Das Jahr 2025 hält auch für Ostasien wieder einige Musical-Highlights bereit. Vor allem für Komponist Frank Wildhorn verspricht der asiatische Musicalmarkt im Jahr 2025 so einiges:
Das Großunternehmen Toho Stage bringt „Bonnie & Clyde“ vom 10. März bis 17. April ins Theatre Creation von Tokyo. Vom 22. Januar bis 16. Februar feiert Wildhorns „Kane & Abel“ außerdem seine Weltpremiere im Theatre Orb. Das Musical basiert auf dem gleichnamigen Roman von Jeffrey Archer und enthält Songtexte von Nathan Tysen („Paradise Square“, „Amélie“, „The Great Gatsby“). Die Choreographien stammen von Jennifer Weber (u.a. „& Julia“). Vom 23. Februar bis 3. März spielt „Kane & Abel“ im Shin-Kabukiza-Theater in Osaka.
Auch in Korea wird Wildhorn zelebriert: Die Theatertruppe EMK bringt im September das auf Victor Hugos Roman basierende „The Man Who Laughs“ abermals nach Seoul und die Musicalgruppe OD hat mit „Jekyll & Hyde“ vom 28. Februar bis 16. März wieder einen Wildhorn-Klassiker auf dem Plan. Beide Stücke haben fast nahtlos die Spielzeiten zweier anderer Stücke aus der Feder des amerikanischen Komponisten abgelöst: Wildhorns „Mara Hari“ und „Cyrano“ wurden von der RG Company und der Truppe CJ-ENM kurz vorher im März abgespielt. Und auch Shanghai ist im Wildhorn-Fieber: Mit „No Longer Human“, das auf dem in Asien populären japanischen Roman „Ningen Shikkaku“ von Dazai Osamu fußt, wird vom 11. bis zum 19. April im Shanghai Arts Theatre gegeben. Für seine Weltpremiere auf dem koreanischen Markt hat Wildhorn in naher Zukunft zudem sein neues Musical „Van Gogh in Love“ angekündigt, das danach nach Europa kommen soll.
Auch wenn Wildhorn klar die ostasiatischen Musicalspielpläne für 2025 zu dominieren scheint, finden sich daneben natürlich auch weitere Klassiker und Neuheiten in den Theatern Japans, Koreas und Shanghais: Der mit Stage Entertainment vergleichbare Unterhaltungsriese Shiki nimmt neben den Ensuite-Stücken „Die Eiskönigin“, „Die Schöne und das Biest“, „Aladdin“, „Wicked“, „Das Phantom der Oper“, „Der König der Löwen“ und „Cats“ das neu geschriebene, auf dem gleichnamigen Anime basierende Werk „The Boy and The Beast“ auf Nagoyas Shiki-Bühne, welches dann von „The Ghost and the Lady“ abgelöst wird, das auf einem Manga von Kazuhiro Fujita beruht und Florence Nightingale thematisiert. Das Anime-Musical „Akage no An“ (Anne mit den roten Haaren), das von Luis Sepúlverdas Kinderbuch inspirierte „Kamome ni tobu koto o oshieta neko „(Wie Kater Zorbas der kleinen Möwe das Fliegen beibrachte), die Tourproduktion „Futari no Rotte“ (Das doppelte Lottchen) und das auf der Kinderserie basierende „Ganba no bouken“ zeigen den großen Fokus, welchen die japanischen Musicalszene 2025 auf ein jüngeres Publikum legt.
Für die Großen gibt es aber auch interessante Stücke: Im Umeda Arts Theatre von Osaka wird dieses Jahr neben „Les Misérables“ auch das Popmusical „Six“ auf Japanisch aufgeführt. Peter Duchans und Michael Bruces neues Musical „The Illusionist“ begeht statt am West End in Tokyo und Osaka seine Wiederaufnahmepremiere. Mit bekannten TV-Persönlichkeiten im Gepäck feiert außerdem „Rakugo Shinjû“ (Descending Stories) seine Premiere, in dem es um einen ehemaligen Häftling geht, der bei einem Großmeister die Kunst des humoristischen Rezitationstheaters ‚Rakugo‘ erlernt. Die populäre Frauenmusicalgruppe Takarazuka zelebriert ihr nunmehr 110-jähriges Jubiläum mit der Galarevue „Razzle Dazzle“ und hat frisch ihr neues Horror-Romance-Musical „Ashurajou no hitomi“ (The Eyes of Ashura Castle) für März angekündigt, während das Unternehmen Horipro die japanische Version von „Everybody’s Talking about Jamie“ auf die Bühne bringt. Außerdem stockt die Musicaltruppe 2.5 Dimensions den japanischen Markt mit Anime-Musicals zu auch in Deutschland bekannten Werken wie „Bleach“ und „Prince of Tennis“ auf. Toho bringt passend zu diesem Trend ein Musical zum Webcartoon „Itaewon Class“, der in Japan und Korea gefeiert wird, im Juni in die Brillia Hall von Tokyo.
Auch in Korea werden große Stücke aufgefahren, wobei vor allem das Line-Up von CJ-ENM beeindruckt: Angekündigt sind „42nd Street“, die Wiederaufnahme von „Kinky Boots“ sowie die Broadway-Musicals „Beetlejuice“ sowie „Moulin Rouge“. Mit K-Popstars geht außerdem das aus koreanischer Feder stammende Musical „Werther“, basierend auf Goethes Briefroman, auf Tour – mit einem Buch von Seonwoong Go und Musik von Misun Jung.
Chinas Musicalhochburg Shanghai hat neben Wildhorn auch „Das Phantom der Oper“ von Lloyd Webber, das auf Dostojevski basierende, koreanische Musical „The Brothers Karamazov“ (erstmals auf Mandarin), das vom Hong Kong Star Andy Lau konzipierte Krimi-Thriller-Musical „Internal Affairs“ und die Mandarin-Version von „The Picture of Dorian Gray“ auf dem Plan, womit von Januar bis in den August 2025 hinein für viel Musicalstoff gesorgt ist. Eine kleine Sensation: Das japanische Unternehmen Toho wagt sich erstmals in Shanghai auf den chinesischen Markt, mit der gefeierten Inszenierung von „Spirited Away“ (Chihiros Reise ins Zauberland), das zuletzt am West End große Erfolge erzielt hat.
Weitere Premieren für 2025 haben wir bereits in unserem letzten Ostasien-News-Beitrag gesammelt.
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