sich von keinem Regisseur geradebiegen. Einziger Kritikpunkt für mich war die etwas zusehr überwiegende Komik. Bei Schikaneder und die Webers sicherlich angebracht, aber bei z.B. Colloredo hätte man vielleicht ein bisschen vorsichtiger sein sollen.
Patrick Stanke als Mozart ist gesanglich überragend, aber man hat leider immer das Gefühl das er seine eigene Show abspielt. Vorallem am Schluß fehlt es noch an einiges um einen glaubhaften Bruch zu vermitteln.
Ethan Freeman ist dagegen eine sichere Bank und gibt Leopold seinen eigenen markanten Zügen.
Der Highlight des abends war meiner Meinung nach Marc Clear, der den Colloredo eine ganz neue Richtung gibt. Sicherlich arrogant und machtbessesen, aber auch verletzlich und zerissen. Mit ungekannter Leidenschaft und stimmlicher Glanzleistung auch sein "Wie kann es möglich sein". Die Tatsache das er den Song beherrscht anfängt, deutet für mich nicht auf gesangliche Schwäche hin, sondern mehr auf eine intelligente Art ein Stück zu gestalten. Übrigens; So einen Darsteller nicht zu bewerten nur weil er zu weit weg steht, find ich ein Unding!
Adrian Becker und Anne Welte sind beide hevorragend in Ihren Rollen. Sie geben das ganze eine heitere Note und treiben das Geschehen voran.
Ein Kompliment an Simone Geyer und Karin Seyfried für Ihre unverzichtbare Leistung und auch das Ensemble und der Chor fügte sich glänzend ein. Fazit: eine durchwegs solide Show mit eine fantastische Besetzung. Hingehen!

Rasan (erste Bewertung)


26828
Großartige Inszenierung - Dilettantische Kritik

22.07.2008 - Papier ist geduldig, die virtuellen Magazin-Spalten des Internet-Universums
sind es erst Recht. Hier darf jeder Dödel, der sich dazu berufen fühlt,
seine Sicht der Dinge darlegen und als fachlich verbrämten Ausfluss
intellektueller Kompetenz verkaufen. O.K. Ist alles (auch) durch das
verbriefte Recht der freien Meinungsäußerung gedeckt. Das nehme ich jetzt
auch einmal für mich in Anspruch.

Selten habe ich eine nach Form, Inhalt und Aufbau so unschlüssige und
dilettantische „Kritik“ einer Musical-Inszenierung lesen müssen. Wobei
dieser Terminus („Kritik) allerdings geschmeichelt ist. Kritik sollte ihrem
Wesen nach, wenn schon nicht ausschließlich, so doch in wesentlichen, oder
zumindest erkennbaren Teilen konstruktive Elemente beinhalten. Und sie
sollte logisch aufgebaut und belegbar, d.h. in der mit gelieferten
„Beweisführung“ der Thesen schlüssig und nachvollziehbar sein. Das vermisse
ich hier in Gänze. Der Autor behauptet etwas (kunstloses Bühnenbild, wenig
zusammenhängende Handlungsstränge, eindimensionale Figuren, zerrissener
Abend, blasse Darsteller), ohne dass der geneigte Leser meist erfährt,
worauf sich diese Einschätzung stützt. Begründet wird dies nicht.
Stattdessen ein paar abgedroschene Allgemeinplätze aus der unerschöpflichen
Textschublade der autodidaktisch gestählten Kultur-Rezensenten von eigenen
Gnaden, und das war’s denn auch schon. Professionelle Analysen sehen aber
anders aus.



Da nehmen wir beeindruckt die von großer Scharfsinnigkeit und bestechender
Beobachtungsgabe zeugende Feststellung zur Kenntnis, dass (auch) Karin
Seyfried in der undankbaren Rolle des Nannerl keine Glanzpunkte habe setzen
können. Ooooch! So was aber auch! Warum hat sie nicht??? (Beim Lesen dieser
Passage habe ich mich ernsthaft gefragt, an welcher fragwürdigen Substanz
der Verfasser beim Schreiben dieser Zeilen wohl geschnüffelt haben könnte).
Welch ein Quatsch! Der Umkehrschluss müsste ja lauten, dass, wenn man schon
einen undankbaren Part bekleidet, man/frau als Wiedergutmachung wenigstens
den ein oder anderen, zum Höhepunkt des Abends gereichenden Showstopper
daraus generieren könnte. Das wäre doch das Mindeste, was man erwarten kann!
- Ein Beispiel unter vielen. Doch der logischen Brüche in der
Argumentationskette, aus der die losen Enden dann ins Nirgendwo zerfransen,
sind noch mehr. Ich erspare mir allerdings sie aufzuzählen.



Gut, ich räume ein, ich bin ein großer Freund des Musicals „Mozart!“, das
für mich das beste Werk des Gespanns Levay/Kunze ist und bleibt. Und ich bin
seit vielen Jahren zufriedener Stammgast der Freilichtspiele. Ich verhehle
auch nicht, dass mich selten eine Inszenierung so gepackt und berührt hat
wie die der Tecklenburger in diesem Jahr. Aber das ist Einstellungs-,
Ansichts- und Geschmackssache. Ich erwarte gar nicht, dass jemand (oder
alle) diese Einschätzung teilen. Aber ich erwarte, dass jene, die sich zum
Publizieren berufen fühlen und dadurch Meinung herstellen und beeinflussen,
etwas mehr Fairness und Objektivität an den Tag legen. Und sie sollten ihr
„Handwerk“ zumindest rudimentär beherrschen und wenigstens ansatzweise das
journalistische ABC verinnerlicht haben. Allerdings kann sich ja heute jeder
mit dem ungeschützten Titel „Journalist“ schmücken, selbst wenn es bislang
nur zur Veröffentlichung eines Dreizeilers im Kirchenblättchen über den
Betriebsausflug freischaffender Besenbinder in den Teutoburger Wald gereicht
hat…..

Vielleicht sollte der Verfasser dieses doch recht unbeholfen wirkenden,
nichtsdestotrotz aber höchst ärgerlichen Lamentos aber auch einmal einen
Gedanken daran verschwenden, was er mit unbedarften Urteilungen wie der
seinen anrichtet. Dass er Menschen, die über Monate hinweg Idealismus,
Herzblut Schweiß Ideenreichtum in ein Projekt investiert haben, mit einem
achtlosen Federstrich öffentlich diskreditiert, dass er sich, vor welchem
Qualifikations-Hintergrund auch immer, aufschwingt, über Künstler den Stab
zu brechen, ohne vielleicht, und das unterstelle ich jetzt einfach einmal,
selbst in der Lage zu sein, wenigstens „Alle meine Entchen“ fehlerfrei in
der Badewanne zu singen!

Björn Herrmann, der für diese Web gestützte Traktat verantwortlich zeichnet, ist, ich lese es so im Impressum, von Hause aus „Ausstellungsgestalter“. Vielleicht sollte der Schuster hier doch lieber bei seinen Leisten bleiben. Das könnte Flurschaden vermeiden helfen. Gut oder bedauerlicherweise: Jeder Und von den Verantwortlichen der „Musicalzentrale“, deren Seite ich ansonsten ob ihrer Aktualität, ihrer engagierten Ausgestaltung und ihres inhaltlich-thematisch breit gefächerten Spektrums sehr schätze, würde ich mir wünschen, dass sie bei dem ein oder anderen Kollegen aus dem Redaktionsteam, bevor dieser auf die Öffentlichkeit los gelassen wird, erst einmal ein klein wenig journalistisches Basiswissen abfragt und ihm dieses gegebenenfalls beibiegt. Ein bisserl für’s Hirn und ein bisserl für’s Herz. Kann im Interesse der Sache jedenfalls nichts schaden.

HiHai07 (erste Bewertung)


26823
Nicht daneben! Einfach nur genial!

21.07.2008 - Beim Lesen dieser Rezension eines „Fachmannes“ oder „Kritikers“ (Wie auch immer sich dieser Begriff definiert), stellt sich mir zum Einen die Frage, von wo aus dieser bitte diese Show gesehen haben mag. Zum zweiten liest man ja zwar sehr oft, dass sich Berichterstatter dieser Szene eines recht abenteuerlichen Vokabulars bedienen, um Ihr „Wissen“ an den Mann zu bringen. Anders kann ich mir die Formulierung von „blassen Darstellern“ nicht erklären.


Abschließend bin ich doch sehr froh, kein Fachmann zu sein. Lediglich ein großer Liebhaber des Genres. Auch die oft leicht negativ behaftete und belächelte Titulierung „Fan“ lasse ich mir gern gefallen.

Von dieser Warte aus ist es mir nämlich möglich, diese überragende und beeindruckende Show hemmungslos zu genießen. Die großartige Leistung der Darsteller, ebenso wie die des mitwirkenden Laienchors, die für mich allemal mehr als stimmige Inszenierung und das gesamte Flair der Tecklenburger Bühne als das zu sehen, was sie ist: Phantastisch!

artemtation (erste Bewertung)


26821
tolle Songs

21.07.2008 - Als großer Fan des Hauptdarstellers Mozart und als Liebhaber der Tecklenburger Freilichtbühne konnte Mozart für mich nur ein Erfolg werden. Mozart ist für mich ein Stück mit den meisten genialen Liedern, kaum eins, das nicht begeistert!
Was mich aber auch schon bei der Wiener Aufführung gestört hat ist, dass mir die Dichte fehlt. Eine Aneinanderreihung von tollen Songs passt zu einer Gala, aber von einer Stück erwarte ich mehr- bissel schade, wo ich doch so gerne mitfiebere!
Ansonsten top- und mir gefiel Karin Seyfried als Nannerl sehr!

evelyn (10 Bewertungen, ∅ 3.5 Sterne)


26818
Mangelhafte Inszenierung mit Glanzmomenten

20.07.2008 - Kunze & Levays "Mozart!" gehört für mich zu den besten Musicals, die ich bisher gesehen habe. Anspruchsvolle Texte und Musik sowie die intelligent erzählte Lebensgeschichte des Musikus mit vielen geschichtlichen Feinheiten regen zum Nachdenken an und unterhalten gleichermaßen. Leider kann ich das von der Tecklenburger Inszenierung nicht behaupten.

Sicherlich muss man bedenken, dass die Tecklenburger Freilichtspiele geringere Mittel zur Verfügung haben als vielleicht manch großes Haus. So konnte ich über das dürftige und meiner Meinung nach unpassende Bühnenbild hinwegsehen. Den mediterranen Anstrich der Kulisse und das Garagentor am Haus stellte bei mir keinen konkreten Bezug zum Stück her.
Worüber ich aber nicht hinwegsehen kann, ist, dass die Tecklenburger Inszenierung nur ganz knapp an einer Karikatur der ursprünglichen Inszenierung vorbeigeht. Einen jungen Mozart, welcher sich von Aloysia Weber einen Blowjob verpassen lässt (auch wenn das vielleicht seinem Charakter entsprochen haben mag) und einen sich übergebenden Fürst(!)erzbischof Colloredo, welcher bei "Nie kann es möglich sein" zudem noch als Witzfigut dargestellt wird, indem er in der anfahrenden Kutsche trottelig zurück auf seinen Sitz plumpst, sind völlig unnötig und platt und hinterlassen einen sehr negativen Beigeschmack. Zudem waren die Choreografien ziemlich amateurhaft und es sah aus, als würden sie lediglich aus drei sich wiederholenden Schritten bestehen. Regisseur & Choreograph Cusch Jung hat sich vielleicht etwas übernommen mit der Doppelaufgabe.

In anbetracht dessen, dass mir die Inszenierung nicht gefallen hat, fällt es mir schwer, die Darsteller zu bewerten.
Patrick Stanke als Wolfgang Amadeus Mozart hat sauber gesungen, jedoch fehlte mir das Gefühl. Ich hab ihm den Mozart nur partweise abgekauft und hatte den Eindruck, er versuche eine natürliche Spielfreude zu erzwingen und ich glaube, dass er "seinen" Mozart erst noch finden muss, was mich sehr überraschte. Ich hatte ihn bereits auf Konzerten "Wie wird man seinen Schatten los?" singen hören, was mich jedes Mal zu Tränen rührte. Außerdem kam es mir leider zwischenzeitlich so vor, als würde er eine "One-Man-Show" abziehen.
Marc Clear als Hieronymus Colloredo war in seiner Darstellung sehr durchwachsen. Nach seinem tollen, völlig anderen und rockig angelegten "Wo bleibt Mozart?" folgte leider ein lahmes "Ich bleibe in Wien!". Sein "Wie kann es möglich sein?" fing schwach an, steigerte sich jedoch zum Schluss, wo man die rockigen Passagen vom Anfang wiederfinden konnte. Ich habe nur nicht verstanden, warum der Fürst(!)erzbischof rein gar nichts majestätisches an sich hatte und zwischendurch immer mal wieder weinerlich wirkte.
Zweifellos überragend, trotz der mangelhaften Inszenierung, und meine "Glanzmomente" des Abends waren Adrian Becker (Schikaneder), Anne Welte (Cäcilia Weber) und allen voran Ethan Freeman (Leopold Mozart). Während Adrian Becker und Anne Welte immer wieder für Unterhaltung pur sorgten und die Lacher auf ihrer Seite hatten, spielte Ethan Freeman den Leopold Mozart überzeugend und voller zerrissener Gefühle. Man konnte ihm im Laufe des Stückes deutlich ansehen, wie er zerbrochen ist. Sein "Schliess dein Herz in Eisen ein" ging einfach nur unter die Haut!

Ich finde es schwierig, diese Inszenierung weiterzuempfehlen. Wenn man über alles hinwegsehen würde, was ich hier kritisiert habe, wäre da immer noch ein großes Problem: Die Akustik. "Mozart!" hat sensationelle Ensemblenummern, welche in anbetracht der zwei Boxen in der Mitte der Überdachung nicht wirklich zur Geltung kommen. Außerdem empfand ich es als sehr störend, dass ein Großteil des Publikums sich während der Vorstellung mit alkoholischen Getränken versorgte. Irgendwann roch es um mich herum wie in einer Kneipe und es raschelte und knisterte, weil jeder in seinen Kekspackungen und Chipstüten wühlte. Dadurch kam ich nie richtig ins Stück "rein" und war ständig abgelenkt. Dieses Stück ist meiner Meinung nach nicht für eine Open-Air Produktion geeignet, zumindest nicht unter diesen Bedingungen. Wer jedoch ein Fan der Musik und vorangegangener Inszenierungen ist, sollte sich "Mozart!" in Tecklenburg vielleicht doch nicht entgehen lassen, auch wenn es schwerfällt, diese Inszenierung nicht mit vorangegangenen zu vergleichen. Wer weiß, wann es überhaupt mal wieder aufgeführt wird?! Außerdem kann man wunderbar die Augen schließen und sich seine eigenen Bilder zaubern.

Jessica, Hamburg (erste Bewertung)


26813
Besprechung arg daneben!

20.07.2008 - Ich finde, die Besprechung ist arg daneben. Von einer Rezension,die diesen Namen verdient, erwarte ich Informationen über die Inszenierung,um die es eigentlich geht.Also in diesem Falle die Tecklenburger. Stattdessen wird erst einmal der alte Glaubenskrieg „Wien gegen Hamburg“ neu entfacht. Ob und warum der Autor nun die spätere Hamburger Mozart-Version für die Bessere hält, interessiert mich wirklich nicht.Und auch eine Wiederbelebung der Grundsatzdiskussion über die Stimmigkeit der Kunze’schen Buchvorlage hätte er sich sparen können. Warum nutzt der der junge Mann den im zur Verfügung stehenden Platz nicht, um detaillierter und nachvollziehbar heraus zu arbeiten, was die Tecklenburger aus dem Stoff gemacht und wo sie eigene Akzente gesetzt haben? Ist ihm dazu nix ein- oder aufgefallen? Stattdessen wird viel subjektiv durchwirkte heiße Luft verblasen. Dünn drüber, hier mal ein Seitenhieb, mal da etwas Sachverstand vorspiegelndes Kritteln und Mäkeln.Auftrag erfüllt, egal wie. Hauptsache, man hat ein Haar in der Suppe entdeckt. Daraus speist und rechtfertigt sich schließlich das Selbstverständnis des „Kritikers“, der, wie Bernard Shaw zu sagen pflegte, „ja wie ein Huhn ist, das gackert, wenn andere Eier legen“. Dass ein (brillanter) Ethan Freeman sich der sonst nicht so häufig gehörten tiefen Baritonlagen befleißigt, ist wohl kaum ein Kriterium, die die Qualität einer Inszenierung wesentlich prägt. Ebenso wenig, dass ein (überragender) Patrick Stanke „strahlende Spitzentöne völlig ansatz- und mühelos aus dem Ärmel schüttelt“. Ein zerrissener Abend? Eindimensionale Figuren? Kunstloses Bühnenbild? Bruchstückhafte Szenen-Collage? Da müssen wir wohl auf der falschen Veranstaltung gewesen sein. Leider fehlt hier der Raum, die logischen Brüche in der verqueren Thesenkette des Schreibers en détail zu würdigen. Für uns zählt die Tecklenburger Mozart-Inszenierung auf jeden Fall zu den packendsten und spannendsten Theaterereignissen seit langem!

Heliman (erste Bewertung)


26797
Ein großartiger Hauptdarsteller!

15.07.2008 - Das Stück hat mir sehr gut gefallen,man erfährt viel über Mozarts Leben und auch,oder vor allem sind die Songs natürlich wunderschön und einprägsam.Was den Abend aber wirklich so nachhaltig in Erinnerung bleiben lässt ist die grandiose Darstellung von Patrick Stanke als Mozart!,selten hat mich ein Darsteller mit seiner Darbietung,insbesondere aber mit einer solch schönen Stimme, so gefesselt wie er es bei dieser Vorstellung geschafft hat!Ich kann Björn Herrmann bei seiner Rezesion nur zustimmten!Leistungen wie diese machen doch Hoffnug,dass es um den Musicalnachwuchs in Deutshcland gar nicht so schlecht bestellt sein kann ;-).

jule87 (erste Bewertung)


26795
Mozart! toll - Inszenierung geht

15.07.2008 - Eigentlich ein sehr schönes Musical (meiner Meinung nach das beste von Kunze und Levay). Aber der Rezensent Björn Herrmann hat leider recht: Sich an der Wiener Urfassung zu orientieren, war kein großer Wurf. Eine vertane Chance. Patrick Stanke ist annehmbar, Ethan Freeman jedoch der eigentliche Star der Show. Alle anderen Darsteller blieben erstaunlicherweise eher blass - vor allem Simone Geyer als Constanze. Immerhin Adrian Becker als Schikaneder war noch recht passabel und hat das beste aus seiner undankbaren Rolle gemacht.

Gast24601 (15 Bewertungen, ∅ 3.2 Sterne)


26793
Sehenswert

14.07.2008 - Sehenswerte Vorstellung auf der Freilichtbühne Tecklenburg
Um diese Besetzung beneiden die Stadttheater in Deutschland die Freilichtbuehne.
Sehenswert Adrian Becker in der Rolle des Schickaneder!
mfg
Rowel

Rowel (19 Bewertungen, ∅ 4.1 Sterne)


26783
Mozart in Tecklenburg......

08.07.2008 - .....ganz klar für mich VORNE!Ich gehöre zum Tecklenburger Publikum und komme aus der Provinz.Ich kenne mich auch ganz gut in der Musicalszene aus und konnte diese Inszenierung lustvoll genießen, indem ich ohne Vergleiche zu anderen Aufführungen auskam.Patrick Stanke, Ethan Freeman, Jana Werner, Adrian Becker, Simone Geyer, Marc Clear und Karin Seyfried waren eine Klasse-Besetzung!

chicago (erste Bewertung)


26724
Alles gut

26.06.2008 - Als Musicalbegeisterte fällt es mir schwer das Haar in der Suppe zu entdecken. Mit dem Inhalt vertraut aber ansonsten unvoreingenommen habe ich das Musical hingerissen erlebt. Ich war begeistert vom Gesamteindruck, von den Einzelleistungen, den bombastischen Kostümen, der Naturkulisse und von der Stimmung des Publikums. Um direkter in das Geschehen eintauchen zu können, sollte man allerdings schon über die Eckpunkte der künstlerischen Handlung informiert sein. Ein wunderbarer Abend, absolut empfehlenswert!

Mimikry (3 Bewertungen, ∅ 5 Sterne)


26715
Erster Kommentar!

22.06.2008 - Eigentlich müßte ich an dieser Stelle einen langen Text voller Lobeshymnden schreiben, aber zeitlich reicht's momentan nur für ein kurzes Statement zur gestrigen Premiere:

Das Tecklenburger Niveau ist und bleibt fantastisch. Alle Hauptrollen sind wie gewohnt hochkarätig besetzt und die Inszenierung rückt auch dieses Jahr die wunderschöne Freilichtbühne in schönstes Licht (und Ton!). Und das kleine „Manko“ (wenn man denn Gewohntes erwartet hat), daß Patrick Stanke optisch nicht das vertraute Mozart-Bild voran gegangener Produktionen erfüllt, macht dieser durch seine stimmliche, darstellerische und emotionale Souveränität mehr als wett. Ich persönlich bin ein Fan der Hamburger Version und hoffe und bete, die eines Tages mal wieder auf einer deutschen Bühne erleben zu dürfen (besonders sei hier der zum Weinen schöne Kultsong "Jeder Abschied ist der Anfang einer Reise" erwähnt, der in Hamburg nur anfangs gespielt wurde und dann leider der Schere zum Opfer gefallen ist). So gesehen war ich ein klein wenig enttäuscht, daß Tecklenburg „nur“ die Wiener Version spielt. Aber in Anbetracht des besagten extrem hohen künstlerischen Niveaus kann ich den Tecklenburgern nicht wirklich böse sein. Bitte, bitte, weiter so!

zielkreis@gmx.de

zielkreis (4 Bewertungen, ∅ 4 Sterne)


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 Theater / Veranstalter
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Schloßstraße 7
D-49545 Tecklenburg
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 muz-Lexikon
Handlung
"Mozart!" erzählt vom Leben des Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart. mehr

Weitere Infos
Das Musical mit Texten von Michael Kunze und Musik von Sylvester Levay feierte am 2. Oktober 1999 in Wien seine Weltpremiere. Die Deutschlandpremiere folgte am 21. September 2001 im Hamburger Theater Neue Flora. Weitere Spielstätten waren Schweden, Japan, Ungarn, Tschechien und Korea.

 Leserbewertung
(15 Leser)


Ø 4.47 Sterne

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


© musicalzentrale 2019. Alle Angaben ohne Gewähr.

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