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Showslot schickt zum Saison-Start den Disko-Klassiker „Saturday Night Fever“ mit den Welthits der Bee Gees auf Tournee durch den deutschsprachigen Raum. Die mitreißenden Choreographien lassen Partystimmung im Zuschauerraum aufkommen. Bei emotional tiefergehenden Themen hingegen springt der Funke selten über – was nicht zuletzt auch der Schwäche des Buches und nicht nur den Leistungen der Cast zuzuschreiben ist.
Tony Manero kommt aus einer armen Arbeiterfamilie in Brooklyn. Er fristet sein Dasein als Verkäufer in einem Farbengeschäft. Die Stimmung innerhalb der Familie ist wenig von Geborgenheit, denn mehr von Gleichgültigkeit und Gewalt geprägt. Tony lebt für die Nächte in seiner Stammdisko ‚2001‘. Hier ist er gefeierter Tänzer und Mädchenschwarm. Als er Stephanie kennenlernt, bekommt er die Idee, dass er mehr vom Leben erwarten darf – wenn er sich traut, seinen eigenen Weg zu gehen.
Christopher Tölle zeichnet für Regie und Choreographie der Tourproduktion verantwortlich. So leuchtet schnell ein, warum genau hier die Stärke der Inszenierung liegt: Die Tänze sind das absolute Highlight der Show! Bekannte Moves aus der Diskoära der 1970er-Jahre sowie den erfolgreichen Kinofilmen mit John Travolta lassen die Generation, die damals ihre Jugend erlebt hat, nostalgisch werden. Tanzbegeisterten zuckt es selbst im Fuß bei den eingängigen Choreographien. Vor allem im zweiten Akt im Rahmen des großen Tanzwettbewerbs werden Tänze mit zahlreichen akrobatischen Elementen und einfallsreichen Hebefiguren dargeboten.
Die bekannten Hits der Bee Gees regen im Zuschauerraum zum Mitsingen an – wobei es zweifelsohne fraglich ist, ob das Mitsingen im Musical erwünscht ist oder die anderen Zuschauer nicht einfach nur stört. Das Sound Design von Dennis Heise kann keine live gespielte Musik ersetzen, auch wenn es bei den Up-Tempo-Nummern und durchchoreographierten Stücken völlig passend zum Disko-Setting ist. Das Stück verliert durch die eingespielten Playbacks an emotionaler Wirkkraft, wenn es thematisch tiefer gehen könnte: Der Funke springt gerade in gefühlvollen Nummern wie „More Than A Woman“ oder „Tragedy“ einfach nicht über.
Die von Heike Seidler zusammengestellten Kostüme wirken authentisch und entstammen zu zwei Dritteln tatsächlich der Mode der 1970er Jahre: Schlaghosen, ausgestellte Hosenbeine, psychedelische Muster und Overalls lassen die Ausstattung fast wie eine kleine Modenschau jener Zeit wirken. Die weiteren Kostüme sind einfarbig und bedienen sich einer Farbauswahl mit großer Strahlkraft – wie beispielsweise pink oder orange.
Das Set von Andrew Exeter hat einen Rahmen, der die Brooklyn-Bridge und den Straßenverkehr Brooklyns abbildet: Ampeln springen fortwährend von grün auf gelb auf rot. In der Mitte befinden sich drei bewegliche Elemente: Zentral ist ein offener Raum, der je nach Szene als Esszimmer der Familie Manero oder Diskothek gestaltet ist. Zwei weitere bewegliche Set-Elemente sorgen dafür, dass die Umbauten im Verborgenen stattfinden können: Die zwei kleineren Bauten haben auf der einen Seite jeweils eine Treppe, auf der anderen Seite wiederum kleine Räume, die je nach Szene zum Jugendzimmer Tonys, seinem Arbeitsplatz im Farbengeschäft oder dem Tanzstudio, in dem Tony trainiert, umfunktioniert werden. Alle verwendeten Requisiten haben etwas gewollt Schäbiges, mit Ausnahme der mit Diskokugeln gespickten Kulisse der Diskothek. So ist es bereits rein optisch nachvollziehbar, warum Tony sein altes Leben hinter sich lassen oder aber das Tanzen in den Mittelpunkt seines Lebens stellen möchte: Hier ist das einzige Setting, das freundlich und sogar glamourös wirkt.
Aus der Cast ragt vor allem Christian Bock in der tragischen Rolle des Bobby C besonders hervor und überzeugt mit Spiel und Gesang so stark, dass er selbst Hauptdarsteller Alexander Auler stellenweise überstrahlt. Auler ist vor allem tänzerisch in seiner Rolle gefordert und erfüllt diese Anforderungen gut, setzt sich innerhalb des allgemein sehr tanzbegabten Ensembles jedoch nicht als herausragender Tänzer durch. Es fällt außerdem auf, dass ihm die Kraftausdrücke und der teilweise sehr schroffe Umgangston, der unter den Figuren in den deutschen Dialogen von Anja Hauptmann vorherrscht, nur schwer über die Lippen gehen.
Bei den Damen, die stückbedingt grundsätzlich – der Story und dem darin vorherrschenden Rollenbild der Frau geschuldet – weniger Strahlkraft in ihren Figuren aufweisen, sind Shania Ochsner als Stephanie Mangano und Marije Louise Maliepaard als Annette diejenigen, die sich aus dem 19-köpfigen Ensemble hervortun. Ochsner besticht insbesondere durch Präzision in ihrem tänzerischen Ausdruck. Maliepaard hingegen berührt durch ihre Zartheit in Spiel und Gesang.
Einige weitere Rollen sind schlichtweg unglücklich besetzt: Besonders deutlich wird das bei Tonys Vater Frank Manero, den Tim Oclay spielt. Da Oclay kaum älter ist als sein von Alexander Auler verkörperter 19-jähriger Sohn, leidet die Authentizität des Spiels. Auch Joey Heindle, der schon bei „Deutschland sucht den Superstar“ eher durch stimmliche Schwächen aufgefallen ist, braucht in dieser Produktion spürbare Unterstützung durch starken Hall und ist eine wenig überzeugende Besetzung des DJs Monty.
Das Disko-Ära-Setting sowie das überholte Frauenbild machen „Saturday Night Fever“ im Jahr 2025 grundsätzlich nicht mehr zum sicheren Publikumsmagneten. Zwar bietet die Tournee-Inszenierung optisch und tänzerisch einiges, doch die musikalische Umsetzung überzeugt nur bedingt und auch in der Besetzung zeigen sich einige Schwächen.
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| KREATIVTEAM | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Musik | The Bee Gees |
| Deutsche Dialoge | Anja Hauptmann |
| Regie | Christopher Tölle |
| Choreografie | Christopher Tölle Nigel Watson |
| Set & Licht Designer | Andrew Exeter |
| Kostüm Design | Heike Seidler |
| Sound Designer | Dennis Heise |
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| CAST (AKTUELL) | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Tony Manero | Alexander Auler |
| Stephanie Mangano | Shania Ochsner |
| Bobby C | Christian Bock |
| Annette | Marije Louise Maliepaard |
| Double J | Niklas Brunner |
| Joey | Maximilian Vogel |
| Frank JR, Fosco | Tim Edwards |
| Frank Manero SR | Tim Olcay |
| Flo Manero, Clubsängerin | Daniela Moser |
| Maria | Emily Bellingham |
| Linda | Anna Reeves |
| DJ Monty | Joey Heindle |
| Shirley | Clara Marie Hendel |
| Doreen | Sandra Bitterli |
| Cesar | Jordan Calloway |
| Jay | Simon Lausberg |
| Chester | Louis Parkins |
| Ensemble | Niklas Brunner Maximilian Vogel Tim Edwards Tim Olcay Joey Heindle Daniela Moser Emily Bellingham Anna Reeves Clara Marie Hendel Sandra Bitterli Simon Lausberg Louis Parkins |
| Swing | Gaia Cometto Leo Wennerstrand Riccarda Schönerstedt Lucas Wells |
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| GALERIE | |||||||||
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